Der echte Norden steht für rote Klinker – doch auch der Holzbau wird in Schleswig-Holstein immer beliebter. Inspiriert von unseren skandinavischen Nachbarn verbindet Holz Tradition, Nachhaltigkeit und Behaglichkeit. Für dieses Magazin haben wir Menschen besucht, die sich ihren Traum vom Holzhaus erfüllt haben. Sie erzählen von ihren Ideen, Erfahrungen und ihrem Weg zum eigenen Zuhause. Viel Freude beim Lesen!
Mein
Eigentum. Schutz. Gemeinschaft. Schleswig-Holstein
Bauen mit Holz
INNOVATION UND MUT Der Holzbaupionier in Meldorf
LEBENSTRAUM Dänisches Wohlgefühl in Ellerdorf
BEGEISTERNDE TECHNIK Das Schwimmbard im Wohnzimmer
EDITORIAL
HANS-HENNING KUJATH VERBANDSDIREKTOR
ALEXANDER BLAŽEK VORSITZENDER
Liebe Leserinnen, liebe Leser, der echte Norden steht für rote Klinkerfassade aus gemauerten Ziegelsteinen. Der ganze Nor- den? Nein, bei unseren nördlicheren Nachbarn in Skandinavien ist auch Holz als Baustoff weit verbreitet. Da insbesondere Dänemark und Schweden bei der Bevölkerung des nördlichsten deutschen Bundeslandes als Urlaubsziel sehr beliebt sind, kommt in Schleswig-Holstein der Bau mit Holz zunehmend in Mode. Das Bauen mit Holz ist weit mehr als ein Trend, sondern hat eine lange Tradition, weil sich die- ser Werkstoff gut verarbeiten lässt. Holz ist als nachwachsender Rohstoff auch nachhaltig. Holz
strahlt Behaglichkeit aus; das nennt man beim nördlichen Nachbarn hyggelig. Und wer hat es zu Hause nicht gern gemütlich? Wir haben für dieses Magazin Menschen aufge- sucht, die ihr Traumhaus aus Holz gebaut haben und uns im Rahmen ihrer Geschichten geschil- dert haben, wie sie auf diese Idee gekommen sind. Wir haben gern zugehört und hoffen, dass Ihnen die Lektüre Spaß macht.
Herzlichst Ihr
2 Hier steht was
Editorial 3
Inhalt
RATGEBER
FAKT
33 Versicherungstipp Ökologisch bauen
07 Die Zahl der Ausgabe
44 Rechtstipp
und was sich dahinter verbirgt
Holzfassaden
ZEHN FRAGEN
46 Warum Holzbau sich lohnt
Natürlich und nachhaltig – ein Baustoff erobert die Branche
LANDPARTIE
Titelthema
42 Auf in die Probstei
BAUEN MIT HOLZ
Eine Region voller Vielfaltl
48 Genusstipp
08 Holz hat eine andere Intelligenz als Beton
Ab ins Körbchen
Der Holzpionier aus Meldorf
14 Die Erfüllung eines
WAS NIE FEHLT
Lebenstraums in Holz Dänisches Wohlgefühl in Ellerdorf
03 Editorial
20 Das Schwimmbad im Wohnzimmer
50 Impressum
Individuelle Ideen in Brokstedt
26 Holz ist hier Familiensache Besondere Architektur am Stadtrand von Neumünster
4 Inhalt
Inhalt 5
24 Die Zahl der Ausgabe
Titelthema
Im Jahr 2024 waren 24 Prozent aller in Deutschland genehmigten Gebäude Holzbauten. Damit hat sich der Anteil innerhalb von zehn Jahren verdoppelt, was eine ausgesprochen positive Entwicklung zeigt. Beim Bau von Mehrfamilienhäusern verdreifachte sich die Quote bundesweit auf heute fast acht Prozent. Der Anteil der in Holz ge- bauten Ein- und Zweifamilienhäuser erhöhte sich bundesweit seit 2015 von 18 auf 28 Prozent. Eine ähnlich positive Entwicklung gibt es bei Büro- und Verwaltungsgebäuden. Allerdings offenbart ein Blick auf die Landkarte deutliche regiona- len Unterschiede: Baden-Württemberg hat bei Einfamilienhäusern einen Holzbauanteil von 46 Prozent, Bremen von nur 8 Prozent. Auch bei den Mehrfamilienhäusern ist Baden-Württemberg mit einer Holzbauquote von 14 Prozent Spitzenreiter vor Bayern mit 11 Prozent.
Quelle: forum-holzbau.com
Bauen mit Holz
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08
Roger Priegnitz plant gern und lässt aus Holz Häuser entstehen, doch seine wahre Liebe gehört den Menschen, für die er baut.
14
Als die Sehnsucht zu groß wurde, haben sich Ilse und Gerd Bock ihr Stückchen Dänemark nach Norddeutschland geholt.
20
Ihr besonderer Ausbau im Wohnzimmer hält Veronika und Dieter Kähler seit Jahren fit.
wirwunder.de/sh
26
Eine Kirche ist es nicht, in der Thies und Frauke Thiessen am Stadt- rand von Neumünster wohnen, aber doch ein ganz besonderer Bau.
6 Titelthema
ALS BETON DER HOLZBAUPIONIER AUS MELDORF hat eine andere Intelligenz HOLZ
Roger Priegnitz hat in seinem Leben viele Holzhäuser gebaut. Große und kleine, für Menschen mit viel und für Menschen mit weniger Geld. Er hat mit Architekten und Investoren gearbeitet, mit Bauherren und -frauen, gern neue Wege beschritten und Projekte bisweilen allein des- wegen initiiert, um zu beweisen, dass sie umsetzbar sind. Sozialer Wohnungsbau in Holz beispielsweise. Und dabei ist er sich selbst und seinen Vorstellungen immer treu geblieben.
