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«Gemeinsam stärker – weil wir geliebt sind». Dieses Motto ist mehr als ein Leitsatz. Es ist eine Einladung, eine Erinnerung, eine Kraftquelle.

SAM F CUS

Ausgabe 01 Februar 2026

GELIEBT

Pastor und Lebensretter Der Kampf gegen Mädchenbeschneidung in Guinea

Liebe lässt niemals fallen Ermutigung für Vertriebene in Burkina Faso

INHALT

04 Update

Projektberichte

05 Persönlich Rahel Strahm,

Leiterin ProCONNECT

10 Erlebt

Bericht von Cornelia F. aus Guinea

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11 Aus der Romandie

Christophe Reifsteck, Bereichs­ leiter frankophones Europa

Pastor und Lebensretter Der Kampf gegen Mädchenbeschneidung in Guinea

12 SAM family

Update zu den SAM global-­ Mitarbeitenden

14 Aus dem Leben

Kolumne von Michi Dufner, Leiter Kommunikation

15 Finanzpuls

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Peter Röthlisberger, Co-Leiter Finanzen

Liebe lässt niemals fallen Ermutigung für Vertriebene in Burkina Faso

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DIE ERSTE

Geliebt – und darum « gemeinsam stärker »

Liebe Leserinnen und Leser,

2025 stand unter dem Motto «gemeinsam stärker». 2026 ge­ hen wir einen Schritt weiter: «Gemeinsam stärker – weil wir geliebt sind». Dieses Motto ist mehr als ein Leitsatz. Es ist eine Einladung, eine Erinnerung, eine Kraftquelle. Denn wer sich geliebt weiss, lebt anders: mutiger, freier, verbundener. In einer Welt voller Unsicherheit – Kriege, Flucht, wirtschaftliche Krisen – ist die Liebe Gottes unsere Motivation. Nicht roman­ tisch verklärt, sondern konkret: Liebe, die trägt, heilt, Hoffnung schenkt. Liebe, die sich im Einsatz für andere zeigt, im Schutz der Schwächsten, im gemeinsamen Aushalten und Aufbauen. In dieser Ausgabe findest du genau solche realen Geschichten: Menschen, die gegen Mädchenbeschneidung kämpfen. Teams, die Vertriebenen beistehen. Junge Menschen, die durch Projekte von SAM global neue Perspektiven erhalten. Ich erlebe es immer wieder: Liebe ist der Anfang von Verände­ rung. Wenn jemand merkt: «Ich bin gesehen, ich bin gewollt», entstehen Vertrauen, Mut und Bewegung. Meine Frau sagt zu mir nicht: «Bleib wie du bist», sondern: «Ich liebe dich, wie du bist.» Das setzt frei und lässt mich wachsen. Als SAM global leben wir diese Liebe – praktisch, partnerschaft­ lich, hoffnungsvoll. Ich lade dich ein, weiterzulesen. Dich be­ rühren zu lassen. Und dich vielleicht neu zu fragen: «Wo kann ich Liebe sichtbar machen?»

Michi Dufner, Mitglied der Geschäfts­ leitung, Kommunika­ tionsleiter, Sensibilisie­ rung und Mobilisierung

Herzlich,

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UPDATE

Christliche Werte in der Grundschule Im Oktober konnten wir, nach einer intensiven Bau­ phase, unsere Grundschule eröffnen. Für dieses Schul­ jahr bieten wir drei Kindergartenstufen und die 1. und 2. Primarstufe an. In Zukunft möchten wir unsere Schule um eine weitere Klassenstufe erweitern. Wir sind sehr erfreut über die grosse Nachfrage an unserer Schule. Ge­ wisse Klassen haben bereits die maximale Schüleranzahl erreicht und wir müssen leider auch Kinder abweisen.

Für diese Aufgabe brauchen wir engagierte Lehrperso­ nen, die unsere pädagogische Vision mittragen und Freude daran haben, Kinder in ihrer persönlichen Ent­ wicklung zu begleiten. In einer Stadt, in der die Bevöl­ kerung fast vollständig aus einer anderen kulturellen und religiösen Prägung stammt, ist es jedoch heraus­ fordernd, Fachkräfte zu finden, die sich mit unserem Bildungsansatz identifizieren.

Sandro M., Einsatzleistender in Guinea (ActionVIVRE Süd-Grundschule)

Wir setzen uns dafür ein, Kindern eine hochwertige und ganzheitliche Schulbildung zu ermöglichen. Ge­ schichten, Wertevermittlung und die Auseinander­ setzung mit grundlegenden Lebensfragen gehören für uns selbstverständlich zum Unterricht. Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem respektvolle Haltung, Mit­ menschlichkeit und eine positive Grundausrichtung im Alltag erlebbar werden.

Sekundarschule im Tschad – ein Herzensprojekt Unser Ziel: Ergänzung der bestehenden Primarschule mit einer Sekundarschule mit Schwerpunkt handwerk­ liche Ausbildung.

