IJAB Jahresbericht 2025

Der Jahresbericht 2025 von IJAB macht sichtbar, wie junge Menschen, Fachkräfte und Partnerorganisationen gemeinsam internationale Zusammenarbeit gestalten. Ob bei der Jugendbegegnung „Youth4Peace“, auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag oder mit Initiativen für mehr Sichtbarkeit und politische Anerkennung der Internationalen Jugendarbeit – das vergangene Jahr hat erneut gezeigt: Internationale Jugendarbeit ist ein unverzichtbarer Beitrag zu einer offenen, demokratischen und friedlichen Gesellschaft. Der Jahresbericht liegt nur online vor.

IJAB Jahresbericht 2025

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Bildungsziele und Internationale Jugendarbeit sichtbar machen: Die Nachweise International bescheinigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Teilnahme, das Engagement oder gezeigte Kompetenzen bei Projekten der internationalen Jugendarbeit.

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IJAB-Länder- informationen Einblicke in die Kinder- und Jugend-

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Als Netzwerk und bundeszentrale Struktur gestaltet IJAB europäischen und weltweiten Austausch und Kooperationen im Jugendbereich.

Vorwort

Liebe Leser*innen,

im Jahr 2025 stand Internationale Jugendarbeit im Spannungsfeld globaler Umbrüche: Kriege und Kri- sen, wachsende demokratische Herausforderungen im In- und Ausland sowie zunehmende Polarisie- rung prägen die Lebensrealitäten junger Menschen weltweit. Gerade in dieser Zeit zeigt sich, wie unver- zichtbar internationale Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit sind. Sie schaffen Räume für Dialog, stärken Resilienz und fördern ein demokratisches Mit - einander über Grenzen hinweg. IJAB hat auch 2025 wichtige Impulse gesetzt, um diese Potenziale sichtbar zu machen und weiterzu- entwickeln. Mit der Jahrestagung „Fachkräfte im Blick” rückte IJAB die Menschen in den Mittelpunkt, die Inter- nationale Jugendarbeit tragen und gestalten – denn ihre Kompetenzen entscheiden über Qualität und Zukunftsfähigkeit. Ein besonderes Signal ging von der internationalen Begegnung „Youth4Peace“ aus: Junge Menschen enga- gieren sich aktiv für Frieden, bringen ihre Perspektiven in politische Prozesse ein und gestalten internationale Verständigung konkret mit. Dieses Engagement ist angesichts globaler Konflikte wichtiger denn je. Auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Leipzig hat IJAB Internationale Jugendarbeit einem breiten Fachpublikum als unverzichtbaren Teil der Kinder- und Jugendhilfe präsentiert. Mit der Initiative „#internationalheart” und der internationalen Tagung „Democracy in Action – Youth Work Matters” haben wir zugleich für mehr Sichtbarkeit und politischen Rückhalt geworben – und gemeinsam mit dem Deut - schen Bundesjugendring in der Beyond-Sonderaus - gabe „Junge Zivilgesellschaft unter Druck” gezeigt, warum demokratische Räume auch in Deutschland verteidigt werden müssen.

Dirk Thesenvitz Vorsitzender

All diese Aktivitäten zeigen: Internationale Jugend- arbeit ist kein „Add-on“, sondern ein zentraler Bau- stein für eine offene, demokratische und friedliche Gesellschaft. IJAB wird auch weiterhin daran arbeiten, junge Menschen zu vernetzen, Fachkräfte zu stärken und internationale Perspektiven in die Kinder- und Jugendhilfe einzubringen. Für die Förderung unserer vielfältigen Aktivitäten dan - ken wir dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), den Bundes- ländern und der Europäischen Kommission. Für die gute Zusammenarbeit gebührt den IJAB-Mitgliedern, dem BMBFSFJ, nationalen und europäischen Institu- tionen wie z. B. dem Europarat, den Trägern der Kin- der- und Jugendhilfe und den Partnereinrichtungen im In- und Ausland sowie den Mitarbeitenden der IJAB-Geschäftsstelle ebenso unser Dank. 2025 brachte zudem personelle Veränderungen: Bei der Mitgliederversammlung im Dezember wurde der Vorstand neu gewählt. Der bisherige Vorsitzende Rolf Witte übergab sein Amt – IJAB dankt ihm und den aus - geschiedenen Vorstandsmitgliedern herzlich für das langjährige Engagement.

Ich wünsche Ihnen nun eine anregende Lektüre!

Ihr Dirk Thesenvitz

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IJAB Austausch und Partnerschaften im Jugendbereich europaweit und global stärken

IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V. ist ein Zusammenschluss freier und öffentlicher Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. Als Netzwerk und bundeszentrale Struktur gestalten wir europäi- schen und weltweiten Austausch und Kooperationen im Jugendbereich. Die Mitgliedsorganisationen und die Geschäftsstelle bilden ein starkes Netzwerk: Gemeinsam sind wir IJAB. Wir engagieren uns für das friedliche Zusammen - leben in einer vielfältigen und offenen Welt, in der sich junge Menschen frei entfalten können. Wir sind davon überzeugt, dass internationaler Austausch zur welt- weiten Verständigung beiträgt und jungen Menschen Bildungschancen und neue Lebenswege in die Zukunft eröffnet. Dafür setzen wir uns im Dialog und durch partnerschaftliche Zusammenarbeit weltweit ein. Die Arbeit von IJAB ist wertebasiert. Wir setzen uns für eine demokratische, offene und vielfältige Gesell - schaft ein, in der alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer und ethnischer Herkunft, Religionszugehörigkeit sowie sexueller Orientierung – gleiche Rechte haben. Wir stehen für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben in der Welt und für ein geeintes Europa. Der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist für uns von hoher Bedeutung. Wir arbeiten dafür, dass junge Menschen die Welt als einen Ort erleben, in den sie sich einbringen und den sie gestalten können. Um dies zu verwirklichen, tragen wir zur Schaffung der nötigen Rahmenbedingungen bei.

Als Netzwerk von freien und öffentlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe setzen wir uns mit klaren Positionen für die Interessen des Arbeitsfeldes der Internationalen Jugendarbeit ein. Die Geschäftsstelle bietet den Mitgliedern, jungen Menschen und allen Akteur*innen im Jugendbereich Beratung, fachliche Unterstützung und Qualifizie­ rungsmöglichkeiten für ihre internationale Arbeit. Sitz der Geschäftsstelle mit rund 180 Mitarbeitenden ist Bonn. Als Partner des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) unterstützen wir auf Grundlage eines mit dem BMBFSFJ bestehenden Kooperationsvertrages Vorhaben des Ministeriums im Bereich der internationalen Jugend- arbeit und Jugendpolitik, setzen diese um und bie- ten ihm fachliche Beratung. Darüber hinaus nehmen wir Aufgaben im Rahmen internationaler jugend - politischer Prozesse der Bundesregierung wahr. Wir engagieren uns für ein offenes und soziales Europa. IJAB ist Rechtsträger von JUGEND für Europa , der Nationalen Agentur für die EU-Pro - gramme Erasmus+ Jugend und Erasmus+ Sport sowie Europäisches Solidaritätskorps in Deutschland.