A uch heute noch, obwohl eigentlich im Ru- hestand, kann er nicht wirklich stillsitzen Die Ideen wirbeln nach wie vor in seinem Kopf und es kribbelt ihm in den Fingern, sie anzu- packen. Eine neue ökologische Feriensiedlung am Neuen Meldorfer Hafen, ein Veranstaltungszen- trum in einer ehemaligen Papierfabrik am Alten Meldofer Hafen, Tiny Houses, Hausboote … Vor Jahren schon hat er den Umweltpreis des Landes Schleswig-Holstein erhalten. Er hat bewiesen, dass ökologisches Bauen und sozialer Wohnungsbau kein Widerspruch sein müssen. Und auch wenn er gern baut und plant und aus Holz Häuser entstehen lässt, so gehört seine wahre
Liebe doch den Menschen. Denn auf die Frage, welches der an die 150 Projekte im Rückblick sein liebstes gewesen sei, lächelt er nur: „Nicht auf die Häuser kommt es an. Sondern auf die Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe. So viele wunderbare Bauherren und Baufrauen. Und am liebsten waren mir dabei immer die jungen Famili- en mit Kindern.“ Roger Priegnitz hat selbst drei Kinder. Erwach- sen inzwischen schon und ausgeflogen aus dem beschaulichen Meldorf, das ihre und seine Heimat- und Geburtsstadt ist. Ein waschechter Dithmar- scher also, dessen unorthodoxer Lebensweg ihm aber eine große Portion Weltoffenheit beschert hat. »
Titelthema 9
STILLSITZEN KANN ROGER PRIEGNITZ NICHT. ZU VIELE IDEEN, ZU VIELE PROJEKTE SCHWIRREN STETS IN SEINEM KOPF.
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„Zusammen mit einem Architekten habe ich die ersten konsequent ökologischen Holzrahmenbauten entwickelt.“
leute und auch Maler eingestellt und Naturbau Meldorf wurde vom ehemals kleinen Laden zum großen Holzbaube- trieb. „Zu Hochzeiten waren wir damals rund 30 Leute im Betrieb.“ Ein und dasselbe Haus zweimal hat er nur in der Zusam- menarbeit mit Investoren gebaut. Die meisten Projekte waren einzigartige, individuelle Lösungen. Darunter ein durchaus kostspieliger Bau in Hamburg mit einem eigenen professionellen Tonstudio und einem Fahrstuhlschacht aus Holz. Aber eben auch viele vielfältig gestaltete Häuser für Familien. Und Mehrfamilienhäuser für den sozialen Wohnungsbau. Zwei davon kann man sich heute noch in Meldorf ansehen, gleich neben der Ökosiedlung „Roter Sand“, eine Wohnanlage mit nach ökologischen Standards gebauten Holzhäusern, die vor drei Jahren ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Für diese Siedlung als auch sein Engage- ment für den sozialen Wohungsbau hat die Roger Priegnitz im Jahr 2000 den bereits genannten Umweltpreis des Lan- des erhalten. Und noch heute, nachdem er Naturbau Mel- dorf vor drei Jahren verkauft hat, melden sich ehemaligen Kunden bei ihm, bitten um seine Expertise und Beratung. „Das ist natürlich eine ganz besondere Wertschätzung und nachträgliche Anerkennung meiner Arbeit.“ Dabei dürfte auch seine klare Festlegung auf die Ökologie beim Bau eine Rolle spielen. In dieser Hinsicht ist er nicht kompromissbereit. „Im Gespräch mit einem neuen »
Nicht ganz ungewöhnlich für seine Herkunft war er schon als Kind dem Wasser und dem Segeln verfallen, nach der Schule beschloss er deshalb zur See zu fahren, die Welt kennenzulernen und bei der Handelsmarine ein Studium zu absolvieren, um Kapitän zu werden. Aber die Liebe machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Er kehrte zurück nach Dithmarschen und begann nach einem weiteren kleinen Umweg mit Mitte zwanzig eine Ausbildung zum Bootsbauer. Die Profession brachte ihn in viele europäische Häfen und öffnete sein Herz für den Baustoff Holz. KLARE FESTLEGUNG AUF DIE ÖKOLOGIE BEIM BAU Aus dieser Bootsbauerzeit ist schließlich zusammen mit der Familiengründung zunächst eine Ökotischlerei in Sarzbüttel und dann ein Handelsgeschäft in der Meldorfer Innenstadt entstanden. „Ich wollte ökologische Produkte hier in der Region vertreiben, alles was mit Bauen, Wohnen und gesundem Leben zu tun hatte“, erzählt er. Durch seine Bootsbauererfahrung und den Bau von klassischen Jachten brachte er das Wissen um den Holzhausbau ein. „Zusammen mit einem Architekten habe ich die ersten konsequent ökologischen Holzrahmenbauten entwickelt.“ So sind schon Anfang der 90er-Jahre die ersten Häuser in Sarzbüttel bei Meldorf entstanden, zunächst in Zusammen- arbeit mit örtlichen Zimmereien. Doch sein Qualitätsan- spruch und der seiner Kunden war höher. Und so hat Roger Priegnitz noch vor der Jahrtausendwende eigene Zimmer-
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10 Titelthema
ROGER PRIEGNITZ WOLLTE BEWEISEN, DASS ES MACHBAR IST. SO SIND IN MELDORF ZWEI MEHRFAMILIENHÄUSER AUS HOLZ FÜR DEN SOZIALEN WOH- NUNGSBAU ENTSTANDEN.
