IJAB-Jahresbericht 2022

IJAB blickt im Jahresbericht auf die vielfältigen Aktivitäten der Fachstelle im Jahr 2022. Neben der Gestaltung der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit zählen die Qualifizierung und Weiterentwicklung des Arbeitsfelds Internationale Jugendarbeit und die Unterstützung des internationalen Wissensaustauschs in der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Förderung der digitalen Jugendbildung und -beteiligung zu den Tätigkeitsbereichen von IJAB.

IJAB Jahresbericht 2022

Serviceangebote von IJAB für die Praxis

Unser vollständiges Angebot finden Sie auf https://ijab.de/angebote-fuer-die-praxis

Serviceangebotevon IJAB für die Praxis

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Nachweise International

Bildungsziele und Internationale Jugendarbeit sichtbar machen: Die Nachweise International bescheinigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Teilnahme, das Engagement oder gezeigte Kompetenzen bei Projekten der Internationalen Jugendarbeit.

nachweise-international.de

Sprachen 3

Nachweisarten 4

Mit einem Klick Zertifikate für die ganze Gruppe erstellen.

Nachweise können auf Deutsch, Englisch und Polnisch ausgestellt werden.

Toolboxen Internationale Jugend- und Fachbegegnungen kompetent vorbereiten und durchführen! Unterstützung bieten die Toolboxen:

Infosystem »Kinder- und Jugend - hilfe in Deutschland« On- oder offline und mehrsprachig: Mit dem Infosystem Rahmenbedingungen, Aufgaben und Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland im nationalen und internationalen Fachdialog erläutern

Internationale Begegnungen organisieren ijab.de/toolbox-internationale- begegnungen-organisieren

Interkulturelles Lernen

kinder-jugendhilfe.info kinder-jugendhilfe.info

ijab.de/toolbox-interkulturelles-lernen

Verfügbar auf Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Russisch

Religion

ijab.de/toolbox-religion

Serviceangebotevon IJAB für die Praxis

MOOC »Internationale Jugendbegegnungen organisieren« Online-Kurs für Einsteiger*innen: Wie organisiere ich eine internationale Jugendbegegnung?

Literaturdatenbank Literatur und Quellen zu Themen oder Forschungser- gebnissen aus dem Arbeitsfeld Internationale Jugend- arbeit und zum interkulturellen Lernen in Jugend- und Fachkräftebegegnungen gesucht?

ijab.de/literaturdatenbank

oncampus.de/InternationaleBegegnungen

Lerneinheiten 6

Stunden Aufwand 18

Abonnieren Sie kostenfrei das IJAB journal und den IJAB-Newsletter auf www.ijab.de

Youth Work Translator

Verfügbar auf Deutsch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Japanisch und Russisch

Fachbegriffe der Kinder- und Jugendhilfe übersetzt und erklärt

translation.rocks

i-EVAL Jugendbegegnungen

Kostenlos, anonym, digital: Internationale Jugendbegegnungen und Fachkräfteveranstaltungen evaluieren

Das Gemeinschaftswerk eines internationalen Teams

In bi-, tri- und multinationalen Begegnungen und Veranstaltungen einsetzbar

Fragebögen für Teilnehmende und Mitarbeitende

Verfügbar auf Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Ukrainisch, Griechisch, Hebräisch, Türkisch (in Arbeit)

i-eval.eu

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Vorwort

2022 war ein bewegtes Jahr, das insbesondere durch den Angriff Russlands auf die Ukraine überschattet wurde. Für IJAB war es in personeller Hinsicht ein ent- scheidendes Jahr der Veränderung. Im Herbst traten sowohl Marie-Luise Dreber als Direktorin von IJAB als auch Hans-Georg Wicke als Leiter der Nationalen Agen- tur JUGEND für Europa ihren Ruhestand an. Beiden gebührt hiermit nochmals ein großer Dank für ihre in vie- len Jahren immer motiviert geleistete Arbeit des Aufbaus, des Umbaus und der Weiterentwicklung! Sie haben IJAB und die Nationale Agentur wesentlich geprägt, sowohl inhaltlich als auch durch eine zugewandte und motivie- rende Personalführung, sodass ihre Nachfolger*innen engagierte Teams übernehmen konnten. Mit Daniel Poli übernahm ein erfahrener Insider die Leitung von IJAB, mit Frauke Muth konnte eine erfahrene Quereinsteigerin für die europäische Jugendarbeit und als Leiterin von JUGEND für Europa gewonnen werden. Der Beschluss der Mitgliederversammlung im Dezember 2022 zur Durch- führung eines Profilentwicklungsprozesses eröffnete beiden gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit die Möglichkeit, eigene Impulse in die Weiterentwicklung von IJAB einzu- bringen. Ein Beschluss, der sicherlich weit über das Jahr 2022 hinaus positive Wirkungen haben wird. Mit Blick auf die inhaltlichen Schwerpunkte von IJAB gilt es, den G7-Jugendgipfel hervorzuheben. IJAB wurde durch das Bundeskanzleramt mandatiert, die Aus- richtung des Jugendgipfels zu koordinieren und den Jugendbeteiligungsprozess durchzuführen. Das von den Delegierten erarbeitete Youth7-Kommuniqué formuliert Handlungsempfehlungen zu Themen wie Grüner und Nachhaltiger Planet bzw. Jugend, Frieden und Sicherheit. Nachhaltigkeit nahm auch im Projekt »Learning Mobi- lity in Times of Climate Change« einen zentralen Platz ein. Junge Leute entwickelten im Rahmen eines Jugend- Events Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung von internationaler Lernmobilität. Die Begeisterung junger Leute für einen Auslandsaufenthalt zu fördern und sie über ihre Möglichkeiten zu informieren, hatte sich die Jugendkampagne »bravel« auf die Fahnen geschrieben. Sie startete 2022 mit Aktionsformaten und insbesondere auf Social Media durch. 2022 war auch das Europäische Jahr der Jugend, das Jugendliche in den Mittelpunkt der

Rolf Witte Vorsitzender

öffentlichen Aufmerksamkeit rückte. In Deutschland initiierte das Bundesministerium für Familie, Senio- ren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die bundesweite Mit- machkampagne »Dein Europa – Dein Jahr!«. Eurodesk Deutschland unterstützte hier erfolgreich. Mit dem Ziel, Lerneffekte von im internationalen Aus- tausch genutzten digitalen Formaten wissenschaftlich zu untersuchen und Gelingensbedingungen zu identi- fizieren, setzte IJAB mit Kooperationspartnern das Forschungsprojekt IJA.digital um. 2022 hat die Förderung des Jugend- und Fachkräfte- austauschs mit den USA weiter Fahrt aufgenommen: Aus CIP wurde TraX, das Transatlantic Exchange in Social Work -Programm, und das Deutsch-US-Amerikanische Praktikumsprogramm (DAP) ging mit einer neuen Aus- richtung an den Start. Der Fachtag USA setzte einen öffentlichkeitswirksamen Startpunkt. Für die Förderung unserer Aktivitäten danken wir dem BMFSFJ, dem Bundesministerium für Umwelt, Natur- schutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, den Bundesländern und der Europäischen Kommission. Für die gute Zusammenarbeit gebührt den IJAB-Mitgliedern, dem BMFSFJ, nationalen und europäischen Institutio- nen, den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und den Partnereinrichtungen im In- und Ausland sowie den Mitarbeitenden der IJAB-Geschäftsstelle ebenso unser Dank.