Wer wird begünstigt? Bis zu 320 Sekundarschülerinnen und -schüler, darunter Kinder von Familien aus dem ärmlichen Quartierkern. Rund 10% sind Halbwaisen oder Waisen und werden subventioniert. Fünf Vollzeit- und rund zehn Teilzeitangestellte sowie zwei Wächter und einige Frauen, die in der Pause einen Imbiss verkaufen können. Finanzierung: Für die geplante Investition von CHF 85'000 fehlen noch rund 30'000. Willst DU uns helfen, tschadischen Kindern eine hoffnungsvolle Zukunft zu ermöglichen? Nach Beendigung der letzten Projekt­ phase sollte die Schule eigenfinanziert funktionieren.

Ausgangslage: Das Bildungssystem im Tschad ist desolat. SAM global setzt sich zusammen mit der Partnerkirche EET für die Schul- und Lehrerbildung ein. In einem Vor­ ort der Hauptstadt hat SAM global den Aufbau der Pri­ marschule Moustakhbal wa Radja’ (Tschadarabisch: Zu­ kunft und Hoffnung) unterstützt. Wir vermitteln christliche Werte wie Ehrlichkeit, Respekt oder gewalt­ lose Konfliktlösung. Handwerkliche Arbeiten: Den Initianten ist es ein Her­ zensanliegen, dass sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisches Wissen aneignen, sondern auch bei praktischen Arbeiten ihre Begabungen entdecken. Das Projekt ist in mehrere Phasen aufgeteilt: u.a. Rekru­ tierung und Ausbildung von Sekundarlehrkräften, Kauf des Geländes sowie der Bau von Toiletten, einer Hof­ mauer und von acht Klassenzimmern. Die Fertigstellung der letzten Etage gibt Raum für Handarbeits- und Werk­ unterricht, eine Bibliothek und Büros.

Andreas Zurbrügg, Länderverantwortlicher Sahel

Scane den QR-Code, um das Projekt im Tschad zu unterstützen. Zweck: Sekundarschule im Tschad

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PERSÖNLICH

Unverdient beschenkt

«He left the 99 to find me», waren die Worte im WhatsApp-Profil einer Migrantin, der es gerade schlecht ging. Sie identifiziert sich mit dem verloren gegangenen und wieder­ gefundenen Schaf (vgl. Lukas 15). Dahinter steckt die Hingabe des Hirten für das ge­ liebte Schaf. Das berührt mich. Die Worte wecken meine eigene Sehnsucht, geliebt zu werden und zu lieben. Immer wieder suche ich darum in der Stille die Begegnung mit der unergründlichen Liebe Gottes. Vor zehn Jahren erlebten Stefan und ich ein­ schneidende Veränderungen. Wir waren in der medizinischen Arbeit ProESPOIR in Guinea tätig und kamen für eine Auszeit in die Schweiz. Wir waren erschöpft. Bei Stefan kamen noch andere Symptome dazu. In jenen Wochen des Ausruhens mit zunehmender Verunsicherung über Stefans Gesundheit und unsere Zukunft machte ich beim Lesen in der Bibel fast täglich die Erfahrung: Gott ist da, er sieht mich und liebt mich und wird den Weg in die Zukunft zeigen. Dann endlich kam die schockierende Klarheit: Mein Mann erhielt die Diagnose eines faustgrossen Hirntumors. Am Abend vor der Operation kam der Chirurg ins Zimmer. In jenen Tagen erhielten wir viele E-Mails und Briefe von Menschen aus Guinea und der Schweiz, die an uns dachten und für uns beteten. Darum sagte ich dem Chirurgen an jenem Abend: «Morgen werden viele Leute – auch aus Afrika – für Sie und die Operation beten.» Und Gott hörte auf diese

Rahel Strahm, Leiterin ProCONNECT

Plötzlich nahm Stefan selbst die Rolle des Patienten ein.

Gebete. Wir staunten über den wunderbaren Verlauf von Stefans Gesundheit und dass wir drei Monate später unter Chemotherapie so­ gar eine gute Abschiedsreise nach Guinea er­ leben durften. Verschiedene Leute in unserem Umfeld ha­ ben dazu beigetragen, dass wir Schritt für Schritt weiterkamen, eine Wohnung fanden, genug Geld zum Leben erhielten und uns beiden nach etlichen Monaten Türen für Arbeitsstellen aufgingen. Wir zwei mussten nie mit der Frage ringen: «Warum lässt Gott diese Krankheit zu?» Eher fühlten wir uns unverdient privilegiert, dass wir vom besten Gesundheitssystem der Welt profitieren durften, während andere mit ähnlichen Krankheiten in Guinea starben. «Warum sollte es ausgerechnet uns nicht treffen?» Wir hatten und haben kein Recht auf Ge­ sundheit und andere Wohltaten. Was wir, speziell mein Mann Stefan, erlebten, ist ein unverdientes Geschenk! «Geliebt, geborgen, getragen.» Das durften wir in jenen Wochen und Monaten erleben. Und diese tiefen Erfahrungen motivieren uns in der Arbeit, die wir jetzt tun: Stefan als Arzt in der Institution Appisberg und ich in der interkulturellen Arbeit ProCONNECT von SAM global.

Stefan hat mit voller Energie im Einsatz Menschen gedient, ohne zu erahnen, dass er selbst Hilfe brauchen würde.