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Inhalt

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Spotlights

SPOTLIGHTS

Youth4Peace Internationale Jugendbegegnung zwischen Erinnerung und Zukunftsgestaltung

80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzten die Fach- und Förderstellen der europäischen und internationalen Jugendarbeit in Deutschland gemeinsam ein Zeichen für das Erinnern, für Demokra- tie und für Frieden. Vom 3. bis 10. Mai 2025 kamen 80 junge Menschen aus 26 Ländern nach Berlin, um in einen intensiven Austausch zu treten und eigene Fragen, Ansätze und Lösungen zu den Themen Erinne- rung, Frieden und Demokratie zu entwickeln.

Im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung „Youth4Peace“ erarbeiteten junge Menschen eine Friedensagenda, ein Bühnenbild, mehrere Per- formances sowie praxisnahe Arbeitshilfen zur Stär - kung ihres Engagements. Die Begegnung zielte darauf ab, junge Menschen als Akteur*innen für Frieden und Demokratie zu stärken und ihnen Räume für trans - nationalen Dialog und Mitgestaltung zu eröffnen. Ein digitales Grußwort der Präsidentin der Euro- päischen Kommission, Ursula von der Leyen, sowie des stellvertretenden Generalsekretärs für Jugend- angelegenheiten der Vereinten Nationen, Felipe Paullier, rundeten die feierliche Eröffnung im Centre Français in Berlin ab. Auftrag und Appell waren klar: die eigene Stimme erheben, Ideen einbringen und die gebotenen Räume nutzen. Besonders eindrück - lich war beim Auftakt auch das Gespräch zwischen Nachfahren des Massakers von Oradour-sur-Glane – zwischen der Enkelin eines NS-Täters und dem Sohn eines Überlebenden. Es wurde deutlich, dass nur Annäherung und gemeinsames Erinnern einen Raum schaffen können, der Hass entgegenwirkt – einem Hass, der über Generationen hinweg nachhallen kann. Geprägt von diesen Eindrücken begann die inhaltliche Arbeit.

Antworten von Teilnehmenden an Youth4Peace auf die Frage „Was bedeutet Frieden für dich?“

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SPOTLIGHTS

Methodiken abdeckten, darunter Erinnerungskultur, Inklusion, Jugendbeteiligung und Peace-Storytel - ling. Die Teilnehmenden wurden entsprechend ihrer Interessen zugeordnet, sodass ihre Erfahrungen an bestehende Engagements und persönliche Über - zeugungen anknüpfen konnten. Ein Teil der Gruppe arbeitete zudem an der sogenannten „Peace- Agenda“, die später Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Bundesjugendministerin Karin Prien vorgestellt wurde. Elemente dieser Agenda wurden durch Bei- träge von Teilnehmenden auch mittels digitaler und kreativer Formate sichtbar gemacht. Die intensive, einwöchige Auseinandersetzung inner - halb der Workshopgruppen führte zu vielfältigen krea - tiven Ergebnissen und eröffnete den Teilnehmenden zugleich Raum für Reflexion und persönliche Weiter - entwicklung. Wenn es persönlich wird – Begegnung in der Gedenkstätte Sachsenhausen Ein besonders bewegender Moment für viele Teil- nehmende war der Besuch der Gedenkstätte Sachsen- hausen. Dort hörten sie die persönliche Geschichte des polnischen Überlebenden Bogdan Bartnikowski und erlebten die Verbindung von individueller Erinnerung und historischer Dimension unmittelbar. Auch die Führung über das Gelände vermittelte das Ausmaß der Verbrechen auf eindrückliche Weise. Diese Erfahrungen flossen sichtbar in die weitere Arbeit der jungen Menschen ein.

Bundesjugendministerin Karin Prien (Mitte) mit den deutschen Teilnehmenden an Youth4Peace

Vielfalt in Inhalt, Ausdruck und Darstellung – die Workshops

Der 8. Mai – Tag des Gedenkens

80 junge Menschen aus 26 Ländern bedeuteten eine vielfältige Gruppe mit unterschiedlichen Biografien, Perspektiven und Ausdrucksformen. Ein zentrales Anliegen von „Youth4Peace“ war es daher, allen Teil- nehmenden die Möglichkeit zu geben, die für sie passende Form der Beteiligung zu wählen. Während sich einige eher in inhaltsorientierten Diskussionen wiederfinden, bevorzugen andere kreative Zugänge, um ihre Ideen, Forderungen und Emotionen auszu- drücken.

Der 8. Mai 2025 stellte in vielerlei Hinsicht einen Höhe - punkt der Jugendbegegnung dar: Mit der Teilnahme an der offiziellen Gedenkstunde im Deutschen Bundes - tag zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Welt - kriegs erhielten die Teilnehmenden Einblick in staat- liche Formen des Erinnerns. Im Anschluss trafen sie im Bundeskanzleramt Bundeskanzler Friedrich Merz, stellten ihm die erarbeitete Friedensagenda vor und traten mit ihm in den Austausch. In diesem Gespräch formulierten Teilnehmende aus verschiedenen Län- dern ihre Erwartungen an politische Verantwortung

Daraus entstanden acht verschiedene Workshops, die ein breites Themenspektrum mit verschiedenen

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Teilnehmende an Youth4Peace stellen Bundeskanzler Friedrich Merz ihre Friedensagenda vor

und betonten die Bedeutung, junge Perspektiven ernst zu nehmen.

Deutschland und deren internationalen Partnern. Die erstmalige Zusammenarbeit in dieser Form machte die Stärke und Wirksamkeit des Arbeitsfeldes deut - lich. Die mehrmonatige gemeinsame Planung auf unterschiedlichen Ebenen führte zu einer Begegnung, die sowohl für die Teilnehmenden als auch für die beteiligten Organisationen von großer Bedeutung war. Gleichzeitig erzeugte das Projekt eine politi- sche Sichtbarkeit, die den Beitrag Internationaler Jugendarbeit zur Friedenssicherung, zur Stärkung transnationaler Beziehungen und zur Förderung von Demokratie unterstreicht. Spätestens am Tag der Abreise wurde deutlich, dass die gemeinsame Zeit und das aufrichtige Interesse an Begegnung die Teilnehmenden zusammenrücken lie- ßen. Aus Fremden wurden Kontakte, aus Kontakten wurden Beziehungen. Nach einer intensiven Woche kehrten die Teilnehmenden als Multiplikator*innen ihrer Erfahrungen in ihre jeweiligen Lebenskontexte zurück – mit dem Ziel, sich weiterhin für eine Kultur des Erinnerns, des Friedens und der Gemeinschaft einzusetzen.