IJAB - Jahresbericht 2022

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IJAB Internationale Jugendarbeit gestalten und jugendpolitische Zusammenarbeit begleiten

IJAB wurde vom BMFSFJ als Rechtsträger von JUGEND für Europa, der Nationalen Agentur für die Programme der Europäischen Union Erasmus+ Jugend, Erasmus+ Sport und Europäisches Solidaritätskorps, bestellt. Seit 1988 ist JUGEND für Europa bei IJAB angesiedelt. JUGEND für Europa ist vom BMFSFJ und der EU-Kommission (Generaldirektion Bildung und Kultur) beauftragt, als Nationale Agentur die EU-Programme Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps in Deutschland umzusetzen. Seit 2022 ist JUGEND für Europa im Auftrag der EU-Kommission und des Bundesministeriums des Inneren auch Nationale Agentur für das EU-Programm Erasmus+ Sport. Der IJAB-Vorstand, das BMFSFJ und die Leitung der Geschäftsstelle haben 2022 gemeinsam einen Prozess angestoßen, um das Profil von IJAB zu schärfen und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, mehr Klarheit über die zukünftige Ausrichtung und die Aufgaben von IJAB zu erlangen und diese im Kontext aktueller politischer und gesellschaftlicher Erfordernisse zu verorten. Der Profil- entwicklungsprozess von IJAB findet unter Beteiligung unterschiedlicher Stakeholder statt und soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein.

IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V. stärkt und gestaltet die Internationale Jugendarbeit und jugendpolitische Zusammenarbeit – sowohl mit den Ländern Euro- pas als auch weltweit. IJAB ist im Auftrag des Bundes- ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), der Mitgliedsorganisationen und anderer Trä- ger im Jugendbereich tätig. Mit ihrer Arbeit fördert die Fachstelle das gegenseitige Verständnis junger Menschen aus verschiedenen Län- dern und Kulturkreisen, die Vermittlung interkultureller Kompetenzen, den Umgang mit Vielfalt sowie non-for- male und informelle Bildungsprozesse. IJAB unterstützt den internationalen Wissensaustausch in der Kinder- und Jugendhilfe, um so zu deren Weiter- entwicklung beizutragen. Die Fachstelle vernetzt Akteu- rinnen und Akteure im In- und Ausland und ist Mittle- rin im internationalen Dialog. Sie berät, schafft Räume für Diskurse und bietet Fachkräften Qualifizierung im europäischen und internationalen Austausch zu jugend- politisch relevanten Themen an. IJAB engagiert sich zudem in europäischen und inter- nationalen Netzwerken im Jugendbereich. Durch den Transfer europäischer und internationaler Impulse sowie durch Austausch und Vernetzung trägt IJAB zur Gestaltung und Weiterentwicklung der nationalen, euro- päischen und internationalen Jugendpolitik bei.

Junge Menschen informiert und berät IJAB zu Auslands- aufenthalten und finanziellen Fördermöglichkeiten.

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Inhalt

Wissenstransfer fördern

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Vorwort

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Internationale Jugendarbeit gestalten und jugendpolitische Zusammenarbeit begleiten

Infosystem »Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland«

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50 53 54 55 58

Monitoring

Internationale Zusammenarbeit gestalten

5 6 9

Jugendhilfeportal

Youth7 Germany 2022

Informationen zur Jugendpolitik in Europa

USA

Datenreport

Weitere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern

12 16

Digitale Jugendbildung und Jugendbeteiligung

LEMOCC

61 62 63

Zusammenarbeit in europäischen und internationalen Netzwerken

Challenge accepted – Europe

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Jugendgerechter Verbraucherschutz

Potenziale sichtbar machen

21 22 25 28 30 33 34 36 37 39 40 43 46

JUGEND für Europa

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Jugendkampagne »bravel«

Europäisches Jahr der Jugend 2022

Verein und Geschäftsstelle

72 74 75 76 77 78 79 80

Öffentlichkeitsarbeit

Vorstand

Parlamentarischer Abend 2022

Mitgliederversammlungen

Mitglieder

Internationalen Austausch ermöglichen

IJAB in Gremien und Initiativen Finanz- und Personalmanagement

Eurodesk

Kommune goes International Kompetenzstelle Sprache

Organigramm

Impressum

Internationale Jugendarbeit weiterentwickeln

IJA.digital

Fachkräfteinitiative.International Runder Tisch Fachkräftequalifizierung Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Internationalen Jugendarbeit

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IJAB - Jahresbericht 2022

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Internationale Zusammenarbeit gestalten

Europäische und internationale jugendpolitische Zusammen- arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zu gemeinsamer Politikgestaltung, zu Austausch und Verständigung mit anderen Ländern und zum Lernen voneinander. IJAB wurde durch das Bundeskanzleramt mandatiert, die Ausrichtung des G7-Jugendgipfels 2022 zu koordinieren und den Jugendbeteiligungsprozess durchzuführen, der junge Erwachsene zur gemeinsamen Arbeit an politischen Empfehlungen an die G7 zusammenbrachte. Zur Vertiefung der deutsch-US-amerikanischen Beziehungen setzt IJAB Aktivitäten im Jugend- und Fachkräfteaustausch um. Im Rahmen der bi- und multilateralen jugendpolitischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland bietet IJAB Fachkräfte-Programme zu jugendrelevanten Themen an. 2022 konzentrierte sich die Zusammenarbeit auf China, Japan und die Türkei . Zudem ist die Zusammenarbeit mit Großbritannien wieder angelaufen und soll mit konkreten Maßnahmen vertieft und ausgebaut werden. Gemeinsam mit internationalen Partnern erarbeitete das Projekt »LEMOCC« Materialien zur klimasensiblen Lernmobilität. Mit e uropäischer und internationaler Netzwerkarbeit trägt IJAB zur (Weiter-)Entwicklung von Jugendarbeit und Jugendpolitik in Deutschland und in den Partnerländern bei.

