IHK-Global Business Ausgabe 7/2026

07 | 2026 IHK Global Business

INDIEN Messen: Türöffner für den Markteinstieg SEITE 4

USA Positive Aussichten für Mess- und Regeltechnik SEITE 11

VAE Energiewende trifft auf Versorgungssicherheit SEITE 16

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, Wachstumsmärkte erfolgreich zu erschließen, erfordert Weitblick, Marktkenntnis und die richtige Strategie. Das gilt insbesondere für Indien: Mit einem Wirtschaftswachstum von rund 6,7 Prozent zählt der Subkontinent zu den dynamischsten Märkten der Welt und steht bei vielen Unternehmen weit oben auf der Agenda. Fachmessen erweisen sich dabei häufig als ideale Türöffner für den Markteinstieg. Wie das in der Praxis gelingt, berichtet Moritz Göttfert, Geschäftsführer von GÖTTFERT Werkstoff-Prüfmaschinen GmbH im Interview mit uns. Wie Sie die richtige Messe in Indien finden, Fallstricke bei der Carnet-Zollabwick- lung vermeiden und strategische Netzwerke aufbauen, lesen Sie in unserem Titelthema. Doch nicht nur in Asien, auch direkt vor unserer Haustür bieten sich enorme Chancen: Das Potenzial der Offshore-Windkraft in den Niederlanden konnten baden-württembergi- sche Unternehmen bei unserer Delegations- reise hautnah erleben. Beim Austausch mit Branchenakteuren in Utrecht oder Den Haag sowie bei Besuchen der Häfen von Amsterdam und IJmuiden konnten die Teilnehmer wich- tige Kontakte für künftige Partnerschaften entlang der Lieferkette knüpfen. Auch Ungarn rückt als wichtiger Wirtschafts- standort in Mittel- und Osteuropa wieder verstärkt in den Fokus vieler Unternehmen. Welche Entwicklungen sich dort abzeichnen und welche Chancen sich daraus ergeben, beleuchten wir ebenfalls in diesem Heft. Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre! Herzlichst Ihre

8 Ungarn:

Neue Chancen durch EU-Kurs

12 Mexiko:

Nearshoring stärkt den Pharmasektor

Gabriele Borchard Kompetenzzentrum Indien

13 Indien:

Verbraucher kaufen mehr Nahrungsmittel

2

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

INHALT

IHK Global Business 07 | 2026

 FOLGEN SIE UNS AUF LINKEDIN!

International

Bleiben Sie mit uns zu außenwirt- schaftlichen Themen up-to-date und tauschen Sie sich mit uns aus – schnell, aktuell und persönlich.

TITELTHEMA

linkedin.com/showcase/ihk- rhein-neckar-international

MENA/AFRIKA

4 Indien Me ssen: Türöffner für den Markteinstieg

16 VAE Energiewende trifft auf Versorgungssicherheit 16 Ägypten VI CMED: Per Schiff vom Mittelmeer zum Victoriasee

#GemeinsamWeltweit #ihkrheinneckar

EUROPA

8 Ungarn Ne ue Chancen durch EU-Kurs 9 Slowenien Entlastung per Gesetz 9 Schweiz Ne ues Transparenzregister kommt 10 Niederlande Zw ischen Häfen und Windparks: Unternehmen knüpfen wichtige Kontakt im Offshore-Bereich

DIE ZAHL

70%

ZOLL & RECHT

18 Zoll Ve reinfachung bei Versand- und Ausfuhrverfahren 18 EU Lieferantenerklärungen vor dem Wandel

DER ANTRAGSTELLENDEN UNTERNEHMEN

nutzen das Digitale Ursprungszeug - nis (dUZ) – und das erst acht Monate nach dessen bundesweiter Einführung. Damit gehört das dUZ zu den erfolg- reichsten aktuellen Digitalisierungspro- jekten im Umfeld der deutschen Wirt- schaft. Mit dem dUZ wird exportierenden Unternehmen ein IHK-Ursprungszeugnis als vollständig digitale Urkunde bereit- gestellt. Das macht Exportgeschäfte schneller, sicherer und günstiger. QUELLE: DIHK

AMERIKAS

Zölle auf Kleinsendungen Abkommen mit den USA Schutzmaßnahmen auf Stahl 19 Algerien Domizilierung vor Versand Pflicht 19 Hybrid-Veranstaltung Organisation eines effizienten Zollmanagements im Unternehmen

11 USA Positive Aussichten für Mess- und Regeltechnik 12 Mexiko Ne arshoring stärkt Pharmasektor

DAS DATUM

ASIEN-PAZIFIK

13 Indien Ve rbraucher kaufen mehr Nahrungsmittel 13 Singapur / Malaysia Geplante Wirtschaftszone eröffnet neue Perspektiven 14 Vietnam Modernisierung von Minen bietet Chancen 14 Südkorea / EU Digitales Handelsabkommen

23. Juni 2016

Brexit-Referendum Vor 10 Jahren wurden die Bürger des Vereinigten Königreichs an die Wahlurnen gerufen, um über den Austritt aus oder den Verbleib in der Europäischen Union abzustimmen. Das Votum fiel denkbar knapp aus: 51,9 Prozent stimmten für „Leave“, 48,1 Prozent für „Remain“. Damit war der „Brexit“ beschlossene Sache. Am 31. Januar 2020 wurde er mit einem Austrittsabkommen formell vollzogen. Das Vereinigte Königreich wurde zum Drittstaat – mit gravierenden negativen Folgen für Unternehmen und Bürger auf beiden Seiten.

RUBRIKEN

17 Veranstaltungen 19 Impressum

unterzeichnet 15 Philippinen

IT-Dienstleistungen sind Exportschlager

ihk.de/rhein-neckar/international

3

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

INDIEN

Messen: Türöffner für den Markteinstieg

Messen in Indien boomen. Die CPHI-PMEC in Delhi ist für deutsche Zulieferer im Pharma- bereich ein Muss im jährlichen Messekalender.

Nicht nur die indische Wirtschaft wächst – aktuell mit rund 6,7 Prozent. Auch die indische Messelandschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Alleine in 2026 finden in Indien 125 Messen statt. Aber nicht alle Messen sind gleichermaßen für deutsche Unternehmen geeignet. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie auf einer indischen Messe ausstellen möchten und wie Sie Unterstützung erhalten, erfahren Sie hier.

