IHK-Magazin Ausgabe 7/2026

STANDORT

EPPELHEIM Die Mitte zum Mittelpunkt machen Weniger Leerstände, mehr Begegnung: Eppelheim hat sich nach der IHK-Innenstadtberatung viel vorgenommen. Erste Projekte sind bereits gestartet.

eine Schnittstelle zwischen Rathaus und örtlicher Wirtschaft bilden. Erste Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums sind indes bereits angestoßen. Auf dem Gottlob- Hees-Platz wurden klimaresiliente Bäume sowie Stauden und Gräser gepflanzt. Unterstützung kam unter anderem aus dem Fonds „Gemein- sam für mehr Grün“ und durch eine Förderung des baden-württember- gischen Umweltministeriums. Auch die Hauptstraße steht im Fokus. Zur Verbesserung der Aufenthaltsquali- tät tragen, wie Romey betont, auch kleinere Maßnahmen bei. So wurden ohnehin durchgeführte Malerarbeiten am Rathaus genutzt, um den Zugang zu den öffentlichen Toiletten auf- zuwerten und damit einen weiteren Baustein der „Wohlfühlzone Innen- stadt“ umzusetzen.

„Ein Kleinstadt- buchladen für alle Generationen“: So beschreibt Christine Beil ihr 60 Quadratmeter großes Geschäft in Eppelheim.

W enn Christine Beil morgens ihren Buchladen aufschließt, ist sie mitten im Eppelheimer Stadtleben. Gegenüber liegt die Post, in der Nachbarschaft finden sich ein Imbiss, ein Eiscafé, ein Fahrradladen und eine Schuhmacherin. Viele Schü- ler kommen vorbei, Kunden können vor dem Geschäft kurz parken. „Für uns ist die Scheffelstraße ein sehr guter Standort“, sagt Beil. Auf der Hauptstraße wäre ihr dagegen zu viel Verkehr. Seit rund 40 Jahren gibt es den Buchladen an diesem Standort, seit neun Jahren führt die Querein- steigerin das Geschäft. Bücher allein reichen dabei längst nicht mehr: Papeterie, Geschenkartikel, Puzzle und ausgewählte Spielwaren gehören inzwischen ebenso zum Angebot. Lesungen, Vorträge und Buchvorstel- lungsabende machen den Buchladen zugleich zu einem Treffpunkt. Was Beil im Kleinen praktiziert, beschäf- tigt auch die Stadt Eppelheim: Wie kann die Innenstadt attraktiv bleiben und was braucht es dafür über den

klassischen Einzelhandel hinaus? Antworten darauf sollte die IHK- Innenstadtberatung liefern. Erste Gespräche starteten Anfang 2024, im Oktober 2025 wurden die Ergeb- nisse sowie die konkreten Hand- lungsempfehlungen im Gemeinderat vorgestellt. Fünf Schlüsselprojekte für eine attraktivere Innenstadt stehen in Eppelheim im Mittelpunkt: „Wohl- fühlzone Innenstadt“, „Unikat Eppel- heim“ für die Innenstadtvermarktung, „Wirtschaft aktiv“ zur Stärkung von Innenstadtpolitik und Branchenmix, der „Park Guide“ sowie „Hauptstraße im Flow“ mit neuen Ansätzen für Er- reichbarkeit und Verkehr. Angesichts der angespannten Haus- haltslage geht es laut Anna Romey nun vor allem darum, diese Empfeh- lungen mit dem zu verbinden, was in Eppelheim ohnehin geplant ist. Seit vergangenem November ist sie bei der Stadt für Wirtschaftsförderung und Fördermittelmanagement zuständig. Die neu eingerichtete Stabsstelle soll

Wenn man gemeinsam etwas bewegen will, geht das nur, wenn man gut miteinander vernetzt ist.

Christine Beil

Unter dem Titel „Hauptstraße im Flow“ plant die Stadt derzeit einen Verkehrsversuch. Dabei soll die zu- lässige Höchstgeschwindigkeit in einem Abschnitt von 30 auf 20 Kilometer pro Stunde reduziert werden. Das soll zeigen, wie sich die geringere Geschwindigkeit auf die Aufenthaltsqualität auswirkt. Die Umsetzung erfordert Abstimmung mit mehreren Stellen. Erfolgt die Genehmigung, soll der Versuch

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IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026

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