Familie Trede-Ratjen | Haus & Grund-Mitglieder seit 2021
Bauherren oder einer Baufrau habe ich schon innerhalb der ersten Minuten immer versucht zu klären, ob sie auf Kunststofffenstern bestehen. Dann sind wir nämlich nicht zusammen gekommen.“ EIN ÖKOLOGISCH-SOZIALES ALTERSHEIM ALS START-UP UND LETZTES PROJEKT Roger Priegnitz hat bereits 2000 die ersten Passivhäuser in Schleswig-Holstein gebaut, er ist Gründungsmitglied der Garantiegemeinschaft Holzbau (GHB) und war über Jahr- zehnte Mitglied des Arbeitskreises ökologischer Holzbau (AKÖH) und der sogenannten 81fünf, einem bundesweiten Netzwerk für den Holzbau aus Zimmereien, Holzbaubetrie- ben und Planungsbüros. Und wie schon gesagt, so ganz still kann Roger Priegnitz auch mit über siebzig die Füße nicht halten. Es gibt immer noch den Prignitz Holzbau mit seiner aktu- ellen Spezialisierung auf modulares Wohnen in Form von Tiny Houses und Hausbooten. Im neuen Hafen von Meldorf hat er die Solarwerft aufgebaut, wo Schiffseigner ihre Boote überholen können und wo er noch immer regelmäßig mit
Hand anlegt. Und bei dem Projekt am Neuen Meldorfer Ha- fen zu Ferienhäusern und Hausbooten im Speicherkoog ist er ebenfalls aktiv dabei, ebenso wie bei dem Aufbau und der Vereinsgründung für das geplante kulturelle Zentrum in der ehemaligen Papierfabrik. Und natürlich – er wäre nicht Roger Priegnitz, wenn er es nicht tun würde – blickt er in die Zukunft: „Mit achtzig werde ich mein erstes Start-up gründen und mein letztes Projekt in Angriff nehmen: ein ökologisch-soziales Alters- heim.“ Und wer sich fragt, ob dieser rührige und kreative Mensch auch Freizeit hat und sie genießen kann: in der Tat. Zeit für das Segeln findet er immer. Am liebsten auf seinem klassi- schen Holzboot von 1940 und mit seiner Frau.
MITGLIEDER WERBEN MITGLIEDER
Wichtig: Der Werbende muss selbst Mitglied bei Haus & Grund sein. Hauptamtliche Mitarbeiter der Haus & Grund-Geschäftsstellen sind von der Teilnahme ausgeschlos- sen. Der Prämienanspruch entfällt, wenn die geworbene Person innerhalb der letzten 12 Monate aus einem Haus & Grund-Verein ausgetreten ist.
Bitte senden Sie den ausgefüllten Prämiencoupon an mwm@hausundgrund.sh oder per Post an Haus & Grund Schleswig-Holstein | Stresemannplatz 4, 24103 Kiel. Der Landesverband prüft die Mitgliedschaften und veranlasst die Zusendung der Prämien. Die Lieferzeit beträgt 3-6 Wochen. Sollte eine Prämie vergriffen sein, erhalten Sie ei- nen gleichwertigen Ersatz.
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„Ich bin seit rund 30 Jahren Mitglied bei Haus & Grund und habe gerade das erste Mal eine Beratungsleistung zu einem Mietvertrag in Anspruch genommen. All die Jahre habe ich die Informationen aus der Mitgliederzeitung und aus einigen Informationsveranstal- tungen im Ortsverband Meldorf genutzt. Positiv aufgefallen ist mir, dass sich die Zeitung vor allem in der Beilage ansprechend verändert hat und sich aktuellen und für mich erfreulich auch zunehmend ökologischen Themen widmet. Diesen Ansatz habe ich früher nur im Gartenbereich gefunden.“
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12 Titelthema
ILSE UND GERD BOCK HABEN SICH SCHON IMMER EIN HOLZHAUS GEWÜNSCHT. NUN ENDLICH BESITZEN SIE EINS.
Die Erfüllung eines Lebenstraums in Holz
Mit ihrem Holzhaus in Ellerdorf haben sich Gerd und Ilse Bock einen Traum erfüllt. Und zwar einen, der sie schon seit Jahr- zehnten begleitet. „Als wir das erste Mal mit den Kindern in Dänemark waren und in einem Holzhaus gewohnt haben, wa- ren wir sofort schockverliebt“, erinnert sich Ilse Bock.
I mmer wieder, wenn die Familie nach Dänemark reiste, achteten sie darauf, ein Holzhaus als Ferienhaus zu bekommen. An ihrem Ferienort in der Nähe des Kattegats haben sie über die Jahre auch dänische Freunde gefunden. Ihre beiden Kinder sind inzwischen erwachsen und längst aus dem Elternhaus ausgezogen. Und vor drei Jahren war es dann für die Bocks soweit. Sie konnten nicht
nur ihren Traum vom eigenen Holzhaus verwirklichen, sondern sich damit auch ein Stückchen Dänemark nach Norddeutschland holen. Das fällt im Übrigen auch im Haus ins Auge. Überall gibt es Fotos von den Dünen und dem Meer. Besonders schön gelungen ist das in der Küche, wo der Fliesenspiegel entsprechend durch ein Panoramafoto ersetzt wurde. »
DÄNISCHES WOHLGEFÜHL IN ELLERDORF
14 Titelthema
Titelthema 15
ILSE BOCK LIEBT IHR HOLZ- HAUS UND IHRE KÜCHE, WO SIE IMMER EINEN AUSBLICK AUF DIE DÄNISCHE KÜSTE HAT.
„Wir mussten hier keine Kompromisse machen, es ist alles genauso geworden, wir es uns vorgestellt haben“
Gerd Bock blickt sich zufrieden um in seinem Wohnzimmer um. Durch die bodentiefen Fensterelemente fällt viel Licht in den Raum, der Blick auf den weitläufigen Garten ist unverstellt. „Wir mussten hier keine Kompromisse machen, es ist alles genauso geworden, wir es uns vorgestellt haben“, sagt er. „Und in unserem Alter redet einem auch keiner mehr rein.“ Beheizt werden die 115 Quadratme- ter Wohnfläche des Hauses über eine Wärmepumpe und eine Fußboden- heizung. „Das war eine richtig gute Entscheidung“, sagt Gerd Bock dazu. „Und mit den Stromkosten liegen wir weit unter der prognostizierten Schätzung. Wir verbrauchen nur etwas mehr als die Hälfte.“ Da alle Eigen- heimbesitzer im Neubaugebiet sich für eine Wärmepumpe entschieden haben, musste seitens der Gemeinde auch gar nicht erst eine Gasleitung verlegt werden. Photovoltaik haben die Bocks noch nicht auf dem Dach. Aber sie denken darüber nach. „Spätestens wenn es
anschließenden Hauswirtschaftsraum bestanden. „Ich koche gern und viel, und dafür brauche ich Platz.“ So wurde der ursprüngliche Entwurf des Hauses angepasst und auf diese Weise gab es auch noch ein zusätzliches Gästezimmer, das gern von den En- keln genutzt wird, wenn sie zu Besuch kommen. Und nicht nur die schätzen es, wenn ihre Großmutter kocht. Mit dem Bau des Hauses ist Ilse Bock an den Ort ihrer Kindheit zurückge- kehrt, denn genau dort, hat ursprüng- lich der Bauernhof ihrer Eltern seinen Platz gehabt. Der Hof war inzwischen mehr als 120 Jahre alt, die Bausubs- tanz nicht mehr gut. Gleichzeitig hatte die Gemeinde Ellerdorf Neubaugrund- stücke gesucht. So wurde der Hof abgerissen, die Ländereien aufgeteilt und zur Bebauung freigegeben.
