IJAB Jahresbericht 2021

IJAB Jahresbericht 2021

IJAB hat das Jahr 2021 intensiv genutzt, die Internationale Jugendarbeit weiter zu stärken und zu qualifizieren.



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Vorwort

2021, das zweite Jahr in der Corona-Pandemie, liegt hin- ter uns. IJAB hat die Zeit intensiv genutzt, das Arbeits- feld Internationale Jugendarbeit in seinen Grundlagen weiter zu stärken und zu qualifizieren. Durch die Pan - demie angestoßene Prozesse der Digitalisierung wur - den unterstützt, in dem zum Beispiel im Rahmen des Peer-Learning-Formats DIY 2 -Labor regelmäßig Work- shops angeboten wurden. Diese trugen dazu bei, inno - vative Ideen, Tools und Methoden kennenzulernen, sich zu Erfahrungen und Grundsatzfragen auszutauschen und zu experimentieren. Zudem wurde die Arbeit an der Entwicklung einer evidenzbasierten umfassenden Digitalstrategie für das Praxisfeld Internationale Jugend - arbeit weitergeführt. Mit der 2021 gestarteten Fach- kräfteinitiative.International bietet IJAB Fachkräften und Organisationen aus den unterschiedlichen Handlungs - feldern der Kinder- und Jugendhilfe gezielt die Möglich - keit zur Umsetzung unterschiedlicher Formate, um in ihren Strukturen interkulturelle und internationale Kompetenzen zu fördern und den internationalen Aus- tausch als Querschnittsaufgabe in ihrer Organisation zu implementieren. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt, mit dem sich IJAB beschäftigt, ist das Thema Nachhaltigkeit. Im Rahmen des Projekts Learning mobility in times of climate change wurde 2021 in Kooperation mit der Universität Hildes - heim eine internationale Jugendbefragung zu Auslands- aufenthalten und Klimaschutz durchgeführt. Da für viele

Jugendliche der Zugang zum internationalen Austausch immer noch eine Hürde darstellt, hat IJAB mit der Jugend - kampagne bravel eine breite Offensive gestartet, um mehr junge Menschen über die Chancen eines Auslands - aufenthalts zu informieren und sie mit verschiedensten Aktivitäten dafür zu begeistern. Neu im Portfolio von IJAB ist die Zusammenarbeit mit den USA. Der Jugend- und Fachkräfteaustausch zwischen bei - den Ländern soll intensiviert werden. Hierzu bietet IJAB ab 2022 in den USA ein Fortbildungsprogramm für Fach - kräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie ein Praktikums- programm für Berufseinsteiger*innen an. Die vielfältigen Aktivitäten von IJAB im Jahr 2021 wurden vor allem ermöglicht durch die Förderung des Bundes - ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), des Bundesministeriums für Umwelt, Natur - schutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, der Bundesländer und der Europäischen Kommission sowie der Robert Bosch Stiftung. Die gute Zusammen - arbeit mit den IJAB-Mitgliedern, dem BMFSFJ, nationalen und europäischen Institutionen, den Trägern der Kin - der- und Jugendhilfe und den Partnereinrichtungen im In- und Ausland war trotz fortgesetztem Krisen-Modus ein Garant für eine erfolgreiche Arbeit. Ihnen allen sowie den Mitarbeitenden der IJAB-Geschäftsstelle gilt hierfür unser Dank.

Rolf Witte Vorsitzender

Marie-Luise Dreber Direktorin

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IJAB – Partner für Internationale Jugendarbeit in Europa und der Welt

IJAB stärkt den internationalen Wissensaustausch in der Kinder- und Jugendhilfe, um so zu deren Weiter- entwicklung beizutragen. Die Fachstelle vernetzt die Akteure im In- und Ausland und ist Mittlerin im internationalen Dialog. Sie berät, schafft Räume für Diskurse und bietet Fachkräften Qualifizierung im europäischen und internationalen Aus - tausch zu jugendpolitisch relevanten Themen an. Durch den Transfer von europäischen und internationalen Impulsen sowie durch Austausch und Vernetzung trägt IJAB zur Gestaltung und Weiterentwicklung der nationa - len, europäischen und internationalen Jugendpolitik bei. Junge Menschen informiert und berät IJAB zu Auslands - aufenthalten und finanziellen Fördermöglichkeiten. Als Mitglied in nationalen und europäischen Netzwerken der Jugendinformation fungiert IJAB als Schnittstelle und verknüpft beide Ebenen durch Austausch und Zusammenarbeit. IJAB wurde vom BMFSFJ als Rechtsträger der Nationa - len Agentur für die Programme der Europäischen Union Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps bestellt. Seit 1988 ist die Nationale Agentur JUGEND für Europa bei IJAB angesiedelt. JUGEND für Europa ist seit 2014 eine der vier Agenturen für das Programm Eras- mus+ und wurde vom BMFSFJ und der Europäischen Kommission beauftragt, mit der Fortsetzung des Pro- gramms (2021–2027) den Programmteil Erasmus+ Jugend als Nationale Agentur in Deutschland umzu - setzen. Seit 2018 ist JUGEND für Europa auch für die Umsetzung des Programms Europäisches Solidaritäts - korps in Deutschland zuständig.

Aufgabe von IJAB als Fachstelle für Internationale Jugendarbeit ist die Stärkung und Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit und jugendpolitischen Zusammenarbeit – sowohl mit den Ländern Euro- pas als auch weltweit. IJAB ist im Auftrag des Bundes - ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), seiner Mitgliedsorganisationen und anderer Träger im Jugendbereich tätig. Internationale Jugendarbeit und jugendpolitische Zusammenarbeit eröffnen jungen Menschen Chancen für Bildung, Persönlichkeitsentwicklung und Teilhabe in einer durch Globalisierung geprägten Welt, tragen zu Friedenssicherung und Toleranz bei und wirken Rassis - mus und Gewalt entgegen. Mit ihrer Arbeit fördert die Fachstelle das gegenseitige Verständnis junger Men - schen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen, die Vermittlung interkultureller Kompetenzen, den Umgang mit Vielfalt sowie non-formale und informelle Bildungs- prozesse. IJAB versteht Internationale Jugendarbeit und jugendpolitische Zusammenarbeit als Beitrag zur Entwicklung einer starken Zivilgesellschaft, zur Förderung eines demokratischen Gemeinwesens sowie einer gerechten und solidarischen Welt.

