SAM focus 3-2026_Chan(g/c)e

Die Geschichten dieser Ausgabe zeigen, dass Veränderung viele Gesichter hat. Manchmal entsteht sie aus einer Vision, manchmal aus einer Krise. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz Unsicherheit den nächsten Schritt zu gehen.

Ausgabe 03 August 2026

CHAN G C E

Was uns in Bewegung bringt Organisationen und Menschen verändern sich – durch Leidensdruck oder eine Vision.

Veränderung beginnt im Gehirn Warum manche Menschen Veränderungen lieben und andere ihnen mit Widerstand begegnen.

INHALT

04 Update

Veränderung wagen Noëmi B., Josh F. und Nicolas L.

05 Persönlich

Wenn Krisen neue Chancen schaffen David Leuenberger

10 Erlebt

Nicht alle lieben Veränderungen Albert Zimmerli

06

11 Aus der Romandie

Wenn eine Mauer zur Chance wird Christophe Reifsteck

Was uns in Bewegung bringt Organisationen und Menschen verändern sich – durch Leidensdruck oder eine Vision. Jürg Pfister

12 SAM family

Update zu den SAM global-­ Mitarbeitenden

14 Aus dem Leben

Veränderung ist ein Zeichen von Lebendigkeit Kolumne von Anna B.

08

15 Die Letzte

Veränderung beginnt im Gehirn Warum manche Menschen Veränderungen lieben und andere ihnen mit Widerstand begegnen. Dr. Barbara Studer

Finanzpuls Peter Röthlisberger

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SAM FOCUS 3 | 2026

DIE ERSTE

Mut beginnt mit einem Schritt

Liebe Leserin, lieber Leser

«Sei stark und mutig! Hab keine Angst und ver­ zweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.»

Veränderung gehört zum Leben. Trotzdem fällt sie uns oft schwer. Solange sie andere betrifft, klingt sie spannend. Doch wenn wir selbst vor neuen Entscheidungen oder Herausforderungen stehen, tauchen schnell Fragen auf: Was, wenn ich scheitere? Was, wenn ich den falschen Weg einschlage? Und lohnt sich der Schritt ins Ungewisse? Die Geschichten dieser Ausgabe zeigen, dass Veränderung viele Gesichter hat. Manchmal entsteht sie aus einer Vision, manchmal aus einer Krise. David Leuenberger berichtet, wie schwierige Umstände in Guinea den Weg für die Übergabe des Spitals in Macenta ebneten. Jürg Pfister zeigt, wie Vision und Leidensdruck Veränderungen anstossen können. Auch die weiteren Beiträge erzählen von Veränderungen: Noëmi B., Josh F. und Nicolas L. berichten von ihren Auslandseinsätzen, Anna B. aus dem Alltag eines interkulturellen Teams, Albert Zim- merli von seinem persönlichen Umgang mit Veränderungen und Dr. Barbara Studer erklärt, warum unser Gehirn unterschied­ lich auf Neues reagiert. Beim Lesen dieser Ausgabe wurde mir erneut bewusst: Mut be- deutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz Unsicher- heit den nächsten Schritt zu gehen. Abraham verliess seine Heimat, Petrus stieg aus dem Boot – nicht, weil sie alles verstanden, sondern weil sie Gott vertrauten. Vielleicht stehen auch wir gerade vor einer Veränderung. Wir müssen nicht warten, bis alle Zweifel verschwunden sind. Oft entdecken wir erst unterwegs, welche Chancen Gott für uns bereithält.

Sarah Link, Redaktion SAM focus

Sarah ist seit 2026 Teil der Redaktion des SAM focus Magazins. Mit ihrer internationalen Erfahrung in Kommuni­ kation und Projektent­ wicklung sowie ihrem Engagement in verschie­ denen Hilfsprojekten un­ terstützt sie SAM global dabei, Geschichten aus aller Welt sichtbar zu machen. Ihr Anliegen ist es, Menschen zu ermutigen und aufzu­ zeigen, wie Glaube, Hoffnung und konkrete Hilfe Leben verändern können.

Josua 1,9

Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und den Mut, den nächs- ten Schritt zu wagen.

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UPDATE

Veränderung wagen Drei Kurzberichte aus Guinea und Kambodscha über Heraus- forderungen, neue Perspektiven und die Entdeckung dessen, was im Leben wirklich trägt.

Mehr als ein Abenteuer

Josh F. Natürlich ist es aufregend, für einen Kurzeinsatz ins Ausland zu gehen. Man hofft auf ein Abenteu­ er, darauf, viele Erfahrungen zu sammeln und un­ vergessliche Erinnerungen mitzunehmen. Und ja, das gehört auch dazu.

Doch ich durfte lernen, dass ich nicht im Mittelpunkt stehe. Es geht darum, dass Gott Menschen erreichen möchte. Dazu musste ich lernen, mich auf eine andere Kultur einzulassen und Gewohntes loszulassen. Anfangs fiel mir das leichter, als ich erwartet hatte, später wurde es herausfordernder. Besonders in den schwierigeren Momenten habe ich gelernt, auf Jesus zu vertrauen. Er war und ist mein Zufluchtsort. Rückblickend bin ich dankbar für alles, was ich erleben durfte. Die Veränderungen haben mich geprägt und mir gezeigt, dass Gott auch dann treu bleibt, wenn vieles ungewohnt ist.

