IHK-Magazin Ausgabe 7/2026

AUS DEN UNTERNEHMEN

`S FACHL Eine Obstkiste als Ladenfläche Gerade kleine Unternehmen können sich oft kein Geschäft in guter Lage leisten, um ihre Waren zu verkaufen. Eine Alternative: Sie mieten sich bei Max Schulz ein.

O rigami-Ohrringe oder selbst genähtes Baby- Kleidchen? Die Auswahl fällt der jungen Frau schwer und so nimmt Michelle Dotzauer beides. Ihre Dienstreise nach Heidelberg nutzte sie für einen Bummel in der Altstadt, auf der Suche nach regionalen Geschäf- ten mit einem speziellen, be- sonderen Sortiment. „Doch ge- rade auf der Hauptstraße wurde ich doch sehr enttäuscht“, so die Kunstpädagogin, die aus einem kleinen Ort in der Nähe von Fürth stammt. „Eines der ganz wenigen Highlights war jedoch das `s Fachl. Das Kon- zept, hunderte Obstkisten als Präsentations- und Verkaufsflä- chen für ganz unterschiedliche kreative Produkte von zahl- reichen kleinen Herstellern zu nutzen, finde ich wirklich cool.“ Die junge Frau nahm nicht nur Schmuck und Textilien mit, sondern kaufte zusätzlich alko- holfreien Wein und Honig von Heidelberger Herstellern. Nun hofft Dotzauer sehr, dass es bald auch in Nürnberg ein `s Fachl geben wird. „Und wer weiß, vielleicht wäre dies für mich die perfekte Möglichkeit, Käufer für meine selbstgegossenen Kerzen zu finden.“ Dotzauer könnte Glück haben, zumindest war auf der `s Fachl- Webseite für Nürnberg Mitte September die Eröffnung eines neuen Ladens angekündigt. Ein Termin, den Max Schulz bereits Anfang Juli feierte, als er in der Heidelberger Haupt- straße sein Geschäft auf einer Fläche von 80 Quadratmetern eröffnete und aus seiner Sicht

Franchisenehmer gibt es der- zeit, davon 24 in Deutschland. Und warum hat sich Max Schulz für diesen Standort entschieden, um seinen Traum von der Selbstständigkeit als Einzelhändler zu verwirkli- chen? „Das war nicht unbedingt mein Plan A“, sagt der Jung-Un- ternehmer. „Die Heidelberger Wirtschaftsförderung hat mich mit einem Vermieter zusam- mengebracht, der von meinem Konzept überzeugt war und mir vor diesem Hintergrund preislich entgegengekommen ist. In der Hauptstraße profitie- re ich natürlich auch von den zahlreichen Touristen.“ Am meisten freue ihn indes das Lob der Heidelberger Kunden, die die Geschäftsidee sehr schätzen, und die Abwechslung, die `s Fachl in die Innenstadt bringe. uc

einen perfekten Start hinlegte. Denn schon nach einem Monat waren 250 der insgesamt 300 Fächer an über 200 unter- schiedliche Mieter vergeben, wobei Max Schulz sehr darauf achtet, ein abwechslungs- reiches Sortiment zu präsen- tieren. „Ausbauen würde ich allerdings sehr gerne noch das regionale Angebot über den derzeitigen Anteil von 45 Pro- zent hinaus,“ wünscht er sich eine stärkere Beteiligung von Kreativ-Unternehmen aus dem Raum Heidelberg-Mannheim. Er hat dabei vor allem kulinari- sche Produkte im Blick. Wer erst einmal einen Testlauf starten will, kann sich bei `s Fachl für fünf Wochen einmieten und zahlt dafür insgesamt 80 Euro. Optional sind auch kürzere Zeiträume von drei, sechs oder zwölf Monaten möglich. Hinzu kommen zehn Prozent Umsatz- provision. „Neben Menschen, die Kreativität einfach als Hob- by ausleben, sind wir auch das perfekte Startbrett für junge Unternehmen, die wachsen und expandieren möchten“, betont Schulz. Den Umgang mit seinen Kunden musste der Sonder- pädagoge Schulz nicht lernen, den Umgang mit dem Waren- wirtschaftssystem, das der Franchisegeber aus Österreich seinen „Fachlmeistern“ zur Verfügung stellt, durchaus. Die `s Fachl-Informationstools unterrichten die Mieter in Echtzeit über die Verfügbarkeit ihrer Produkte, die Verkäufe und ihr Guthaben. 37 `s Fachl-

IHK-Netzwerk für Innenstadt- betriebe: ihk.de/rhein-

neckar/netzwerk- innenstadt

Herr der Fächer: Max Schulz in seinem Geschäft `s Fachl in Heidelberg

sfachl.de/heidelberg

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IHK Magazin Rhein-Neckar 07 | 2026

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