ein neues Auto gibt.“ Das soll dann nämlich ein E-Auto werden und nach Möglichkeit über selbst gewonnenen Solarstrom geladen werden. „Es ist hier schon alles vorbereitet, auch wenn wir es noch nicht nutzen.“ Ilse und Gerd Bock sind bereits ver- rentet, daher war es ihnen wichtig, das neue Haus altersgerecht zu gestalten. Alle Räume sind großzügig angelegt und liegen zu ebener Erde, in den Bä- dern ist genügend Platz, die Duschen sind ohne Schwellen begehbar, die Tü- ren der Wohnräume einen Meter breit. „So lässt sich im Zweifelsfalle überall auch ein Rollstuhl durchschieben“, merkt Ilse Bock an. Aber davon sind sowohl sie als auch ihr Mann weit ent- fernt, und ihr Haus wollen sie gemein- sam noch lange Zeit genießen.
Die Bocks haben sich ein rund 1000 Quadratmeter großes Stück gesichert »
Ilse Bock hat vor allem auf einem großzügigen, direkt an die Küche
16 Titelthema
Hier steht was 17
„Es ist so viel wärmer in einem Holz- haus“, fügt Ilse Bock hinzu und spricht nicht von der Raumtemperatur, die natürlich auch perfekt ist – nein, sie meint das Wohngefühl. „Die Dänen würden sagen es ist einfach hyggelig.“
angekommen in ihrem neuen Domizil. Und hinsichtlich dessen drängt sich eine Frage auf. Gerd und Ilse Bock haben den größten Teil ihres Lebens in einem Steinhaus gewohnt. Nur ihre Urlaube haben sie in Holzhäusern verbracht. Wie ist es denn nun, den Alltag in einem entsprechenden Haus zu verbringen? Ilse Bocks Augen leuchten und auch Gerd Bock strahlt. „Das ist ganz wun- derbar“, erwidern beide unisono. „Ein Lebenstraum ist für uns in Erfüllung gegangen.“
war einzugsbereit. „Es war schon ein bisschen, wie nach Hause kommen“, gesteht Ilse Bock, denn nun lebt sie mit ihrem Mann wieder am Dorfrand, wo sie schon als Kind gespielt hat. Rundherum sind weitere Einfamilien- häuser entstanden. „Junge Familien wohnen hier mit Kindern, das ist ganz wunderbar“, freut sich Gerd Bock. Im Garten ist das Ehepaar auch nach drei Jahren noch nicht ganz fertig mit der Anlage. Und auch beim Schuppen überlegen sie, ob es sinnvoll wäre, ihn etwas zu vergrößern. Aber im Großen und Ganzen sind sie schon so richtig
etwas vielleicht mal nicht läuft, und das kann ich nicht, wenn der beispiels- weise in Hessen sitzt“, sagt Gerd Bock dazu. Der Baubeginn fiel unglücklicherweise in die Zeit, als der Ukrainekrieg be- gann, weshalb sich wie bei vielen an- deren Bauvorhaben die Fertigstellung verzögerte. „Nachdem das Fundament gegossen war, war das Haus innerhalb von zwei bis drei Tagen aufgestellt“, erzählt Ilse Bock. „Es war wirklich großartig mitanzusehen, wie die Fer- tigteile auf dem großen LKW geliefert und dann das Haus zusammengebaut wurde. Aber der Innenausbau hat sich hingezogen.“ Nach einem knappen Jahr war es jedoch soweit und das Haus, das in Ständerbauweise gefertigt wurde,
und dann ging es los mit der Planung. „Ganz wichtig war uns dabei, das Haus mit einem lokalen Unternehmen zu bauen“, betont Gerd Bock. Die Wahl fiel auf einen Zimmereibetrieb aus Nordfriesland, und im Katalog des Be- triebs hat Ilse Bock dann auch sofort „ihr“ Haus gefunden. Gerd Bock schmunzelt in der Erin- nerung. „Meine Frau hat den Katalog aufgeschlagen und die Terrasse des Hauses gesehen und das war es“, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. „Die Terrasse ist mein Wohnzimmer“, pflichtet Ilse Bock ihrem Mann bei. Die Zimmerei hat als Generalunter- nehmer alles aus einer Hand geliefert. „Ich wollte die Möglichkeit haben, zu dem Betrieb hinzufahren und mit dem Chef persönlich zu sprechen, wenn
„
Gerd und Ilse Bock
„Als Mitglieder von Haus & Grund freuen wir uns ganz besonders jeden Monat wieder über die Norddeutsche Hausbesitzer Zeitung. Dort finden wir immer wieder interessante Artikel zu vielen Themen rund um das Wohneigenturm.“
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„ Hier schwimmen wir jeden Morgen und das hält uns fit. “
Das Schwimmbad im Wohnzimmer
INDIVIDUELLE IDEEN IN BROKSTEDT
Das Blockbohlenhaus von Dieter und Veronika Kähler unterscheidet sich von außen kaum von den es umgebenden Einfamilienhäusern in dem Wohngebiet am Rand von Brokstedt: ein spitzer Giebel, der
zwischen Bäumen hervorragt, ver- längerte Dachüberstände, die teil- weise zum Schutz von Brennholz dienen. Erst auf den zweiten Blick fällt die Fassade ins Auge, die wie die Fenster aus Holz besteht. »
20 Titelthema
damals schon einen U-Wert von 0,24, so dass es als Nied- rigenergiehaus galt“, erinnert sich Dieter Kähler. Das Dach ist mit einer sogenannten Aufdach-Isolierung gedämmt. „Man sieht in allen Räumen mit Dachschrägung die Nut- Feder-Sichtschalung. Darauf liegt von außen eine Lage Dachpappe sowie eine 18 Zentimeter dicke Styroporschicht, erst dann kommt die Konterlattung und Dachlattung für die Dachpfannen.“ 2012 haben sich die Kählers entschlossen, eine Solarther- mieanlage mit Flachkollektoren von 20 Quadratmetern auf dem Dach zu installieren. „Das war damals noch nicht so die gute, perfekte Ware“, sagt Dieter Kähler dazu. „Vor etwas sechs Jahren haben wir sie durch Röhrenkollektoren ersetzt, die deutlich effektiver sind. Wenn beispielsweise im Winter morgens die Sonne hochkommt, dann habe ich um neun Uhr schon 60 Grad im 1000-Liter-Speicher. Wir beziehen daraus die Wärme für unser Warmwasser, die Heizung und das Schwimmbad.“ 2016 folgte eine Photovol- taikanlage, sodass seitdem auch der Strom von der Sonne geliefert wird. Ein Teil wird außerdem in das Netz einge- speist. »