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Inhalt

Vorwort

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Digitale Jugendbildung und Jugendbeteiligung

Partner für Internationale Jugendarbeit in Europa und der Welt

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Challenge accepted – Europe

50 52 53

Jugendverstärker

Jugendpolitische Zusammenarbeit gestalten 5 China 6 Griechenland 7 Japan 8 Türkei 9 USA 11

Jugend-Verbraucher-Dialog

Potenziale sichtbar machen

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Nachweise International

56 57 58 59 60 62

i-EVAL

Datenreport Internationale Jugendarbeit

Jugendkampagne bravel Öffentlichkeitsarbeit

Internationalen Austausch ermöglichen

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LEMOCC

14 16 18 22 23 24 25

IJAB auf bundeszentralen Fachveranstaltungen

Kommune goes International

Eurodesk

JUGEND für Europa

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Learning by doing VISION:INCLUSiON

JUGEND für Europa

66

Kompetenzstelle Sprache Austausch macht Schule

Verein und Geschäftsstelle

72

Vorstand

74 75 76 77 78 79

Internationale Jugendarbeit weiterentwickeln

Mitgliederversammlungen

27

Mitglieder

Fachkräfteinitiative.International

28 32 35

IJAB in externen Gremien

IJA.digital

Finanz- und Personalmanagement

Runder Tisch Fachkräftequalifizierung

Organigramm

Wissenstransfer fördern, Praxis und Politik gestalten

Impressum

80

37

Eurodesk, ERYICA, IYPD

38 40 41 42 44

Internationaler Jugendaustausch wirkt

Monitoring

Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe European Knowledge Centre for Youth Policy

Youth Wiki 45 Infosystem Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland 46

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Jugendpolitische Zusammenarbeit gestalten

Europäische und internationale jugendpolitische Zusammenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zu gemeinsamer Politikgestaltung, zu Austausch und Verständigung mit anderen Ländern und zum Lernen voneinander. Der bi- und multilaterale Dialog über jugendrelevante Themen mit Ländern in Europa und der Welt ebenso wie die jugendpolitische Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union sind ein wichtiges Anliegen. IJAB bietet im Rahmen der bi- und multilateralen jugend­ politischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland Programme für Fachkräfte zu jugendrelevanten Themen. 2021 hat sich die Zusammenarbeit von IJAB auf die Länder China, Griechenland, Japan und die Türkei konzentriert und fand im digitalen Raum statt. Zudem wurde IJAB mit der Umsetzung von Aktivitäten im Bereich des deutsch-US-amerikanischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs beauftragt.

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China Herausfordernden Zeiten gemeinsam begegnen

2021 hat die Corona-Pandemie den deutsch-chinesischen Jugend- und Fachkräfteaustausch, der auf der Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich Jugendhilfe zwischen dem Bundes­ ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Allchinesischen Jugend­ verband (ACYF) aus dem Jahr 2006 basiert, vor große Herausforderungen gestellt. Es konnten weiterhin keine Präsenzbegegnungen stattfinden. Trotzdem gelang es IJAB und dem ACYF, über virtuelle Kontakte die Kooperation und den Austausch aufrechtzuerhalten.

Mehr China-Kompetenz wagen

Hybride Regierungsgespräche

Der am 20. April 2021 vom BMFSFJ initiierte Fachtag mit im China-Austausch aktiven Trägern machte deutlich, dass das Interesse an China ungebrochen ist. Vor allem der Begriff „Chinakompetenz“ fiel während des Treffens häufig: Denn nur wer den Kontext der chinesischen Partner versteht, kann die eigenen Zielsetzungen mit ihnen in Einklang bringen. Dies fordert ein hohes Maß an Kompetenz, macht den Austausch dadurch aber noch spannender und die Lernprozesse noch intensiver. Mit mehr China-Kompetenz, so das Fazit, können nach der Pandemie Partnerschaften leichter wiederbelebt und aufgebaut werden.

Vom 31. Mai bis 1. Juni 2021 konnten die 2020 abgesagten bilateralen Fachgespräche zwischen dem BMFSFJ und dem ACYF in einer hybriden Videokonferenz wieder auf- genommen werden. So wurde vereinbart, dass „Jugend - arbeit und freiwilliges Engagement junger Menschen“ das zentrale Thema des deutsch-chinesischen Fach­ kräfteaustauschs für 2021 und 2022 sein soll. Digitale Fachkräfteaustausche Am 24. November und 7. Dezember 2021 ermöglichte IJAB in Zusammenarbeit mit der Chinese Young Volun- teers Association (CYVA) einen digitalen Austausch, in dem jeweils acht Fachkräfte beider Seiten nicht nur über Jugendarbeit und freiwilliges Engagement, sondern auch über (ihre) Freiwilligenarbeit in Pandemiezeiten sprachen. Dank Simultandolmetschung war dies sehr niedrigschwellig möglich. Angereichert durch span - nende Praxisbeispiele entstand eine gute Atmosphäre mit einem positiven Ausblick: Freiwilligenarbeit hat in beiden Ländern eine wichtige Bedeutung für Individuum und Gesellschaft und stellt einen großen Mehrwert für alle dar. Perspektiven Sofern die Corona-Pandemie es zulässt, wollen beide Partner 2022 den physischen Austausch wieder auf - nehmen. Bis dahin können die deutsch-chinesischen Beziehungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe dank flexibler Absprachen und einem über die Jahre etablierten Verhältnis weiter gestärkt und spannende Impulse für die Arbeit aller im deutsch-chinesischen Austausch aktiven Träger gewonnen werden.

Jugendpolitische Zusammenarbeit gestalten

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Griechenland Deutsch-Griechisches Jugendwerk nimmt Arbeit auf

Was muss erledigt werden, bis ein Jugendwerk – nach sieben Jahren bilateraler Verhandlungen – seine Arbeit praktisch aufnehmen kann? Für das Deutsch-Griechische Jugendwerk (DGJW) war es im April 2021 endlich soweit. IJAB unterstützte bis dahin das DGJW bei der Vorbereitung dieses Prozesses.

Im April 2021 nahm das Deutsch-Griechische Jugend - werk mit Sitz in Leipzig und Thessaloniki seine Arbeit auf, um auf Basis der neuen Förderrichtlinien nachhaltig Begegnungen zwischen jungen Menschen aus Deutsch - land und Griechenland zu unterstützen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) begleitete IJAB die Arbeitsaufnahme des Deutsch-Griechischen Jugendwerks inhaltlich und organisatorisch von Januar bis März 2021. Inhaltlich wurden die regelmäßigen Übergabegespräche zwischen dem DGJW-Generalsekretär in Deutschland, Gerasimos Bekas, BMFSFJ und IJAB 2021 fortgeführt.