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GUINEA

Der Pastor Esaïe und seine Frau Esther bringen vollen Einsatz: Häufig indem sie Schulungen, Weiterbildungen und Sensibilisierungen leiten – und manchmal auch, indem sie Fussballspiele für die Jugendlichen organisieren.

Pastor und Lebensretter Nächstenliebe kostet Einsatz – aber lohnt sich. Wie Pastor Esaïe K. und seine Frau Esther den Kampf gegen Genitalverstümmelung in Guinea führen.

nachzugeben und helfen auch dort, wo Mäd­ chen medizinische Hilfe brauchen, weil sie Opfer einer Beschneidung geworden sind.

Alle sollen wissen, was eine Beschneidung wirklich bedeutet

Ein wichtiger Bereich der Arbeit von Pastor Esaïe und seiner Frau ist die Sensibilisierung und Zusammenarbeit mit religiösen und po­ litischen Amtsträgern, mit Lehrpersonen und den Eltern. In der Arbeit mit Familien wird darauf hingearbeitet, dass sich die Eltern schriftlich verpflichten, ihre Töchter nicht beschneiden zu lassen. Es werden Seminare für verheiratete Paare organisiert, um sie über die gesundheitlichen Risiken und die teilweise lebenslangen, schrecklichen Folgen der Mädchenbeschneidung aufzuklären. Die Mädchenbeschneidung ist im gesamten Land verbreitet. Aber besonders in der ani­ mistisch geprägten Waldregion im Südosten Guineas ist sie ein Initiationsritus, wodurch Mädchenbeschneidung Weibliche Genitalverstümmelung umfasst Praktiken, bei denen äussere Genitalien ohne medizinischen Grund teilweise oder ganz entfernt oder ver­ letzt werden. Weltweit sind über 230 Millionen Mädchen und Frauen betrof­ fen, meist zwischen 0 und 15 Jahren.

Das Gesetz in Guinea verbietet schon lange, Mädchen «beschneiden» zu lassen. Klingt gut, doch der Kampf gegen Genitalverstümme­ lung in der Praxis bleibt zäh, denn diese Tra­ dition ist tief in der Gesellschaft verankert. Im Dienst zum Schutz von Mädchen Pastor Esaïe K. sensibilisiert von Kissidougou aus landesweit Familien, Pastoren und Amts­ träger über die Gefahren der Mädchenver­ stümmelung. Seine Aktivitäten zielen darauf ab, das Bewusstsein in den Gemeinschaften zu stärken, die Zahl der betroffenen Mäd­ chen zu reduzieren und die Gemeinschaften aktiv in den Schutz der Mädchen einzubezie­ hen. Der gesellschaftliche Druck auf unbe­ schnittene Mädchen ist sehr hoch. Pastor Esaïe und sein Team unterstützen und ermu­ tigen junge Mädchen, diesem Druck nicht

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GUINEA

unbeschnittene Mädchen schnell zu Aussen­ seiterinnen werden. Daher ist es besonders wichtig, sowohl die Eltern als auch die Mäd­ chen im Vorfeld aufzuklären und dann mo­ ralisch zu unterstützen und zu ermutigen. Unbeschnittene Mädchen werden ausgebil­ det, um als Multiplikatorinnen zu fungieren und ihre Altersgenossinnen aufzuklären.

«Nun konnte jedoch eine Mitarbei- terin von Pastor Esaïe der Tochter die Augen dafür öffnen, wie schlimm diese Praxis wirklich ist!»

seien nichts für Mädchen. So hat Mabinty die Schule verlassen, von ihrer Patin den Beruf der Beschneiderin erlernt und damit ihr Geld verdient. Später wurde sie von ihrer Tochter und einer weiteren Assistentin un­ terstützt. Nun konnte jedoch eine Mitarbei­ terin von Pastor Esaïe der Tochter die Augen dafür öffnen, wie schlimm diese Praxis wirk­ lich ist! Nach vielen Gesprächen haben alle drei Frauen beschlossen, diesen Beruf aufzu­ geben. Mabinty ist Gott sehr dankbar, dass ihr Mann nicht nur Verständnis dafür hat, sondern ihr etwas Geld als Startkapital für einen kleinen Verkaufsstand gab. So kann sie auf andere Art zum Familienunterhalt beitragen – und so kann die Arbeit von SAM global gleich doppelt Leben zum Guten verändern: das all der Mädchen, die nun vor diesem brutalen Eingriff bewahrt werden wie auch das der ehemaligen Beschneide­ rinnen, die nun eine neue Perspektive ge­ funden haben. Text: Gitte und Ousmane D. in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion. Das Ehepaar D. unterstützt Pastor Esaïe. Gitte und Ousmane engagieren sich aber auch in vielen weiteren Bereichen: Sie begleiten und unterstützen Menschen, die wegen ihres Glaubens mit massiven Problemen bis hin zur Verfolgung zu kämpfen haben.