Mit der fertigen Agenda, produzierten Videobeiträgen und einer vorbereiteten Performance mündete die Woche in die Abschlussveranstaltung im Kino des Centre Français de Berlin. Dort wurden Ergebnisse aus den Workshops präsentiert und die Friedens - agenda an Bundesjugendministerin Karin Prien über- reicht. Die künstlerischen Beiträge, insbesondere die Bühnenperformance, wurden mit großem Applaus aufgenommen. Die Einbindung politischer Ent - scheidungsträger ermöglichte vielen Teilnehmenden konkrete Erfahrungen politischer Teilhabe und machte demokratische Prozesse unmittelbar erfahrbar.

Youth4Peace: ein multilaterales Großprojekt der Internationalen Jugendarbeit

Ermöglicht wurde die Begegnung durch neun Orga - nisationen der Internationalen Jugendarbeit aus

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Youth4Peace zeigt, dass junge Menschen nicht nur über Frieden sprechen, sondern handeln.

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SPOTLIGHTS

Democracy in Action – Youth Work Matters Zeit zu handeln

IJAB hat gemeinsam mit dem Council of Europe vom 3. bis 5. Dezember 2025 in Straßburg eine interna- tionale Konferenz ausgerichtet, um Erfahrungen auszutauschen, die aktuelle demokratische Lage ein- zuordnen und gemeinsam Impulse für die Stärkung demokratischer Räume in Europa und weltweit zu entwickeln.

Hintergrund: Mitgliederprozess

Im Zuge der Implementierung des neuen Leitbilds identifizierte IJAB gemeinsam mit den Mitgliedern das Themenfeld „Demokratiestärkung“ als zentra - les Vorhaben im Bereich der multilateralen thema- tischen Zusammenarbeit. Viele Gesellschaften und politische Systeme stehen derzeit vor vergleichbaren Herausforderungen. Daher eignet sich das Thema in besonderer Weise dazu, im internationalen Aus - tausch voneinander zu lernen und gute Praxis auszu - tauschen. Das Vorhaben soll im Sinne des Leitbilds des Kinder- und Jugendplans des Bundes dazu beitragen, Konzepte und Erfahrungen von internationalen Partnern zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Bereich der Demokratiestärkung und Demokratieförderung nutzbar zu machen. Die Mit - gliedsorganisationen waren eingeladen, sich an der Vorbereitung und Durchführung dieser inter - nationalen Konferenz zu beteiligen.

werden. Durch die Vernetzung mit bestehenden Ini - tiativen und Prozessen wurde die Verbindung von Internationaler Jugendarbeit und politischer Bildung gestärkt, auch auf internationaler Ebene durch die Kooperation mit dem Europarat.

Ein kooperativer Vorbereitungsprozess

Im gesamten Vorbereitungsprozess und in der Durch - führung wurde IJAB von Vertreter*innen des Arbeits- kreises deutscher Bildungsstätten (AdB), der AKSB - Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungs- werke in der Bundesrepublik Deutschland e. V., vom Deutschen Bundesjugendring, der Deutschen Sport - jugend, von Experiment e. V. und vom Internationalen Bund tatkräftig unterstützt. Ebenso waren Ver-

Demokratische Räume stärken

Die Konferenz förderte den Austausch und die Ver - netzung von Akteur*innen aus der Jugendarbeit, die sich in ihrem Arbeitsbereich mit demokratischen Ent- wicklungen und Demokratieförderung auseinander - setzen. Dabei ging es auch darum, die aktuelle Situ - ation der Demokratie einzuordnen und gemeinsam Impulse für die Stärkung demokratischer Räume in Europa und weltweit zu entwickeln. Es sollten ferner Anregungen, inhaltliche Impulse und Kontakte für ein mögliches internationales Folgeprojekt gewonnen

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SPOTLIGHTS

Die Konferenz: Wie Jugendarbeit Demokratie stärkt

Vom 3. bis 5. Dezember 2025 kamen 80 engagierte junge Menschen, Fachkräfte der Jugend- und Sozial- arbeit sowie Akteur*innen aus Politik und Forschung aus 28 Ländern zusammen. Viele der Beteiligten set- zen sich in zivilgesellschaftlichen Organisationen, oft unter schwierigen politischen Bedingungen, für Demo - kratie ein. Inhaltlich gliederte sich die Veranstaltung entlang der folgenden drei Zielkategorien: › Catching Up with Reality: Die Realität des demokratischen Rückbaus (Backsliding) verstehen und analysieren. › Creating Solidarity: Voneinander lernen und Solidarität über Grenzen hinweg stärken. › Taking Action: Akteur*innen befähigen, demokratische Strukturen aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln. Dementsprechend hatten die Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung die Möglichkeit, sich in Arbeitsgruppen zu ihren Erfahrungen vor Ort aus - zutauschen: über schwindende Freiräume, büro- kratische Hürden für zivilgesellschaftliche Arbeit und zunehmenden politischen Druck. Trotz regionaler Unterschiede verband alle die Frage, wie junge Men- schen demokratische Räume verteidigen können, wenn diese systematisch eingeschränkt werden. Den Abschluss dieses ersten Teils bildete die wissenschaft- liche Einordnung der aktuellen Situation durch die Keynote von Prof. Staffan I. Lindberg vom V-Dem Ins - titute (Varieties of Democracy), einem unabhängigen Forschungsinstitut an der Universität Göteborg. Er skizzierte typische Muster demokratischer Erosion vom Ausschalten kritischer Medien über die Schwä- chung der Zivilgesellschaft bis hin zur gezielten Ver- unsicherung durch Desinformation. Demokratie brau - che aktiven Schutz, klare Haltung und gemeinsame Verantwortung. Diese Kernaussage leitete zum Aus - tausch zu guter Praxis über. Vertreter*innen aus der Türkei, Dänemark, Belarus, Marokko, Ungarn,

Matjaž Gruden (Director for Democracy, Europarat) stellt den „New Democratic Pact for Europe“ vor

treter*innen des Youth Department des Europarats beteiligt. In mehreren digitalen Vorbereitungstreffen und einem Präsenztermin wurden das Konzept der Veranstaltung besprochen und inhaltliche Schwer- punktsetzungen abgestimmt. Dabei brachten die IJAB- Mitglieder Erfahrungen und Perspektiven aus ihren Arbeitsfeldern ein, auch aus deren internationalen Kooperationen. Besonders wertvoll waren auch Kon- takte zu Inputgeber*innen für die Konferenz. Der Europarat stellte unter anderem die Konferenzräume im European Youth Centre in Straßburg kostenfrei zur Verfügung.