Gabriele Borchard und Sabrina Weigold, IHK Rhein-Neckar

Wie finde ich die richtige Messe für mein Produkt? Messen in Indien unterscheiden sich stark in Reichweite, Qualität und Zielgruppenansprache. Für deutsche Unter- nehmen ist daher vor allem relevant, ob eine Veranstaltung tatsächlich die gewünschte Branche, Region oder Anwen- dergruppe erreicht. Hinzu kommt, dass Messen in Indien häufig eng mit regionalen Industrieclustern verbunden sind. Der Standort einer Veranstaltung ist deshalb nicht nur organisatorisch relevant, sondern oft auch ein Hinweis auf die regionale Wirtschaftsstruktur. Auch die einzelnen Messestandorte variieren stark in ihrer Qualität. Für deutsche Unternehmen, insbesondere für solche ohne eigene Präsenz vor Ort, ist die Teilnahme an einem deutschen Firmengemeinschaftsstand des Bundes („Ger- man Pavilion“) oder des Landes eine gute Option. Auf der Website des AUMA sowie im German-Pavilion-Portal sind die Auslandsmesseprogramme in der Regel im Frühjahr

Indien steht bei vielen deutschen Unternehmen als Absatzmarkt, Produktionsstandort und Beschaffungsmarkt auf der Agenda. Der Markt ist groß und wächst in vielen Industriebereichen dynamisch, allerdings regional oft sehr unterschiedlich. Genau darin liegt für Unternehmen die Herausforderung: Wer in Indien aktiv werden will, muss nicht nur die Branche verstehen, sondern auch die jeweiligen regionalen Schwerpunkte, Partnerstrukturen und Kundenanforderungen. Fachmessen können dafür ein geeignetes Tool sein, ob als Besucher oder als Aussteller. Sie erlauben es, Markt- segmente, Wettbewerber und potenzielle Geschäftspartner zu analysieren. Gerade in Indien, wo industrielle Cluster, Beschaffungsstrukturen und Entscheidungsebenen stark differieren, bieten Messen einen unmittelbaren Zugang zu den relevanten Marktakteuren.

4

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

INDIEN

INTERVIEW „Beziehungen müssen aktiv gepflegt werden“

Indien zählt zu den wichtigsten Zukunftsmärkten für die internationale Industrie. Um Markt- anteile auszubauen, setzen zahlreiche Unternehmen auf Fachmessen vor Ort. Auch die GÖTTFERT Werkstoff- Prüfmaschinen GmbH aus Buchen, Weltmarktführer für rheologische Prüfgeräte, hat diesen Weg gewählt. Im Interview berichtet Geschäftsfüh- rer Moritz Göttfert über Erfahrungen und Perspektiven. Herr Göttfert, welchen Rat würden Sie deutschen Unternehmen geben, die auf einer Messe in Indien ausstel - len möchten? Aus meiner Sicht bietet Indien aktu- ell ein sehr positives wirtschaftliches Umfeld. Von einer Krise ist hier wenig zu spüren – im Gegenteil: Es wird in- vestiert, Projekte werden vorangetrie- ben, und Unternehmen passen sich dynamisch an die sich wandelnden globalen Rahmenbedingungen an. Unser Rat an deutsche Unter- nehmen ist daher: Nutzen Sie diese Dynamik, aber gehen Sie den Markt mit einer klaren Strategie und einem starken lokalen Partner an. Ver- ständnis für kulturelle Unterschiede, Geduld im Beziehungsaufbau und eine langfristige Perspektive sind entscheidend. Wer diese Faktoren berücksichtigt, findet in Indien einen äußerst attraktiven Wachstums- markt. Was hat Ihr Unternehmen dazu bewogen, gemeinsam mit Ihrem indischen Vertriebspartner auf der Plastindia auszustellen? Der indische Markt ist für uns nach wie vor ein Wachstumsmarkt, insbe- sondere aufgrund der aktuell starken Investitionstätigkeit in Schlüssel- industrien wie der Petrochemie, wo zahlreiche neue Anlagen entstehen und bestehende Anlagen und Labora- torien der Prozess- und Qualitätskon-

trolle von Kunststoffen modernisiert werden. Wie haben Sie sich im Vorfeld auf die Messe vorbereitet? Die Geschäftsphilosophie von GÖTTFERT sieht vor, dass unsere lokalen Partner die Verantwortung für Messeauftritte übernehmen. In der Praxis bedeutet das eine kla- re Arbeitsteilung: Unser Partner übernimmt Organisation, Kunden- ansprache und lokale Kommuni- kation, während wir insbesondere bei technischen Gesprächen und Produktpräsentationen unterstützen. Wir verfügen in Indien über eine sehr gefestigte und langjährige Partner- schaft, sowohl im Vertrieb als auch im Service. Diese Kombination aus loka- ler Stärke und Herstellerkompetenz ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zudem war es uns besonders wichtig, unsere Inhalte auf die spezi- fischen Anforderungen des indischen Marktes auszurichten. Wie haben Sie persönlich die Plastin - dia erlebt? Gibt es Besonderheiten für Indien? Die Messe war für mich sehr inten- siv und äußerst positiv. Die Besucher- struktur ist breit gefächert und reicht von Entscheidungsträgern bis hin zu technisch sehr versierten Fachbe- suchern. Wir konnten eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Kontakte knüpfen und auch erste konkrete Projektanfragen mitnehmen. Die eigentliche Arbeit ist mit der Messe jedoch nicht abgeschlossen – im Gegenteil: Beziehungen müssen aktiv gepflegt werden, Vertrauen Ein starkes Team auf der Plastindia: In der Vorbereitung und auf der Messe arbeitet Göttfert (3. v. l.) eng mit seinem indischen Partner zusammen – von der Auswahl der Exponate bis hin zur gezielten Ansprache von Kunden.

Moritz Göttfert, Geschäftsführer der GÖTTFERT Werkstoff-Prüfma- schinen GmbH in Buchen

entsteht bei den indischen Kunden über Kontinuität. Gemeinsam mit unse- rem lokalen Partner verfolgen wir diese Kontakte

strukturiert weiter, um sie in konkrete

Projekte zu überführen. Auffällig ist in Indien zudem die stärkere Bezie- hungsorientierung: Gespräche sind oft persönlicher, und es wird viel Wert auf den direkten Austausch gelegt. Gleichzeitig ergeben sich interessan- te Geschäftsanbahnungen, die oft nicht sofort konkret werden, aber ein großes Potenzial für die Weiterent- wicklung bieten.

5

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

INDIEN

Wer bisher ohne Partner in Indien aktiv ist und nach einer passenden Messe sucht, kann auch auf die Experti- se der AHK Indien bauen. „Für deutsche Unternehmen können Fachmessen in Indien ein sinnvoller Einstieg in den Markt bedeuten – voraus- gesetzt, die Beteiligung wird strategisch geplant und an der tatsächlichen Zielgruppe aus- gerichtet“, so Anne Krieckhaus, Geschäftsführerin der AHK Indien. „Wir haben vielfältige Unterstützungsangebote im Bereich Messen: angefangen bei der Auswahl des passenden Events über den schlüssel- fertigen Standbau und die Beteiligung an Gemeinschafts- ständen bis hin zu optimalen Werbematerialien für den indischen Markt.“ Welche indischen Besonderheiten gibt es zu beachten? Bei der vorübergehenden Einfuhr von Messegütern nach Indien sollte die Carnet-Ab- wicklung frühzeitig geprüft werden. Das Verfahren ist grundsätzlich möglich, gilt im Indiengeschäft jedoch als vergleichsweise anspruchs- voll. Eine Besonderheit besteht darin, dass neben der Aus- stellung durch die zuständige lokale deutsche IHK zusätzlich in Indien die dortige Kammer- organisation FICCI (Federation of Indian Chambers of Com- merce & Industry) eingebun- den werden und das Carnet ebenfalls freigeben muss. In jedem Fall gilt: Wer einen Messestand in Indien hat, braucht starke Nerven und viel Geduld. Regelmäßig werden die Aufbauarbeiten der Messe- stände erst kurz vor Einlass der ersten Besucher fertig gestellt. Darüber hinaus sollte man sich mit sehr viel mehr Visitenkar- ten und Werbematerialien ein- decken als in anderen Ländern üblich. Nicht selten gehen