Sensibilisierung an Schulen und in speziellen Zentren

In öffentlichen und privaten Schulen wer­ den Sensibilisierungsmassnahmen durch­ geführt. Es wurden bereits mehrere hundert Schulen erreicht. Auch konnten Pastor Esaïe und seine Teams unzählige Dörfer und Stadtteile besuchen, um zu sensibilisieren und so das Ausmass der Genitalverstümme­ lung zu verringern. In Gemeinden werden spezielle Zentren für die Ausbildung und Aufklärung junger Mädchen eingerichtet. Pastor Esaïe hat in den 20 Präfekturen und Zonen schon mehrere tausend Mädchen in Seminaren oder in Zentren erreicht. Zur Aufklärung werden auch audiovisuelle Materialien genutzt. So konnten Filme in der Sprache Malinke produziert und auf Spei­ cherkarten verteilt werden. Pastor Esaïe und seine Mitarbeitenden sind also fast im gan­ zen Land aktiv. Er hat ein gut funktionieren­ des, dezentrales Netzwerk aufgebaut, das effektiv arbeitet. Wir freuen uns sehr, dass diese Arbeit Früchte trägt, was durch viel­ fältige Berichte untermauert wird. Die grausame Tradition stoppen und mutig neue Wege gehen Ein Beispiel ist Mabinty. Als Kind ging sie gerne zur Schule, aber es hiess, Schulen

Esaïe nutzt alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel, u.a. das Radio, um Aufklärungsarbeit im Kampf gegen Mäd­ chenbeschneidung zu leisten.

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BURKINA FASO

Liebe lässt niemals fallen In einigen Regionen von Burkina Faso beeinträchtigen Dschihadisten das tägliche Leben der Zivilbevölkerung so stark, dass sich viele Menschen gezwungen sehen, ihre Wohnorte zu verlassen und zu fliehen. Darunter sind auch interkulturelle Mitarbeitende, die von unserer Partnerkirche EE/SIM ausgesandt wurden. Wir lassen sie nicht im Stich. Gerade in Not sind wir nur gemeinsam stark.

sei. Ich sagte, ich sei Pastor, aber sie verstan­ den nicht, was das bedeutete. Sie legten ihre Gewehre an, um mich zu erschiessen. Ich betete und legte mein Leben in Gottes Hände. Ein Dschihadist fragte nochmals, was ich beruflich mache. Ich erklärte, ich sei ein Diener Gottes, der alle versammle, die Christus nachfolgen, und predige sonntags in der Kirche. Da wollte der Dschihadist doch zuerst mit seinem Chef Rücksprache nehmen. Zusammen schauten sie in ihren Reglementen nach und fanden heraus, dass es ihnen nicht erlaubt war, einem Diener Gottes zu schaden oder sein Geld zu neh­ men. ‹Du hast Glück gehabt›, sagte der Mann, als er zurückkam, und sie liess mich gehen. «Sie legten ihre Gewehre an, um mich zu erschiessen. Ich betete und legte mein Leben in Gottes Hände.» Doch nach kaum zehn Kilometern wurde ich wieder von einer Gruppe angehalten. Auch hier wäre ich fast getötet worden. Nach eini­ gem Hin und Her liessen sie mich frei. Nach diesen Ereignissen blieb mir keine andere Wahl, als meinen Einsatzort zu verlassen und meine Familie in Fada in Sicherzeit zu brin­ gen. Es war womöglich meine letzte Chance.»

Die Kirche verteilt Nahrungsmittel und Lebensnotwendiges an die Vertriebenen.

Glück oder vielmehr Bewahrung Einer der Betroffenen ist Pastor Luc Y. Er hat Gottes Bewahrung eindrücklich erlebt und ermutigt nun die anderen Pastoren, Gott zu vertrauen und ihm treu zu bleiben. Er erzählt: «Ursprünglich komme ich aus einem Dorf in der Nähe von Fada. Ich war aber im pastora­ len Dienst in einer der Gemeinden von Gour­ ma tätig, die an der Strasse zum Niger liegt. Eines Tages, als ich von M., wo ich einen pas­ toralen Vorbereitungskurs unterrichtete, nach Hause fuhr, wurde ich auf der Strasse angehalten und in den Busch gebracht. Die Männer fragten mich, was meine Tätigkeit

Die Kirche nimmt sich der Vertriebenen an

Die vielen Vertriebenen stellen uns als Kirche EE/SIM vor grosse Herausforderungen.

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BURKINA FASO

sozial und geistlich zu unterstützen. Zwei Personen berichten:

Schon 180 kostbare Hühner «Mein Name ist Déborah O. und ich bin aus Diapaga geflüchtet. Ich wurde 2024 in Ge­ flügelzucht ausgebildet und habe von CADI 50 Hühner erhalten. Drei Monate später ver­ kaufte ich 45 Poulets und konnte 75 Küken anschaffen. Heute habe ich 180 Tiere und verdiene so viel Geld, dass ich davon leben und meine Familie unterstützen kann. Ich danke Gott und bete, dass die Aktivitäten von CADI weitergehen, damit auch andere davon profitieren können. Möge Gott Sie segnen.»