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Youth7 Germany 2022 Junge Erwachsene gestalten G7 erfolgreich mit

Anlässlich der deutschen Präsidentschaft in der Gruppe der Sieben (G7) fand vom 16. bis 20. Mai 2022 in Berlin der G7-Jugendgipfel 2022 (Youth7 Summit 2022) statt. Als Höhepunkt eines mehrmonatigen Jugendbeteiligungsprozesses brachte der Jugendgipfel 48 junge Erwachsene zur gemeinsamen Arbeit an politischen Empfehlungen an die G7 zusammen. Die Aushandlung (jugend-)politischer Positionen in Arbeitstreffen, der Austausch mit Expert*innen und Vertreter*innen aus Regierungen und Parlamenten sowie die Vertretung gegenüber hochrangigen Entscheidungsträger*innen, Zivil- gesellschaft und breiter Öffentlichkeit waren integraler Bestandteil des Vorhabens Youth7 Germany 2022. Der Prozess wurde durch ehrenamtlich engagierte junge Erwachsene gestaltet und geleitet. IJAB unterstützte sie fachlich-pädagogisch sowie organisatorisch in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung.

Der G7-Jugendbeteiligungsprozess begleitet den kon- tinuierlichen Dialog der Staats- und Regierungschef*inn- nen in der Gruppe der Sieben (G7) in seinen unter- schiedlichen Formaten und fachpolitischen Arbeits- prozessen und eröffnet jungen Erwachsenen Räume, an der politischen Zusammenarbeit und den Ver- handlungen mitzuwirken. Als offiziell mandatierte und durch den deutschen G7-Vorsitz anerkannte Engage- ment-Gruppe vertrat Youth7 Germany 2022 die junge Zivilgesellschaft und richtete eigene politische Empfeh- lungen an Entscheidungsträger*innen. Ehrenamtlich mitwirkende junge Erwachsene, die durch das Deut- sche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (DNK) ausgewählt und entsandt wurden, haben den Beteiligungsprozess als Co-Vorsitzende und Leitungen der Arbeitsgruppen gestaltet und angeleitet. IJAB wurde durch das Bundeskanzleramt mandatiert, die Ausrichtung des G7-Jugendgipfels 2022 zu koordinieren und den Jugendbeteiligungsprozess durchzuführen. Das Projekt wurde durch die Förderung des Bundes- ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ermöglicht. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) hat in allen orga- nisatorischen Belangen rund um den Gipfel unterstützt.

Youth7-Co-Vorsitzende Carolina Claus und Benjamin Günther im Gespräch mit MdB Johannes Wagner (Mi.)

Junge Erwachsene richten Forderungen an G7 Vertreter*innen von Jugendorganisationen und -ver- bänden sowie junge Führungskräfte aus den G7-Mit- gliedstaaten, der Europäischen Union sowie den Partnerländern von 2022, Indonesien, Senegal, Süd- afrika und Ukraine, waren eingeladen, die junge Stimme in der multilateralen Zusammenarbeit zu vertreten und zu globalen Herausforderungen Stellung zu beziehen. Das gemeinsam erarbeitete und einstimmig ver- abschiedete Youth7-Kommuniqué antwortet nicht nur auf die Arbeitsschwerpunkte, die durch den Vorsitz vor- geschlagen werden, sondern greift auch tagesaktuelle Entwicklungen und von den Delegierten selbstgewählte Fragestellungen auf. Die international besetzten Arbeits-

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Multilaterale, globale Partnerschaften, im Besonderen auch mit der jungen Zivilgesellschaft in Staaten, die nicht den G7 oder G20 angehören, eröffnen neue Perspektiven auf die jugend­ politische Zusammenarbeit.

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Außen- und Interessenvertretung als festes Element der G7-Jugendbeteiligung Mit Blick auf die Advocacy-Aktivitäten galt für die jungen Erwachsenen: Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel. Denn die große mediale Aufmerksamkeit für den jährlich statt- findenden Gipfel der Staats- und Regierungschef*innen lässt Beobachter*innen leicht übersehen, dass der Arbeitsprozess unterjährig nicht weniger intensiv und hochrangig besetzt ist. In zahlreichen Sitzungen, Work- shops und Veranstaltungen auf Arbeitsebene brachten sich Vertreter*innen des Jugendbeteiligungsprozesses ein, um von der Konzeption bis zur Koordinierung und Verabschiedung von Maßnahmen die jugendspezifische Perspektive beizutragen. Darüber hinaus standen auch die internationalen Delegationen im Austausch mit Regierungsvertreter*innen und konnten das Kommuni- qué öffentlichkeitswirksam platzieren. Weitere Meilen- steine waren Termine der Co-Vorsitzenden während des G7-Gipfels 2022 im Internationalen Medienzentrum in Garmisch-Partenkirchen und eine gemeinsame Presse- konferenz mit den Engagement-Gruppen Civil7 und Women7 im Bundespresseamt. Youth7 als multilaterales Forum der Internationalen Jugendarbeit Ende 2022 wurde der Staffelstab an die japanische Partnerorganisation G7/G20 Youth Japan übergeben. Die enge Zusammenarbeit zwischen den deutschen Co- Vorsitzenden und dem japanischen Lenkungsausschuss konnte den nachhaltigen Austausch von bewährten Ver- fahren und gewonnenen Erkenntnissen sowie einen gleitenden Übergang auf den nächsten Vorsitz gewähr- leisten und zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Prozesse beitragen. 2023 wird der G7-Jugend- beteiligungsprozess somit eng an die inhaltlichen Schwerpunkte und Arbeitsformen des G7-Jugendgipfels 2022 anknüpfen. Multilaterale, globale Partnerschaften, im Besonderen auch mit der jungen Zivilgesellschaft in Staaten, die nicht den G7 oder G20 angehören, eröffnen neue Perspekti- ven auf die jugendpolitische Zusammenarbeit.

gruppen erarbeiteten ab März 2022, zunächst in Online- Treffen, später vor Ort in einer intensiven Abschluss- phase während des G7-Jugendgipfels, konkrete Handlungsempfehlungen zu den Themenbereichen › Grüner und Nachhaltiger Planet, › Wirtschaftliche Transformation für geteilten Fortschritt,

› Widerstandsfähigkeit der Demokratien, › Globale Gesundheit und Solidarität sowie › Jugend, Frieden und Sicherheit.