Vorbereitung des Aufgabenfelds „Freiwillige Berufliche Praktika“

In den Fachveranstaltungen und Jugendforen, die IJAB und BMFSFJ zwischen 2014 und 2020 für den Aufbau und die Weiterentwicklung des deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs umgesetzt haben, hat sich neben der Erinnerungsarbeit und dem Austausch im Bereich Sport insbesondere die berufliche Orientie - rung als wichtiges Thema erwiesen. Bereits 2018 führten IJAB und BMFSFJ einen Fachtag „Berufliche Orientierung im deutsch-griechischen Jugendaustausch“ durch. Die Ergebnisse flossen 2021 in die Konzeption des künfti - gen Aufgabenfelds „Freiwillige Berufliche Praktika“ des Jugendwerks ein. Auf Basis der Erfahrungswerte des von Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tsche - chischer Jugendaustausch erfolgreich umgesetzten Modells „Freiwillige Berufliche Praktika“ erarbeitete IJAB ein Konzept, das den Bedarfen der deutsch-griechischen Zusammenarbeit entspricht und aktuelle Entwicklungen berücksichtigt.

Auf eine gute Zusammenarbeit im Kreis der Fach- und Förderstellen Ein Praktikum zur Unterstützung von organisatorischen Tätigkeiten des Büros in Leipzig sowie letzte wichtige Dol - metsch- und Übersetzungsaufgaben, wie zum Beispiel für die Plattform DINA.international, um sie auch für Träger in Griechenland zugänglich zu machen, rundeten 2021 die letzten gemeinsamen vorbereitenden Schritte zwischen IJAB, BMFSFJ und DGJW ab. Mit der Arbeitsauf - nahme am 1. April 2021 gehört das DGJW offiziell zum Kreis der Fach- und Förderstellen der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit. Ziel ist es, ein Drittmittel-Projekt beim DGJW anzusiedeln, das freiwillige berufliche Praktika zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Griechenland fördert.

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Japan Fortsetzung des Fachaustauschs zu Jugend und Medien

Die jugendpolitische Zusammenarbeit mit Japan beruht auf dem 1957 unterzeichneten Kultur­ abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Japan. Wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit ist das Deutsch-Japanische Studienprogramm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe zum Austausch fachlicher Erfahrungen zu aktuellen Themen und der Gewinnung neuer Sichtweisen und Lösungsansätze für gemeinsame Herausforderungen. Verantwortlich für den Fachaustausch sind das japanische Bildungsministerium ( Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology , MEXT) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). IJAB unterstützt das BMFSFJ in Fragen der Zusammenarbeit mit Japan im Jugendbereich.

Bilaterale Gespräche

Die bilateralen Regierungsgespräche zwischen MEXT und dem BMFSFJ fanden am 30. November und 1. Dezember 2021 in einem hybriden Format statt. Neben allgemeinen Informationen zur Jugendpolitik gab es erneut einen intensiven Austausch über die Auswirkungen der Pan - demie auf den Jugendbereich. Die Aktivitäten des Jahres 2021 wurden ausgewertet und die Austauschvorhaben für das Jahr 2022 besprochen, in dem nach Möglich - keit der physische Austausch wiederaufgenommen werden soll. Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der deutsch-japanischen jugendpolitischen Zusammen - arbeit sind im Herbst 2022 in Deutschland und im Frühjahr 2023 in Japan vorgesehen. Digitales Studienprogramm „Das mediale Umfeld junger Menschen: Herausforderungen und Lösungs­ ansätze“ Gemeinsam mit der japanischen Partnerorganisation NIYE ( National Institution for Youth Education ) entwickelte IJAB ein Konzept für die digitale Umsetzung des Studien- programms. Programmteile im Plenum wurden simul- tan verdolmetscht, so dass der jeweils zur Verfügung ste - hende Zeitrahmen optimal für den Austausch zwischen den Teilnehmenden genutzt werden konnte. Diskutiert wurde z. B. über die Qualifizierung von Fachkräften und die Prävention von exzessiver Mediennutzung. Jeweils nationale Vor- und Nachbereitungsseminare rundeten das Programm ab.

Videobotschaft des ehemaligen parlamentarischen Staatssekretärs im BMFSFJ, Stefan Zierke, zum Jubiläum von 160 Jahren deutsch- japanischer Beziehungen

Weitere Aktivitäten

Die Öffentlichkeitsarbeit stand im Zeichen des Jubiläums von 160 Jahren diplomatischer Beziehungen mit Japan, in dessen Rahmen der damalige parlamentarische Staats - sekretär Stefan Zierke eine Videobotschaft überbrachte. Der Youth Work Translator (S. 24), ein Online-Glossar von IJAB, wurde um Japanisch erweitert. Das japanische Cabinet Office hat die deutsche Seite zur Nominierung von Jugendlichen für das International Youth Development Exchange Program – INDEX angefragt. IJAB hat im Auftrag des BMFSFJ die deutschen Teil - nehmenden nominiert, die zusammen mit jungen Men- schen aus Japan und Estland Anfang 2022 an einem Online-Seminar zu Digitalisierung und Informations - technologien teilnahmen.

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Türkei Einschränkung als Chance – mehr Reichweite durch Online-Formate

Die Zusammenarbeit mit der Türkei beruht auf der Ressortvereinbarung zur deutsch-türkischen jugendpolitischen Zusammenarbeit, die seit 1994 zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Ministerium für Jugend und Sport der Türkei besteht. In diesem Rahmen hat IJAB den Auftrag, zur praktischen Umsetzung der Ressortvereinbarung bei­ zutragen, informiert und berät das BMFSFJ und die Träger, pflegt den Kontakt zu Partnern in der Türkei und führt deutsch-türkische Fachprogramme zu verschiedenen Themen der Kinder- und Jugendhilfe durch.

Deutsch-Türkischer Fachausschuss

Online-Reihe „Ehrenamt, freiwilliges Engagement und non-formale Bildung“ Aus 2020 auf 2021 verschoben, fand die Veranstaltung in drei Modulen zu unterschiedlichen thematischen Aspekten statt: 1. Ehrenamt und freiwilliges Engagement junger Men- schen und non-formale Bildung: Politische Strategie, geschichtlicher Hintergrund, aktuelle Ziele, Formen und Formate, 2. Qualifizierung, Bildung, Anerkennung, Zertifizierung, 3. Ehrenamt der Zukunft: Beteiligung, Inklusion, neue Zielgruppen, Digitalisierung. Im Lauf der Veranstaltung wurden sowohl Unterschiede zwischen Deutschland und der Türkei, was die Aus - prägung und Strukturen von freiwilliger Arbeit bzw. Ehrenamt anbelangt, als auch große Gemeinsamkeiten deutlich. Fachorganisationen und Forscher*innen sowie Jugendverbände, Jugendzentren, Ministerien und ehren- amtlich engagierte Personen aus den unterschied - lichsten Strukturen Deutschlands und der Türkei nah - men an der Veranstaltungsreihe teil. Das Online-Format ermöglichte es, die Reichweite des Publikums deutlich zu vergrößern – und zwar sowohl in Richtung der aktiv eingebundenen zivilgesellschaftlichen Organisationen als auch in Bezug auf die zugeschalteten Expert*innen. Im Nachgang ist eine Publikation in deutscher und türki- scher Sprache entstanden, die auf der Webseite von IJAB abrufbar ist und weiterführend informiert.