Darunter kommt ein sechs mal vier Meter großes, achtecki- ges Schwimmbecken zum Vorschein, ausgestattet mit einer Gegenstromanlage von vier PS. „Hier schwimmen wir jeden Morgen und das hält uns fit.“ Die Säulen der Hebebühne ragen im Erdgeschoss circa 80 Zentimeter aus dem Fußboden und sind mit Edelstahlkäs- ten verkleidet, das Geländer zum Einstieg schmiegt sich seitlich an das Podest und ist kaum zu sehen. Der Fußboden im Erdgeschoss ist aus Granitstein, alle Wände aus Voll- holzblockbohlen. Der große Raum ist offen bis unter das Dach, rundherum zieht sich im ersten Stock eine Galerie, von der die Zimmer des Obergeschosses abgehen. Darunter befindet sich an der einen Seite die offene Küche, auf der anderen dominiert ein selbstgemauerter Kamin den Raum. Insgesamt hat das 1997 fertiggestellte, teilunterkellerte Haus rund 350 Quadratmeter Wohnfläche, dazu kommt noch eine Einliegerwohnung mit 51 Quadratmetern. Ausgeführt ist es als doppelwandiges Blockbohlenhaus aus nordischer Kiefer, der Hohlraum von zehn Zentimetern ist mit einer Korkschüttung aus Portugal isoliert. „Ich hatte
Spannend wird es im Haus. Hier hat sich das Ehepaar Kähler ein Schwimmbad eingebaut. Und zwar auf eine ganz besondere Weise. Es liegt nicht abgeschottet in einem Keller und auch nicht in einem Anbau, sondern befindet sich direkt im Wohnzimmer. Gut versteckt unter einem etwa 30 Zentimeter hohen Podest. „Das ist der Deckel“, erklärt Dieter Kähler, während er das Podest über die eigens dafür installierte hydraulische Einrichtung hoch- fährt – eine TÜV-geprüfte Hebebühne, aus- gelegt für zweieinhalb Tonnen. So bewegen
sich Couch, Sessel, Tisch und ein Side- board nach oben auf bis zu 1,80 Meter.
DIETER KÄHLER HAT SEINE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN HOLZHAUS AUCH NACH INZWISCHEN MEHREREN JAHR- ZEHNTEN NICHT BEREUT. DER ÖKOLOGISCHE GEDANKE IST DABEI NUR EIN ASPEKT FÜR IHN.
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Hier steht was 23
Landhaustüren habe ich mit Bienenwachs behandelt.“
36 Meter.“ Dort schließt sich an das Grund- stück eine Pferdekoppel an, maximale Ruhe also und Weitblick. Ihre Liebe zu Holzhäusern entdeckten die Kählers wie viele andere in Skandinavien. Und bereut haben sie ihre Entscheidung nach inzwischen rund 30 Jahren nie. Denn auch im Innenbereich schätzen beide das Unkomplizierte, das Holz mit sich bringt. „Ich muss nicht tapezieren oder streichen. Ich hänge einfach nur meine Bilder auf und fertig“, so Dieter Kähler. „Alle Holzdecken haben ein naturbelassenes Leinölbad vom Hersteller bekommen. Die Blockbohlen- wände sind ebenfalls naturbelassen. Die
Entstanden ist das ganze Haus übri- gens nach einem eigenen Entwurf, einer ersten Zeichnung, die Dieter Kähler in den 90er-Jahren mit einer speziellen Holzbausoftware der Hersteller-Zimmerei aus Pinneberg maschinenreif ausgearbeitet hat. Also tatsächlich alles ganz indivi- duell bis hin zum Schwimmbad unter dem Podest. Und ganz ohne Architekt.
„
UNTER DIESEM "DECKEL" SCHLUMMERT DAS SCHWIMMBAD, WENN ES NICHT GEBRAUCHT WIRD.
gebaut. Regelmäßig waren sie in ihrer freien Zeit dort, aber irgendwann war das Veronika Kähler nicht mehr genug: „Ich wollte ganz raus aufs Land und nicht mehr ständig packen und überlegen, was ich für das Wochenende mit- nehmen muss.“ Über Bekannte sind sie nach Brokstedt gekommen und haben dort ein passendes Baugrundstück gefunden. „Für uns war damals vor allem eine Zuganbindung wichtig, denn unsere Tochter stand vor ihrem letzten Jahr auf der Wal- dorfschule in Elmshorn.“ Das Baugrundstück selbst kam vor allem Dieter Kählers Neigung zu Außergewöhnlichem entgegen. „Es war nicht quadratisch oder rechteckig, sondern ein Trapez“, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. „Tatsächlich haben wir zur Straße zwölf Meter in der Breite und nach hinten raus
Dieter Kähler
„Wir haben uns nicht zuletzt aus Gründen der Sicherheit für Haus & Grund entschieden und sind bislang nicht enttäuscht worden. Wir haben immer gute Beratung und Hilfe erhalten, zuletzt bei einem Streitfall im Rahmen einer Mietsache.“
Sowohl Veronika als auch Dieter Kähler lieben ihr Holz- haus. Vor allem das Pflegeleichte daran. „Ich habe die Boh- len draußen nur einmal gestrichen und dann nie wieder“, bemerkt er. „Wir haben natürlich auch große Dachüberstän- de, die die Wände vor Wettereinflüssen schützen. Das ist konstruktiver Holzschutz, das habe ich von meinem ersten Holzhaus gelernt.“ Dazu hat er die Wetterseite extra verklei- det und isoliert. Das erste Holzhaus war ein Rundbohlenhaus und stand in Wewelsfleth als Ferienhaus für die damals noch in Pinne- berg ansässigen Kählers. Auch das haben die beiden selbst
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Titelthema 27
Schleswig-Holstein mit Bauzeichnung und Lageplan zu finden ist.