Wir wollen das Salz der Erde und das Licht der Welt sein, Gottes Liebe sichtbar machen. Deshalb haben wir eine Hilfsorganisation gegründet: Die Charité en Action pour un Développement Intégral (CADI; zu deutsch: «Nächstenliebe in Aktion für eine ganzheitliche Entwicklung»). CADI hat sich dazu verpflichtet, Binnenvertriebene, Wit­ wen und Waisen mit Lebensmitteln und le­ bensnotwendigen Materialien zu versorgen. Anschliessend organisiert CADI Schulungen, nach deren Abschluss die Begünstigten mit dem nötigen Material und einem kleinen Kredit ausgestattet werden, um selbst eine einkommensgenerierende Tätigkeit (AGR) aufzubauen. Jede Person wählt die Tätigkeit, die er oder sie durchführen möchte und er­ hält eine Ausbildung in diesem Bereich. Nach Erhalt des Kredits werden die Begüns­ tigten von Mitarbeitenden vor Ort betreut und beraten. Seit 2024 haben wir mehr als 320 Pastoren mit ihren Ehefrauen und ande­ re Personen ausgebildet. Die meisten davon konnten dank diesen Massnahmen unter­ nehmerische Tätigkeiten aufbauen, was die Leben von über 3000 Personen positiv ver­ ändert und ihre Unabhängigkeit gestärkt hat. Das war möglich dank der Finanzierung durch SAM global, also durch viele einzelne Spenderinnen und Spender, die aus Liebe zu Gott und zu uns helfen. Mit diesen Tätigkeiten können die Familien ein Einkommen erwirtschaften, um damit die Grundbedürfnisse des Lebens zu decken: Nahrung, Gesundheitsfürsorge, Schulgebüh­ ren, Unterkunft etc. Sie haben Möglichkei­ ten, sich in den Bereichen Getreideanbau, Viehzucht, Gartenbau und Herstellung von lokalen Stoffen zu spezialisieren. Wir planen eine Ausweitung der Ausbildungen, um so viele Menschen wie möglich wirtschaftlich, Die Teilnehmenden sind sehr motiviert, etwas zu lernen, um ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können.

Die Hühner von Déborah O. gedeihen prächtig.

Die Ziege ist ein Segen «Ich heisse Dori S. und wurde von CADI aus­ gebildet. Ende 2023 habe ich eine Ziege be­ kommen. Sie hat bereits dreimal geworfen und jedes Mal zwei Zicklein geboren. Vier davon habe ich für den Bedarf der Familie verkauft und die Ziege hat soeben wieder zwei Junge geboren. Das ist ein Segen für uns, Gott sei gelobt.» Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Nächstenliebe, damit wir vielen geflüch­ teten Menschen eine Perspektive geben können.

Text: Pierre M., Koordinator der Entwicklungsarbeit der EE/SIM (Burkina Faso), in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion.

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ERLEBT

Ich kann nur lieben, weil ich geliebt bin

Stell dir ein Gefäss vor, gefüllt mit grossen Steinen. Zwischen ihnen bleiben Lücken – Platz für Kieselsteine. Und selbst dann ist noch Raum für feinen Sand. Dieses Bild be­ gleitet mich, wenn ich an unsere Aufgaben denke. Die grossen Steine sind unsere Pro­ jekte, sichtbar, geplant, bewertet und pub­ liziert. Die Kiesel sind die Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben: Mitarbei­ tende, Nachbarn, Behörden. Und dann gibt es den Sand – unscheinbar, kaum wahr­ nehmbar, und doch füllt er die Zwischen­ räume. Diese Sandkörner sind Begegnun­ gen, die uns zufallen, ohne dass wir sie gesucht hätten. So wie Mariam. Eines Tages sehe ich sie vom Balkon aus: hochschwanger, auf allen Vieren kriechend, in Lumpen gehüllt. Der Bagger zerstört die letzten Habseligkeiten der Ver­ triebenen. Mariam entkommt knapp der Baggerschaufel. Ihr Bein ist geschwollen, sie verschwindet hinter einer Mauer. Doch ich kann sie nicht vergessen. Am Abend finden wir sie im Strassengraben, umgeben von Menschen, die selbst kaum Hoffnung haben. Ihr Bein ist rot, eine Wunde notdürftig mit Stoff umwickelt. Wir besorgen Antibiotika – ohne Hilfe würde sie die Nacht nicht über­ leben. Als sie in unseren Hof kommt, stockt mir der Atem. Die Wunde ist entsetzlich, Mariam schreit, bevor ich sie berühre. Ich weiss: Jede medizinische Hilfe kommt zu spät. Sie wird sterben – und mit ihr ihr ungeborenes Kind. Mariam ist drogenabhängig. Und doch durchflutet mich eine tiefe Liebe für diese Frau. Mir kommt der Satz Jesu in den Sinn: «Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.»

Wir waschen sie, verbinden die Wunde, geben ihr ein Kleid und Schuhe. Wir neh­ men sie in den Arm. Nicht, weil wir bessere Menschen wären, sondern weil wir selbst geliebt sind von Gott, der Liebe ist. Und so können wir aus der Quelle schöpfen und Liebe weitergeben. Die grossen Steine sind wichtig. Aber ohne die Kiesel und den Sand bleibt das Gefäss halbleer. Mariam war Sand – und doch hat sie unser Leben erfüllt.

Cornelia F. und ihr Mann Peter leisten seit 2019 mit viel Liebe, Hingabe und Leiden­ schaft einen MAXI-­ Einsatz in Guinea.

Mariam hat uns daran erinnert, dass die Liebe von Jesus Schutzraum für jeden Menschen bietet.