Der deutsch-türkische Fachausschuss, in dem bilaterale Regierungsabsprachen getroffen werden, tagte am 16. Dezember 2021 zum zweiten Mal in Folge online. Ver - treten sind von deutscher Seite, neben dem BMFSFJ und IJAB, eine Vertretung der Bundesländer, die Deut - sche Sportjugend, der Deutsche Bundesjugendring, die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugend- bildung, die BAG Evangelische Jugendsozialarbeit und die Deutsch-Türkische Jugendbrücke. Von türkischer Seite nehmen das Ministerium für Jugend und Sport, die Ministerien für Bildung sowie für Familie, Arbeit und Sozialdienste und das Generaldirektorat für Migration des Innenministeriums teil. Neben der Auswertung der 2021 durchgeführten Programme und dem Austausch über die aktuellen jugendpolitischen Schwerpunkte in beiden Ländern wurden mehrere Kooperationsprojekte für das Jahr 2022 verabredet.

Freiwillige von Uluslararasi Damla Gönüllüleri Derneği geben Essen aus

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„Nach einer transatlantischen Begegnung weit weg von zu Hause kehren Jugendliche mit einer anderen Selbstwahrnehmung zurück.“

Olad Aden, Gangway Berlin

Jugendpolitische Zusammenarbeit gestalten

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USA Startschuss für mehr deutsch-US-amerikanischen Jugendaustausch

Im Zuge der Vertiefung der deutsch-US-amerikanischen Beziehungen sollen die Aktivitäten im Bereich des transatlantischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs intensiviert werden. IJAB wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Umsetzung beauftragt. In der zweiten Jahreshälfte 2021 führte IJAB vor diesem Hintergrund erste Aktivitäten durch und veröffentlichte eine Sonderpublikation mit Artikeln, Interviews und Praxisbeispielen zum Jugend- austausch zwischen Deutschland und den USA.

Grundlage für die ersten Schritte hin zu einer Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und den USA war die Identifizierung nationaler Organisationen und Einrichtungen, die im transatlantischen Jugend- und Fachkräfteaustausch aktiv sind, sowie die Erfassung potenzieller Kooperationspartner in angrenzenden Bereichen, z. B. im Schüleraustausch oder der beruf - lichen Bildung. Ziel war es dabei auch, zu erfahren, welche thematischen Schwerpunkte im Rahmen einer bilateralen Zusammenarbeit relevant sein und vertieft bearbeitet werden könnten. Politische Bildung, Frei - willigendienste und Maßnahmen im Rahmen von Städte- partnerschaften haben sich hier als zentrale Themen - komplexe herausgestellt. Die Bereitstellung von Informationen zur Jugendpolitik und Jugendarbeit in den USA sowie zur Praxis trans­ atlantischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs stellte einen weiteren Schwerpunkt der Aktivitäten im Bereich USA dar. Landeskundliche Informationen und Praxisbei - spiele in gebündelter und aufgearbeiteter Form sollen Fachkräften zukünftig den Einstieg oder die Fortführung transatlantischer Partnerschaften und Projekte im Jugendbereich erleichtern und Orientierung bieten.

Mit dem USA-Special ist eine erste IJAB-Publikation mit einem deutsch-US-amerikanischen Schwerpunkt erschienen, die bestehende Partnerschaften, erfolgreiche Projekte und Themen im transatlantischen Austausch darstellt. Dabei kamen auch Jugendliche selbst zu Wort, z. B. durch Berichte von Teilnehmenden an Austausch - angeboten oder kurze Interviews zu Jugendinitiativen. Landeskundliche Informationen sollen zukünftig auch in Form von kurzen Erklärvideos erscheinen.

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Internationalen Austausch ermöglichen

In einer durch Globalisierung geprägten Gesellschaft werden internationale Lernerfahrungen für junge Menschen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe immer wichtiger. Mit Projekten und trägerübergreifenden Initiativen trägt IJAB zur Verbesserung der Zugänge zur Gestaltung der Internationalen Jugendarbeit in unterschiedlichen Bereichen bei. Das Projekt LEMOCC setzt sich damit auseinander, wie Internationale Jugendarbeit klimasensibel umgesetzt werden kann. Die Initiative Kommune goes International unterstützt Kommunen dabei, Maßnahmen Internationaler Jugendarbeit vor Ort zu verankern und lokale Netzwerke zu bilden. Das Informationsnetzwerk Eurodesk informiert und berät Fachkräfte und Jugendliche über die vielfältigen Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts. Mit dem Qualifizierungsprogramm Learning by doing begleitet IJAB Fachkräfte auf dem Weg zu einem eigenen Austauschprojekt. Das Projekt VISION:INCLUSiON unterstützt mit Tools und Arbeitshilfen die Etablierung einer inklusiven Gestaltung der Internationalen Jugendarbeit. IJAB hat zudem das Online-Glossar Youth Work Translator zur Förderung der Kommunikation im internationalen Austausch ausgebaut. Die Initiative Austausch macht Schule setzt sich für mehr Jugendaustausch an Schulen und deren Zusammenarbeit mit außerschulischen Trägern ein.

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LEMOCC Learning Mobility in Times of Climate Change

Der Klimawandel hat in den letzten Jahren die Diskussion über die schädlichen Auswirkungen des Reisens verstärkt. Vor allem junge Menschen haben dazu eine globale Debatte gefordert und zeigen großes Interesse daran, ihre Zukunft in Bezug auf Klimapolitik und Klimawandel mitzugestalten. Sie thematisieren die Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Bereiche ihres Lebens. Jugend- arbeit und Internationale Jugendarbeit sind zunehmend von Fragen der Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit des grenzüberschreitenden Austauschs betroffen. Das Projekt LEMOCC – Learning Mobility in Times of Climate Change setzt sich damit auseinander, wie Internationale Jugendarbeit klimasensibel gestaltet werden kann.