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SPOTLIGHTS

Fazit

Deutschland, Italien, Tunesien und Portugal stellten Best-Practice-Beispiele vor. Die Vielfalt der Ansätze reichte vom lokalen Jugendrat bis zu digitaler Demo - kratiearbeit und verdeutlichte, wie wichtig inter- nationale Allianzen sind. Im anschließenden „Learning Carousel“ nutzten die Teilnehmenden die Gelegen - heit, die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und Strategien für die eigene Arbeit zu entwickeln. Der abschließende Konferenztag startete mit einem Blick auf den „New Democratic Pact for Europe“ durch Matjaž Gruden (Director for Democracy, Europarat), der einen inhaltlichen Impuls für die Rolle der Jugendarbeit zur Stärkung der Demokratie lieferte. Die anschließenden Sessions („Seeds for Democracy“) gestalteten die Teilnehmenden. Dort wurde der Impuls auch direkt aufgegriffen: Sie ent - wickelten eigene Themenschwerpunkte und erste Projektskizzen zu demokratischer Bildung und inter- nationaler Zusammenarbeit.

Die Veranstaltung war sehr erfolgreich und verdeut - lichte, wie wichtig Austausch und Vernetzung auf europäischer und internationaler Ebene zur Demo - kratiestärkung im Bereich der Jugendarbeit sind. Dies machte auch Daniel Poli abschließend deutlich. Im Nachgang zur Konferenz wird geprüft, in welcher Form das Thema Demokratiestärkung von IJAB weiter - bearbeitet wird.

Seit März 2026 bietet eine englischsprachige Konferenz- dokumentation Einblicke, Inspiration und praktische Ideen für alle, die daran inter- essiert sind, Demokratie durch Jugendarbeit zu stärken.

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SPOTLIGHTS

Jahrestagung „Fachkräfte im Blick“ 2025 Mit Zuversicht herausfordernde Zeiten meistern

Inzwischen gute Tradition: Die gemeinsame Jahrestagung „Fachkräfte im Blick“ von IJAB und JUGEND für Europa als Auftaktveranstaltung für Fach- und Führungskräfte der internationalen und europäischen Jugendarbeit. Sie bietet Raum für Austausch, Reflexion und Vernetzung, um Kraft zu tanken und Inspira - tionen zu sammeln für ein neues, herausforderndes Jahr in Zeiten demokratiefeindlicher Tendenzen.

Vom 4. bis 5. Februar 2025 kamen in Bonn 90 Teil- nehmende zusammen, die sich in unterschiedlichen Settings über aktuelle Trends und Tools informieren, kollegial beraten und inhaltlich fortbilden konnten. Neben Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland sowie Vertreter*innen aus Forschung und Verwaltung nutzten auch Multiplikator*innen aus dem deutschsprachigen Ausland (Belgien, Luxem - burg, Österreich, Niederlande) das Angebot.

finanziellem oder politischem Druck. Umso wichti - ger sei es, mit Zuversicht und guten Angeboten auf- zuwarten, um das Bewusstsein junger Menschen zu stärken.

Ein Feuerwerk an diskutierten Themen

Das Konzept der Jahrestagung sieht vier Formate der Mitwirkung von Fachkräften vor: › Impulsvortrag,

Why youth work matters

› Peer Cafés, › Spotlights, › thematische Workshops.

IJAB-Direktor Daniel Poli stellte in seinem Impuls - vortrag „Democracy at a Crossroads: Warum Inter- nationale Jugendarbeit wichtig ist“ den Zusammenhang zwischen dem Rückgang von Demokratien und dem Vormarsch von Autokratien weltweit her. Auch vor Jugendstrukturen mache diese Entwicklung nicht Halt: Selbst dort, wo man es am wenigsten erwarte, stän- den Jugendringe und andere Jugendstrukturen unter

In 12 Peer Cafés bearbeiteten die Teilnehmenden selbstbestimmt eine Vielzahl von Themen aus der Praxis, die im Vorfeld eingereicht und geclustert wur - den. Dazu gehörten bspw. psychische Gesundheit in der internationalen Jugendarbeit, Räume für schwie - rige Themen und Umgang mit Emotionen, Wirkungs - evaluation, Erfahrungen mit Digitalisierung und KI, Fehlerkultur und Wissenstransfer, politische Ver - antwortung im Arbeitsfeld und schließlich Ansätze politischer Bildung zur Demokratieförderung und Prä - vention von Radikalisierung. Bei den Spotlights – einem marktähnlichen Setting – gab es viel Raum, um Themen zu vertiefen oder über neue Projekte und Methoden ins Gespräch zu kom- men und sich zu vernetzen. Auch IJAB und JUGEND für Europa nutzten den Markt, um ihre Arbeit sichtbarer zu machen.

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SPOTLIGHTS

Vertiefung mit Substanz in fünf thematischen Workshops

Im ersten Workshop ging es um die inklusive Projekt - gestaltung in der internationalen Jugendarbeit (IJAB & JUGEND für Europa). Es wurde herausgearbeitet, dass Inklusion – auch bei Überlagerung durch andere aktuelle Herausforderungen – grundlegend in Aus- tauschformaten und -förderungen verankert sein sollte, anstatt sich bei der Teilnehmenden-Akquise auf Personen mit Förderbedarf auszurichten. Im zweiten Workshop (Brigitte Binder, freiberufliche Trainerin KI for Good) lag der Fokus vor allem darauf, die Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz zu verstehen und einen verantwortungsvollen Umgang damit zu finden. Der Workshop Sichtbar handeln! Gegen Antisemitismus (Ilira Aliai, ConAct – Koordinierungs - zentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch) zielte darauf ab, für das Thema Antisemitismus im Alltag zu sensibilisieren. Anhand von Fallbeispielen motivierte die Referentin die Teilnehmenden, eine bewusste Hal - tung einzunehmen und sich mit Betroffenen zu soli - darisieren. Sie verwies auf die gleichnamige, alltags- taugliche Handreichung von ConAct und warb für das gemeinsame Diskursprojekt von ConAct und IJAB, das – trotz erschwerter politischer Lage – von April bis Juni 2025 in Deutschland und Israel umgesetzt wurde. Ein weiterer Workshop (Aurélien Durbec, IKAB und Maria Acs, freiberufliche Prozessbegleiterin) widmete sich der Formulierung und Aushandlung von Kontro- versen – mit dem Ziel, Auseinandersetzungen auszu- halten und unter Anwendung der Methode „Bewegte Diskussion“ Dynamik in der eigenen Meinungsbildung zuzulassen. Im fünften Workshop (Rita Bergstein, JUGEND für Europa und Maximilian Deinlein, FAU Nürnberg-Erlangen) wurden bestehende Netzwerke analysiert, Begriffe und Strukturen reflektiert und dis - kutiert, wie diese effektiver genutzt werden können. Dabei lag der Fokus vor allem auf Kompetenzgewinn und der Definition von Netzwerkgrenzen.