für das Folgejahr abrufbar. Für Indien sind 17 Bundesbeteili- gungen für 2027 veröffentlicht. Hinzukommen Messebeteili- gungen der einzelnen Bundes- länder. Nicht immer muss die Wahl auf eine deutsche Messebe- teiligung im Ausland fallen. Es gibt auch wichtige indische Messen, wie die Plastindia oder die IMTEX (International Machine Tool & Manufactu- ring Technology Exhibition). Beide können als Branchen- leitmessen bezeichnet werden und zeichnen sich durch einen starken nationalen Industrieverband im Hinter- grund aus. Die IMTEX ist die bedeutendste internationale Werkzeugmaschinenmesse Süd- und Südostasiens und findet jährlich in Bangalore statt. Baden-Württemberg International ist regelmäßig mit einem Firmengemein- schaftsstand dort vertreten. „Die IMTEX ist seit vielen Jahren ein Erfolgsschlager bei unseren baden-württember- gischen Maschinenbauern“ weiß Ralph Ohmayer, Mana- ger Internationale Messen bei Baden-Württemberg Internati- onal, der den Gemeinschafts- stand betreut.

Wie finde ich Unterstützung vor Ort? Alternativ zur Präsenz auf Gemeinschaftsständen treten viele deutsche Unternehmen in Indien gemeinsam mit ihrem Vertriebspartner auf Messen auf. Lokale Partner können Marktmechanismen, Gesprächskontexte und regio- nale Besonderheiten oftmals besser einordnen. Für Unter- nehmen ohne eigene Präsenz im Land ist dies häufig ein praktikabler Weg, um Sicht- barkeit im Markt aufzubauen und den Messeauftritt enger an realen Geschäftschancen auszurichten. Das weiß auch Moritz Göttfert, Geschäftsfüh- rer der Göttfert Werkstoff-Prüf- maschinen GmbH aus Buchen: „Die Teilnahme an der Plastin- dia gemeinsam mit unserem lokalen Vertriebspartner ist ein etablierter Bestandteil unserer Marketing- und Verkaufsak- tivitäten im indischen Markt. Hier treffen wir die richtigen Entscheider, um unsere tech- nologischen Produkte gezielt zu präsentieren. Die Messe ist daher eine ideale Plattform, um an diesen Entwicklungen teilzuhaben und unsere Lösun- gen vor Ort zu positionieren.“

Großer An- drang auf Asiens führender Fach - messe für die Elektroindustrie: Die productronica India findet ge- meinsam mit der electronica India im April in Greater Noida (Delhi NCR) und im September in Bengaluru statt.

ZAHLEN UND FAKTEN

130.000 Besucher und 1.100 Aussteller aus 70 Ländern brachten der

IMTEX 2025 ein Rekordjahr ein.

QUELLE: IMTMA

6

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

INDIEN

deutschen Vertriebsmitarbeiter bereits vor dem letzten Messetag die Visitenkarten aus. Messen sind in Indien häufig ein wichtiger Ausgangs- punkt für den Aufbau von Vertriebspartnerschaften. Gera- de deshalb gilt: Partner sollten vor Vertragsabschluss sorg- fältig geprüft werden – etwa hinsichtlich Marktkenntnis, Netzwerk, Branchenfokus, finanzieller Stabilität, Referen- zen und tatsächlicher regionaler Abdeckung. Der Einstieg über einen Vertriebspartner kann viele Vorteile bieten, weil sich der Markt mit überschaubarem Aufwand testen lässt und bestehende Kundenkontakte genutzt werden können. Gleichzeitig ersetzt ein Vertriebspartner nicht die eigene Marktpräsenz.

Fragen zum Indien-Geschäft?

Das Kompetenzzentrum Indien der IHK Rhein-Neckar unterstützt Sie bei allen Fragen rund um Ihre Geschäfts- tätigkeit in Indien – sei es zu Geschäftsanbahnung, Messebeteiligung und Vertriebsaufbau, zur BIS-Zerti- fizierung, Exportabwicklung und Firmengründung oder zur Dienstleistungserbringung und Quellensteuer. Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie individuell und praxisnah.

FAZIT:

Ein gelungener Messeauftritt kann zu einer nachhaltigen Markterschließung in Indien beitragen. Der Aufbau tragfähiger Vertriebsstrukturen erfordert Zeit, persönliche Präsenz und ein klares Erfolgreich sind vor allem diejenigen Unternehmen, die ihre Partner nicht nur sorgfältig auswählen, sondern die Zusammenarbeit aktiv gestalten, regelmäßig vor Ort sind und in den Aufbau von Vertrauen investieren. Indien ist kein Schnellläufer-Markt, bietet aber langfristig großes Potenzial. Wer Messen strategisch nutzt und den Vertrieb konsequent weiterentwickelt, kann sich hier eine stabile Marktposition erarbeiten. Verständnis für lokale Marktmechanismen.

IHRE ANSPRECHPARTNERINNEN IM IHK-KOMPETENZZENTRUM INDIEN:

 Gabriele Borchard 0621 1709-131 gabriele.borchard@rhein-neckar.ihk24.de

 Sabrina Weigold 0621 1709-130 sabrina.weigold@rhein-neckar.ihk24.de

INFORMATIONSQUELLEN

Letzte Baumaßnahmen am Stand werden auch noch nach Eröff- nung der Messe vorgenommen – in Indien keine Seltenheit.