Die Idee für das Projekt wurde im Rahmen der von IJAB 2020 durchgeführten International Project Labs ent- wickelt. LEMOCC wird gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen der Internationalen Jugendarbeit und der Umweltbildungsarbeit in den Jahren 2021 und 2022 durchgeführt. Zentraler Baustein ist die Beteiligung von jungen Menschen im Rahmen einer Jugendbefragung. Ziel ist die Entwicklung von Empfehlungen für eine kli - masensible Internationale Jugendarbeit. Ein Mapping soll darüber hinaus Träger bei der Suche nach Partnern für Projekte in diesem Rahmen unterstützen. Vielfalt der beteiligten Akteure LEMOCC wird gemeinsam mit nationalen und inter- nationalen Partnern umgesetzt. Beteiligt sind Organi- sationen aus China, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien und der Türkei. Zur Partner - gewinnung wurden die an den International Project Labs beteiligten Träger angesprochen und ein Aufruf gestartet, um weitere Interessierte aus Deutschland und dem Aus - land für das Projekt zu gewinnen. Besonderes Augen- merk wurde daraufgelegt, sowohl öffentliche als auch freie Träger anzusprechen sowie neben Organisationen der Internationalen Jugendarbeit den Bereich Umwelt - schutz einzubinden. Seitens IJAB wirken zusätzlich der Bereich Monitoring und Eurodesk am Projekt mit. Ein weiterer zentraler Akteur ist das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Die Forscher*innen-Gruppe der Universität konzipierte den Fragebogen und die vertiefenden internationalen

Jugendfokusgruppen, führte die Befragung durch und wertete die Antworten aus. Weiterhin wird sie die Erarbeitung der Empfehlungen begleiten. Partnertreffen Es fanden drei Treffen mit den beteiligten Partnern statt, um das gemeinsame Vorhaben zu diskutieren und umzusetzen. Beim ersten Treffen lag der Fokus auf dem gegenseitigen Kennenlernen der Partner, der gemeinsamen Schärfung der Projektziele, der Besprechung und organisatorischen Planung aller relevanten Projektbausteine und Aufgaben sowie auf der Entwicklung des Fragebogens und der Vor - bereitung der Online-Jugendbefragung. Im zweiten Partnertreffen wurden die aus der Jugendbefragung gewonnen Daten diskutiert und die Entwicklung von Leitfragen für die Fokusgruppen besprochen. Beim dritten Partnertreffen wurden die Ergebnisse aus der Jugendbefragung vorgestellt und eine erste Diskussion dazu angestoßen. Dass alle Treffen ausschließlich online stattfinden, war für den Aufbau einer vertrauensvollen und funktionierenden Arbeitsbeziehung eine große Heraus­ forderung.

Bei jedem Treffen der Beteiligten gab es auch etwas Raum für informellen Austausch und Vernetzung.

Internationalen Austausch ermöglichen

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Jugendbefragung Im Sommer und Herbst 2021 fanden eine online - basierte Befragung und deren Auswertung sowie zwei internationale Fokusgruppen-Onlinetreffen mit jungen Menschen statt. Die Befragung wurde in die jeweiligen Landessprachen übersetzt. In nahezu allen Partner - ländern konnte die Mindestzahl an wenigstens 100 ver- wertbaren ausgefüllten Fragebögen erreicht werden. Einzig in Großbritannien ist dies nicht gelungen, so dass eine länderspezifische Auswertung hier nicht möglich war. Die meisten Rückmeldungen gingen in Deutschland ein, was auch damit zusammenhing, dass dank der För - derung durch Eurodesk zwei Interrail-Tickets unter den beteiligten Jugendlichen verlost werden konnten. Im November fanden dann die Fokusgruppen- Befragungen mit jeweils zwei jungen Menschen aus den beteiligten Partnerländern statt. Diese dienten der vertieften Diskussion der Themen und Fragestellungen, die sich aus den Rückmeldungen in den Online-Frage - bögen ergaben. Zu betonen ist das große Engagement der beteiligten Jugendlichen. Die Rückmeldungen der

Jugendlichen zu diesem Format war ausgesprochen positiv. Sie betonten, wie anregend und interessant es für sie war, sich mit Jugendlichen aus anderen Ländern zu Fragen von Klimawandel und Internationaler Jugend- arbeit auszutauschen. Bei beiden Elementen der Jugendbefragung spielten die Partner eine wichtige Rolle, sei es bei der sprach - lichen Anpassung der übersetzten Fragebögen, der Ver - breitung der Online-Befragung oder der Ansprache und Gewinnung von jungen Menschen für die Fokusgruppen. Mapping International Das im Projekt geplante Mapping schafft einen Überblick über Organisationen und Akteure, die im Arbeitsfeld Internationale Lernmobilität und Klimawandel in den beteiligten Partnerländern aktiv und relevant sind. Entsprechende Informationen werden weitgehend von den beteiligten Partnern beigesteuert. Die Arbeiten daran werden 2022 fortgesetzt.

Web: ijab.de/projekte/learning-mobility-in-times- of-climate-change

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Kommune goes International Digital ist einiges los

Die Initiative Kommune goes International (KGI) unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, die Internationale Jugendarbeit vor Ort zu stärken. Ziel ist es, die Anzahl von Maßnahmen Internationaler Jugendarbeit zu erhöhen, damit mehr junge Menschen die Möglichkeit haben, eine internationale außerschulische Mobilitätserfahrung zu machen. Highlights im Jahr 2021 waren das jährliche Netzwerktreffen sowie die Veröffentlichung einer Arbeitshilfe zu digitalen internationalen Jugendbegegnungen.

Vernetzungstreffen der Servicestellen für Internationale Jugendarbeit auf Landesebene Zweimal jährlich kommen Vertreter*innen der Landes - servicestellen sowie Verantwortliche für Internationale Jugendarbeit in Landesministerien und/oder Landes - jugendämtern zusammen, um den Informationsaus- tausch und die kollegiale Beratung zu fördern. 2021 fanden die beiden Vernetzungstreffen im April und Oktober digital statt, was gut angenommen wurde. Im Vordergrund standen die aktuelle Pandemiesituation und Herausforderungen der Internationalen Jugend - arbeit in den teilnehmenden Bundesländern. Öffentlichkeitsarbeit Im April 2021 wurde die Arbeitshilfe „Virtuelle inter - nationale Jugendbegegnungen organisieren“ veröffent - licht, in der Erkenntnisse und Erfahrungen zusammen - getragen wurden, die auf der Ende 2020 durchgeführten digitalen internationalen Jugendbegegnung Dream your future beruhen. Die Arbeitshilfe soll Fachkräfte bei der Planung und Durchführung von digitalen Begegnungen unterstützen. Die Erfahrungen aus der Begegnung wur - den im April 2021 auch im Rahmen eines sogenannten DIY²-Labors, eines von IJAB umgesetzten Qualifizierungs - angebots im Kontext des Projekts Internationale Jugend- arbeit.digital (S. 32 f.), zu Aspekten virtueller Jugend- begegnungen vorgestellt.