Mehr gelernt als gelehrt

Noëmi B. Einmal weit weg von zu Hause zu sein und ein völ­ lig anderes Leben kennen­ zulernen, hat mich vor allem eines gelehrt: Bei

uns ist nicht immer alles besser, und oft braucht es weniger, um glücklich zu sein, als wir denken. Der Alltag in Guinea hat meinen Blick auf vieles verändert. Auch die Bibel habe ich neu entdeckt. Als ich selbst täglich mit stau­ bigen Füssen unterwegs war, wurde mir be­ wusst, was für eine besondere Geste es ge­ wesen sein muss, dass Jesus seinen Jüngern die Füsse wusch. Plötzlich wurden Geschich­ ten, die ich schon oft gelesen hatte, viel greifbarer. Eigentlich ging ich nach Guinea, um ande­ ren zu dienen und in der Schule mitzuhelfen. Doch am Ende wurde ich selbst reich be­ schenkt. In kurzer Zeit durfte ich unglaub­ lich viel lernen – über andere Menschen, über mich selbst und über Gott. Diese Erfahrungen haben mich ermutigt, in meinem Leben Veränderungen anzupacken: gastfreundlicher zu werden, bewusster Zeit mit Menschen zu verbringen und das We­ sentliche nicht aus den Augen zu verlieren.

Was Kambodscha mich gelehrt hat

Nicolas L. Seit Ende Januar bin ich im Lighthouse Pursat in Kambodscha im Einsatz. Das Lighthouse bietet Jugendlichen aus ländlichen Regionen ein Zu­ hause, damit sie in Pursat die Oberstufe besuchen und ihren Schulabschluss machen können.

Der Umzug von der Schweiz nach Kambodscha brachte viele Ver­ änderungen mit sich. Vertraute Freundschaften, Gespräche in der Muttersprache, die Gemeinschaft in meiner Heimatkirche und viele Gewohnheiten des Alltags fielen plötzlich weg. Besonders die Distanz zu Familie und Freunden forderte mich her­ aus. Gleichzeitig merkte ich, wie unterschiedlich Menschen Bezie­ hungen leben. In Kambodscha steht oft das gemeinsame Unterwegs­ sein im Vordergrund, während wir in Europa viel Wert auf intensive Gespräche legen. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass viele meiner gewohnten Stüt­ zen weggefallen waren. Dadurch richtete sich mein Blick stärker auf Gott. Ich begann, mehr Zeit mit ihm zu verbringen und seine Nähe bewusster zu suchen. Meine Abhängigkeit von ihm ist gewachsen – und das empfinde ich als Geschenk.

04

SAM FOCUS 3 | 2026

PERSÖNLICH

Wenn Krisen neue Chancen schaffen

Als ich 2010 nach Guinea kam, um den HIV/ Aids-Bereich im Centre Médical in Macenta aufzubauen, dachte ich nicht, dass mich ei­ nes Tages vor allem eine Frage beschäftigen würde: Wie gelingt es, Verantwortung los­ zulassen? Das Centre Médical war seit den 1980er-Jah­ ren durch SAM global, in Guinea Mission Philafricaine (MPA), aufgebaut worden. Vie­ le Mitarbeitende waren Guineer, doch wich­ tige Entscheidungen, Finanzen und Abläufe lagen noch weitgehend in den Händen von Expats. Zwar hatten wir Mitarbeitenden Weiterbildungen ermöglicht und auf Lei­ tungsaufgaben vorbereitet, doch einen kon­ kreten Plan für die Übergabe gab es nicht. Dann kam die Ebola-Epidemie. Gleichzeitig schrumpfte unser Team durch Wegzüge und gesundheitliche Ausfälle. Von drei Expat- Ärzten blieb einer. Plötzlich standen wir vor einer Herausforderung, die wir nicht länger aufschieben konnten: Wie sollte die Zukunft des Spitals aussehen? Rückblickend war diese Krise eine Chance. Sie zwang uns, Prioritäten zu setzen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ge­ meinsam mit dem Personal, Kirchenvertre­ tern und dem Gesundheitsministerium führ­ ten wir viele Gespräche. Es wurde diskutiert und gerungen. Sollten wir das Spital dem

Staat übergeben? Der Kirche? Oder weiter­ hin selbst führen?

2018 fanden wir gemeinsam einen neuen Weg. Das Centre Médical wurde zum «Centre Hospitalier Régional Spécialisé (CHRS) Macenta» umgewandelt. Ein Aufsichtsrat mit Vertretern des Gesundheitsministeriums, der Kirche, des Personals und der MPA übernahm die strategische Verantwortung. Im Alltag arbeitet das Spital seither eigenständig. Mit einer Zeremonie wurde die Verantwor­ tung offiziell übergeben. Heute erfüllt es mich mit Dankbarkeit zu se­ hen, was daraus entstanden ist. Das CHRS ist stabil aufgestellt, behandelt mehr Patientin­ nen und Patienten als früher und geniesst weiterhin einen guten Ruf. Die Vision ist die­ selbe geblieben: Menschen – besonders die ärmsten und verwundbarsten – sollen Hoff­ nung, Hilfe und Gottes Liebe erfahren. Diese Erfahrung hat mich einiges gelehrt: Veränderung braucht Zeit. Gute Leiter wach­ sen nicht über Nacht heran. Sie benötigen Ausbildung, Begleitung und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Strukturen wichtig sind, aber allein nicht ausreichen. Werte wie Integrität, Vertrauen und gegenseitiger Res­ pekt geben einer Organisation langfristig Stabilität. Schliesslich habe ich erkannt, dass Gottes Timing oft anders ist als unseres. Damals fühlten sich die Krisen bedrohlich an. Heute sehe ich, dass Gott gerade diese schwierigen Umstände genutzt hat, um etwas Neues ent­ stehen zu lassen. Manchmal sind es genau die Herausforde­ rungen, die uns zwingen, alte Wege loszu­ lassen und neue Chancen zu entdecken.