AUMA-MesseFinder Datenbank mit über 3.500 Messen in Deutschland und auf der ganzen Welt: auma.de/messen-finden German Pavilion-Portal Übersicht der Gemeinschaftsstände des Bundes „Ger - man Pavilions“ auf aktuell über 860 Messen weltweit: german-pavilion.com/de/portal/fairs Baden-Württemberg International (BW_i) Online-Veranstaltungskalender mit Gemeinschafts - ständen des Landes auf über 20 internationalen Leit - messen in Deutschland und im Ausland: bw-i.de/veranstaltungen

7

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

EUROPA

UNGARN Neue Chancen durch EU-Kurs

steht sie unter Druck, ihre wirtschaftspoliti- schen Ankündigungen mit Maßnahmen zu unterlegen. Bei vielen Vorhaben ist noch unklar, wie sie konkret aussehen werden. Inhaltlich deutet sich eine Neujustierung der Förderpolitik an. Während die Vorgängerregie- rung industrielle Großansiedlungen auslän- discher Investoren großzügig subventionierte, soll die Förderung künftig stärker auf ungarische KMU, Zukunftsbranchen und Forschung & Ent- wicklung ausgerichtet sein. Konkrete Förderkrite- rien liegen bislang nicht vor. Als wirtschaftliche Zukunftsfelder nennt die Regierung Energie- speicher, künstliche Intelligenz, Robotik, Vertei- digungsindustrie, Raumfahrt und Biotechnolo- gie. Größere Investitionen werden insbesondere im Energiesektor erwartet. Vor allem bei der Windkraft könnte es zu Bewegung kommen. Gleiches gilt beim notwendigen Ausbau der ungarischen Netzinfrastruktur. Gleichzeitig bleibt vieles offen, und neben viel Zustimmung stoßen einzelne Vorhaben der Regierung auch auf Kritik. Ein Beispiel ist die Arbeitsmigration. Ungarn stellt seit Anfang Juni keine neuen Arbeitsvisa mehr für Beschäftigte aus den Philippinen, Georgien und Armenien aus. Wegen des anhaltenden Arbeits- und Fach- kräftemangels sehen das viele Unternehmen kritisch. Vor allem die Industrie ist auf zusätzli- che Arbeitskräfte angewiesen. Offen bleibt auch, wie schnell Sondersteuern abgebaut werden, die unter der Vorgängerregierung für binnenmarkt- orientierte Branchen wie Banken und Einzel- handel eingeführt wurden. Die neue Regierung hat versprochen, „schrittweise“ vorzugehen, konkrete Zeitpläne liegen bislang jedoch nicht vor. GTAI/IHK

In Ungarn weht wieder die EU- Flagge. Die neue Regierung Magyar setzt auf eine enge- re Zusammenarbeit in Europa.

Die neue Regierung unter Ministerpräsi- denten Péter Magyar in Budapest setzt auf einen Neustart mit Brüssel. Dass bislang blockierte EU-Mittel in Milliardenhöhe freigege- ben werden sollen, verbessert die Perspektiven für deutsche Unternehmen. Nach Jahren der Konflikte wächst die Hoff- nung auf eine engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union. Die EU-Kommission blo- ckierte noch bis Ende Mai 2026 rund 18 Milliar- den Euro für Ungarn. Nun sollen 6,5 Milliarden Euro an Zuschüssen und 3,5 Milliarden Euro Kredite aus dem Corona-Wiederaufbaufonds sowie 6,4 Milliarden Euro an Kohäsionsgeldern freigegeben werden. Die Auszahlung bleibt aber an Reformen zur Korruptionsbekämpfung und Rechtsstaatlichkeit geknüpft. Zudem muss Bu- dapest einen überarbeiteten Wiederaufbauplan umsetzen und bis Ende August 2026 die verein- barten Reformen sowie förderfähige Projekte abschließen. Bei den Kohäsionsmitteln stehen zusätzlich Grundrechtsfragen im Raum. Für die ungarische Wirtschaft wären die EU-Mittel ein wichtiger Impuls. Zusätzliche Investitionen in Verkehrsinfrastruktur, Energie- netze, Wohnungsbau, Gesundheit und Bildung könnten das seit drei Jahren stagnierende Wirt- schaftswachstum wiederbeleben. Auch deutsche Unternehmen erwarten positive Effekte. Wo öffentliche Investitionen zunehmen, entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten für Anbieter von Energietechnik, Industrieausrüstung, Bau- dienstleistungen oder Medizintechnik. Erste Signale sprechen für einen Stimmungs- umschwung. Der Forint hatte nach dem Regie- rungswechsel zugelegt, auch die Erwartungen vieler Unternehmen haben sich verbessert. Die neue Regierung profitiert dabei von einem erheblichen Vertrauensvorschuss. Gleichzeitig

Freuen sich auf die Zusammenarbeit: EU-Kommissions- präsidentin Ursula von der Leyen empfing Ungarns neuen Minister- präsidenten Péter Magyar am 29. Mai 2026 in Brüssel. Die Annäherung an die EU verbessert auch die Perspektiven für Investitionen und neue Geschäfte in Ungarn.

8

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

EUROPA

SLOWENIEN Entlastung per Gesetz

Das slowenische Parlament hat am 11. Mai 2026 das „Gesetz über Interventionsmaßnahmen zur Entwick- lung Sloweniens (ZIURS)“ verabschiedet. Das Gesetz umfasst ein breites Maßnahmenpaket mit dem Ziel, Unternehmen und private Haushalte finanziell zu entlas- ten, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken und auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Zu den zentralen Maßnahmen zählen steuerli- che Entlastungen sowie die Einführung einer Deckelung von Sozialabgaben. So sieht das Gesetz unter anderem vor, die Besteuerung von Mieteinnahmen von 25 Prozent auf 15 Prozent zu sen- ken; im Falle von Langzeitmieten an junge Menschen bis 30 Jahre und junge Familien sogar auf 5 Prozent. Ebenso wurde eine Reduzierung der Umsatzsteuer für 15 Grund- nahrungsmittel wie Weißmehl, Brot, Nudeln, Fleisch, Milch oder Joghurt auf 5 Prozent beschlossen. Die Umsatzsteuer für Energie (Strom, Erdgas, Fernwärme und Brennholz) wird temporär für 9 Monate auf 9,5 Prozent gesenkt. Darüber hinaus sieht das Gesetz Anpassungen für Selb- ständige und Unternehmen vor. Dazu zählt die Einführung einer Pauschalsteuer von 20 Prozent anstelle der bisheri- gen gestaffelten Besteuerung von 20 und 35 Prozent. Im Bereich Sozialversicherung wird die maximale Be- messungsgrundlage für alle Steuerzahler und für alle Arten von Sozialversicherungsbeiträge auf 7.500 Euro begrenzt. Weitere Maßnahmen betreffen Pensionen und sehen Eingriffe in den Arbeitsmarkt und das Gesund- heitssystem vor.