Die pandemiebedingten Herausforderungen aus 2020 setzten sich auch im Jahr 2021 fort und beeinflussten die Internationale Jugendarbeit in den KGI-Mitgliedskom- munen durch eine verschärfte Arbeitssituation vor Ort sowie anhaltende Hindernisse und Unsicherheiten bei der Durchführung von internationalen Maßnahmen. Dennoch ist zu verzeichnen, dass Mitarbeitende in Kommunen sich mit Motivation und Durchhaltever - mögen für die Internationale Jugendarbeit vor Ort ein- setzten und die Zeit für konzeptionelle Arbeit, Kontakt- pflege und vermehrt für die Bereitstellung von digitalen Angeboten nutzten. Zudem nahmen Fachkräfte aus sechs bzw. zwei KGI-Kommunen an den digitalen Quali - fizierungsangeboten – Mobilitätslots*innenschulungen bzw. Förderworkshops – von Eurodesk (S. 18 ff.) teil. KGI-Netzwerktreffen Das jährliche Netzwerktreffen fand am 30. September 2021 statt. An dem digitalen Treffen nahmen insgesamt 22 Fachkräfte aus 11 KGI-Kommunen und 5 interessier - ten Kommunen teil. Wie in den Jahren davor stand der themenbezogene kollegiale Austausch im Mittelpunkt der Veranstaltung. In insgesamt sechs freien Sessions tauschten sich die Anwesenden u. a. zur Pandemie - lage, zu nachhaltiger Mobilität und zu den Programmen Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps aus. Außerdem gab es verschiedene fachliche Inputs: zum Thema „Verschwörungstheorien und Fake News in einer globalisierten Welt“ durch den Arbeitskreis deut - scher Bildungsstätten e. V. sowie zum digitalen KGI- Kooperationsprojekt Dream your future , einer digitalen internationalen Jugendbegegnung, die 2020 von IJAB in Kooperation mit sechs KGI-Kommunen durchgeführt wurde.

Internationalen Austausch ermöglichen

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Graphic Recording vom KGI-Online-Netzwerktreffen im September 2021

Umfrage zu Wünschen und Interessen im KGI-Netzwerk Um einen Eindruck davon zu bekommen, welche Themen und Formate das KGI-Netzwerk aktuell beschäftigen und interessieren, wurde im Sommer 2021 eine Befragung der mitwirkenden Kommunen durchgeführt. 19 Kom - munen nahmen teil. Die Umfrage ergab, dass vor allem Qualifizierung und Beratung gefragt sind. Insbesondere bei der Koordination lokaler Netzwerke wünschen sich die Kommunen Unterstützung. Wie man Maßnahmen Internationaler Jugendarbeit finanzieren kann, was aktu - elle Entwicklungen in der europäischen Jugendpolitik und Jugendarbeit sind sowie Möglichkeiten, sich für Internationale Jugendarbeit in der Kommune stark zu machen, sind weitere Themen, die hoch im Kurs stehen. Die Interessen der Kommunen aufzugreifen und im Jahr 2022 wieder passende Angebote zu unterbreiten, ist Auf- gabe von Kommune goes International . Der Umgang mit der Pandemie und digitale Möglichkeiten der Begegnung werden darüber hinaus weiter eine wichtige Rolle spie - len. IJAB arbeitet zur Unterstützung der Kommunen eng mit der Nationalen Agentur JUGEND für Europa (S. 65 ff.) zusammen.

Im Mai 2021 war KGI bei der Online-Eröffnungsver - anstaltung des Schulungs- und Vernetzungsprogramms „Bei mir und bei dir: Jugendaustausch im Rahmen deutsch-polnischer Kommunalpartnerschaften“ des Deutsch-Polnischen Jugendwerks mit einem Fachvortrag vor Teilnehmenden aus 17 deutsch-polnischen Städte - partnerschaften vertreten. Die vortragenden Referen - tinnen von KGI beleuchteten aus Projektperspektive, wie Kommunalverwaltungen außerschulische Jugend - begegnungen unterstützen können. Ebenfalls im Mai führte KGI in Kooperation mit JUGEND für Europa im Rahmen des digitalen Kinder- und Jugendhilfetags eine Fachveranstaltung zum Thema „Europäische und Inter - nationale Jugendarbeit vor Ort – wie kann das gehen?“ durch. 50 Personen aus Deutschland sowie u. a. aus Nordirland, Norwegen, Österreich und Ruanda ver - folgten die Berichte der Vertreter*innen der KGI-Kom - munen Leipzig, Hamburg und Köln über ihre Arbeit, Maßnahmen und Strukturen.

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Eurodesk Europas Informationsnetzwerk zu internationaler Jugendmobilität Das Informationsnetzwerk Eurodesk ist in 37 europäischen Ländern mit nationalen Koordinierungs­ stellen und mit mehr als 1.600 lokalen Servicestellen aktiv. Das deutsche Eurodesk-Netzwerk besteht aus der Koordinierungsstelle bei IJAB und rund 50 Partnern im gesamten Bundesgebiet. Es informiert Multiplikator*innen der Jugendarbeit über nationale und europäische Mobilitätsmög- lichkeiten und bietet Weiterbildungen im Bereich Mobilitätsberatung und Förderprogramme an. Jugendliche erhalten eine persönliche, kostenlose und neutrale Beratung über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts. Sie sollen möglichst flächendeckend Zugang zu Informationen erhalten, um grenzüberschreitende Mobilitätserfahrungen und eine aktive europäische Bürgerschaft zu erle- ben. Eurodesk wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und über das Programm Erasmus+ der Europäischen Kommission gefördert.

Beratungen zu Auslandsaufenthalten im zweiten „Corona-Jahr“ Trotz anhaltender erheblicher Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten im Jahr 2021 viele junge Menschen z. B. für Freiwilligendienste ins - besondere in europäische Länder ausreisen. Laut Beratungsstatistik von Eurodesk Deutschland ist das Interesse junger Menschen an Auslandsaufenthalten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Dennoch waren Auslandsaufenthalte im Jahr 2021 nur in begrenztem Umfang möglich und nicht nur für junge Menschen eine Herausforderung, sondern auch für die Träger. Um dem Informationsbedarf von jungen Men- schen und Fachkräften der Internationalen Jugendarbeit gerecht zu werden, bietet Eurodesk neben der persön - lichen Beratung umfassende Informationen u. a. mit Hilfe der neu gestalteten Seite www.rausvonzuhaus.de , Social-Media-Kanälen und neuen Kurzfilmen.