Nach seiner Zimmererlehre hat er Architektur in Lübeck studiert und in Architekturbüros in Kiel und Bad Oldesloe gearbeitet. Seit 1982 ist er in Hamburg tätig, wo er unter anderem die Rinderschlacht- und Rindemarkt- halle in St. Pauli, den Kunst – und Mediencampus Hamburg für Wissen- schaft- und Technik in der Finkenau sowie einige Gewerbebauten als Archi- tekt und Projektleiter umgebaut hat. Der Liebe zum Holz ist Thies Thies- sen dabei treu geblieben, und so ist es nicht verwunderlich, dass er sich auch beim Bau des eigenen Hauses für diesen Baustoff entschieden hat. „Allerdings haben wir damals nicht komplett aus Holz gebaut“, gibt er zu. „Die beiden seitlichen Gebäudeteile wurden aus Kalksandstein gemauert und mit einer dicken Wärmedämmung und druckimprägnierten sibirischen Lärchenholzbrettern verkleidet, auf einen Anstrich der Wandverkleidung wurde verzichtet. Der mittlere Teil ist vollständig aus Holz hergestellt.“ Die seitlichen mit Kalkstein gemau- erten Gebäudeteile sollten für eine bessere Wärmespeicherung dienen.
Aber in dieser Hinsicht haben Thies Thiessen und seine Frau Frauke schnell lernen müssen, dass dies ein Trugschluss war: „Ein Steinhaus hält die Wärme nur ein paar Stunden län- ger als ein Holzhaus. Dafür benötigt es aber auch viel länger, um wieder ein angenehmes Klima herzustellen. Ein Holzhaus mit guter Wärmedäm- mung ist schneller aufzuheizen – zum Beispiel mit Infrarot-Platten.“ Stünde er noch einmal vor der Ent- scheidung, würde er aus diesem Grund ganz aus Holz bauen. „Trotzdem ist unser Haus eines der ersten Niedrig- energiehäuser in Schleswig-Holstein“, bemerkt er und zückt ein Mittei- lungsblatt der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE) aus dem Jahr 1992, wo das Haus der Familie mit 32 weiteren Häusern aus
Dennoch ist das Ehepaar Thiessen sehr zufrieden mit dem Wohnklima. „Holz schafft Wärme und Leben- digkeit. Auch von der Qualität des Trittschalls sind wir überzeugt, wenn es richtig gemacht wird.“ Das Gebäude selbst sticht mit sei- ner individuellen Bauweise heraus aus den umgebenden Häusern in dem Wohngebiet im Südosten Neumünsters. Die Pultdächer streben einander zu, in der Mitte dominiert ein weiteres großes, langes Pultdach. Akzeptanz gab es nicht gleich von allen Seiten. „Soll das eine Kirche werden, hieß es von Nachbarn und Passanten“, erinnert sich Thies Thiessen. »
„Irgendwann bin ich dann nachts aufgewacht und hatte die richtige Idee.“
Holz liegt bei Thies Thiessen in der Familie. Tatsächlich wurde der Architekt in Neumüns- ter in eine Zimmerei- und Tischlerei-Familie in der Peterstraße hineingeboren, hat nach Abschluss der Schule seine Zimmererlehre als einer der besten Absolventen abgeschlossen und wurde 1970 Landessieger im Leistungs- wettbewerb der Zimmerer-Handwerksjugend in Schleswig-Holstein.
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Hier steht was 29
„Ich hatte kurz zuvor ein ebenso verschachteltes Haus mit Pultdächern in Tungendorf geplant und gebaut und der Stift in meiner Hand wollte davon nicht abweichen“, erinnert sich Thies Thiessen. „Irgendwann bin ich dann nachts aufgewacht und hatte die rich- tige Idee.“ Um auch seine Frau von dieser Idee zu überzeugen, die nun nicht mehr so ganz ihrem Wunsch- haus entsprach, hat er zunächst ein Modell gebaut. Im Inneren des Hauses dominiert ebenfalls der Baustoff Holz. Die Deckenbalken sind sichtbar, was eine lichte Raumhöhe von 2,75 m schafft; von der geräumigen Diele im Erdge- schoss, dem zentralen Raum des Ge- bäudes, gehen nicht nur die anderen Zimmer ab, von hier aus windet sich auch die Holztreppe bis nach oben unter das Dach. Die insgesamt 180 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich auf drei Ebenen ohne Keller. So gibt es viel Platz, aber nicht das Gefühl von Leere. „Ursprünglich waren auch die Bodendielen zwischen den Balken noch sichtbar, aber das war uns dann irgendwann doch zu viel des Guten“, erzählt Frauke Thiessen. Die Zwischenräume sind daher jetzt mit Gipskartonplatten verkleidet und hell gestrichen.