Mareike Ketelaar, IJAB-Geschäftsbereichsleiterin, begrüßt die Teilnehmenden der Jahrestagung 2025

Blick nach vorn mit Inspiration und Motivation Mit einem Ausblick zeigten JUGEND für Europa und IJAB, wie sie die von den Teilnehmenden angesprochenen Herausforderungen angehen werden: In Bezug auf die Sorge um eine sichere Finanzierung stehen bei JUGEND für Europa Verhandlungen für die Programm - generation Erasmus+ an; die Anerkennung der Inter- nationalen Jugendarbeit auf politischer Ebene wird mithilfe des Aktionsmonats #internationalheart im September 2025 in den Blick genommen; junge Ziel- gruppen werden beim Jugendbeirat von JUGEND für Europa einbezogen und ein vielfältiges Angebot an Qualifizierungsmöglichkeiten steht sowohl bei IJAB als auch bei JUGEND für Europa zur Verfügung. Einig - keit herrschte bei allen Beteiligten darüber, dass trotz aller Herausforderungen Optimismus und Motivation gefragt sind. Sämtliche Beiträge aus der Veranstaltung wurden auf dem Padlet: Jahrestagung 2025: „Fach- kräfte im Blick“ veröffentlicht.

Die nächste Jahrestagung findet im Februar 2026 statt.

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SPOTLIGHTS

#internationalheart Sichtbarkeit gemeinsam stärken

Mit den Aktionswochen #internationalheart hat IJAB 2025 gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen ein starkes Zeichen für die gesellschaftliche und politische Anerkennung Internationaler Jugendarbeit gesetzt. Ziel war es, die Wirkung Internationaler Jugendarbeit sichtbarer zu machen und den Dialog vor allem mit politischen Entscheidungsträger*innen zu stärken.

Auftakt und Aktivierung im Netzwerk

Eine besondere Rolle spielte die Social Wall: Beiträge aus ganz Deutschland wurden hier gebündelt sichtbar – von Instagram über Facebook bis LinkedIn. So ent- stand für #internationalheart ein lebendiges Gesamt- bild der Aktivitäten und ein gemeinsamer öffentlicher Raum.

#internationalheart 2025 knüpfte an Aktionszeit- räume vergangener Jahre an und war in diesem Jahr stärker in den IJAB-Mitgliederbeteiligungsprozess ein- gebettet. Beim digitalen Kick-off im Juli 2025 wurden Ziele, Ideen und Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt und im Netzwerk der Mitglieder geteilt. Viele Träger nutz - ten diesen Auftakt, um eigene Aktionen zu entwickeln und sich einzubringen. Ab September wurden die Aktionswochen bundes- weit sichtbar: Träger beteiligten sich mit vielfältigen Aktivitäten – von Gesprächen mit politischen Ent- scheidungsträger*innen über Social-Media-Beiträge bis hin zu lokalen Formaten vor Ort.

Reichweite und Resonanz

#internationalheart hat viele Träger erreicht und zur Beteiligung angeregt: Rund 60 Organisationen bestellten Materialien und brachten sich aktiv ein. Darüber hinaus entstanden zahlreiche eigene Aktio - nen und Gespräche mit politischen Entscheidungs- träger*innen auf kommunaler, Landes- und Bundes- ebene. Politiker*innen demokratischer Parteien griffen die Anliegen auf und beteiligten sich sichtbar – vielfach dokumentiert über Beiträge auf der Social Wall. Die Aktionswochen haben damit nicht nur Aufmerksam- keit erzeugt, sondern konkrete Anknüpfungspunkte für politische Gespräche geschaffen.

Materialien mit Wirkung: Argumentieren mit Herz von #internationalheart 2025 war der Argumentationsbaukasten Ein zentraler Baustein

Argumentationsarbeit weiterentwickeln

„Worte finden – Wirkung zeigen!“ , der zum Auftakt der Aktionswochen veröffentlicht wurde. Er unterstützt Träger dabei, ihre Arbeit verständ- lich und überzeugend darzustellen – insbesondere im Austausch mit Politik und Öffentlichkeit.

2026 wird der Argumentationsbaukasten weiter- entwickelt und stärker im IJAB-Mitglieder-Netzwerk verankert, um Träger in ihrer Kommunikationsarbeit gezielt zu unterstützen.

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Internationale Zusammenarbeit gestalten

Jugendpolitische Zusammenarbeit mit internationalen Partnern Türkei, Japan, USA, UK

2025 setzte IJAB die bilaterale Zusammenarbeit mit den Partnerländern Türkei, Japan, Vereinigtes König- reich und USA fort. Mit der Türkei stand das Thema Jugendmedienkompetenz weiter im Fokus. Der Aus- tausch mit Japan brachte wertvolle Einblicke zum Thema Teilhabe junger Menschen. Die Partnerschaften mit dem Vereinigten Königreich und den USA wurden durch vielfältige Aktivitäten gestärkt. So trägt IJAB weiterhin dazu bei, in bewegten Zeiten internationale Verständigung zu fördern und Fachkräfte nach­ haltig zu vernetzen.

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Türkei

Im Rahmen der Ressortvereinbarung zur deutsch-tür - kischen jugendpolitischen Zusammenarbeit (1994) hat IJAB den Auftrag, zur praktischen Umsetzung der Ressortvereinbarung beizutragen. IJAB informiert und berät das BMBFSFJ und die Träger, pflegt den Kontakt zu Partnern in der Türkei und führt deutsch-türkische Fachprogramme zu verschiedenen Themen der Kin- der- und Jugendhilfe durch. 2025 beschäftigte sich der deutsch-türkische Fach- kräfteaustausch erneut mit dem Themenfeld Jugend- medienkompetenz. Neben den Möglichkeiten, die soziale Medien jungen Menschen bieten, stehen Fach- kräfte in Deutschland und der Türkei weiterhin vor gemeinsamen Herausforderungen. Dazu zählen ins - besondere der Schutz der Privatsphäre, der Umgang mit Cybermobbing, Hate Speech und Bodyshaming sowie die zunehmende Verbreitung von Falsch- informationen und Desinformationskampagnen. Vor diesem Hintergrund fand im Oktober 2025 eine deutsch-türkische Fachkräftebegegnung in Ankara statt. Im Zentrum des Programms stand der Aus- tausch über Ansätze der Medienbildung in der Jugend- arbeit sowie die Frage, wie junge Menschen darin gestärkt werden können, digitale Räume kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen. Fachinputs, Praxis - beispiele und Diskussionen ermöglichten den Ver - gleich der nationalen Kontexte und die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven. Die Teilnehmenden gewannen neue Impulse für ihre Arbeit und ent- wickelten erste Ideen für zukünftige Kooperations- projekte. Ein weiterer Austausch von deutschen und türki- schen Fachkräften fand, ebenfalls im Herbst 2025, im Rahmen von IMECE statt, einem Format, das IJAB zusammen mit den Nationalen Agenturen für Eras - mus+ Jugend aus den beiden Partnerländern und der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke entwickelt hat. In