David Leuenberger, seit 2010 Projektmitarbei­ ter ProEspoir in Guinea, 2010 bis 2020 mit der Familie in Macenta wohnhaft; seit 2015 Projektleiter; seit 2020 20% Teilzeitanstellung von der Schweiz aus zur Begleitung des CHRS Macenta; Oberarzt KSA

Feierliche Übergabe­ zeremonie des CHRS am 24.11.2018

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CHANGE – CHANCE

Was uns in Bewegung bringt Alles verändert sich. Manches langsam, manches schnell. Manches zum Guten, manches zum Schlechten und manches ist nach der Veränderung weder besser noch schlechter – einfach anders.

Wo Leben ist, gibt es Veränderung. Ohne Veränderung überleben wir langfristig nicht. Das gilt für Menschen ebenso wie für Unter­ nehmen, Organisationen und Kirchen. Vor Jahren las ich den Buchtitel: «Wer will, dass die Kirche bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.» Damals forderte ich auch die SAM (heute SAM global) heraus: «Wer will, dass die SAM bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.» Lieben wir Veränderungen? Die meisten Menschen reagieren zunächst eher zurückhaltend auf Veränderungen und nicht mit Freude. Diese Erfahrung habe ich

immer wieder gemacht. Neue Ideen oder Visionen werden oft zuerst kritisch betrach­ tet. Einige lassen Veränderungen einfach geschehen, andere leisten aktiven Wider­ stand. Nur wenige tragen sie von Anfang an begeistert mit. Veränderung wird häufig eher als Bedrohung denn als Chance wahr­ genommen. Was bringt Veränderung in Gang? Während meiner Ausbildung in systemi­ scher Organisationsentwicklung lernte ich eine wichtige Lektion: Organisationen ver­ halten sich oft ähnlich wie Menschen. Sie sind lebendige Systeme und grundsätzlich eher träge.

Die Anatomie der Veränderung: Irritation als Motor

Leidensdruck Irritation von hinten Weg-von

Visionszug Irritation von vorne Hin-zu

Komfortzone Ist-Zustand

Der Leidensdruck (Die Irritation von hinten) Sie müssen sich bewegen, weil das Ver- bleiben am aktuellen Punkt schmerzhafter ist als das Risiko des Unbekannten. Der Druck von hinten nimmt Ihnen die Option, stehenzubleiben.

Der Visionszug (Die Irritation von vorne) Sie wollen sich bewegen, weil das Bild der Zukunft so anziehend und inspirierend ist, dass die aktuelle Realität plötzlich als «unvollständig» oder «zu klein» empfun- den wird. Der Zug von vorne lockt Sie aus der Reserve.

Beide Kräfte erfüllen denselben Zweck: Sie brechen die Trägheit des aktuel- len Zustands auf.

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CHANGE – CHANCE

Damit echte Veränderung entsteht, braucht es meist einen Auslöser. Das ist normalerwei­ se entweder Leidensdruck oder eine Vision. Damit echte Veränderung entsteht, braucht es meist einen Auslöser. Das ist normalerweise entweder Leidensdruck oder eine Vision. Manchmal wird der Druck so gross, dass Veränderung unvermeidbar wird, oder eine attraktive Vision zieht Menschen und Orga­ nisationen in eine neue Richtung. Als visio­ närer Mensch gefällt mir die zweite Variante deutlich besser. Es ist motivierender, mit Handlungsspielraum auf ein Ziel hin­ zuarbeiten, als unter Druck zu reagieren, wenn die Möglichkeiten bereits einge­ schränkt sind. Was ich bei SAM global gelernt habe In der Geschichte von SAM global finden sich beide Varianten. Als Anfang der 1950er- Jahre alle Mitarbeitenden China verlassen mussten, entstand daraus die Arbeit in Japan. Später führte die Suche nach einem neuen portugiesischsprachigen Einsatzland zur Arbeit in Brasilien, da es für Angola

Die Familien Hediger, Imhof und Aeberhard haben die ersten Jahrzehnte der Arbeit in Brasilien stark geprägt.

wegen Unruhen keine Visa mehr gab. Beides waren Entwicklungen, die aus schwierigen Umständen entstanden. Anders war es bei der Integration der VIA-Projekte in Kamerun, Tschad und Burki­ na Faso im Jahr 2011 in SAM global. Wir wa­ ren begeistert von der Arbeit von VIA und hatten die gemeinsame Vision mit der VIA, dass eine Integration Sinn macht. Ähnlich war es bei der Ausweitung unserer damals relativ kleinen Arbeit in Asien. Wir wollten nicht nur in Afrika tätig sein, son­ dern auch verstärkt in Asien. Nach Gebet, gezieltem Recherchieren und entsprechen­ den Reisen entstanden Engagements in Kambodscha, Indien und später Nepal. Heute gehört Kambodscha zu den wichtigs­ ten Einsatzländern von SAM global. Chancen erkennen Rückblickend sehe ich: Gott gebraucht bei­ des. Manchmal lässt er schwierige Situa­ tionen und damit Leidensdruck zu, die uns zum Handeln bewegen. Manchmal schenkt er eine Vision, die uns mutig vorange­ hen lässt. Beides führt zu Veränderung. Gott kann beides nutzen, um Neues entste­ hen zu lassen und seine Geschichte weiter­ zuschreiben.