in diesem Haus. Tatsächlich haben hier die Katzen ihr Reich – inzwi- schen die letzte noch verbliebene. „Wir werden hier geduldet“, be- merkt Thies Thiessen schmunzelnd, der für seine Vierbeiner im Winter- garten einen großen Kletterbaum aus Holz mit zahlreichen Kletter- und Liegeflächen gebaut hat. Der große Garten, der sich hinter dem Haus erstreckt, ist bis auf ein Blumenbeet mit Springbrunnen naturnah angelegt. Ein Teich mit einem kleinen Steg dominiert das Zentrum, optisch wird die Weite der Felder und Wiesen miteinbezogen, die sich dahinter ausdehnen. Vor allem beim Blick aus den Fenstern des Hauses, nimmt einen das offene Panorama schnell gefangen. »
Bis auf Beton-, Maurerarbeiten und Haustechnik hat er an seinem Haus vieles selbst ausgeführt. Und zwar mit Hilfe seiner Familie. Gearbeitet wurde oft nach Feierabend und am Wo- chenende. „Alles, was Thiessen heißt, war hier aktiv“, sagt Frauke Thiessen schmunzelnd dazu. „Thies‘ Brüder waren ja auch beide Architekten.“ Die Architektur sollte zunächst Frauke Thiessens Wunsch folgen. In einer Fachzeitschrift hatte sie ein im Stil ähnliches Haus gesehen, gelegen am Starnberger See. „Das war natürlich viel größer, es war von vornherein klar, es Abstriche geben würde.“ Den- noch war der Entwurf kein Selbstgän- ger.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Planung war für die Thiessens die Ausrichtung des Hauses nach dem Sonnenstand. „Im Tagesverlauf haben wir immer die Sonne im Haus, nur in Bad und WC nicht, aber da brauche ich das auch nicht“, freut sich Frauke Thiessen. Zusätzlich wurde ein großer Winter- garten angebaut. Nach Frauke Thies- sens Vorstellung hätte er ein Glasdach haben sollen, aber ihr Mann konnte sie von dem Gedanken abbringen. „Und darüber bin ich heute sehr froh! Es ist auch so selbst im Winter durch die flache Sonneneinstrahlung sehr schnell schön warm hier drinnen.“
Aber der Wintergarten ist nicht wirklich das Refugium der Menschen
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30 Titelthema
Versicherungstipp
Es stimmt. Im Haus der Thies- sens ist die Stadt gefühlt weiter weg. Sie lässt sich gänzlich ausblenden in dem Gebäude mit seiner eigenwilligen Architektur und dem Blick in die Natur.
„Das ist auch für mich wirklich das Schönste hier“, gesteht Frau- ke Thiessen. „Ich liebe diesen Blick über den Garten und die Felder. Jeden Morgen wieder seit mehr als dreißig Jahren. Und die Ruhe, die wir hier ha- ben, obwohl wir doch gleichzei- tig in der Stadt wohnen.“
Thies Thiessen „
„Als Haus & Grund Mitglied habe ich die kostenfreie Rechtsberatung schon einige Male in Anspruch genommen und war mit der Beratung bisher immer zufrieden, auch wenn ich die Rechtssituation bisweilen anders gesehen habe. Wir haben uns auch schon einige Büchertipps bei Haus & Grund bestellt, um uns über verschiedene Themen zu infor- mieren. Die neusten Mietverträge besorgen wir uns hier bei unserem Ortsverein in Neumünster bei Bedarf jedes Mal in der Plöner Straße 10, damit wir auf dem neusten Stand bei der Vermietung sind.“
Bei Neubauten und auch bei Renovierungs- maßnahmen hat das Thema Nachhaltigkeit für immer mehr Bauherren Bedeutung. Es werden ökologische und möglichst schadstofffreie Bau- materialien verwendet. Holzhäuser entstehen in Ständerbauweise. Lehm wird als atmungsaktiver Wandbaustoff oder Ziegel eingesetzt. Natursteine dienen als Bodenbelag. Stroh wird als günstiger nachwachsender und recyclefähiger Rohstoff beim Strohballen-Hausbau genutzt. Auch das Naturdach aus Reet, also Schilfrohr, hat wieder eine gewisse Konjunktur. Doch wie können Bauherren und Ge- bäudeeigentümer ihre nachhaltigen Gestaltungs- entscheidungen absichern, um die geschaffenen Werte zu erhalten? WORAUF SOLLTE MAN BEIM THEMA VERSICHERUNGEN ACHTEN? Ökologisch bauen
„Unerheblich, ob ein Gebäude in ökologischer oder her- kömmlicher Bauweise errichtet worden ist: Als Hausei- gentümer oder Hauseigentümerin sollte man seinen Besitz zuverlässig schützen. Schließlich wird viel Geld und Ar- beit investiert“, rät Versicherungsexperte Matthias Koch, Stabsabteilungsleiter bei der Provinzial Nord Brandkasse. Die Wohngebäudeversicherung versichert so beispielsweise Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm. Wichtig zu wissen: Schäden durch Naturgefahren wie beispielsweise Starkregen, Überschwemmung und Rückstau sind nicht au- tomatisch über die Wohngebäudeversicherung enthalten. Als zusätzlicher, sinnvoller Schutz sollte deshalb zusätzlich eine Elementarschadenversicherung integriert werden. „Dass Bauherren immer häufiger natürliche Baumaterialien im Hausbau oder nachträglich bei Renovierungsarbeiten verwenden, ist ein Trend der vergangenen Jahre und für die meisten Versicherer im Alltagsgeschäft nichts Neues“, erklärt Koch. Bei der Gebäudewertermittlung, die den Verträgen zugrunde liegt, werden diese, ebenso wie zum Beispiel die Wohn- und Nutzfläche, entsprechend berücksichtigt. Deshalb sind Immobilienbesitzer gut beraten, wenn sie sich vor dem Start eines Bauvorhabens – egal ob Neubau oder Umbau – Gedanken über einen ausreichenden Versiche- rungsschutz für das entstehende Gebäude machen und dazu frühzeitig Kontakt zu ihrem Versicherungsberater aufneh- men. So kann sehr genau der individuelle Versicherungsbe- darf für das entstehende Gebäude im Rahmen der Wohnge- bäudeversicherung ermittelt werden. „Ob dann die Wände mit Naturmaterialien wie Stroh, Schafwolle oder »