Den Standort im Blick: Slowenien will Unternehmen und private Haushalte mit Steuer- und Abgabensenkungen finanziell entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Während Befürworter das Gesetz als wichtigen Schritt zur Entlastung der Wirtschaft bewerten, weisen Kritiker auf mögliche Risiken für die öffentlichen Finanzen und die langfristige Stabilität sozialer Systeme hin. GTAI/IHK Das Gesetz kann auf der Website der slowenischen Natio - nalversammlung (Državni zbor) eingesehen werden (nur auf Slowenisch):

dz-rs.si Suchbegriff: „ZIURS“

SCHWEIZ Neues Transparenzregister kommt

dies direkt oder indirekt sowie allein oder gemeinsam mit anderen erfolgt. Kann keine solche Person festgestellt wer- den, gilt ersatzweise das oberste Mitglied der Geschäftslei- tung als wirtschaftlich berechtigt. Die Erstmeldung muss grundsätzlich innerhalb eines Monats erfolgen, Änderungen sind ebenfalls binnen eines Monats anzuzeigen. Für ausländische Unternehmen gilt nach Inkraft- treten des Gesetzes eine Übergangsfrist von sechs Monaten. Da das Inkrafttreten für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet wird, empfiehlt es sich, frühzeitig entsprechende Prozesse zur Identifikation und laufenden Pflege der rele- vanten Daten einzurichten. GTAI/IHK Das neue Transparenzgesetz ist auf der Website der Schwei - zerischen Eidgenossenschaft veröffentlicht:

Mit dem neuen Bundesgesetz über die „Transparenz juristischer Personen und die Identifikation der wirtschaftlich berechtigten Personen“ (TJPG) führt die Schweiz ein zentrales Transparenzregister ein, das auch für deutsche Unternehmen mit Schweiz-Bezug relevante Pflichten mit sich bringt. Betroffen sind insbesondere deutsche Gesellschaften, die eine im schweizerischen Handelsregister eingetragene Zweigniederlassung unter- halten, ihre tatsächliche Verwaltung in der Schweiz haben oder dort Grundeigentum besitzen. Diese Unternehmen müssen künftig ihre wirtschaftlich berechtigten Personen aktiv identifizieren und an das Register melden. Als „wirtschaftlich berechtigt“ gilt jede natürliche Person, die eine Gesellschaft letztlich kontrolliert, insbesondere durch eine Beteiligung von mindestens 25 Prozent am Ka- pital oder an den Stimmrechten oder durch sonstige kont- rollierende Einflussmöglichkeiten – unabhängig davon, ob

fedlex.admin.ch/eli/fga/2025/2900/de

9

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

AWAETUitReOl PA

NIEDERLANDE Zwischen Häfen und Windparks: Unternehmen knüpfen wichtige Kontakte in der Offshore-Branche

„Besonders eindrucksvoll war für mich, wie hoch die technologischen und logistischen Anforderungen ent- lang der gesamten Lieferkette sind. Ob im Simulationszentrum von Hee- rema oder bei den Infrastrukturin- vestitionen in den Häfen – der Erfolg solcher Großprojekte hängt entschei- dend von der nahtlosen Integration spezialisierter Komponenten und zukunftsfähiger Lösungen ab.“ Weitere Stationen führten die Delegation zu N-Sea und Føn Energy. Dort standen Gespräche über Koope- rationsansätze, Anforderungen des niederländischen Marktes und das Interesse an spezialisierten deutschen Partnern im Vordergrund. Den Abschluss der Reise bildete der Besuch der Häfen von Amsterdam und IJmuiden. Dort wurde deutlich, welche Schlüsselrolle die Hafeninfra- struktur für den Ausbau der Offshore- Windenergie in den Niederlanden spielt. Beide Standorte investieren gezielt in zusätzliche Kapazitäten für den Transport und die Lagerung von Windkraftkomponenten – und damit in eine Branche, die in den kommen- den Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Alexander Gebert, Prokurist und Vertriebsleiter der Tobsteel GmbH, fasste die Reise zusammen: „Die Reise hat nicht nur den fachlichen Aus- tausch gefördert, sondern auch neue Geschäftsperspektiven eröffnet. Be- sonders wertvoll war es, unterschied- liche Formen der Zusammenarbeit kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Gespräche während der Unternehmensbesuche können eine wichtige Grundlage für künftige Partnerschaften sein.“ IHK IHR ANSPRECHPARTNER:

Die Niederlande gelten als einer der dynamischsten Märkte Europas für den Ausbau erneuerbarer Energien. Mit ehrgeizi- gen Ausbauzielen, großen Infra- strukturinvestitionen und einer Vielzahl konkreter Offshore-Projekte schaffen sie derzeit beste Vorausset- zungen für neue Kooperationen. Welche Chancen sich daraus für Unternehmen aus Baden-Württem- berg ergeben, stand im Mittelpunkt einer Geschäftsanbahnungsreise der IHK Rhein-Neckar vom 8. bis 10. Juni 2026 nach Utrecht, Leiden und Den Haag. Zum Auftakt erhielten die Teilneh- menden bei RWE Renewables B.V. in Utrecht Einblicke in die Entwick- lung, den Bau und den Betrieb von Off-shore-Windparks. Im Mittel- punkt standen aktuelle Projekte wie OranjeWind, aber auch Beschaf- fungsprozesse, Anforderungen an potenzielle Zulieferer und mögliche Anknüpfungspunkte für eine Zu-

sammenarbeit. Rik Hammer aus dem Stakeholdermanagement machte deutlich, wie wichtig verlässliche Partner und spezialisierte Kompeten- zen entlang der gesamten Wertschöp- fungskette sind. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch bei Heerema Marine Contractors. Das Unternehmen ist auf den Transport und die Installation von Offshore-Strukturen spezialisiert und brachte den Teilnehmenden das Großprojekt „He Dreiht“ näher. Dabei wurde greifbar, wie eng Projektpart- ner zusammenarbeiten und welche Rolle sowohl etablierte als auch neue Zulieferer in der Umsetzung solcher Vorhaben spielen. Besonders ein- drucksvoll war das Simulationszent- rum von Heerema, in dem komplexe Abläufe auf Offshore-Plattformen realitätsnah dargestellt werden. Wie wertvoll diese direkten Ein- blicke für unsere Teilnehmer waren, betonte auch Dominik Hegen, Pro- duktmanager bei Hermetic-Pumpen:

 Mirza Karahodža 0621 1709-142

Die Teilnehmer der Unternehmerreise in der Zentrale von RWE Renewables B.V.: Entwick- lungen in der Branche standen bei den Gesprächen mit Rik Hammer, Stakeholdermanage- ment Offshore Wind bei RWE (1. v. r.), im Fokus.

mirza.karahodza@ rhein-neckar.ihk24.de

10

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

AMERIKAS

USA Positive Aussichten für Mess- und Regeltechnik

Mess-, Prüf- und Regeltechnik in den USA kann auf absehbare Sicht mit einem spürbaren Markt- wachstum rechnen. In wichtigen Abnehmerbranchen wie der Informa- tions- und Kommunikationstechno- logie (IKT), der Elektronikindustrie, der Verteidigungswirtschaft, der Raumfahrt, dem Öl- und Gassektor sowie der Wasserwirtschaft stehen die Zeichen auf Expansion. Zusam- men können diese Bereiche die nachlassende Nachfrage aus dem Kfz-Sektor überkompensieren. Die stärksten Impulse stammen aus dem IKT-Sektor. Die fünf großen Unternehmen der Branche, Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle, beabsichtigen nach eigenen Angaben im Jahr 2026 rund 650 Milliarden bis 700 Milliarden US-Dollar (US$) in ihre Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) zu investieren. Für 2027 rückt nach Einschätzung von Branchenanalysten die Schwelle von 1.000 Milliarden US$ in Sichtweite. Ein Großteil dieser Mittel fließt in den Bau von Datencentern. Zusätzlich haben Halbleiterhersteller Investitio- nen in Chipfabriken im Umfang von mehreren Hundert Milliarden US$ angekündigt. Vorreiter ist der taiwa- nische Auftragsfertiger TSMC, der Investitionen von 170 Milliarden US$ plant. Auch der Wettbewerber Sam- sung engagiert sich in den USA. In der Verteidigungsindustrie stehen die Zeichen ebenfalls auf Expansion. Nur in der Kfz-Industrie zeichnet sich hingegen ein Ab- schwung ab. Laut Cox Automotive sollen die Neuzulassungen im Jahr 2026 um knapp 3 Prozent sinken. Diese Prognose entstand vor dem Irankrieg und dem starken Anstieg der Benzinpreise. Wahrscheinlich ist daher mit einem stärkeren Rück- gang zu rechnen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Grand View Research entfallen auf