Gastfreundschaft im deutsch-türkischen Fachprogramm 2025 in Ankara

diesem Jahr waren Tandems eingeladen, also Partner, die bereits auf eine längere bilaterale Zusammen- arbeit zurückblicken. Den Kern der Zusammenarbeit bildete die Projektschmiede. Geleitet von der Methode des Project Cycle Management (PCM) entwickelten die 12 Partnertandems jeweils ein konkretes Projekt- vorhaben, das sich aus der Vielfalt des Arbeitsfeldes speist und 2026 umgesetzt werden soll. Der für 2025 angesetzte 29. deutsch-türkische Fach - ausschuss fand aus terminlichen Gründen vom 27. bis 29. Januar 2026 in Antalya statt. Vertreten waren staatliche und zivilgesellschaftliche Akteur*innen bei- der Länder. Im Rahmen des Treffens wurden die bis - herigen Aktivitäten ausgewertet und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit entwickelt. Zudem ver- ständigten sich die Beteiligten auf die Fortführung des fachlichen Austauschs und gemeinsame Programme im Jahr 2026.

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Japan

IJAB unterstützt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in Fra- gen der Zusammenarbeit mit Japan im Jugendbereich und setzt die Vereinbarungen um. Das Studien - programm für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe wird seit 2025 zu einem neuen Themenschwerpunkt umgesetzt. Vertreter*innen des japanischen Bildungsministeriums (MEXT) und des BMBFSFJ trafen sich am 20. und 21. November 2025 zu bilateralen Fachgesprächen in Japan. Beide Seiten tauschten sich zu aktuellen Ent- wicklungen in der Jugendpolitik aus. Die Aktivitäten des Jahres 2025 wurden ausgewertet und die Aus- tauschprogramme für 2026 besprochen. Am Studienprogramm zum neuen Themenschwer- punkt „Gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft und Empowerment aller jungen Menschen“ nahmen Vertreter*innen öffentlicher und freier Träger und aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Jugend- arbeit und der Jugendhilfe vom 24. Mai bis 7. Juni

des „Ibasho“ (Ort des Daseins) hat zu intensiven Dis - kussionen in der Delegation geführt, was sich auch in der Dokumentation widerspiegelt. Vom 27. Oktober bis 9. November 2025 lernten japa - nische Fachkräfte im Köln-Bonner Raum sowie wäh - rend des Regionalprogramms in Brandenburg ver - schiedene Organisationen und Institutionen kennen, die im Themenbereich tätig sind und tauschten sich mit Expert*innen aus. Das Fachkräfteseminar am Ende des Programms ermöglichte den intensiven Austausch mit den deutschen Teilnehmenden. Auch die japanischen Fachkräfte aus der Jugendarbeit und angrenzenden Bereichen nahmen viele neue Anregungen mit. 2025 fand außerdem ein Treffen mit den weiteren Trägern des Fachaustausches mit Japan statt. Zudem wurden Informationen zur Zusammenarbeit mit Japan und zu den Ergebnissen des Studienprogramms über die Webseite von IJAB mit der Fachöffentlichkeit geteilt.

2025 in Japan teil. Die beteiligten Fachkräfte hatten bei Fachvor- trägen, Einrichtungsbesuchen und im Gespräch mit japanischen Kol- leg*innen die Gelegenheit, sich zu Teilhabe und Empowerment von benachteiligten Zielgruppen auszu- tauschen. Besonders das Konzept

Fachkräfte aus Deutschland im Austausch mit japanischen Kolleg*innen

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USA

2025 erwies sich als ein herausforderndes Jahr für den transatlantischen Jugend- und Fachkräfteaustausch. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen führ- ten zu einem erhöhten Bedarf an Reflexion und Ein - ordnung, sowohl auf fachlicher Ebene als auch unter Teilnehmenden. Gerade vor diesem Hintergrund zeigte sich jedoch die besondere Bedeutung direkter Begegnungen und starker Partnerschaften. Im Zentrum des Länderbereichs USA standen weiterhin das Transatlantic Exchange in Social Work - Programm (TraX) sowie das Deutsch-US-Amerikani - sche Praktikumsprogramm (DAP). Beide Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, den fachlichen Dialog zu stärken und nachhaltige Verbindungen zwi - schen Deutschland und den USA zu fördern.

Mit Unterstützung durch ein DAP-Stipendium absolvierten 14 junge Menschen ein Praktikum in den USA. Parallel dazu erhielten acht Fachkräfte aus Deutschland durch TraX die Möglichkeit, Einblicke in die US-amerikanische Sozialarbeit zu gewinnen. An den Standorten Chicago (IL), Kalamazoo (MI) und Morgantown (WV) begleiteten sie Kolleg*innen vor Ort, tauschten sich intensiv aus und setzten sich dif - ferenziert mit den Strukturen und Ansätzen des US- amerikanischen Sozialsystems auseinander, auch im Hinblick auf Herausforderungen im Kontext innen - politischer Veränderungen. Um aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen und Raum für Reflexion zu schaffen, wurde ein Online-Fachaustausch für Praktiker*innen im trans - atlantischen Austausch unter dem Titel „Was bewegt den Jugendaustausch mit den USA?“ angeboten. Die positive Resonanz zeigte, dass die Veränderungen in den USA das Arbeitsfeld beschäftigen und ein Bedarf an gemeinsamer Reflexion sowie neuen Handlungsansätzen besteht. Trotz bestehender innen- und außenpolitischer Herausforderungen im Zusammenhang mit den USA bleibt es ein zentrales Anliegen der Inter- nationalen Jugendarbeit, Verbindungen über den Atlantik hinweg zu stärken und Räume für persönliche Begegnungen zu schaffen. Gerade in bewegten Zeiten erweisen sich diese Kon- takte als unverzichtbar für gegenseitiges Ver- ständnis und nachhaltige Zusammenarbeit.