Das Kommuniqué geht dabei weit über den engen Bereich Jugendpolitik hinaus und adressiert Heraus- forderungen in Gegenwart und Zukunft, von der die junge Generation in besonderem Maße betroffen ist oder welche diese in erster Reihe aktiv mitgestalten will. Youth7 möchte sicherstellen, dass in der G7 nichts von Relevanz für junge Menschen ohne deren volle und direkte Beteiligung beschlossen werden soll. Der G7-Jugendgipfel 2022 bot mit einem mehrtägigen Konferenzprogramm, einschließlich Terminen im poli- tischen Berlin, einen besonderen Rahmen für das Zusammentreffen der Delegierten. Höhepunkte bilde- ten die Begegnung mit Bundesjugendministerin Lisa Paus und der Austausch mit Bundeskanzler Olaf Scholz, dem zum Abschluss das Youth7-Kommuniqué über- geben wurde.

Übergabe des Kommuniqués des G7-Jugend- gipfels an Bundesministerin Steffi Lemke und Bundesminister Robert Habeck

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USA Ready, Set, Go!

2021 stand das Thema USA bei IJAB bereits in den Startlöchern. Seit 2022 vereint der neu geschaffene »Länderbereich USA« Aktivitäten zur Intensivierung des transatlantischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs sowie die bei IJAB neu angesiedelten Programme TraX und DAP synergetisch in einer Hand. Wir blicken auf ein Jahr voller spannender Beiträge, neuer Erkenntnisse und freundschaftlicher Vernetzung und Austausch zurück.

On your marks

Informationen über das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe in den USA zu finden ist zeitintensiv und herausfordernd. Grund dafür ist u. a., dass das Thema in den USA dezentral und ressortübergreifend bearbeitet wird. Umso wichtiger war es, als einen ersten Schritt diese Wissenslücke zu schließen. In Zusammenarbeit mit einem US-amerikanischen Autor entstand aus die- ser Idee die Publikation »Länderinformationen USA - Einblick in die Strukturen der Kinder- und Jugend- hilfe in den Vereinigten Staaten von Amerika« . In acht Kapiteln bietet sie u. a. einen Einblick in jugend- politische Strukturen, die Rahmenbedingungen, in denen junge Menschen in den USA aufwachsen sowie in das Bildungssystem, dem in den USA auch im Bereich der außerschulischen Bildung eine große Bedeutung zukommt. Die Länderinfos können online gelesen und als Printausgabe bestellt werden. Zudem sind alle Infor- mationen digital auf der IJAB-Homepage abrufbar.

Anknüpfend an die Arbeit aus 2021 lag der Fokus der Aktivitäten im Länderbereich USA 2022 zunächst darauf, Informationen aufzubereiten und dadurch gute Grund- lagen für deutsch-US-amerikanischen Jugend- und Fach- kräfteaustausch zu schaffen. Wie auch bei anderen Partnerländern, bestehen zwischen Deutschland und den USA erhebliche Unterschiede dahingehend, wie Jugendpolitik und Jugendarbeit in beiden Ländern funk- tionieren und wie sie aufgestellt sind. Dies zu wissen bzw. das jeweils andere System besser zu verstehen, stellt eine wichtige Basis für Austausch und den Aufbau von Partnerschaften dar. Bereits 2021 angestoßen und größtenteils fertig gestellt, erschien Anfang 2022 das USA-Special mit 14 Beiträgen aus der Praxis deutsch-US-amerikanischen Jugendaus- tauschs. Daran anschließend war es ein besonderes Anliegen, einen genaueren Blick auf die nationalen Strukturen und Rahmenbedingungen im Bereich Jugend in den USA zu werfen.

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Um gerade die politischen Rahmenbedingungen noch präziser und schneller greif- bar zu machen, wurde dieser Teil zusätzlich zur schriftlichen

Aufarbeitung in einem 2-minütigen Erklär - video visualisiert, das mit wenigen Klicks einen ersten Überblick über das Thema verschafft. All das soll am Austausch Inter- essierten und Aktiven zukünftig dabei hel- fen, das Partnerland USA (noch) besser zu verstehen und an den richtigen Stellen nach Partner- strukturen oder -organisationen zu suchen. Get Set Bei der Recherche und den Gesprächen für das USA- Special wurde deutlich, dass außerschulische Aus- tauschformate mit den USA zwar seltener sind, aber bereits viele spannende Formate, Ideen und Potenziale bestehen. Vor diesem Hintergrund war schnell klar, dass in der Vernetzung und im kollegialen Austausch weitere Schwerpunkte und wichtige Schritte zu einem »Mehr« an transatlantischem Austausch liegen. Besonderes Highlight im Jahresverlauf war daher der erste IJAB-Fachtag »Jugendaustausch mit den USA« , der im November 2022 stattfand. 78 Teilnehmende kamen digital zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über Besonderheiten in der Planung und Durchführung von Austauschmaßnahmen mit den USA auszutauschen und mehr über Fördermöglichkeiten durch den Bund im Rahmen des »Sonderprogramms USA« zu erfahren. Ein Podiumsgespräch mit sechs Vertreter*innen aus Politik und Praxis, darunter der US-Botschaft und des Auswärtigen Amtes, gab darüber hinaus Einblicke in die politische Motivation für eine Stärkung des Jugend- austauschs zwischen Deutschland und den USA. Es bot ebenso die Möglichkeit zur Diskussion über aktuelle Herausforderungen sowie Perspektiven für den Aus- tausch zwischen den beiden Ländern.

Mit dem Fachtag wurde für die außerschulische Inter- nationale Jugendarbeit erstmals seit langem ein explizit für dieses Themenfeld reservierter Raum für Austausch und Vernetzung geschaffen. Die hohe Teilnehmenden- zahl lässt Rückschlüsse auf ein breites Interesse an dem Thema und auf einen hohen Austauschbedarf zu. Dies ging auch aus dem Feedback der Teilnehmenden her- vor, die sich über die Möglichkeit des thematisch ziel- gerichteten Austauschs freuten und sich für die Zukunft mehr davon wünschten. Thematisch drehten sich die Gespräche vor allem darum, wie es gelingen kann, den Austausch zwischen Deutschland und den USA einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen und darüber hinaus neue Narrative für eine neue Generation junger Austauschinteressierter zu schaffen. Für Praktiker*in- nen, die für die Umsetzung dieser Ziele gefragt sind, waren vor allem Fragen zur Finanzierung sowie nach Möglichkeiten zur Partnerfindung besonders relevant. Darin liegen derzeit die größten Herausforderungen für den Jugendaustausch mit den USA. Ist eine Partnerorganisation gefunden, stehen Fach- kräfte häufig einer weiteren Hürde gegenüber: Englisch! Oft vorausgesetzt, stellen mangelnde Kenntnisse oder Sicherheit in der Fremdsprache viele Fachkräfte noch immer vor Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit einer Sprachschule bot IJAB 2022 erstmals den Online- Qualifizierungskurs »Englisch in der Internationalen Jugendarbeit« an, der spezifisch auf die Bedarfe von Fachkräften der Internationalen Jugendarbeit hin aus- gerichtet und für diese entwickelt wurde. 12 Fachkräfte nahmen am ersten Durchlauf teil.

