IHK-Magazin Ausgabe 7/2026

AUS DEN UNTERNEHMEN

SCHIMSCHA „Strategieentwicklung bei Schnitzel und Kartoffelsalat“ Beim Familienunternehmen aus Ravenstein-Erlenbach steht die fünfte Generation in den Startlöchern. Dass es mit der Nachfolge so gut klappt, ist keine Glückssache.

K atrin Schimscha hat ein Luftbild des Firmengelän- des vor sich und zeigt auf das Wohnhaus ihrer Großel- tern. Dort, bei „Oma Hedwig“, der 85-jährigen Seniorchefin, liege das Geheimnis des guten Miteinanders im Familienun- ternehmen, sagt die Betriebs- wirtschaftlerin und Marketing- fachfrau. Die Spezialität des Blechbear- beiters sind komplexe Konst- ruktionslösungen. Individuelle Gehäuse, Bedienpulte, Schalt- schränke und Verkleidungen gehen von Ravenstein-Erlen- bach aus an die Kundschaft vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Konkurrenzfähig bleiben wir durch die hohe Fertigungstiefe von der Konstruktion über die

Pulverbeschichtung bis hin zur Endmontage“, erklärt Katrin Schimscha. Produziert werden Prototypen und Einzelstücke ebenso wie Großserien. Den Grundstein zum Unterneh- men legte Johann Schimscha 1896 mit einer Spenglerei und Kupferschmiede in Süd- mähren im heutigen Tsche- chien. Sohn Otto Schimscha fing nach dem Krieg 1946 im Bauland-Dorf Erlenbach bei null wieder an. Lediglich eine Werkzeugkiste konnte er in die neue Heimat retten. Otto Schimscha junior baute die Werkstatt ab Ende der 1960er zum Industriebetrieb aus. Seine drei Söhne Thomas, Johannes und Michael Schimscha, übernahmen in den 1980er Jahren und entwickel-

ten die Schimscha GmbH ge- meinsam zu einem modernen Industrieunternehmen weiter. Vier ihrer Kinder stehen jetzt als fünfte Generation in den Startlöchern: Dominik, Jan, Lilli-Sophie und Katrin Schimscha, alle zwischen 23 und 29 Jahre alt. „Jeden Morgen um 6.30 Uhr kommen wir alle bei Oma Hedwig am Frühstückstisch zusammen, bevor wir in den Tag starten. Auch mittags wird hier jeden Tag als Familie zusammen gegessen. Und diskutiert“, be- richtet Katrin Schimscha. „Bei uns werden strategische Ent- scheidungen bei Schnitzel und Kartoffelsalat getroffen.“ Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen, bei Schimscha offenbar auch die Generationen. Jeder hat seinen eigenen Verantwor- tungsbereich. Unterschiedliche Meinungen gehören dabei ebenso dazu wie das Vertrau- en, den Anderen machen zu lassen, wie Katrin Schimscha berichtet. Neben der Kommunikation sind Freiräume besonders wichtig, betont auch ihr Vater Michael Schimscha (57). „Als ich damals nach meinem Ein- stieg ins Unternehmen eine Maschine für 1,2 Millionen Mark kaufen wollte, sagte mein Vater nur: ‚Wenn du meinst, dass wir sie brauchen, dann

ZAHLEN UND FAKTEN

1896 gegründet 170 Mitarbeiter 20 Millionen Euro

Jan, Lilli-Sophie, Katrin und Dominik Schimscha (von links) stehen als fünfte Generation des Familienunter- nehmens Schimscha in Ravenstein- Erlenbach in den Startlöchern, ein - gerahmt von ihren Vätern Johannes Schimscha (links) und Michael Schimscha (rechts)

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IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026

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