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AUS DER ROMANDIE

Die Liebe drängt uns

Das 13. Kapitel im ersten Korintherbrief ist einer der am meisten gelesenen Texte der Bibel. Obwohl er uns so vertraut ist, müssen wir doch zugeben, dass es uns sehr schwer­ fällt, ihn vollständig in die Tat umzusetzen. Wie oft stossen wir an unsere Grenzen und versagen in der Liebe, sobald die Situation kompliziert wird, eine Beziehung sich ver­ schlechtert oder einfach, weil wir keine Zeit haben und uns lieber auf unseren eigenen Plan konzentrieren. Wenn wir jedoch nach Gottes Willen lieben wollen, führt uns sein Weg unweigerlich zu Menschen, die er liebt, die wir aber nicht lieben. Das war schon bei den ersten Jün­ gern der Fall. Sie sollten auf Menschen zu­ gehen, die sie verabscheuten, nämlich die Samariter. Diese wurden von den meisten Juden verachtet. Man hielt sie für unrein, ja sogar für von Dämonen besessen (Johannes 8,48) und war der Meinung, dass sie es ver­ dient hätten, vom Feuer des Himmels ver­ nichtet zu werden. Sogar Johannes, der spä­ tere Apostel der Liebe, war ein glühender Verfechter dieser Ansicht (Lukas 9,54). Aber gerade unter diesen Verachteten und Ausge­ stossenen fand die erste grosse Ernte statt, die im Johannesevangelium erwähnt wird, wo fast eine ganze Stadt an den Messias glaubte (Johannes 4).

Christophe Reifsteck, Bereichsleiter franko­ phones Europa

Gott hatte mir gezeigt, dass er uns durch seine Liebe zum Guten motivieren kann.

erwartete mich: Vor meiner Tür stand ein Mann, der mir Seife verkaufen wollte, ge­ nauer gesagt eine Person, die für mich wie ein «Samariter» war. Ich wollte ihm am liebs­ ten die Türe vor der Nase zuschlagen ... aber mein Gewissen hielt mich davon ab. So lud ich ihn ohne Begeisterung ein, hereinzu­ kommen und einen Kaffee zu trinken. Nach­ dem er mir seine Savon de Marseille verkauft hatte, fragte ich ihn, ob er ein besonderes Anliegen habe, für das ich beten könne. Er erzählte mir, dass seine Frau und er schon seit vielen Jahren vergeblich auf ein Kind warten würden. Ich betete für ihn und seine Frau, indem ich einfach verkündete, dass Gott derjenige ist, der Kinder schenken kann (Jesaja 66,9). Drei Monate später winkte mir derselbe Mann, der nun weniger «samaritanisch» für mich war, zu und formte mit einer Handbe­ wegung einen dicken Bauch: Seine Frau war schwanger! Es war die Liebe Gottes und si­ cherlich nicht meine, die diesem Paar ein Kind geschenkt hat. Es gibt eine Liebe, die uns drängt, sagt Paulus in 2. Korinther 5,14. Mögen wir sie finden und pflegen.

Die Begegnung mit «meinem» Samariter

Eines Tages, ich arbeitete im Homeoffice, wagte es ein ungebetener Gast, an meiner Tür zu klingeln. Zunächst wollte ich nicht öffnen, schliesslich war ich ja offiziell nicht da, da ich eigentlich im Büro sein sollte. Aber der Unbekannte blieb hartnäckig. War es ein Tür-zu-Tür-Verkäufer? Oder vielleicht ein Nachbar, der etwas brauchte? Wider­ willig ging ich nach unten, um die Tür zu öffnen. Eine unangenehme Überraschung

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SAM FAMILY

SAM global

Aktuelles rund um unsere Mitarbeitenden auf der ganzen Welt

Nepal David Keller: Reisebericht Nepal

Tschad Andreas Zurbrügg: Tschadreise vom 18. bis 29.11.25

werden wir diese Phase gezielt un­ terstützen.

Ebenfalls in Pokhara besuchte ich das Projekt unserer zweiten Partner­ organisation. Die praxisnahen Kurz­ lehrgänge zeigen grosse Wirkung. Besonders die Elektrikerausbildung mit einer 90% Abschlussquote. Men­ schen wie Girija, ein Rückkehrmig­ rant, können damit in Nepal neu starten. 2026 folgen weitere Kurse für Menschen vom Land sowie Busi­ ness-Trainings gemeinsam mit COM Nepal und Swiss Create. In Kathmandu traf ich dann die Lehrlinge des Projekts Solid Founda­ tions. Hier werden intensivere Aus­ bildungen durchgeführt. Viele Lehr­ linge wollen später wieder in ihre Bergregion zurückkehren – dorthin, wo gut ausgebildete Fachkräfte dringend gebraucht werden. Im Süden Nepals lernte ich die Volksgruppe der Madeshi kennen. Deren benachteiligten, aber enorm resilienten Frauen geben sich in ihren Selbsthilfegruppen gegen­ seitig Kleinkredite und treffen sich regelmässig. Dies ist ein guter An­ knüpfungsort, um auf ihr Bedürfnis einzugehen mit einem kleinen Fit2Work-Pilotprojekt: Nähen und Flecht- und Vermarktungsschulun­ gen sollen etwa 35 Frauen helfen, ein Einkommen und damit mehr Würde zu erhalten.