Beim Nachbereitungsseminar für TraX 2025

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Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland (UK)

Seit 2024 unterstützt IJAB den Auf- und Ausbau von Partnerschaften zwischen Trägern aus Deutsch - land und UK und begleitet neue Impulse für die Zusammenarbeit. 2025 wurde diese Zusammenarbeit weiter gefestigt. Bereits 2023 wurde eine Neustrukturierung der seit mehr als 20 Jahren bestehenden UK-German Con - nection (UKGC) angestoßen. Die bis dahin ausschließ - lich im Vereinigten Königreich ansässige Struktur wird inzwischen in Deutschland von zwei Teams für den Jugend- und Schulaustausch zwischen Deutsch - land und UK ergänzt. Angesiedelt sind die Teams bei IJAB sowie beim Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD). Gemeinsam mit dem Team der UKGC im Vereinigten Königreich werden Angebote für Fachkräfte der Jugendarbeit aus beiden Ländern umgesetzt, um den Jugend- und Fachkräfte- austausch zwischen beiden Ländern zu stärken. Im Jahr 2025 wurden neben Online-Informationsan - geboten zu wechselnden Themen in der bilateralen Zusammenarbeit auch regionale Informationsver- anstaltungen und Fachtage sowie ein Study Visit für deutsche Fachkräfte ins Vereinigte Königreich umgesetzt. In diesem Zusammenhang fanden Gespräche und Einrichtungsbesuche in England und Wales statt und boten Einblicke in die Praxis und Struk - turen der Jugendarbeit im Vereinigten Königreich und in den beiden besuchten Regionen. Bei einem Besuch der Deutschen Botschaft in London konnte auch der politische Rahmen der Zusammenarbeit näher beleuchtet werden: Im Juli 2025 wurde ein Deutsch- Britischer Freundschaftsvertrag geschlossen, der den Jugend- und Schüleraustausch als wichtige Bausteine

der Zusammenarbeit nennt und die UK-German Con - nection als wichtige Struktur hervorhebt.

2025 endete auch mit neuen Entwicklungen in der europäischen Zusammenarbeit: Es wurde die erneute Beteiligung des Vereinigten Königreichs am Pro - gramm Erasmus+ verkündet. Damit werden neben bilateralen Förderinstrumenten für den Jugendaus - tausch zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich ab 2027 auch wieder europäische Förder - mittel zur Verfügung stehen.

Auf dem Weg zum Partnerbesuch in London: Teilnehmende der Study Visit UK 2025

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Aktiv in europäischen und internationalen Netzwerken IJAB engagiert sich bei Eurodesk, ERYICA, IYPD

Die Zusammenarbeit in europäischen und internationalen Netzwerken bietet wertvolle Impulse für fach- lichen Austausch, konzeptionelle Weiterentwicklung der Jugendpolitik und Jugendarbeit – in Deutschland, aber auch in den Partnerländern – und gemeinsame Antworten auf jugendpolitische Herausforderungen. IJAB engagiert sich daher auf europäischer Ebene in den Jugendinformationsnetzwerken Eurodesk (siehe auch Junge Menschen erreichen und beraten ) und ERYICA sowie international im Rahmen des Internatio - nal Youth Policy Dialogue.

Europäisches Eurodesk-Netzwerk

› Stärkung der wissen- schaftlichen Fundie- rung der Netzwerk - arbeit durch den Youth

Seit 1990 informiert Eurodesk europaweit zu Chan - cen und Möglichkeiten für junge Menschen in Europa und darüber hinaus. Als Jugendinformationsnetzwerk bearbeiten die über 4.000 lokalen Eurodesk-Kontakt- stellen jährlich mehr als 200.000 Anfragen von Jugend- lichen in 36 Ländern. 2025 feierte das europäische Netzwerk sein 35-jähriges Bestehen. In Deutschland ist Eurodesk seit 1996 aktiv. Arbeitsschwerpunkte 2025 › Herausgabe des Eurodesk Guide on the Use of AI in Youth Information Services, einem praxisnahen Leitfaden für Fachkräfte in der Jugendinformations- arbeit. Er unterstützt Fachkräfte durch ethische Leitlinien und konkrete Tools dabei, künstliche Intelligenz verantwortungsbewusst in der Kommu- nikation mit Jugendlichen einzusetzen. › Auseinandersetzung mit einer klaren Positionie- rung zur Erasmus+-Programmgeneration ab 2028. Darin wird die Bedeutung einer starken Jugend - information als Grundvoraussetzung für inklusiven Zugang zu Mobilitätsprogrammen hervorgehoben.

Info Survey 2025 , dessen Ergebnisse gemeinsam mit der

IJAB-Forschungsarbeit Jugendinformation als Schlüssel zur Lernmo- bilität auf dem DJHT in Leipzig präsentiert wurden. Die enge Verbindung zwischen der deutschen, bei IJAB angesiedelten Eurodesk-Koordinierungsstelle und dem europäischen Netzwerk wurde 2025 besonders unterstrichen. Robert Helm-Pleuger (Leiter des Geschäftsbereichs „Information für die internationale Jugendarbeit und Jugendpolitik“), der bereits seit 2020 im Executive Committee aktiv war, wurde im Herbst 2025 zum Präsidenten des europäischen Eurodesk- Netzwerks gewählt.

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› Weiterentwicklung und Verbreitung des „European Youth Information Quality Label“, mit dem qua - litativ hochwertige Angebote ausgezeichnet und Standards im Sektor gefördert werden, › Kampagnenarbeit: European Youth Information Day 2025 mit dem Fokus auf dem Umgang mit künstlicher Intelligenz in der Jugendinformation, einschließlich Chancen, Risiken und ethischer Fragen, › Veröffentlichung von Publikationen und Praxis­ leitfäden, etwa zu Mental Health in der Jugend­ information, › Verbreitung von Materialien und Policy-Ressourcen gemeinsam mit dem Europarat. 2025 war IJAB letztmalig im Vorstand von ERYICA ver - treten, da das Mandat im Mai endete. Daniel Poli nahm in dieser Funktion noch an einem Governing-Board- Meeting vom 25. bis 27. Februar 2025 in Lissabon teil. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Vorbereitung der Generalversammlung in Chişinău (Republik Moldau).

European Youth Information and Counselling Agency (ERYICA)

ERYICA ist eine unabhängige Organisation, die natio - nale und regionale Netzwerke der Jugendinformation in ganz Europa vereint und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Jugendinformation fördert. Sie setzt sich dafür ein, dass junge Menschen Zugang zu verlässlichen und umfassenden Informationen haben – um sie bei wichtigen Lebensentscheidungen zu begleiten, kritisches Denken zu fördern und ihre aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu stärken. ERYICA schafft zudem Sichtbarkeit für Initiativen auf lokaler und internationaler Ebene und bietet seinen Mitgliedern vielfältige Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung und zum Austausch.