Text: Jürg Pfister, seit über 35 Jahren mit SAM global unterwegs

2011 wurde VIA in SAM integriert und zu einer Organisation

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CHANGE – CHANCE

Veränderung beginnt im Gehirn

Gleichzeitig schüttet das Gehirn bei Neu­ gier und Vorfreude Dopamin aus. Wer Ver­ änderung als Chance erlebt, aktiviert sein Belohnungssystem. Wer sie als Bedrohung erlebt, sein Schutzsystem. Wer Veränderung als Chance erlebt, aktiviert sein Belohnungs­ system. Wer sie als Bedrohung erlebt, sein Schutzsystem. Die Veränderungsfreudigen: Was sie lernen sollten Menschen, die Veränderung lieben, erleben Neues oft als stimulierend. Das ist eine grosse Stärke. Doch sie unterschätzen häufig, was Veränderung im Nervensystem anderer auslöst. Was für sie Aufbruch bedeutet, kann für andere echten Stress bedeuten. Die wichtigste Lektion lautet deshalb: Tem­ po ist nicht gleich Fortschritt. Wer andere mitnehmen will, muss Sicherheit geben statt zu überreden oder Druck zu machen. Denn das Gehirn öffnet sich für Neues, wenn es sich sicher fühlt.

Warum lieben manche Menschen Veränderungen, während andere sich dagegen wehren ? Die Ant- wort liegt nicht nur im Charakter, sondern auch in unserem Gehirn. Die Neurowissenschaft zeigt, wie Veränderung entsteht – und was wir brauchen, um sie erfolgreich zu gestalten.

Manche Menschen reiben sich bei Verän­ derungen die Hände. Andere bekommen feuchte Handflächen. Beide Reaktionen sind normal und haben ihren Ursprung in unse­ rer Neurobiologie. Je besser wir das verste­ hen, desto weniger verurteilen wir uns selbst oder andere und können konstrukti­ ver miteinander umgehen. Was im Gehirn passiert, wenn Verän- derung droht Das menschliche Gehirn ist ein Vorhersage- Organ. Es liebt Muster, Routinen und Bere­ chenbarkeit. Bekanntes kostet wenig Energie. Neues hingegen fordert den präfrontalen Kortex heraus, aktiviert das Stresssystem und löst in der Amygdala – unserer Bedrohungsde­ tektorin – eine Alarmreaktion aus. Das erklärt, warum selbst positive Veränderungen Stress auslösen können. Ein neuer Job, ein Um­ zug oder eine neue Führungs­ struktur: Das Gehirn bewertet zunächst die Abweichung vom Bekannten – und damit ein po­ tenzielles Risiko.

Die Widerstandserfahrenden: Was ihnen hilft

Wer bei Veränderungen Widerstand spürt, ist nicht rückständig oder entwicklungsre­ sistent. Das Gehirn arbeitet nach einem be­ währten Prinzip: Schütze, was funktioniert. Dieser Widerstand ist ein Signal: «Ich brau­ che Informationen, Zeit und das Gefühl, nicht zu verlieren, was mir wichtig ist.» Es hilft, den Widerstand zu benennen. Allein das Verbalisieren reduziert die Amygdala- Aktivierung und gibt dem präfrontalen Kor­ tex wieder Kapazität. Zudem hilft es, die Veränderung in kleine Schritte aufzuteilen: «Was ist der kleinste mögliche Schritt, dem ich zustimmen kann?» Kleine Erfolge aktivieren das Beloh­ nungssystem und bauen Vertrauen auf.

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CHANGE – CHANCE

entscheidend. Sie senkt den Cortisolspiegel, aktiviert den präfrontalen Kortex und macht das Gehirn offener für neue Perspektiven. Veränderungsprozesse brauchen deshalb einen Rahmen, in dem Bedenken gehört werden. Sie brauchen Führungspersonen, die Unsicherheit benennen, statt sie wegzu­ moderieren, und Zeit, damit das Gehirn vom Alarm- in den Lernmodus wechseln kann. Veränderung ist zumutbar Veränderung ist zumutbar – und das Gehirn ist dafür gebaut. Wer versteht, was in ihm und in anderen passiert, hört auf zu kämp­ fen und beginnt zu gestalten. Doch Verste­ hen allein reicht nicht. Es braucht Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, den eigenen Weg und in etwas Grösseres, das trägt, auch wenn der nächste Schritt noch nicht sicht­ bar ist. Das Gehirn kann Neues lernen, Widerstände überwinden und Vertrauen aufbauen. Vor­ aussetzung ist, dass es sich sicher, gesehen und sinnvoll eingebunden fühlt. Verbindung ist kein nettes Beiwerk, sondern ein starker Ermutiger für Offenheit und Veränderung. Wer sich zugehörig fühlt, wagt mehr. Wer sich getragen fühlt, geht weiter.