Entwicklung der Eurodesk-Beratungen 2007–2021

80.000

70.000

60.000

Online-Auslandsberater

50.000

Zuhörer*innen bei Vorträgen

40.000

Online-Anfragen

30.000

Brief, Fax

Face to Face (inklusive Messekontakte)

20.000

Telefon

10.000

0

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021

Internationalen Austausch ermöglichen

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Stetig wachsendes Netzwerk von Multiplikator*innen

Das Eurodesk-Netzwerk in Deutschland verzeichnete für 2021 über 43.000 Beratungskontakte. Neben der Beratung im Eurodesk-Netzwerk verzeichneten die Partnerorganisationen, die selbst Entsende- organisationen für Formate des internationalen Aus- tauschs sind, wieder eine höhere Nachfrage an Aus - landsaufenthalten, insbesondere an Langzeitformaten wie Schulaustausch, wenn auch wegen des ein - geschränkten Länderspektrums nicht immer genügend Plätze vorhanden waren. Junge Menschen nahmen 2021 vor allem in Europa an Mobilitätsmaßnahmen teil, vor allem an geförderten Freiwilligendiensten – allen voran am Europäischen Solidaritätskorps (ESK). Internationale Workcamps in Deutschland fanden aufgrund der über - schaubaren Risiken und Einreisebeschränkungen bei deutschen Jugendlichen mehr Zuspruch.

2021 konnte Eurodesk Deutschland drei neue Partner im Netzwerk begrüßen und die Anzahl der Servicestellen auf 49 erhöhen. In das Netzwerk aufgenommen wurden: das Aktionszentrum Benediktbeuern, der Kreisjugend- ring Stormarn in Bad Oldesloe und der Stadtjugendring Heidelberg. Information und Qualifizierung von Multiplikator*innen und Fachkräften 2021 wurden in drei Online-Mobilitätslots*innen- Weiterbildungen 46 Fachkräfte zu Mobilitätsmöglich­ keiten geschult. Teilnehmende waren Berufsberater*- innen, Sozialarbeiter*innen, Lehrer*innen sowie Multi- plikator*innen aus öffentlichen Behördenstrukturen. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durch - gängig positiv.

Aus den anonymen Rückmeldungen der Mobilitätslots*innen-Schulungen:

„Der Dschungel hat sich gelichtet!“

„Ich hätte nicht gedacht, dass während einer Online-Schulung so viel Raum für Austausch und Interaktion möglich ist.“

„Vielen, vielen Dank. Ich habe einen sehr guten Überblick bekommen und sehr viel dazugelernt. Ich bin für meine eigene Arbeit inspiriert. Die sehr gute Informationsarbeit von eurodesk ermöglicht einen sehr komfortablen Zugang zur Beratungsarbeit.“

Insgesamt wurden 24 Multiplikator*innen in zwei Schu - lungen zu Förderprogrammen qualifiziert. Darüber hin - aus hat Eurodesk Deutschland Jugendorganisationen und Fachkräfte u. a. über europäische Fördermöglich - keiten informiert und dazu beraten.

Das Eurodesk-Jahrestreffen wurde 2021 erneut erfolg - reich als Online-Veranstaltung durchgeführt. An der Tagung nahmen 50 Eurodesk-Fachkräfte aus dem gesam - ten Bundesgebiet teil. Erstmalig fand im November 2021 ein zweites Netzwerktreffen statt. Es bot Trainings - möglichkeiten und Workshops, um Feedback von den Partnern zu erhalten. 2021 wurden zudem informelle „Partner-Frühstücke“ initiiert, um auch außerhalb der Netzwerktreffen einen Austausch zu ermöglichen.

IJAB - Jahresbericht 2021

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Information und Beratung für junge Menschen Die nationale Koordinierungsstelle Eurodesk Deutsch - land entwickelte mit ihren Partnern vor Ort eigene Online-Angebote weiter und nahm an 394 Veran­ staltungen teil (296 Online, 98 Live). Über diesen Weg konnten über 4.700 Beratungen realisiert werden, fast 11.000 Personen profitierten von Vorträgen. Um dem Interesse junger Menschen an audiovisuellem Material gerecht zu werden, produzierte Eurodesk drei kurze Filme, um die Vielfältigkeit von Auslandsmöglich -

www.rausvonzuhaus.de in neuem Design und für mobile Nutzung geeignet

Auch der Design-Relaunch von Produkten wie der Bro - schüren ‚Wege ins Ausland‘ und ‚Unterstützungskreis‘ sowie der Eurodesk-Ausstellung wurde erfolgreich abgeschlossen. In den sozialen Netzwerken Instagram, Facebook und Twitter wurden regelmäßig Beiträge mit Informa- tionen über Mobilitätsmöglichkeiten für Jugendliche veröffentlicht.

keiten zu verdeutlichen. Neben zwei Videos zu Work & Travel werden in dem Kurzfilm „Dein Weg ins Ausland“ u. a. gängige Vorbehalte gegenüber Auslandsaufenthalten themati- siert.

Netzwerkaktivitäten und Kooperationen

Eurodesk kooperiert mit verschiedenen Organisationen und Netzwerken auf europäischer und nationaler Ebene. Die Zusammenarbeit stellt sich wie folgt dar:

Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps

Eurodesk Deutschland übernahm für die Nationale Agentur JUGEND für Europa auch 2021 die schriftliche und telefonische Beratung von Jugendlichen zu Fra - gen bezüglich der EU-Programme Erasmus+ Jugend (1.051 Anfragen) und Europäisches Solidaritätskorps (6.714 Anfragen). DiscoverEU Nachdem 2020 pandemiebedingt keine Reisestipendien im Rahmen von DiscoverEU vergeben werden konnten, wurde im Herbst 2021 eine große Wettbewerbsrunde ermöglicht, bei der europaweit 60.000 Reisetickets verlost wurden. Seit Etablierung des europäischen Mobilitätsprogramms 2018 ist Eurodesk über das Europäische Jugendportal für die Beantwortung von Anfragen zu DiscoverEU zuständig. Mit der neuen

2021 neu aufgelegt: Die Broschüren ‚Wege ins Ausland‘ und ‚Unterstützungskreis‘

Im Jahr 2021 fand der Relaunch des Mobilitätsportals www.rausvonzuhaus.de statt. Die neue Website wurde speziell auf die Bedarfe Jugendlicher für eine mobile Nutzung abgestimmt und entwickelt. Sie ermöglicht das Filtern von Informationen je nach individuellem Bedarf. Eurodesk bewarb die Website u. a. über eine digitale Schnitzeljagd, um junge Menschen darauf aufmerksam zu machen.