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Go!

vier Wochen in den USA: An den Standorten Morgan- town (West Virginia), Kalamazoo (Michigan) und Chicago (Illinois) lernten sie ihr Arbeitsfeld auf der anderen Seite des Atlantiks neu kennen. TraX stellt als in seiner Art einzigartiges Programm eine sinnvolle Ergänzung und Bereicherung für die Aktivitäten von IJAB im Themenfeld USA dar. Zukünftig sollen Fachkräfte für zwei Monate in die USA gehen können. What’s next? 2022 wurden wichtige Grundsteine dafür gelegt, den Jugend- und Fachkräfteaustausch zwischen Deutschland und den USA anzuschieben und weiterzuentwickeln. Das große Interesse an den Publikationen sowie am fachlichen Austausch ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Weichen richtig gestellt sind. Auf diese Grundlagen wird IJAB 2023 aufbauen. In der Praxis bedeutet das mehr Raum für Vernetzung, tiefere Einblicke in die Pra- xis, ein Fokus auf das Thema Finanzierung und konkrete Möglichkeiten für Austausch mit den USA im Rahmen von DAP und TraX. Auch der Sprachkurs geht 2023 in die zweite Runde. Buckle Up!

Zum Jahreswechsel 2022/2023 übernahm IJAB die Trägerschaft für DAP , das »Deutsch-US-Amerikani - sche Praktikumsprogramm« . Nach einigen inhalt- lichen Anpassungen bietet DAP mit neuem Schwerpunkt Studierenden und Absolvent*innen aus Fachbereichen mit Nähe zur Kinder- und Jugendhilfe finanzielle Unter-

stützung für Praktika in den USA. Damit leistet IJAB einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung im Arbeitsfeld. 2022 brachen 14 Stipendiat*innen zu einem Prakti- kum in die USA auf. Unter dem neuen Namen TraX, »Transatlantic Exchange in Social Work« , führt IJAB das zuvor als CIP (Council of International Programs) bekannte Programm in neuer Trägerschaft fort. In

Zusammenarbeit mit dem US-Partner CIP USA ermög- licht das Programm Fachkräften der Kinder- und Jugend- hilfe ein Job-Shadowing in den USA. Fünf Fachkräfte waren 2022 als erste Gruppe seit Pandemiebeginn für

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Weitere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern China, Japan, Türkei, Großbritannien

2022 lagen weitere Schwerpunkte der internationalen Zusammenarbeit von IJAB auf China, Japan und der Türkei. Basis dafür sind jugendpolitische Vereinbarungen bzw. Abkommen der Bundesrepublik Deutschland, die IJAB im Auftrag des Bundesjugendministeriums umsetzt. Zudem hat dank der Förderung durch das Auswärtige Amt die deutsch-britische Zusammenarbeit im Jugendbereich wieder Fahrt aufgenommen.

China

2022 deutsch-chinesische Zusammenarbeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe stark von der Covid-19-Pan- war die

demie geprägt: Präsenzbegegnungen konnten weiterhin nicht stattfinden. Im Auftrag des BMFSFJ hielt IJAB über digitale Planungsgespräche weiterhin den Kontakt mit dem chinesischen Partner, dem Allchinesischen Jugend- verband, aufrecht. Trotz immensen Aufwands beider Seiten konnte auf- grund des rückläufigen Interesses an digitalen Aus- tauschformaten im Jahr 2022 kein Fachkräfteprogramm stattfinden. Als alternatives Angebot für die Akteurs- und Fachkräftelandschaft wurden die wichtigsten Inhalte der Präsentationsserie »Infosystem Kinder- und Jugendhilfe« (S. 50 f.) ins Chinesische übersetzt. Die Veröffentlichung ist für 2023 vorgesehen. Die Lockerung der Null-Covid-Politik und die Aufhebung der Einreisebeschränkungen nach China lässt für 2023 auf die Rückkehr zu altbewährten Austauschformaten hoffen, für die Gestaltung neuer Formate besteht Poten- zial. Bei den für 2023 in Peking geplanten deutsch-chine - sischen bilateralen Fachgesprächen auf Regierungs - ebene sollen auch Impulse und Stimmen der Träger und Akteure eingebracht werden, die im deutsch-chinesi- schen Austausch weiterhin aktiv sind.

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Japan

Die bilateralen Regierungsgespräche zwischen dem japanischen Bildungs- ministerium MEXT und dem BMFSFJ fanden

etwas angepasst und vom 11. November bis 19. Dezem- ber 2022 an insgesamt 8 Terminen (inkl. Vor- und Nach- bereitung) durchgeführt. Themen der fachlichen Dis- kussionen waren u. a. medienpädagogische Ansätze und Konzepte, die eine kreative und produktive Medien- nutzung fördern, sowie – erneut – Fragen der Quali- fizierung von Fachkräften. Zudem fanden mehrere Treffen mit weiteren Trägern des Fachaustauschs mit Japan statt. Erneut hat das japa- nische Cabinet Office die deutsche Seite zur Nominie- rung von Teilnehmenden für das »INDEX – International Youth Development Exchange Program« zum Thema IT angefragt. Im Auftrag des BMFSFJ hat IJAB die deutschen Teilnehmenden nominiert und vorbereitet.

am 16. und 17. November 2022 in Berlin statt. Neben allgemeinen Entwicklungen wurde sich zu einzelnen Themen der Jugendpolitik intensiv ausgetauscht, die Aktivitäten des Jahres 2022 wurden ausgewertet und gemeinsame Vorhaben für das Jahr 2023 besprochen. Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der deutsch-japanischen Zusammenarbeit von Fach - kräften sind im Frühjahr 2023 in Japan und im Herbst 2023 in Deutschland angedacht. Basierend auf den Erfahrungen aus dem voran- gegangenen Jahr wurde das Konzept des Online- Studienprogramms »Das mediale Umfeld junger Menschen: Herausforderungen und Lösungsansätze«

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Gruppen-Energizer bei IMECE Antalya 2022

Türkei

In Antalya führte IJAB vom 16. bis 20. Mai 2022 die Begegnungs- und Vernetzungs - veranstaltung IMECE in Kooperation mit

Was kann die Kinder- und Jugendhilfe angesichts der globalen Krisen zur Stärkung der Resilienz junger Menschen beitragen?