Dr. Barbara Studer erklärt, wie unser Gehirn mit Veränderungen umgeht.

Auch der Sinn ist entscheidend: Das Gehirn akzeptiert Veränderung leichter, wenn es versteht, warum sie notwendig ist. Das Gemeinsame finden In Teams, Familien und Organisationen tref­ fen Veränderungsbegeisterte und Wider­ standserfahrende täglich aufeinander. Die einen erleben die anderen als bremsend, die anderen die einen als rücksichtslos. Psychologische Sicherheit – das Gefühl, offen sprechen zu können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen – ist neurobiologisch Veränderung bei SAM global «Veränderung ist zumutbar», sagt die Neu- rowissenschaftlerin Barbara Studer. Als Vorstand bekennen wir uns zu Verän­ derung bei SAM global. Sie zeigt sich etwa in der neuen Organisationsform (VSM) und in neuen Mitarbeitenden, was zu einer neuen Kultur in der Organisation führt. Veränderung ist notwendig, um uns weiter­ zuentwickeln und fit für die Zukunft und kommende Generationen von Mitarbeiten­ den zu werden, die Gottes Liebe in die Welt hinaustragen. Wandel bedeutet auch, Dinge bewusst anders anzugehen.

Text: Dr. Barbara Studer Sie ist Neurowissen­ schaftlerin, Gründerin von Hirncoach und Autorin des Bestsellers «Hirnpower». Hirncoach bietet Programme für Unternehmen, Führungs­ teams und Einzelperso­ nen mit Impulsen und Übungen für einen zukunftsfähigen Umgang mit dem eigenen Gehirn.

Dabei entstehen neue Arbeitsabläufe und Fehler, die wir reflektieren und aus denen wir lernen möchten. Veränderung eröffnet neue Chancen, die wir nutzen wollen. Viele Christen ver­ wechseln unveränderbare christliche Werte mit sich wandelnden Formen. Diesen Fehler möchten wir vermeiden. Unser Ziel ist es, gemeinsam Veränderung zu ge­ stalten – mit Mut und Vertrauen in Gott.

Simon Reifler, Präsident des Vorstands von SAM global

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ERLEBT

Nicht alle lieben Veränderungen

Wir besuchen eines unserer Lieblingsres­ taurants. Meine Frau Simone studiert begeis­ tert die Speisekarte und sucht nach etwas Neuem, etwas Spannendem. Für mich hin­ gegen ist seit Tagen klar, was ich bestellen werde. Ich kenne die Menükarte vom letzten Besuch und weiss genau, was mir schmeckt. Warum also etwas ändern, wenn es doch gut war? Nicht alle lieben Veränderungen. Das Neue birgt Risiken – es könnte ja weniger gut sein als das Bekannte. Trotzdem sind Verände­ rungen unvermeidlich. Im Laufe der 34 Jahre, in denen ich bei SAM global arbeite, bin ich vielen Veränderungen begegnet. Die meis­ ten sind an mich herangetragen worden oder entstanden, nur wenige habe ich aktiv gesucht oder mitinitiiert. Ich liebe das Ge­ wohnte, das mir Bekannte, es gibt mir Sicherheit. Wenn ich zurückblicke, denke ich beispielsweise an die vielen personellen Wechsel in dieser Zeit. Gerne hätte ich meine ehemaligen Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen behalten. Veränderungen sind unumgänglich, sie ge­ hören zum Leben wie das Salz in der Suppe. Bereits der griechische Philosoph Heraklit von Ephesus (535 – 475 v. Chr.) erkannte dies. Er meinte: «Nichts ist so beständig wie der Wandel.» Ich lerne, wie hilfreich es ist, Veränderun­ gen zu «umarmen», anstatt sie abzulehnen oder gegen sie anzukämpfen. Ich spreche hier von Veränderungen, die gegeben sind, auf die ich keinen Einfluss habe. Meine Ein­ stellung ist entscheidend. Ich kann dankbar sein für die Zeit, die ich mit Ehemaligen ar­ beiten durfte und mich freuen über den neuen, spannenden Weg, den sie vor sich haben. Annehmen und danken sowie das Wissen, dass mein Gott die Situation

zugelassen hat, geben mir einen tiefen, inneren Frieden, immer wieder. Und ausser­ dem ändert es nichts, wenn ich mich gegen solche Veränderungen auflehne.

Albert Zimmerli arbeitet seit 1992 in der Homebase von SAM global im Sekre­

tariat und in der Kommunikation.

Teamfoto aus dem Jahr 2003

Mit Veränderungen, die ich beeinflussen kann, gehe ich anders um. Ich möchte offen sein für Neues, bereit sein, andere Wege, Methoden und Denkweisen zu prüfen. Mehr noch: Nicht nur anhören und prüfen, son­ dern auch ausprobieren, bis hinein in meine Glaubensüberzeugungen oder, wer weiss, bis hinein in die Menükarte. Lernbereit­ schaft ist mir wichtig. Manchmal gelingt es mir besser, andere Male halt schlechter. Ich bin unterwegs und darf lernen. Ab und zu erlebe ich es als anstrengend, wenn ich mei­ ne Meinung hinterfragen lassen muss. Und trotzdem ist dies sehr wichtig. Ich merke, dass ich über einige Themen, zu denen ich vor 20 Jahren eine klare Überzeugung hatte, heute anders denke. Die Frage beschäftigt mich, wie ich wohl in 10 weiteren Lebens­ jahren darüber denken werde. Das macht mich grosszügiger mit anderen Meinungen und Ideen. «Unser Wissen ist Stückwerk», steht in der Bibel (1. Kor 13,9). Diese Wahr­ heit erlebe ich als befreiend. Ich muss nicht alles wissen und zu allem eine Meinung ha­ ben. Ich darf unterwegs sein und lernen.