WIR WUNDER Transparent. Regional. Digital. – Hier werden Wunder wahr. Die Online-Spendenplattform der Sparkassen
Ob ein neues Fußballtor auf dem Bolzplatz, ein Kletterturm für den Spielplatz oder Musikinstrumente für die Kita – bei WIR WUNDER werden kleine Wünsche zu großen Erfolgen. Auf www.wirwunder.de/sh präsentieren Vereine und Organisationen ihre Projekte und laden Menschen ein, aktiv mitzumachen und zu helfen. So einfach ist es: Vereine aus Schleswig-Holstein, die gemeinnützig arbeiten und die Richtlinien der Plattform erfüllen, können ihr Projekt mit Fotos, Videos oder Ge- schichten vorstellen. Unterstützer:innen können direkt spenden – und sehen hautnah, wie ihre Hilfe Wirklichkeit wird. Mit cleveren Social-Media-Vorlagen und einem eige- nen Newsletter-System können die Projekte zusätzlich ihre Community erreichen. Spenden, die berühren Auf WirWunder entdecken Menschen Projekte, die ihr Herz berühren. Sie sehen genau, wofür ihr Geld eingesetzt wird, und erleben mit, wie aus einer Idee ein greifbares Ergebnis wird. Das verbindet: das gemeinsame Gefühl, die Region
zu stärken, dort zu helfen, wo man selbst zuhause ist, und einen direkten Unterschied zu machen. Die Suche nach einem passenden Projekt ist denkbar einfach: Postleitzahl eingeben, Projekt auswählen, hel- fen. Jeder Beitrag zählt – egal wie klein – und jeder Schritt bringt die Gemeinschaft ein Stück weiter. Von Sparkassenaktionen profitieren Die Sparkassen stehen für eine lange Tradition des Helfens und des Miteinanders. Mit WirWunder treffen engagierte Menschen auf lokale Projekte voller Herzblut. Vereine und Verbände können natürlich weiterhin eine Direktförderung bei ihrer Sparkasse oder deren Stiftungen beantragen. „Wir wissen, dass Menschen, die spenden möchten, ihre Projekte gerne vor Ort unterstützen“, sagt Oliver Stolz, Prä- sident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig- Holstein. „Unsere Online-Spendenplattform WirWunder bringt Menschen und Herzensprojekte zusammen. Das ist Spenden mit Wirkung – für eine starke Gemeinschaft und mehr Lebensqualität in der eigenen Heimat.“
Ratgeber 33
wöhnliche Witterungseinflüsse, Ungeschicklichkeit oder Fahrlässigkeit der Bauhandwerker, mutwillige Zerstörung durch Dritte (Vandalismus) und Diebstahl von mit dem Gebäude fest verbundener versicherter Bestandteile versi- cherbar. Welcher Versicherungsumfang genau der Richtige ist, lässt sich am besten in einer individuellen Beratung klären. Die Provinzial arbeitet seit vielen Jahrzehnten eng mit der Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund zusam- men. Für eine ausführliche Beratung steht Ihnen das dichte Netz der Provinzial Agenturen in Schleswig-Holstein zur Verfügung.
Kork gedämmt und die Außenfassaden begrünt werden sollen, ein komplettes Holzhaus mit einer Grünbedachung geplant ist oder das Gebäude mit großen Fensterflächen zur Resorption der Sonnenenergie geplant wird, kann und muss genau dokumentiert und entsprechend versichert werden“, so Koch.
BAUSTOFFE UND BAUTEILE IN DER ROHBAUPHASE SCHÜTZEN
Unabhängig von den verwendeten Baumaterialien ist ein Gebäude bis zu seiner Fertigstellung einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Bauherren müssen ab Beginn der Bauarbeiten für Schäden aufkommen, die zum Beispiel durch höhere Gewalt wie Sturm, Diebstahl oder Vandalismus entstehen. Auch bei bereits abgenommenen Bauleistungen trägt der Bauherr bis zur Fertigstellung das finanzielle Risiko möglicher Sachschäden. Über eine Bauleistungsversicherung sind alle Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile einschließlich der Außenanlagen mit Ausnahme von Gartenanlagen gegen Gefahren wie unge-
Heiko Wischer Externe Konzernkommunikation Provinzial Nord Brandkasse
Starke Partner. Die Provinzial und Haus & Grund.
AUCH HOLZHÄUSER BENÖTIGEN EINEN GUTEN VERSICHERUNGS- SCHUTZ. DIE PROVINZIAL NORD BRANDKASSE INFORMIERT DAZU IM RAHMEN INDIVIDUELLER BERA- TUNGEN.
34 Ratgeber
Schleswig-Holstein weit gesehen ist die Probstei ein recht übersichtlicher Fleck auf der Landkarte. Aber dieser Fleck gehört zu einem der schönsten im Land zwischen den Meeren mit Küstensand und Ostseeflair an 25 Kilometer langen Stränden, verwunschenen Dörfern, weiten Feldern und alten Herrenhäusern. Sogar eine Museumsbahn gibt es hier. Und den Lutterbeker.
„Auch Ina Müller war schon da – im Lutterbeker ist das Publikum nah am Star.“
IN DIE AUF PROBSTEI EINE SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE REGION VOLLER VIELFALT
E in besonderes Highlight in jedem Sommer sind die Probsteier Korntage, die längst über die Region hinaus Schlagzeilen machen. Vier Wochen lang sind entlang von Straßen und Wegen zahlreiche kunst- volle Strohfiguren zu finden, ein Vergnügen für die ganze Familie. Denn es gibt auch viele spannende Aktionen wie Wanderungen durch Kornfelder, geführte Radtouren, Schlossbesichtigungen und Hofführungen bei den Direkt- vermarktern der Region.
Die Probstei liegt im Nordosten von Kiel und zieht sich von Laboe bis Stakendorf und Bendfeld im Osten und Probstei- erhagen, Fahren und Stoltenberg im Süden. Und möglich ist hier fast alles. Vom faulen Strandurlaub in Badeorten mit so klingenden Namen wie Kalifornien oder Brasilien über kiten und surfen am Tatort Hawaii in Stein oder in Laboe bis zum Fahrrad- oder Wanderurlaub durch Felder und Wiesen vorbei an Kühen, geschichtsträchtigen Orten und alten Gemäuern. »
Ausflugstipp 37
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