der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke, JUGEND für Europa und der türkischen Nationalagentur für das EU-Programm Erasmus+ durch. Die Themenschwer- punkte Psychische Gesundheit, Nachhaltigkeit, Partizipation und Diversität ergaben sich aus den Interessen der Teilnehmenden. Dem Event waren zwei eintägige deutsch-türkische Online-Veranstaltungen vor- geschaltet: »Well-Being and Mental Health of Young Peo- ple« im Januar 2022 und »I am not racist, but … Jugend- arbeit in Deutschland und der Türkei diversitätsorientiert und rassismuskritisch gestalten« im März 2022. Das deutsch-türkische Fachprogramm zu psychi - scher Gesundheit junger Menschen führte acht Fach- kräfte aus Deutschland vom 19. bis 23. September 2022 nach Ankara, für Herbst 2023 ist der Gegenbesuch der türkischen Gruppe in Deutschland geplant. Das Thema spielt in der Jugendarbeit in beiden Ländern aktuell eine sehr wichtige Rolle. In der Türkei steht als Ursache für die zunehmenden mentalen Probleme junger Menschen die massive Wirtschaftskrise im Mittelpunkt, die deut- sche Seite thematisiert vorrangig Klimawandel, Pande- mie und Krieg. Zentral ist in beiden Ländern die Frage:

Der deutsch-türkische Fachausschuss konnte 2022 erstmals nach drei Jahren wieder vor Ort, am 1. und 2. November in Nürnberg, stattfinden und wurde von allen Seiten als sehr positiv hervorgehoben. Für 2023 wurden im Rahmen des Protokolls fünf gemeinsame Fachprogramme vereinbart, von denen IJAB mit dem türkischen Ministerium für Jugend und Sport zwei durch- führen wird.

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Großbritannien

Die deutsch-britische Zusammenarbeit im Jugendbereich soll vertieft und aus- gebaut werden. Erklärte Ziele sind:

Ländern. Ziel war es Herausforderungen und Bedarfe für die Weiterentwicklung des deutsch-britischen Jugend- austauschs zu ermitteln. Auf deutscher Seite waren öffentliche und freie Träger, sowohl von kommunaler als auch Landes- und Bundesebene, auf britischer Seite alle vier Nationen vertreten. Sie tauschten sich zum aktuellen Stand und den Bedarfen bzgl. einer Weiterentwicklung des deutsch-britischen Jugendaustauschs aus. 2023 soll auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops eine breite Befragung bei den Trägern und unter Ein- beziehung junger Menschen in beiden Ländern durch- geführt und beruhend auf den Ergebnissen bestehende Angebote und Strukturen weiterentwickelt werden.

› mehr Träger, Organisationen und Institutionen aus dem Bereich der Jugendarbeit miteinander zu vernetzen, › Austausch und Partnerschaften im Bereich des Jugendaustauschs zu fördern sowie › den Wissenstransfer zwischen beiden Ländern zu unterstützen. Am 28. und 29. November 2022 fand daher ein erster Workshop statt. Eingeladen waren mit Repräsentant*in- nen von am Austausch interessierten Trägern aus beiden

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LEMOCC Learning Mobility in Times of Climate Change

Der deutlich spürbare Klimawandel hat die Diskussion über schädliche Wirkungen des Reisens auf die Umwelt befeuert. Vor allem junge Menschen thematisieren die Auswirkungen des Klimawandels auf die verschiedenen Bereiche ihres Lebens. So sind Jugendarbeit und Internationale Jugendarbeit zunehmend von Fragen der Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit des grenzüberschreitenden Austauschs betroffen. Das Projekt »LEMOCC« hat sich in Zusammenarbeit mit internationalen Part- nern mit Fragen der Umsetzung einer klimasensiblen Internationalen Jugendarbeit auseinander- gesetzt und konkrete Hilfestellungen für die Träger entwickelt.

ressierten Partner. So wurden die Ergebnisse nicht nur in den Arbeitsprozess auf Partnerebene eingespeist, son- dern konnten direkt vertieft mit den Jugendlichen dis- kutiert werden. Partnertreffen und Ausarbeitung der Ergebnisse des Jugendbeteiligungs- prozesses Im Februar, Mai, Juni und Oktober 2022 fanden jeweils Treffen mit allen beteiligten Partnern statt. Zunächst stand eine vertiefte Diskussion der Ergebnisse der Jugendbefragung an. In dieser waren über 1.500 Frage- bögen aus 7 Partnerländern und 4 internationale Jugend- fokusgruppen vom Institut für Sozial- und Organisations- pädagogik der Universität Hildesheim ausgewertet worden. Zwischen April und Juni trafen sich die Projektpartner in drei selbstorganisierten Kleingruppen, um auf der Grundlage der Ergebnisse des Jugendbeteiligungs- prozesses über Empfehlungen für die Durchführung und für die pädagogische Praxis von internationalen Austauschaktivitäten zu Lernzwecken sowie für Politik- verantwortliche und Entscheidungsträger*innen zu dis- kutieren. Die Ergebnisse wurden bei dem Treffen im Juni vorgestellt und Meinungen ausgetauscht. Unter ande- rem zeigte sich hier ein Bedarf an Methoden, mit denen Themen des Klimawandels behandelt werden können, auch wenn die Aktivität selbst einen anderen themati- schen Fokus hat. Eine solche Methodensammlung wurde

Zentrale Elemente der Kooperation waren 2022 ein Jugendevent sowie verschiedene Partnertreffen und die Ausarbeitung der Ergebnisse des Jugendbeteiligungs- prozesses. Jugendevent Die jungen Menschen, die in bisherige Beteiligungs- prozesse des Projektes involviert waren, meldeten in bemerkenswerter Zahl zurück, dass sie die Einbeziehung in das Projekt und den Austausch mit Jugendlichen aus anderen Ländern zu Fragen einer klimasensiblen Lern- mobilität sehr anregend fanden. So fand im Mai das internationale Jugendevent »F22 – Future me« online statt, bei dem junge Menschen aus den Partnerländern ihre Sicht auf die Ergebnisse der Jugend-

befragung aus 2021 diskutierten. Zudem entwickelten sie kon- krete Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung von

internationaler Lernmobilität. Die Ergebnisse die- ses Events prä- sentierten einige der Jugendlichen in Vertretung der gesamten Gruppe dem Kreis der inte-

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daher in Kooperation mit dem Partner JANUN e.V. im Projekt noch zusätzlich entwickelt.