ERYICA 2025:

Mitglieder Länder 41 26

Generalversammlung 2025

Die Generalversammlung des Netzwerks fand vom 19. bis 21. Mai 2025 in Chişinău statt und wurde vom dortigen Youth Center ausgerichtet, das 2024 dem Netzwerk beigetreten war. Die Veranstaltung wurde zugleich als Signal für die europäische Integration der Stadt verstanden. Inhaltlich standen aktuelle Heraus- forderungen für die Jugendinformation im Fokus, ins- besondere der Umgang mit künstlicher Intelligenz, Desinformation und politischer Propaganda im Inter - net. Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des European Youth Information Quality Labels: Mit dem „zeTT“ in Düsseldorf wurde erstmals ein deut - sches Jugendinformationszentrum ausgezeichnet. Zudem fanden Vorstandswahlen statt: Jorge Orlando (Portugal) wurde zum Präsidenten gewählt, Günter Bressau (Jugendstiftung Baden-Württemberg) vertritt Deutschland nun im Vorstand.

Aktivitäten 2025

Im Mittelpunkt der Aktivitäten 2025 standen Quali- fizierung, Qualitätssicherung, thematische Innovation sowie die europäische Vernetzung im Bereich Jugend- information. Highlights: › Internationales Seminar (November 2025 in Straßburg) zur Frage, wie Jugendinformation junge Menschen besser für Klimaschutz sensibilisieren und zur Beteiligung befähigen kann, › Weiterbildungsangebote und E-Learning-Kurse (z. B. Advanced YIntro), um Kompetenzen von Fachkräften im Bereich Jugendinformation europaweit zu stärken,

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International Youth Policy Dialogue (IYPD)

Der International Youth Policy Dialogue (IYPD) ist ein informelles Netzwerk von Organisationen, die als staatliche oder strukturfinanzierte Einrichtungen auf nationaler Ebene in verschiedenen Partnerländern zu Jugendarbeit und internationalem Jugendaustausch arbeiten. Ziel des IYPD ist u. a. der kontinuierliche Aus - tausch über die Umsetzung jugendpolitisch relevanter Themen in anderen Ländern und die stärkere Nutzung europäischer und internationaler Erfahrungen für die Weiterentwicklung der nationalen Jugendpolitiken. Der IYPD wurde 2015 von IJAB initiiert. Das Netzwerk kommt einmal jährlich an unterschied - lichen Orten zusammen. 2025 trafen sich die teil - nehmenden Organisationen vom 13. bis 15. Mai in Leipzig. Partner*innen aus England, Schottland, Japan, Luxemburg, Belgien und Portugal waren vertreten. Neben einem Besuch des Deutschen Kinder- und

den mögliche Kooperationen diskutiert. Die inter - nationale Gruppe besuchte zudem die Fachmesse beim DJHT und war beim gemeinsamen Empfang der Fach- und Förderstellen der europäischen und inter - nationalen Jugendarbeit auf dem Marktplatz Europa zu Gast. Im Anschluss an seinen Vortrag zu aktuellen antidemokratischen Entwicklungen im Blick auf junge Menschen und Präventionsmöglichkeiten diskutierte die Gruppe mit dem Referenten Dr. Johannes Kiess (Universität Leipzig).

2026 wird der IYPD in Großbritannien zusammen - kommen.

Jugendhilfetags (DJHT) lag der Schwerpunkt inhaltlich auf dem Austausch zu aktu- ellen jugendspezifischen Ent - wicklungen in den beteiligten Ländern, u. a. dem Umgang mit antidemokratischen Ent- wicklungen. Zusätzlich wur-

Die Teilnehmenden des IYPD auf dem Deutschen Kinder- und Jugend- hilfetag 2025 in Leipzig

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Europäische Jugendarbeit in stürmischen Zeiten Rückblick auf eine deutsch-ukrainische Online-Tagung Junge Menschen gehören zu den Opfern des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Sie sind erschöpft, aber sie geben nicht auf und sind weiterhin ein aktiver Teil der Zivilgesellschaft. Während­ dessen wachsen bei ihren Altersgenoss*innen in Deutschland die Zukunftsängste, die der Krieg auslöst. Wie kann im Jugendaustausch etwas Fruchtbares daraus entstehen? Eine deutsch-ukrainische Online- Tagung am 1. Oktober 2025 lieferte dafür Anhaltspunkte.

Mehr als vier Jahre sind seit Beginn des vollflächigen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ver - gangen und ein Ende ist nicht abzusehen. Junge Men- schen haben einen großen Teil der Kriegslast zu tra- gen – als Soldat*innen an der Front, als Geflüchtete und Vertriebene im In- und Ausland und als Opfer der russischen Drohnen- und Raketenangriffe. Vero - nika Dyakovych von NUMO, einem der beiden ukrai­ nischen Dachverbände für Jugendorganisationen, sieht junge Menschen aber nicht ausschließlich als Opfer. 25 % engagieren sich ehrenamtlich und for - dern Mitsprache ein.

Oleksandr Starostin von der Bildungsstätte Bredbeck führt deutsch-polnisch-ukrainische Begegnungen und Seminare zum Zweiten Weltkrieg durch. „Für viele junge Menschen ist es das erste Mal, dass sie sich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigen“, erzählte Starostin, „sie haben mit Eltern und Großeltern gesprochen und Fragen gestellt“. Auf einmal liefert die Geschichte Antworten auf die Frage „Wer bin ich?“. An guten Beispielen mangelt es also nicht. Nun kommt es darauf an, die deutsch-ukrainische Zusammen- arbeit auszuweiten. Für beide Seiten gibt es dabei etwas zu lernen, „zum Beispiel vom Mut der jungen Menschen in der Ukraine“, wie IJAB-Direktor Daniel Poli betonte. Das Interesse an der Veranstaltung war groß. Die Organisatoren – NUMO, das Deutsch-Polnische Jugendwerk und IJAB – haben bereits weitere Aktivi- täten geplant.

Viele gute Beispiele für die Zusammenarbeit

„Unser Jugendorchester spielt häufig bei Beerdigun­ gen von Soldaten“, berichtete Vita Kostiuk vom Jugendzentrum Keneberg im Dorf Studjanka, „das ist für die Jugendlichen oft deprimierend“. Bei ihren Auf- enthalten in Deutschland haben sie gelernt, dass ihre Musik auch Freude bereiten kann. Die THW-Jugend hat eine ukrainische Partner - organisation, die „Schule der Sicherheit“. In einer Mischung aus Training und Jugendbegegnung werden junge Menschen zu Ersthelfer*innen im Katastrophen- schutz ausgebildet. Sie sind zur Stelle, wenn russische Raketen eingeschlagen sind. Svitlana Sydorets ist stolz auf das Erreichte: „Wir bilden Multiplikator*innen aus, die ihr Wissen weitergeben. So haben wir 16.000 Erst - helfer*innen ausgebildet.“

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