Im Spätherbst war ich wieder mal auf Projektreise in Nepal und war sehr erfreut zu sehen, wie Menschen­ leben verändert werden. Beeindruckt haben mich unsere lokalen Projekt­ leitenden der Partnerorganisatio­ nen – kompetent und mit viel Herz leiten sie die gemeinsamen Projekte.

Meine Reise in den Tschad hat mich dieses Mal nebst verschiedenen Ge­ sprächen in N’Djamena auch in den Süden geführt.

In Pokhara feierten wir den Ab­ schluss der Aufbauphase des Tea­ cher Trainings. Die Kindergärtnerin­ nen-Ausbildungsstätte hat sich in knapp fünf Jahren etabliert und trägt sich nun zunehmend selbst. Neu soll das Seminar vermehrt in ab­ gelegene Himalaya-Regionen gelan­ gen, wo der Bedarf besonders gross ist. So wird Hoffnung hinausgetra­ gen. Himalaya-Kinder erhalten kind­ gerechten Unterricht und das junge Ausbildungszentrum erhält zusätz­ liche Aufträge. Da Einsätze in abge­ legeneren Regionen teurer sind,

Ein Highlight war sicher das Treffen mit den Vertreterinnen und Ver­ tretern aller unserer Partnerorgani­ sationen. Gemeinsam mit den Projektleitenden und einigen Mit­ gliedern aus den Administrativräten haben wir über Themen wie: Macht­ missbrauch, sexuelle Belästigung, Ausbeutung und Korruption ausge­ tauscht. Dabei durfte ich erfreut fest­ stellen, dass die meisten Organisatio­ nen für diese Themen sensibel sind, Dokumente erstellt haben und ihre Mitarbeitenden geschult sind. Ich wollte von den Verantwortlichen

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SAM FAMILY

auch wissen, was sie davon halten würden, wenn SAM global eine lo­ kale Koordinationsstelle schaffen würde, die sie in der Kommunikati­ on, im Projektmanagement und bspw. in finanziellen Fragen unter­ stützen könnte. Leider gingen die Ansichten weit auseinander, so dass ich bei dieser Frage nicht wirklich weitergekommen bin. Darauf folg­ ten individuelle Gespräche mit den Verantwortlichen aller Partner, also der Schule Moustakbal wa Radja’ mit der neuen Sekundarschule, dem Lehrerseminar CEFE, dem Netzwerk der annähernd 1'000 christlichen Schulen CNEET, dem Jugend- und Sozialprojekt AJDL, das im Süden des Landes vor allem ausserschuli­ sche Bildung anbietet und der Ge­ fängnis- und Jüngerschaftsarbeit in N’Djamena.

der Evangelischen Kirche im Süden des Landes. Dies gab mir nämlich die Gelegenheit, einen Kurzbesuch in Koyom, unserem ersten Einsatz­ dorf, abzustatten. Das Wiedersehen mit einigen treuen, alten Freunden war einfach herzerwärmend. Und zu sehen, wie die Arbeit weitergeführt wird, war ermutigend. Auch sehr ermutigt hat mich dann das grosse Interesse der EET-Kirche an der Schulung, die Christen und Muslime näher zueinander bringt. Sie wollen als Christen kommunika­ tionsfähiger werden, den interkultu­ rellen Dialog fördern und gegensei­ tige Akzeptanz stärken. Dass dabei Christen ihren «Cousins» mit Res­ pekt begegnen und beide gemein­ sam nach ehrlichen Antworten auf ihre Fragen suchen, ist ein wichtiges Element der Kurse. Ich freue mich, dass wir im Februar 2026 bereits damit starten können.

Im Heimataufenthalt

Anna B. 12. 4. – 19. 6. 2026

Kurzzeiteinsätze

Nicolas L. reiste Ende Januar für sechs Monate nach Kambo­ dscha und unterstützt das Team vom Lighthouse Pursat als Musiklehrer.

Natürlich habe ich mich gefreut auf die Schulung der Verantwortlichen

Wir suchen dich!

Du möchtest mit Gott Geschichte schreiben und dabei konkret etwas bewirken ? Du möchtest deine Gaben einbringen und deine Berufung entdecken? Dann finden wir für deine Leidenschaft den richtigen Platz.

Tauche ein

Alle Informationen zu unseren Einsätzen findest du unter sam-global.org/einsatz

In unserem Imagef lm erhältst du einen faszinierenden Einblick in unsere weltweite Arbeit.

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AUS DEM LEBEN

Jesus steht im Mittelpunkt. Wirklich ?!

Im Theologiestudium besuchte ich das Fach Coaching. Dabei geht es zuerst darum, sich selbst besser zu verstehen: «Was treibt mich an? Was motiviert mich? In welchem Team blühe ich auf?»