Die Empfehlungen wurden dann von IJAB auf Grundlage dieser Ergebnisse ausgearbeitet und schließlich bei dem Partnertreffen im Oktober finalisiert. Dort wurde ebenfalls die Konzeption der Abschlussveranstaltung diskutiert und zur inhaltlichen Vor- bereitung und Umsetzung der Veranstaltung ein Partnerteam gebildet. Außerdem kamen mögliche Folgeaktivitäten für 2023 ff. mit den Partnern zur Sprache. Die inhaltliche Finalisierung der Publikationen, Übersetzung bzw. fremdsprachliches Lektorat und Layout schloss die Arbeit im Jahr 2022 ab. Zudem fanden mehrere Treffen zur Vorbereitung der Abschlussveranstaltung im Februar 2023 statt. Ergebnisse Zu den drei Abschlusspublikationen des Projekts gehören die Empfehlungen für eine klimasensible Lernmobilität . Sie unter- stützen Organisationen und Träger der Internationalen Jugend- arbeit auf ihrem Weg zu einer klimasensiblen internationalen Lern- mobilität. Meinungen und Ideen junger Menschen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Empfehlungen sollen Interessierte dazu anregen, erste Veränderungen vorzunehmen und neue klima- sensible Ansätze auszuprobieren. Sie enthalten zudem praktische Tipps für Organisationen sowie Anregungen für Förderstellen. Die Toolbox für mehr Nachhaltigkeit in der Internationalen Jugendarbeit enthält kurze Methoden zum Zusammenhang von Klimawandel und Mobilität, Ernährung, Müll sowie Energie. Die Methoden weisen alle einen starken Bezug zur Lebenswelt junger Menschen auf und berücksichtigen Unterschiede zwischen Regio- nen bzw. Ländern. Sie tragen dazu bei, nachhaltiges Verhalten während einer Aktivität zu unterstützen. Das internationale Mapping enthält Informationen zu klima- sensiblen Mobilitätsstrategien für junge Menschen, Organisatio- nen und Schlüsselakteure in den beteiligten Partnerländern. Es inspiriert Träger und fördert das Peer-to-Peer-Lernen und unter- stützt die Suche nach Partnern für klimasensible Jugendmobilitäts- projekte sowie die Entwicklung neuer Projekte.

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Zusammenarbeit in europäischen und internationalen Netzwerken Eurodesk, ERIYCA, IYPD

Die Kooperation in Netzwerken ist neben der strukturellen Frage auch eine Chance für Innovation, fachlichen Austausch, konzeptionellen Diskurs und (Weiter-)Entwicklung von Jugendarbeit und Jugendpolitik in Deutschland und in den Partnerländern. IJAB engagiert sich auf europäischer Ebene in den Jugendinformationsnetzwerken Eurodesk (S. 34 f.) und ERYICA sowie international im Netz- werk des International Youth Policy Dialogue .

Jugendinformation und Lernmobilität zu sammeln. Die Befragung befasst sich mit den Erfahrungen junger Menschen bei der Suche nach Mobilitätsinformationen darauf, welche Quellen sie bevorzugen und wie sie angesprochen werden möchten. Sie befasst sich mit den Hindernissen und Vorteilen der Mobilität zu Lern- zwecken und bittet junge Menschen um Vorschläge, wie Jugendinformationen über Mobilitätsmöglichkeiten ver- bessert werden können. Robert Helm-Pleuger wurde in der Generalversammlung in Zagreb im Herbst 2022 in den europäischen Euro- desk-Vorstand wiedergewählt. Dieser umfasst Ver- treter*innen aus Deutschland, Frankreich, Island, Italien, Kroatien, Tschechien und Ungarn. 2022 wurde Montenegro als neues, 37. Mitglied in das europäische Netzwerk aufgenommen, vertreten durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport von Montenegro.

Eurodesk

Die europäischen Treffen des Informationsnetzwerks Eurodesk im Frühjahr und Herbst 2022 fanden als hyb- ride Konferenzen in Budapest (Ungarn) und Zagreb (Kroatien) statt, um auch kleineren nationalen Mitglieds- organisationen die Teilnahme zu ermöglichen. Auch das digitale Weiterbildungsangebot des Brüsseler Euro- desk-Büros, die Wednesday-Webinars für die nationalen Eurodesk-Partner sowie -Multiplikator*innen auf lokaler und regionaler Ebene, wurde erfolgreich weitergeführt. Viele der internationalen Eurodesk-Netzwerkaktivitäten wurden wieder als reale Treffen, Konferenzen und Work- shops durchgeführt. Insbesondere die Veranstaltungen, bei denen die Vernetzung der Kolleg*innen nach Corona im Vordergrund stand, wurden als Live-Events umgesetzt. Inhaltlich setzte das Netzwerk den Fokus 2022 u. a. auf die Unterstützung des Europäischen Jahrs der Jugend (EJJ) 2022 durch den Aufbau eines Pools von europäischen Jungjour­ nalist*innen, die über Maßnahmen und Veranstal­ tungen im EJJ berichteten, auf die Entwicklung eines gemeinsamen Leitfadens zur Jugendbeteiligung in Jugendinformationsdiensten in Kooperation mit dem ERYICA-Netzwerk und auf den Themenschwerpunkt Inklusion in der Jugendinformationsarbeit. Ein Highlight im Jahr 2022 war die Veröffentlichung des Eurodesk Youth Survey . Der Survey zielt dar- auf ab, die Erfahrungen und Meinungen junger Men- schen und Erwachsener zwischen 13 und 35 Jahren zu verschiedenen Aspekten im Zusammenhang mit

Eurodesk-Vorstand (v. l. n. r.): Claire Conlon (Frankreich), Robert Helm-Pleuger (Deutschland), Zsófia Bertalan (Ungarn), Lorena Baric (Kroatien; Eurodesk-Präsidentin), Pavlína Macounová (Tschechien), Miriam Petra Ómarsdóttir Awad (Island), Valentina Piras (Italien)

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ERYICA

ERYICA, als unabhängiges Netzwerk von nationalen Jugendinformationseinrichtungen und –diensten gegründet, dient der Intensivierung der europäischen Kooperation. IJAB nimmt die Vertretung der nationalen Jugendinformationsdienste auf europäischer Ebene wahr und wirkt als Mittler zwischen nationalen Angeboten, den lokalen und regionalen Jugendinformationsan- geboten und dem europäischen Dialog. Als Vertreter von IJAB engagiert sich Daniel Poli, Direktor von IJAB, als Mit- glied des Vorstandes. Die Vorstandsarbeit konzentrierte sich Anfang 2022 auf die Konzeption der Online-Kampagne zum Youth Information Day am 17. April 2022 zum »Recht junger Menschen auf Information«, die dann, im Rahmen des EJJ, erfolgreich als Social-Media-Kampagne umgesetzt wurde. Während des Vorstandstreffens am 15. und 16. November 2022 in Brüssel fand ein Gespräch mit Vertreter*innen der EU-Kommission zu aktuellen Ent- wicklungen im Jugendbereich statt. Zudem startete ERYICA im Jahr 2022 einen neuen Strategieprozess, der bis zur Generalversammlung in 2023 abgeschlossen sein soll. Die Generalversammlung des Netzwerks fand vom 10. bis 13. Mai 2022 in Barcelona statt. Vor allem ging es um die Partizipation junger Menschen innerhalb der Organi- sation und in Gremien des Netzwerks. Sprecher*innen der Youth Ambassadors nahmen teil und stellten ihre Vor- schläge zu mehr Beteiligung vor. Es erfolgte die Wieder- wahl von Daniel Poli in den Vorstand von ERYICA als Vize- präsident.