Der Ausbau der Rechenkapazitäten läuft in den USA auf Hochtouren. Dadurch steigt die Nachfrage nach hochwertiger Mess-, Prüf- und Regeltechnik.

den wichtigen Kunden von Mess- und Testinstrumenten. Er gehört zu den am stärksten wachsenden Sparten des Tiefbaus. Umfangreich investiert wird in die Versorgung mit Frisch- wasser und die Abwasserentsorgung. Der gesamte Investitionsbedarf des Sektors liegt bei über 1.000 Milliar- den US$. Der International Trade Commission zufolge beliefen sich die US-Ein- fuhren an Test-, Mess-, Regel- und Sensortechnik im Jahr 2025 auf knapp 37 Milliarden US$. Mexiko war im Jahr 2025 der wichtigste Lieferant von Mess- und Regeltechnik. Der südliche Nachbar exportiert vor allem technisch einfache Produkte für die Kfz-Industrie. Deutschland folgte mit Lieferungen von mehr als 4 Milliar- den US$ auf dem zweiten Platz. Es lag damit vor wichtigen Wettbewer- bern wie Japan und China. Produkte „made in Germany“ bedienen in den USA vor allem die Nachfrage nach Hightech. GTAI/IHK

die drei größten Abnehmergruppen – Elektronik und Halbleiter, IKT und Verteidigungsindustrie – jeweils rund ein Fünftel bis ein Viertel des Absat- zes von Test- und Messtechnik. Der Kfz-Sektor erreicht einen Anteil von gut einem Viertel. Die Öl- und Gasindustrie wird in dieser Aufstellung hingegen nicht erwähnt. Dabei stellt auch sie einen bedeutenden Abnehmer dar und verfügt über erhebliches Wachstums- potenzial. So soll die Gasförderung zwischen 2025 und 2050 um mehr als ein Drittel zulegen, prognostiziert die staatliche Energy Information Agency. Auch die Raumfahrtindustrie ist nicht gesondert ausgewiesen. Aus dieser Branche steigt der Bedarf eben- falls. Dank des starken Engagements privater Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin hat sich die Zahl der Starts von Raumfähren zwischen 2020 und 2025 verzehnfacht. Zudem zählt der Wassersektor zu

11

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

AMERIKAS

MEXIKO Nearshoring stärkt den Pharmasektor

Die pharmazeutische Industrie konzentriert sich auf mehrere Regionen und Standorte. Mexiko-Stadt sowie der sie umschließende Bundesstaat Estado de México gelten dabei als traditionelles Zentrum der Branche. Dies gilt auch für dort ansässige deutsche Bran- chenunternehmen. So hat Bayer seit über 100 Jahren seinen Stammsitz im Landeszentrum. Weitere Regionen mit einer wichtigen Pharma- präsenz sind der westliche Bundesstaat Jalisco mit einem wachsenden Life Science Cluster oder Bundesstaaten wie Morelos und Baja California, die ebenfalls Produktionsstandorte internationaler Firmen sind und der vertieften Integration in nordamerikanische Lieferketten dienen. Der nationale Wirtschaftsförderplan „Plan México“ soll die Investitionsquote der mexika- nischen Wirtschaft steigern und 1,5 Millionen Arbeitsplätze durch Nearshoring von höherwer- tiger Fertigung und regionalen Forschungs- und Entwicklungszentren (F&E) schaffen. Präsi- dentin Claudia Sheinbaum will erreichen, dass das Land bis 2030 wieder zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt zählt. Der „Plan México“ benennt die Pharmaindustrie per präsi- dentiellem Dekret als einen der Eckpfeiler dieser Wirtschaftsstrategie. Unternehmen, die in lokale Produktionsan- lagen und F&E-Projekte in Mexiko investieren, werden bei Ausschreibungen zur staatlichen Arzneimittelbeschaffung bevorteilt. Das Zweijahresbudget für die Beschaffung ist mit umgerechnet 17 Milliarden US-Dollar beziffert. Unternehmen versuchen daher zunehmend, ihre Lieferketten regional aufzustellen. Vor diesem Hintergrund und je nach Ausgang der USMCA-Revision könnten internationale Pharmaunternehmen Mexiko noch stärker als Produktions- und Logistikstandort für den nordamerikanischen Markt nutzen. Relativ niedrige Personal- und Produktionskosten sowie die regulatorische Abstimmung zwischen den mexikanischen Gesundheitsbehörden und der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Ad- ministration) erhöhen die Standortattraktivität. Bayer hat beispielsweise bereits angekündigt, bis zum Ende der Präsidentschaft Sheinbaums umgerechnet etwa 170 Millionen US-Dollar in Mexiko zu investieren. GTAI/IHK

Mexiko zählt zu den 15 größten Pharma- märkten weltweit. Laut dem Marktfor- schungsinstitut IMARC beläuft sich das Markt- volumen auf rund 20 Milliarden US-Dollar. Prognosen zufolge dürfte sich der Markt bis 2033 sogar verdoppeln. Sowohl bei der Arznei- mittelproduktion als auch bei klinischen Studien nimmt Mexiko in Lateinamerika nach Brasilien den zweiten Platz ein. Getragen wird diese Entwicklung vor allem von strukturellen Faktoren wie dem Bevölkerungswachstum. Mexiko verfügt über eine leistungsfähige Phar- mabranche. Der Sektor ist stark ausgerichtet auf den Binnenmarkt, der 97 Prozent der Produk- tion abnimmt. Dennoch bleibt das Land Netto- importeur pharmazeutischer Produkte, da ein großer Teil des Bedarfs an hochspezialisierten Medikamenten durch Importe gedeckt wird. Internationale Pharmaunternehmen dominie- ren vor allem bei patentgeschützten Medikamen- ten und innovativen Therapien. Der Pharmasek- tor gehört auch zu den wichtigsten Branchen mit deutscher Präsenz. Das Investorenregister des mexikanischen Wirtschaftsministeriums führt in der Pharmaindustrie 72 Unternehmen mit deut- scher Muttergesellschaft auf. Bayer de México und Boehringer Ingelheim gehören zu den Phar- maunternehmen mit den höchsten Umsätzen.

Pharmaunter - nehmen in Mexiko konzentrieren sich auf die Deckung des nationalen Bedarfs: Rund 97 Prozent der Pro- duktion sind für die heimische Nach- frage bestimmt.

