KAMERUN
Frieden leben lernen Was bedeutet Frieden, wenn Konflikte den Alltag prägen? Ein Blick nach Kamerun zeigt: Frieden entsteht nicht in Programmen, sondern in Menschen. Er wächst durch Entscheidungen, durch Ausbildung und durch Herzen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. In Kamerun setzt sich unsere Partnerkirche damit auseinander, wie Frieden auch unter schwierigen Umständen gelebt werden kann.
Kamerun ist seit Jahren geprägt von poli tischen Spannungen, wirtschaftlichen Her ausforderungen und wachsender Unsicher heit. An der Generalversammlung der UEEC (Union der Evangelischen Kirchen Kame runs) im vergangenen Februar in Kousseri stand deshalb ein Gedanke im Zentrum, der zugleich einfach und herausfordernd ist: «Selig sind die Friedensstifter.»
wie sie Verantwortung füreinander über nehmen.
Das vergangene Jahr hat erneut deutlich ge macht, wie fragil die Situation im Land ist. Nach den Wahlen kam es zu Unruhen, die Todesopfer forderten, Gebäude zerstörten und Spannungen verstärkten. Auch Kirch gemeinden waren direkt betroffen: Men schen verloren ihr Leben, andere wurden entführt oder traumatisiert. In einer solchen Situation wäre es verständlich gewesen, wenn sich Gemeinden zurückgezogen hät ten. Doch genau das Gegenteil ist geschehen. Viele Gemeinden haben sich bewusst dafür entschieden, präsent zu bleiben. Sie beglei ten Familien, die unter den Folgen von Ge walt leiden, hören zu, wo Worte fehlen, und helfen dort, wo staatliche Strukturen an ihre Grenzen kommen. So werden sie für viele Menschen zu einem Ort, an dem Hoffnung wieder greifbar wird. Frieden beginnt im Innern Während der Generalversammlung wurde immer wieder betont, dass Frieden zuerst im Herzen eines Menschen entsteht. Wer Frie den weitergeben möchte, muss ihn selbst erfahren und lernen, ihn zu bewahren. Das bedeutet nicht, dass Konflikte verschwinden. Es bedeutet, dass wir anders mit ihnen um gehen. Dass wir Spannungen nicht verdrän gen, sondern ihnen mit Ehrlichkeit, Respekt und der Bereitschaft zum Dialog begegnen. In diesem Zusammenhang wurde auch
Gemeinden in Kamerun werden zu Orten der Hoffnung, indem sie Menschen konkret begleiten und Versöhnung im Alltag leben.
Doch was bedeutet es, ein Friedensstifter zu sein, wenn Menschen mit Verlust, Angst und instabilen Lebensumständen konfrontiert sind? Für die UEEC ist Frieden kein theoretisches Konzept und auch kein fernes Ziel. Er ist eine Haltung, die im Alltag gelebt wird. Er zeigt sich darin, wie Menschen miteinander umgehen, wie sie Konflikten begegnen und
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