Internationalen Austausch ermöglichen

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Programmgeneration (2021–2027) ist DiscoverEU Teil von Erasmus+ Jugend und erfährt dadurch eine stär - kere Förderung der Lerndimension. In der Umsetzung des neuen Rahmenprogramms unterstützt Eurodesk Deutschland die Nationalagentur JUGEND für Europa in enger Kooperation. Beteiligung an der Europäischen Jugendwoche und an der „Time to Move“-Kampagne Während der Europäischen Jugendwoche und der Euro - desk-Kampagne „Time to Move“ wurden im Netzwerk etliche Live- und Online-Veranstaltungen organisiert. Der 2020 entwickelte Eurodesk-Escape-Room wurde im Rahmen der „Time to Move“-Wochen genutzt. Eurodesk Ulm freute sich, seine erste Live-Messe seit 2019 zu orga - nisieren. Die persönliche Beratung und die Live-Vorträge waren ein großer Erfolg. Jugendkampagne bravel In der ersten Jahreshälfte nutzte die von IJAB umgesetzte Jugendkampagne bravel (S. 59) den Instagram-Account von Eurodesk Deutschland und steigerte die Bekanntheit des Kanals u. a. mithilfe von Influencer*innen. Erstmals wurden 2021 Instagram-Live-Takeover durchgeführt, in denen austauscherfahrene junge Menschen von ihren Erfahrungen berichteten und flexibel auf Fragen von Follower*innen eingehen konnten. Nachhaltigkeit von internationalen Maßnahmen Eurodesk Deutschland gelang es, Nachhaltigkeit noch stärker in die Informations- und Beratungsarbeit zu inte- grieren. Neben einer Beteiligung an dem IJAB-Projekt LEMOCC (S. 14 f.) konnten beispielsweise auch etliche Give-aways nachhaltig produziert werden, etwa durch die Aufbereitung von ausgedienten Bannern als Taschen oder Kofferanhänger.

Give-aways aus nachhaltiger Produktion

Ausblick 2022

Die Weiterführung der Internationalen Jugendarbeit in Deutschland wird – wie schon bis dato – stark von dem großen Engagement der Träger abhängig sein. Neben Online-Angeboten werden Informationsver - anstaltungen für den unmittelbaren Kontakt mit jungen Menschen sehr wichtig sein. Daher wird Eurodesk Deutschland die Organisationen und Institutionen innerhalb des Netzwerks für deren Angebote zur Infor - mation und Beratung (sowohl face-to-face als auch digi - tal) intensiv unterstützen und einen weiteren Schwer - punkt auf das Weiterbildungsangebot zum Beispiel für Multiplikator*innen legen. Neben der Unterstützung und Weiterentwicklung des Eurodesk-Netzwerkes in Deutschland gilt es, die Heraus - forderung zu meistern, wieder mehr Jugendliche dazu zu motivieren, mobil zu sein: Viele junge Menschen sind aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre ver- unsichert, was die Planung eines Auslandsaufenthalts angeht: Sie mussten sich über eine lange Zeit zurück - nehmen und konnten viele Träume und Wünsche nicht erfüllen. Ihr Leben fand weitgehend online statt. Soziale Medien sind seit Beginn der Pandemie daher noch wich - tiger als zuvor geworden und werden weiterhin für die Informations- und Beratungsarbeit eine große Rolle spielen.

Web: rausvonzuhaus.de

IJAB - Jahresbericht 2021

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Learning by doing Neue Wege, neue Ansätze

Learning by doing qualifiziert seit Februar 2020 Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe für die Inter- nationale Jugendarbeit. Die Pandemie forderte den Ansatz des Qualifizierungsprogramms heraus. Daher erhielten Einsteiger*innen Anfang 2021 nun in einem digitalen Format eine Einführung in Theorie und Praxis der Internationalen Jugendarbeit.

Ziel des Qualifizierungsprogramms Learning by doing ist es, dass die teilnehmenden 16 Fachkräfte aus 9 Bundes - ländern ein eigenes Angebot Internationaler Jugend- arbeit in ihrer Kommune initiieren. Das dafür erforder - liche Know-how sollte ihnen ursprünglich durch ein 5-tägiges Fachkräfte- und Qualifizierungsprogramm in Griechenland vermittelt werden. Pandemiebedingt konnte das Programm nicht stattfinden. Ein Hauch Internationales im digitalen Raum Um eine grundsätzliche Durchführung des Programms zu ermöglichen, ohne das Herzstück – die Verknüpfung von Theorie und Praxis – zu opfern, wurde das Programm mit einem zeitlich entzerrten, integrierten Lernansatz digital durchgeführt. In insgesamt neun vierstündigen Onlinesessions befassten sich die Teilnehmenden in einem Zeitraum von dreieinhalb Monaten mit unter- schiedlichen Formaten und Themen Internationaler Jugendarbeit (z. B. Internationale Jugendbegegnungen, Sprachanimation). Ziel war es dabei, einen aktiven Aus -

tausch und (inter)nationale Vernetzung zu ermöglichen sowie Lust auf Internationale Jugendarbeit zu wecken. In allen Sessions waren daher Expert*innen zu den jeweili- gen Themen aus dem In- und Ausland dabei. Insgesamt waren Fachkräfte aus Deutschland, Polen, Russland, Luxemburg und Griechenland zu Gast, darunter Kom - munen, Fördermittelgeber, Bildungs- und Begegnungs- stätten sowie ehemalige Teilnehmende internationaler Maßnahmen. Sie berichteten authentisch und aus erster Hand von ihren Erfahrungen in der Praxis, teilten Tipps und standen Rede und Antwort. Aus einer Session heraus entstand eine konkrete Partnerschaft, die 2022 in eine deutsch-griechische Jugendbegegnung münden soll. Am Ende der Session-Reihe stellten die Teilnehmenden ihre eigenen kreativen Projektideen vor. Arbeitsmaterial und zusätzliche Informationen zum Selbststudium wurden den Teilnehmenden darüber hinaus parallel auf DINA. International bereitgestellt. Für das Projekt haben sich durch das digitale Format erfolgreich neue Möglichkeiten ergeben, die große Viel - falt der Internationalen Jugendarbeit abzubilden. 70 % der Teilnehmenden gaben an, dass sie wieder an einem ähnlichen Format teilnehmen würden. Nun sind sie gefragt, das neue Wissen in die Tat umzusetzen und ihre Projekte auf den Weg zu bringen. Learning by doing wird Ende 2022 abgeschlossen. Das Projekt wird aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Internationalen Austausch ermöglichen

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