21,5 PROZENT des Arzneimit - telabsatzes in Mexiko fließt in den öffentlichen Gesundheitssektor. Der Staat bliebt somit ein bedeu- tender Nachfrager im Pharmasektor.

QUELLE: ENIFARM

12

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

ASIEN-PAZIFIK

INDIEN Verbraucher kaufen mehr Nahrungsmittel

Nach China ist Indien der zweitgrößte Nahrungsmit- telmarkt der Welt, und für die kommenden Jahre prognostizieren Experten weiteres Wachstum. Bis 2030 sollen mehr als 1,1 Billionen US-Dollar an Umsatz erreicht werden. Das entspräche einer Zunahme um 37,7 Prozent gegenüber 2025. Während der Onlinehandel und der organisierte Einzel- handel an Bedeutung gewinnen, dominieren noch immer kleine inhabergeführte Geschäfte. Um diese flächende- ckend mit Waren zu versorgen, sind regional fein geglie- derte Vertriebsstrukturen notwendig. Wer seinen Fokus hingegen auf große Metropolen legt, findet in Online- händlern und Quick-Commerce-Unternehmen wie Blinkit oder Zepto attraktive Optionen für den Markteintritt. Interessant für die Branche ist auch das Anfang 2026 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. Dadurch sollen etwa die indischen Zölle für alkoholische Getränke deutlich sinken. Auch verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Kekse oder Nudeln werden von Zollsenkungen profitieren. In der Spitze wurden hier bisher bis zu 50 Prozent Einfuhrzoll fällig. Zukünftig soll dieser Wert auf 0 Prozent sinken. Das Abkommen muss noch unterzeichnet und anschließend ratifiziert werden. Anschließend werden die Zölle ab- gebaut. GTAI/IHK

Der Lebensmittelabsatz in Indien wächst stetig. Bisher gelten hohe Zölle. Das Freihandelsabkom- men mit der EU wird den Marktzugang zukünftig verbessern.

SINGAPUR / MALAYSIA Geplante Wirtschaftszone eröffnet neue Perspektiven

Die Johor-Singapore Special Economic Zone (JS-SEZ) soll die Wettbewerbsfähigkeit Singa-

dem könnte sich in Malaysia Expertise in bisher weniger ausgereiften Branchen entwickeln. Für die Sonderwirtschaftszone sind elf Schwer- punktsektoren ausgewiesen. Diese sind in großen Teilen kompatibel mit der Angebotspalette deutscher Produkte und Technologien. Dazu gehören verarbei- tendes Gewerbe, Logistik, Nahrungsmittelsicherheit, Energie, Finanzdienstleistungen und Gesundheit. Weitere Schwerpunkte sind Luftfahrt, elektrische Komponenten und Halbleiter, Chemie und Petro- chemie sowie Pharmazie. Diese Branchen bieten auch für deutsche Unternehmen ein großes Potenzial für Investitionen oder Produktionsverlagerungen aus anderen Ländern. GTAI /IHK

purs und Malaysias steigern und deren wirtschaftliche Integration verbessern. Sie soll zusätzliche Wertschöpfung in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar (US$) pro Jahr schaffen. Darüber hinaus sollen rund 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Wirtschaftszone erstreckt sich über eine Fläche von 3.500 Quadratkilometern. Das ist mehr als viermal so groß wie der Stadtstaat Singapur selbst. Die JS-SEZ soll die Stärken beider Standorte bündeln und ihre Schwächen ausgleichen. Firmen, denen der chronische Mangel an Land und die hohen Lohnkosten in Singapur Probleme bereiten, erhalten günstigeren Zugang zu Fläche und Arbeitskräften. Dafür bringen sie technologisches Know-how ein, sodass Unterneh- men auf malaysischer Seite von einer Verbesserung im Bereich Forschung und Entwicklung und beim Ausbil- dungsniveau der Beschäftigten profitieren dürften. Zu-

Mehr Informationen gibt es auf der Website von „Invest Johor“:

investjohor.gov.my

13

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

ASIEN-PAZIFIK

VIETNAM Modernisierung von Minen bietet Chancen

mender Tiefe steigen der Wasser- druck und das Risiko von Einbrü- chen. Das erhöht die Nachfrage nach leistungsstarken und korrosi- onsbeständigen Pumpensystemen. Auch die Gefahr für die Beleg- schaft durch Gebirgsschläge und Methangasaustritte nimmt in der Tiefe zu. Seit einigen Jahren wächst nach Darstellung von Un- ternehmern der politische Druck auf die Minenbetreiber, mehr für Arbeitsschutz und Sicherheit zu tun. Die hohen Standards machen Qualitätsausrüstungen deutscher Anbieter gegenüber preisgünstige- rer Konkurrenz wettbewerbsfähig. Sollten künftig im vietname- sischen Bergbau mehr Verarbei- tungsschritte lokalisiert werden, könnte dies neue Chancen für deutsche Unternehmen eröff- nen. Bei der Herstellung von High-Tech-Vorprodukten etwa für Batterien oder Magnete sind ver- stärkt deutsche Qualitätslösungen gefragt. Rohstoffe für die Batterie- produktion erfordern spezielle Partikelformen und hohe Fein- heitsgrade. Damit könnten nach Einschätzung von Branchenvertre- tern vor allem bei neuen Projek- ten präzise deutsche Maschinen Vorteile haben. GTAI/IHK

In Vietnams Boden steckt ein breites Spektrum an Ressourcen. Der Abbau von Steinkohle ist die wichtigste Säule des vietnamesischen Bergbaus.

Tagebaue in der traditionellen Bergbauregion Quang Ninh weit- gehend erschöpft sind, ist der Staatskonzern Vinacomin gezwun- gen, die Förderung in den weitaus anspruchsvolleren Untertagebau zu verlagern. Die Schächte liegen teilweise bereits mehr als 300 Meter unter dem Meeresspiegel. Mit zuneh-

Die technologischen Anforde- rungen im Bergbau in Vietnam steigen. Vor allem der Übergang zum Untertagebau erhöht die Nachfrage nach spezialisiertem Know-how und moderner Technik. Im vietnamesischen Bergbau befindet sich vor allem der Kohle- sektor in einer technologischen Zäsur. Da die leicht zugänglichen

SÜDKOREA / EU Digitales Handelsabkommen unterzeichnet

vereinfacht und Transaktionskosten reduziert werden. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren von effizienteren Abläufen und einem er- leichterten Marktzugang. Das Abkommen stärkt zudem den Verbraucherschutz im digitalen Raum und unter- sagt die obligatorische Offenlegung und Übertragung von Quellcodes. IHK Den Abkommenstext und die Pressemitteilung finden Sie auf der Website der EU-Kommission:

Die EU und Korea haben am 10. Juni 2026 ein wegweisendes Abkommen über den digitalen

