IHK-Magazin Ausgabe 7/2026

AUS DER IHK

STEUERREFORM DIHK warnt vor Anhebung der „Reichensteuer“

Die Bundesregierung hat den Entwurf des Einkommen- steuerreformgesetzes 2027 beschlossen. Die DIHK be- wertet die darin vorgesehenen Entlastungen für Familien sowie kleine und mittlere Einkommen als richtig. Kritisch sieht sie dagegen die geplante Anhebung der sogenannten Reichensteuer, von der insbesondere Personengesellschaf- ten betroffen wären. „Das trifft in Deutschland vor allem den Mittelstand“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. „Für sehr viele Personenunternehmen ist die Einkommensteuer die entscheidende Unterneh- menssteuer.“ Die Anhebung der sogenannten Reichen- steuer belaste damit „ausgerechnet jene Betriebe, die in

Deutschland investieren, ausbilden und Arbeitsplätze schaffen“, warnt sie. „Ihnen fehlen künftig die Mittel für Innovationen, Investitionen und neue Beschäftigung.“ Be- reits im Gesetzgebungsverfahren hatte die DIHK gemein- sam mit weiteren Wirtschaftsverbänden eine grundlegen- de Tarifreform gefordert. Statt zusätzlicher Belastungen brauche die Wirtschaft mehr Freiraum für Wachstum und Investitionen. INFO: Mehr Steuerthemen gibt es im IHK-Newsletter.

 ihk.de/rhein-neckar/newsletter

DIHK ZUR PISA-STUDIE „Politik muss für solide Ausbildungsreife sorgen“

Als „Schock und das Spiegelbild der Erfahrungen vie- ler Ausbildungsbetriebe“ bewertet Nico Schönefeldt, DIHK-Bereichsleiter Ausbildung, die Ergebnisse der im September vorgelegten PISA-Studie. In ihrer neuesten Schulleistungsuntersuchung stellt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, den deutschen Lernerfolgen das schlechteste Zeugnis in der Geschichte der Erhebung aus. Jeder dritte Jugend- liche hat demnach Probleme beim Rechnen und Lesen. Das Fehlen von Basiskompetenzen sei „besonders besorg- niserregend“, warnt Schönefeldt. „Diese Defizite sind eine immense Hürde für das Erfolgssystem der dualen Aus- bildung“, stellt er klar und verweist auf die DIHK-Ausbil- dungsumfrage 2026. Sie zeige, „wie groß die Herausforde-

rungen sind, vor denen Unternehmen bei der Ausbildung ihrer Fachkräfte durch fehlende schulische Vorbildung stehen“. Die Unternehmen leisteten viel Unterstützung, dürften jedoch „nicht zum Reparaturbetrieb einer ver- fehlten Bildungspolitik werden“. Die PISA-Studie zeige die Schwächen des deutschen Bildungssystems bei der Vermittlung grundlegender Fähigkeiten „mehr als deutlich auf“, so Schönefeldt. „Die Politik muss den Ball jetzt auf- greifen und für eine solide Ausbildungsreife sorgen.“ INFO: Lesen Sie mehr zum Thema auf den Seiten 3 und 26. Sie sind Ausbildungsbetrieb und haben Fragen?

ihk.de/rhein-neckar/ausbildungsberater

WIRTSCHAFTLICHE KONFLIKTE Jetzt an Umfrage teilnehmen

werden veröffentlicht und mit Vertretern aus Justiz, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert. Beant- wortet werden sollen unter anderem folgende Fragen: Welche Erfahrungen haben Sie mit staatlichen Gerich- ten, Schiedsverfahren, Mediation und anderen Formen der Streitbeilegung gemacht? Welche Bedeutung haben dabei Faktoren wie Schnelligkeit, Kosten, Verlässlichkeit und wirtschaftlicher Sachverstand? Und welche Anforde- rungen stellen Sie an eine moderne und wirtschaftsnahe Rechtsdurchsetzung?

Streitfälle im Wirtschaftsleben sind sicherlich nicht selte- ner geworden, doch die Zahl der vor staatlichen Zivilgerich- ten verhandelten Konflikte sinkt. Woran das liegt und wie sich die Streitbeilegung in Deutschland verbessern lässt, möchten die DIHK, der Schiedsgerichtshof bei der DIHK und die Agentur Wegweiser bis zum 25. Oktober in einer bundesweiten Unternehmensbefragung herausfinden. Betriebe aller Größen und Branchen sind eingeladen, ihre praktischen Erfahrungen, Anforderungen und Einschät- zungen in die Diskussion über eine moderne, effiziente und wirtschaftsnahe Konfliktlösung einzubringen. Die Befragung dauert rund zehn Minuten, die Ergebnisse

www.bit.ly/umfrage-streitfaelle

29

IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026

ihk.de/rhein-neckar

Made with FlippingBook Learn more on our blog