Ich war begeistert – vielleicht etwas zu sehr. Ich kommentierte viel, machte Witze, einige davon, ohne es zu wollen, auf Kosten unseres Dozenten. Dieser kam auf mich zu, schaute mir tief in die Augen und sagte mir vor der ganzen Klasse: «Michi, für mich ist klar: Du willst einfach immer im Mittelpunkt stehen.» Das traf mich. Verunsichert widersprach ich laut: «Nein, das stimmt nicht. Bei mir steht Jesus im Zentrum!» Der Dozent drehte sich um und sagte beim Weggehen: «Wenn das wirklich so wäre, hättest du anders reagiert.» Stille. Ich setzte mich, innerlich brodelnd. Auf dem Heimweg betete ich: «Jesus, ich will DICH im Mittelpunkt haben, nicht mich. Hat der Dozent recht?» Und ich hatte innerlich den Eindruck, dass Jesus mich anlächelte und sagte: «Michi, kein Problem. Jeder Mensch steht gern im Mittel­ punkt. Jeder wird gern gesehen.» Michi Dufner, Mitglied der Geschäfts­ leitung, Kommunika­ tionsleiter, Sensibilisie­ rung und Mobilisierung

In mein Gebetstagebuch schrieb ich: «Jesus, ich will nicht das Wichtige sein – du bist es doch!» Aber ich erkannte, wie es wirklich war und sagte ihm: «Okay, Jesus.

Es tut mir leid. Du hast recht. Ich stehe wirklich gern im Mittel­ punkt. Kannst du mir helfen, das zu ändern?» Ich hatte das Gefühl, Jesus zeigte mir in diesem Moment, wie wichtig ich ihm bin. Diese Erfahrung hat mich verändert. Ich muss nicht mehr der Erste sein. Ich darf anderen die Bühne überlassen. Ich muss Menschen nicht mehr für meine Bedürfnisse gebrauchen – ich darf mich verschenken. Nicht, weil ich etwas davon habe, sondern weil mein Herz erfüllt ist. Weil ich weiss, ich werde gesehen. Aus dieser Erfüllung heraus wächst meine Sehnsucht, Men­ schen zu begegnen, weil ich glaube, dass jede und jeder auf dieser Welt erfahren soll, dass er oder sie gewollt ist. Jeder Mensch verdient es doch, gesagt und gezeigt zu bekom­ men: «Du bist geliebt. Du bist wertvoll. Du bist gesehen.» Diese tiefe Erfüllung treibt mich an, hinauszugehen – nicht aus Pflicht, sondern aus Freude. Nicht, um etwas zu holen, sondern um etwas zu schenken.

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SAM FOCUS 1 | 2026

DIE LETZTE

Finanzpuls per 31.12.2025

Der Dezember war für uns wieder eine in­ tensive, aber unglaublich ermutigende Zeit. Für mich fühlt sich diese Phase jedes Jahr an wie die letzten Meter einer Bergwanderung: Die Kräfte lassen nach, das Ziel ist nah – und dann kommt dieser unerwartete Energie­ boost. Genau so wirken eure Spenden auf uns. Täglich gingen rund 18'000 Franken ein, davon 1'000 Geschenkkatalog-Spenden für 65 Projekte. Insgesamt durften wir 3,3 Mio. Franken von 3'500 Spenderinnen und Spen­ dern entgegennehmen. Diese Treue und Grosszügigkeit berührt mich jedes Jahr aufs Neue. Danke von Herzen. Herausfordernd und ambitioniert war unser Spendenziel. Trotz budgetiertem Verlust hofften wir auf ein Erreichen des Spenden­ ziels und auf eine ausgeglichene Rechnung. Leider erreichen wir es aber dieses Jahr nicht. Einmalige Effekte wie im Vorjahr blieben aus. Doch dank Fondsreserven können wir den Verlust auffangen – dramatisch ist die Lage nicht. Trotzdem ist klar: Auf Dauer dürfen wir uns nicht darauf verlassen. Wir möchten unsere wertvollen Partnerschaften nach­ haltig stärken und neue Spenderkreise er­ schliessen. Darum investieren wir verstärkt in verschiedene Fundraising-Aktivitäten und

suchen nach frischen Wegen, Menschen für unsere Arbeit zu begeistern.

Vielleicht kennt ihr Freundinnen oder Freunde, die unsere Projekte ebenfalls unter­ stützen möchten. Jede Weiterempfehlung hilft uns enorm. Danke, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen dürfen. Wir danken auch unserem himmlischen Vater, der uns über all die Jahre immer wieder versorgt hat und auch jetzt neue Türen öffnen kann.

Peter Röthlisberger, Co-Leiter Finanzen

Spenden und Legate 2025

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Bankverbindung Schweiz SWISS POST – PostFinance Nordring 8, CH-3030 Bern, Schweiz IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5 Clearing-Nr.: 09000

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Wolfensbergstrasse 47 CH-8400 Winterthur 052 269 04 69 winterthur@sam-global.org www.sam-global.org Redaktion Michael Dufner und Team

Bildarchiv SAM global, Adobe Stock, Freepik Druck Jordi AG, Bern-Belp Auflage 5800 Exemplare / vier Mal jährlich

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SAM FOCUS 1 | 2026

Lasst uns also nicht müde werden, Gutes zu tun. Es wird eine Zeit kommen, in der wir eine reiche Ernte einbringen. Wir dürfen nur nicht vorher aufgeben!

Galater 6, 9

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