Handel (Digital Trade Agreement, DTA) unterzeichnet. Es ergänzt das bereits seit 2011 geltende Freihandelsabkom- men zwischen der EU und Korea um verbindliche Regelun- gen für den digitalen Handel. Ziel ist es, den grenzüber- schreitenden Geschäftsverkehr zu erleichtern und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen weiter zu modernisieren. Zu den zentralen Bestimmungen gehört die gegen- seitige Anerkennung elektronischer Verträge und Signaturen. Dadurch sollen digitale Geschäftsprozesse

ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_1317

14

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

ASIEN-PAZIFIK

PHILIPPINEN IT-Dienstleistungen sind Exportschlager

Die Philippinen sind ein wichtiger Standort für IT-Dienstleistungen in Südostasien. Die Anbieter setzten 2025 rund 40 Milliarden US-Dollar um und damit 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 erwartet der jeweilige philippinische Industrieverband einen Umsatz von 42 Milliarden US-Dollar. Die Branche hat einen Anteil von fast 70 Prozent an den gesamten Dienstleistungsex- porten des Landes und beschäftigt fast 2 Millionen Menschen. Seit 2010 haben sich Umsatz und Mitarbeiter- zahl vervierfacht. Allerdings bedroht der Siegeszug der künstlichen Intelli- genz (KI) das Geschäftsmodell vieler Unternehmen, denn die klassischen Aufgaben im Business Process Outsour- cing (BPO) und Management (BPM) werden zunehmend von KI-Anwendungen erledigt. IT-Unternehmen müssen ihre Dienstleistungsangebote an das KI-Zeitalter anpassen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Beschaffung von Softwaredienstleistungen in den Philippinen kann auch für deutsche Kunden eine Option sein. Die Einstiegsgehälter für Programmierer liegen im Schnitt bei umgerechnet 500 US-Dollar pro Monat. Die

Jung und tech - nologieaffin – die Zahl der Beschäftigten im IT-Sektor in den Philippinen wird um durch- schnittlich 5 Prozent pro Jahr wachsen.

Anbieter sind flexibel und können je nach Bedarf ihre Teamstärke schnell anpassen. Zudem decken die Dienst- leister ein breites Branchenspektrum ab. Schwerpunkte sind der Finanzsektor und das Gesundheitswesen, aber es gibt auch Anbieter, die sich auf die Entwicklung von Appli- kationen für die Industrie oder die öffentliche Verwaltung spezialisieren. GTAI /IHK

ANZEIGE

Tag der gewerblichen Schutzrechte 2026

Ihr persönliches IP-Update am 15. Juli 2026 in Stuttgart!

Erfahren Sie mehr unter tgs.pmz-bw.de

MENA/AFRIKA

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE Energiewende trifft auf Versorgungssicherheit

zu stärken. Dennoch bleibt Erdgas mit rund 74 Prozent der installierten Kapazität (33,5 von knapp 48 Gigawatt im Jahr 2024) die wichtigste Erzeugungsquelle zur Absicherung der Grund- last, ergänzt durch 5,6 Gigawatt aus dem Kernkraftwerk Barakah. Der regenerative Mix wird zu über 95 Prozent von der Photovoltaik dominiert. Die Kapazität erneuerbarer Energien stieg zwischen 2019 und 2024 von 1,9 auf 6,8 Gigawatt. Großprojekte wie der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park in Dubai (aktuell 2.600 Megawatt am Netz, Ziel: 5.000 Megawatt) oder die Anlage Al Dhafra in Abu Dhabi (2.100 Megawatt) bestimmen das Tempo. Zudem investiert das Land massiv in Großspeicher: In Dubai ist für 2026 die Haupt- ausschreibung für ein 1.500-Megawatt-Batterie- speichersystem geplant. Für deutsche Unternehmen bieten sich vor allem Chancen bei der Netzstabilisierung, der Speicherintegration und digitalen Effizienz- technologien. Da anspruchsvolle Kernkompo- nenten wie Schutz- und Regeltechnik, Leis- tungselektronik oder Wasserstoff-Peripherie importiert werden müssen, sind deutsche Anbieter wie Siemens Energy oder Fichtner bereits stark in Projekten verankert. Hürden im Markt bleiben der hohe Preisdruck in staat- lichen IPP-Ausschreibungen (Auktionstarife fielen in Abu Dhabi bereits auf bis zu 1,32 US- Cent pro Kilowattstunde) sowie steigende Anforderungen an die lokale Wertschöpfung (In-Country-Value). GTAI/IHK

Modell des Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park. Hier soll bei Fertig- stellung Energie für bis zu 540.000 Menschen erzeugt werden

13,4 MILLIARDEN US$ beträgt das aktuelle Investitionsvolu - men für insgesamt 20 strategische Wasserstoffprojek- te in den VAE.

Die VAE treiben den staatlich gesteuerten Umbau ihrer Energiewirtschaft voran. Auf Basis der „UAE Energy Strategy 2050“ will das Land bis 2050 klimaneutral werden. Die aktuelle geopolitische Lage beschleunigt den Ausbau von Solarenergie, Speichern und Netzinfrastruktur, um die Versorgungssicherheit

QUELLE: GTAI

ÄGYPTEN VICMED: Per Schiff vom Mittelmeer zum Viktoriasee

2030 und 2042. Vorstudien laufen aber dennoch. Sie sind nun in der zweiten Phase. Ägypten finanziert diese Arbei- ten über einen Kredit der Afrikanischen Entwicklungsbank. Neben der Schaffung von Organisationsstrukturen geht es jetzt vor allem um die Sammlung hydrologischer, topo- graphischer, bathymetrischer und geotechnologischer Daten sowie die Erstellung eines Berichts zu Umwelt- und Sozialef- fekten des Vorhabens. Zu den geplanten Bauten zählen unter anderem 15 Schleusenanlagen und 25 Flusshäfen. GTAI/IHK

Der Nil ist der längste Fluss der Erde. Als Wasserstra- ße wird er jedoch nur abschnittsweise genutzt. Das soll sich ändern. Im Rahmen des Programme for Infras- tructure Development in Africa (PIDA) ist der 3.800 Kilometer lange Schifffahrtsweg vom Lake Victoria to the Mediterranean Sea (VICMED) Teil der Agenda 2063 der Afrikanischen Union. Ägypten erhofft sich dadurch langfristig einen besseren Zugang nach Zentral- und Ostafrika. Angesichts der zahl- reichen Spannungen und Konflikte im Bereich der zehn Nilanrainer ist an eine rasche Verwirklichung des auf 22 Milliarden US-Dollar taxierten Projekts vorerst nicht zu denken. Den Planungen zufolge läge die Bauzeit zwischen

Informationsseite der Afrikanischen Union zu VICMED:

au-pida.org/prospectus/project.php?id=44

16

IHK Global Business 07/2026

ihk.de/rhein-neckar

Page 1 Page 2 Page 3 Page 4 Page 5 Page 6 Page 7 Page 8 Page 9 Page 10 Page 11 Page 12 Page 13 Page 14 Page 15 Page 16 Page 17 Page 18 Page 19 Page 20

Made with FlippingBook Learn more on our blog