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AUS DER ROMANDIE

Wenn eine Mauer zur Chance wird

«Das missionarische Erwachen und das missionarische Interesse gingen Hand in Hand und beeinflussten sich gegenseitig» (L’Essor des missions protestantes, Seite 24, Jacques Blandenier). Als ich meine Arbeit bei SAM global begann, wurde mir schnell bewusst, dass wir deut­ lich mehr offene Stellen für unsere Einsatz­ länder hatten als Menschen, die sich dafür interessierten. Leider hat sich dieser Trend im Laufe der Jah­ re nicht umgekehrt – im Gegenteil: Die Zahl der Bewerbungen nahm immer weiter ab. Das geschah, obwohl unsere Kommunikation immer professioneller und gezielter wurde. Seit Jahren stiessen all unsere Bemühungen und guten Ideen immer wieder an dieselbe Grenze. Die Bereitschaft, auszureisen und Gottes Liebe den Menschen in unseren Ein­ satzländern erfahrbar zu machen ist so sel­ ten geworden, dass wir bei SAM global enger zusammenrücken und dort sparen mussten, wo es möglich war. Schliesslich waren wir sogar gezwungen, auch unser Team in der Schweiz zu verkleinern. Wie können wir unsere offenen Stellen be­ setzen und gleichzeitig weiterhin ein Segen für die Menschen in unseren Einsatzländern sein? Die Situation fühlte sich an wie eine unüberwindbare Mauer. Was sollten wir tun? Es musste sich etwas verändern. Nach einer längeren Zeit des Nachdenkens und Betens zeigte mir Gott eine neue Rich­ tung: die junge Generation. Wie bereits eingangs erwähnt, bin ich über­ zeugt, dass wir in der Schweiz und in Europa ein neues Bewusstsein und neue Motivation für ein Engagement über die Schweiz

hinaus brauchen – und warum nicht gerade bei den jungen Menschen beginnen? Doch wenn ich selbst Teil einer geistlichen Erneu­ erung sein wollte, müsste ich sie zuerst per­ sönlich erleben. Ich begann zu beten und bat Gott um neuen Glauben, für Kranke zu beten und propheti­ sche Eindrücke weiterzugeben. Und ich bin Gott von Herzen dankbar: Schon bald durfte ich für Menschen mit ganz unterschiedli­ chen Beschwerden beten und miterleben, wie Gott wirkte. Immer wieder darf ich erleben, wie Gott Menschen heilt, sie im Glauben stärkt und ihnen neue Hoffnung schenkt. Dafür ge­ bührt ihm allein die Ehre. Meine Vision ist es, jungen Menschen in der Romandie eine praxisnahe Ausbildung über den Heiligen Geist und die geistlichen Gaben anzubieten. Sie sollen entdecken, dass Gott auch heute noch handelt – durch Heilungen, Wunder und sein konkretes Eingreifen. Zurzeit stehe ich mit verschiedenen Kirchen in Kontakt und bete dafür, dass ein solches Schulungsangebot schon bald Wirklichkeit wird. Ich wünsche mir, dass viele junge Men­ schen durch eine persönliche Begegnung mit Gott neu begeistert werden und ihre Ga­ ben in den Dienst einer ganzheitlichen Ent­ wicklungszusammenarbeit stellen.

Christophe Reifsteck, Bereichsleiter franko­ phones Europa

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SAM FAMILY

SAM global

Aktuelles rund um unsere Mitarbeitenden auf der ganzen Welt

Neu im Team

und Sensibilisierung übernehme. Mein Wunsch ist es, dass die Ge­ schichten unserer Arbeit Menschen berühren und in Bewegung bringen, hier bei uns und dort, wo Hilfe ge­ braucht wird. Privat bin ich mit meiner Frau Lea verheiratet und Papa eines wunder­ baren Sohnes. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, findet man mich beim Sport oder mitten in einer gu­ ten Begegnung. Und kommt dann noch ein Abenteuer mit etwas Adre­ nalin in den Adern dazu, bin ich rundum glücklich. Ich freue mich riesig auf diese Auf­ gabe und darauf, euch kennen­ zulernen!

gebeten wurde. Zumindest weiss ich, dass ich mich freue, sobald es einen geeigneten Nachfolger gibt. Ich bin mit SAM global seit Kindes­ beinen an verbunden. In Brasilien aufgewachsen waren wir als Familie dann selbst 13 Jahre Mitarbeiter im Projekt ProSERTÃO. Seit 7 Jahren bin ich Pastor der FEG Langenthal, einer grösseren Gemeinde im Bund FEG, und die Tatsache der neuen Doppel­ belastung macht mich sehr demütig. Es wäre Weise, die Erwartungen an mich nicht allzu hoch anzusetzen. Ausserdem steckt SAM global in einem Veränderungsprozess, den wir unbedingt weiterführen wollen und es warten noch einige Heraus­ forderungen auf uns, die wir mit Gottes Hilfe angehen möchten. Ich bin dankbar, dass ich mit Beat Rog­ gensinger einen fähigen und erfah­ renen Vizepräsidenten zur Seite habe.