Daniel Poli, Direktor von IJAB, und Robert Helm-Pleuger, Geschäftsbereichsleiter bei IJAB, auf dem IYPD 2022 in München

International Youth Policy Dialogue

Seit 2015 findet auf Initiative von IJAB einmal jährlich der International Youth Policy Dialogue (IYPD) statt. Ziel des IYPD ist u. a. der Austausch über die Umsetzung jugendpolitisch relevanter Themen in anderen Län - dern und die stärkere Nutzung europäischer und internationaler Erfahrungen für die Weiterentwicklung der nationalen Jugendpolitik und Jugendarbeit. 2022 traf sich das informelle Netzwerk der für Jugend- fragen zuständigen nationalen Einrichtungen auf europäischer und internationaler Ebene vom 30. Mai bis 1. Juni 2022 in München. Neben IJAB nahmen Ver- treter*innen aus Belgien, England, Estland, Irland, Luxembourg, Malta, Norwegen, Portugal, Schottland, Schweden und der Schweiz teil, um sich über die Schwer- punktthemen Post Covid & Mental Health, Digital Innova- tion in Youth Work und die Entwicklungen im Rahmen des Bonn-Prozesses und der European Youth Work Agenda auszutauschen.

ERYICA in 2022: Mitglieder 42 Länder 26

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Potenziale sichtbar machen

Durch internationale Jugendbegegnungen, Freiwilligendienste und andere internationale Formate sammeln junge Menschen Erfahrungen und erwerben Fähigkeiten und Kompetenzen, die für ihre Persönlichkeitsentwicklung von hohem Wert sind. Um die Potenziale dieser Formate als Räume für non-formales und informelles Lernen noch sichtbarer zu machen, gilt es, Internationale Jugendarbeit als Bildungsangebot zu stärken. Die Jugendkampagne »bravel« zeigte jungen Menschen im Rahmen von Aktionsformaten und auf Social Media die Möglichkeiten für internationalen Austausch auf. Eurodesk Deutschland unterstützte die Umsetzung des 2022 ausgerufenen Europäischen Jahrs der Jugend , das junge Menschen in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit rückte. Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit stellt die Fachstelle sowohl die Angebote von IJAB als auch den Mehrwert der Internationalen Jugendarbeit für Jugendliche selbst, aber auch für das Zusammenleben in von Vielfalt geprägten Gesellschaften vor, unter anderem auch im Rahmen von trägerübergreifenden Fachveranstaltungen.

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Jugendkampagne » bravel« Ein aufregendes Kampagnenjahr geht zu Ende

Ziel der bundesweiten Jugendkampagne »bravel« war es, jungen Menschen aufzuzeigen, welche Aus- tauschmöglichkeiten es gibt, vermeintliche Hürden abzubauen und mehr junge Menschen für einen internationalen Austausch zu begeistern. Nachdem im Vorjahr die Kampagne nur unter Corona-Be- dingungen stattfinden konnte, startete bravel im Jahr 2022 endlich durch: ein Jahr lang auf Insta- gram und TikTok unterwegs, Kooperationen mit den verschiedensten Influencer*innen, Live-Events auf Instagram und vor Ort sowie Aktionsformate in Schulen, Jugendhäusern und auf Festivals.

Unterwegs auf Social Media

Mit Partner*innen vor Ort

Ob Tipps für einen Freiwilligendienst oder Erklärungen zum Schüleraustausch – auf Instagram (@rausvonzu- haus) ist viel passiert: Informiert wurden die jugend- lichen Zielgruppen über Finanzierungsmöglichen, aktuelle Reisehinweise und Angebote aus dem Last- Minute-Markt. Besonders Takeover, bei denen Jugend- liche eine Woche lang den Instagram-Kanal übernehmen und von ihrem Leben im Ausland berichten, kamen gut bei der Community an. Ganz neu aufgebaut wurde der Kanal auf TikTok (@rausvonzuhaus), um gezielt die jün- gere Zielgruppe anzusprechen. Auch hier berichteten Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Ausland in kurzen Videos über ihre Auslandserfahrungen. Unterstützung von Influencer*innen Insgesamt bewarben 22 Influencer*innen die bravel- Kampagne und den internationalen Jugendaustausch. Vor allem Influencer*innen, die selbst schon Erfahrungen im Ausland sammeln konnten, vermittelten die Inhalte sehr authentisch und konnten eine große Reichweise generieren. Auch Influencer*innen im Comedy-Format verbreiteten die Ziele der Kampagne glaubwürdig bei ihrer Community. Die Auswertung zeigt auch, dass die- ses Marketing beim Wachstum der Social Media Com- munity unterstützen kann.

Insgesamt haben 40 Träger der Internationalen Jugend- arbeit die Kampagne mit Leben gefüllt. Die Partner*in- nen stellten beispielsweise Erfahrungsberichte von Jugendlichen zur Verfügung, gewannen Jugendliche für Takeover und Reels oder drehten kurze Videos über sich selbst als Organisation. Vor Ort wurde die Kampagne durch Aktionsformate der 20 Premium-Partner*innen in ganz Deutschland sichtbar, unter anderem Workshops und Infostände an Schulen und Jugendhäusern. Ins- gesamt führten die Partner*innen 273 Veranstaltungen durch und erreichten damit 28.000 Personen. On Tour: Art Cube, Festivals, bravel-Van Vier Orte, zwei Monate, eine Mission: In Malls, auf Ver- anstaltungen und Festivals mit jungen Menschen über Auslandsaufenthalte sprechen. Das war das Ziel der bravel-Tour im Frühjahr und Sommer 2022. In Stuttgart, Köln, Magdeburg und als finalem Abschluss auf dem Tempelhof Sounds Festival in Berlin präsentiert sich bra- vel mit einem Art Cube, der auf kreative Weise über Aus- landsaufenthalte informierte. Partner*innen der Kam- pagne waren jeweils vor Ort, um die jungen Menschen zu beraten.

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