Lukas Jungen Mein Name ist Lukas und es gibt ei­ nen Moment, für den ich brenne: wenn ein Mensch Gott begegnet und spürt, wie Gott seiner inneren Leere begegnet. Mitzuerleben, wie jemand durch diese Begegnung neu zu leben beginnt, ist für mich das Schönste überhaupt. Schon als kleiner Junge hatte ich ein Herz für Menschen in benachteilig­ ten Situationen. Ich war überzeugt, ich werde einmal Helikopterpilot, um Menschen in Not zu helfen. Der Beruf ist es nicht geworden, das Anliegen aber geblieben: Ich liebe es, Menschen aufblühen zu sehen, ganz­ heitlich, an Körper, Geist und Seele. Auf meinem Weg durfte ich einen Rucksack füllen, von einer hand­ werklichen Grundausbildung über meine Zeit als Lehrer und in der kirchlichen Mitarbeit bis hin zur Wirtschaftspsychologie. So unter­ schiedlich diese Stationen sind, sie haben mich gelehrt, Menschen und ihre Geschichten ernst zu nehmen, sie zu begleiten und zu begeistern. Genau das darf ich nun bei SAM glo­ bal einbringen, wo ich neu die Lei­ tung Kommunikation, Mobilisation

Simon Reifler Am 18. April 2026 wurde ich zum Präsidenten von SAM global ge­ wählt, da Christoph Ammann aus persönlichen Gründen sein Amt eher kurzfristig abgegeben hatte. Vorher war ich bereits 5 Jahre als Mitglied im Vorstand. Ich kann nicht sagen, dass ich dieses Amt gesucht habe und dass ich die geeignetste Person bin. Doch mir ist SAM global so wichtig, dass ich fast nicht anders konnte, als einzuspringen, nachdem ich von mehreren Seiten darum

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SAM FOCUS 3 | 2026

SAM FAMILY

Kurzzeiteinsätze

Gioia M. reist Anfangs September für 10 Monate nach Guinea und unter­ richtet dort die Kinder von Familie M, zusam­ men mit Lian R. (Septem­ ber – Dezember 2026) im AV Süd.

Ebenfalls nach Guinea reist Tabea W. , welche während rund einem Jahr das Team (ihre Eltern) von ProTIM2-2-2 im Be­ reich Bildung unterstüt­ zen wird.

Während sechs Monaten wird Joshua S. das Team vom Lighthouse in Kam­ bodscha vor allem im Be­ reich «Informatik / Unter­ richt» unterstützen.

Wir wünschen diesen Midi-Einsatzleistenden, (wie auch den weiteren Mini-Kurzzeit-Mitarbei­ tenden), welche in den nächsten Wochen aus­ reisen werden, einen se­ gensreichen Einsatz.

Gemeinsam unterwegs Falls ein interkultureller Einsatz für dich ein Thema ist, bist du herzlich eingeladen zu folgenden gather4 Events: 30.10. – 01.11.2026 Event mit Special Guest Sultan A. Samstag, 28.11.2026 Gemeinsames Weekend

gather4 fellowship gather4 training gather4 action gather4 sending

Bei Interesse melde dich bei Raphael Pfister: raphael.pfister@sam-global.org

Events

Wir suchen dich!

Du möchtest mit Gott Geschichte schreiben und dabei konkret etwas bewirken ? Du möchtest deine Gaben einbringen und deine Berufung entdecken? Dann finden wir für deine Leidenschaft den richtigen Platz.

Mission 26 Aarau

26.09.26

Guinea-Einsatz

05.–22.11.26

Tschad-Einsatz

06.–23.11.26

Alle Informationen zu unseren Einsätzen findest du unter sam-global.org/einsatz

Praise Camp 27.12.26 – 01.01.27 Kambodscha-Einsatz 16.01.– 31.01.27 Baucamp Brasilien 19.02.– 07.03.27

Scanne den QR-Code

Infos zu den Events sam-global.org/events

AUS DEM LEBEN

Veränderung ist ein Zeichen von Lebendigkeit

Manchmal sitze ich morgens im Büro und denke, ich wüsste ziemlich genau, wie der Tag verlaufen wird. Doch schon wenige Stunden spä­ ter sieht alles anders aus. Ein Termin wird verschoben, ein Teammitglied übernimmt eine neue Aufgabe, ein spontanes Gespräch verändert eine Planung oder eine neue Idee entsteht. Solche Momente erinnern mich daran, dass Veränderung zum Leben dazugehört.

Anna Buess ist Kommu­ nikationsleiterin bei Lighthouse Battambang (Kambodscha)

Für mich ist Veränderung ein Zeichen von Lebendigkeit. Denn was lebt, verändert sich. Veränderung führt oft zu Verunsicherung. Gleichzeitig

kann sie aber auch Freude und Neugier wecken. Entscheidend ist für mich oft die Frage nach dem Vertrauen. Wo Vertrauen da ist, fällt es leichter, Neues zu wagen. Wo Vertrauen fehlt, entstehen Sorgen oder sogar Angst. Beide Erfahrungen kenne ich gut. Gewisse Veränderungen haben wir bewusst gewählt oder selbst mitgestaltet. Andere kommen un­ gefragt in unser Leben. Sie können uns überraschen, beschenken oder herausfordern. Manch­ mal empfinde ich eine Veränderung zunächst als Belastung und erkenne erst später, was daraus Gutes entstanden ist. In solchen Momenten bin ich dankbar für Gottes Zusage, dass er gegen­ wärtig bleibt – auch dann, wenn gefühlt vieles ins Wanken gerät. Bei Lighthouse gehört Veränderung zum Alltag. Menschen kommen und gehen, Aufgaben, Akti­ vitäten und Strukturen verändern sich. Wir möchten Menschen Raum geben, um zu leben, zu lernen und zu wachsen. Das bedeutet auch, dass wir selbst bereit sein müssen, immer wieder Neu­ es zuzulassen. Besonders schätze ich dabei die Zusammenarbeit in unserem interkulturellen Team. Wenn ein Tag einmal ganz anders verläuft als geplant und kurzfristig umgedacht werden muss, beeindruckt mich oft die Gelassenheit und spontane Flexibilität unserer einheimischen Mitarbeitenden. Gleichzeitig erlebe ich, wie Expat-Mitarbeitende mit Freude und Leichtigkeit lang­ fristige Entwicklungen planen und neue Ideen vorantreiben.

In solchen Momenten wird sichtbar, wie wir einander ergänzen. Wir bringen unter­ schiedliche Stärken, Perspektiven und Er­ fahrungen mit. Das fordert uns manch­ mal heraus, bereichert uns aber noch viel mehr. So lernen wir voneinander und entdecken immer wieder neu, dass Ver­ änderung nicht nur anstrengend sein muss, sondern auch eine Chance sein kann, gemeinsam zu wachsen.

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SAM FOCUS 3 | 2026

DIE LETZTE

Finanzpuls per 30.06.2026

Die Hälfte des Jahres liegt bereits hinter uns. Dank zweier Legate liegen unsere Spendeneinnahmen per 30. Juni 2026 prak­ tisch auf dem Niveau des Vorjahres. Die Ein­ zelspenden liegen jedoch weiterhin rund 9 Prozent (CHF 105 000) unter dem Mehrjah­ resvergleich. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den zweckfreien Gaben, die gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent gesunken sind. Auch die Unterstützerkreise unserer zurück­ gekehrten Expats verzeichnen einen Rück­ gang von 10 Prozent. Erfreulicherweise sind hingegen die Projektspenden im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent gestiegen. Vom budgetierten Spendenvolumen sind im ersten Halbjahr bisher 37 Prozent eingegan­ gen. Damit liegt noch eine grosse Heraus­ forderung vor uns, um das Jahr finanziell ausgeglichen abschliessen zu können.

Wir sind Gott dankbar für seine Versorgung in den vergangenen Monaten und Jahren. Gleichzeitig möchten wir euch, liebe Spen­ derinnen und Spender, von Herzen danken. Eure treue finanzielle Unterstützung durch das ganze Jahr hindurch ermöglicht unsere Arbeit und trägt dazu bei, dass wir unseren Auftrag weiterhin wahrnehmen können.

Peter Röthlisberger, Co-Leiter Finanzen

Spenden und Legate 2026

Soll Ist

Trotzdem gehen wir zuversichtlich weiter und setzen unsere Arbeit wie geplant fort.

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Impressum

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Bankverbindung Schweiz SWISS POST – PostFinance Nordring 8, CH-3030 Bern, Schweiz IBAN: CH58 0900 0000 8400 1706 5 Clearing-Nr.: 09000

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SAM FOCUS 3 | 2026

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.

Römer 8,28

Viele Leute in meinem Umfeld gehen momentan durch grössere Veränderungen, gewollt oder un­ gewollt. Auch ich sehne mich nach Veränderung. Obwohl es mir nicht leichtfällt, mich schnell auf Veränderungen einzulassen, fällt es mir noch viel schwerer, Umstände und Situationen zu akzep­ tieren, die sich positiv verändern lassen könnten. Da stellt sich allerdings immer die Frage, ob es meine Aufgabe oder der richtige Zeitpunkt ist, die entspre- chende Veränderung herbeizuführen. Wie tröstlich ist es, zu wissen, dass Jesus uns niemals im Stich lässt, der Heilige Geist uns leitet und führt, Gott der unveränderliche und ewige Vater ist und er uns verheisst, dass denen alles zum Besten dient, die ihn lieben.

Wenn ich mich also in einer schwierigen Situation be- finde, aber weiss, dass Gott mich dort hineinge- stellt hat, dann darf ich mit Zuversicht daran festhal- ten, dass mir diese Situation zum Besten dient. Sei es eine Veränderung oder eine noch nicht einge- troffene Veränderung. Ich denke, der Schlüssel liegt darin, hellhörig auf Gottes Stimme zu sein und vertrauensvoll, demütig und dankbar seine Absicht für unser Leben anzu- nehmen. Dabei denke ich, dass es wichtig ist, nicht allzu sehr nach rechts oder links zu schauen. Denn wie Jesus zu Petrus meinte: «Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!»

Sandra Gerber, im Einsatz in Kambodscha

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