IHK-Global Business Ausgabe 5/2026

05 | 2026 IHK Global Business

EU / MERCOSUR Startschuss für den Freihandel SEITE 4

UNGARN Neue Zugflotte für den Fernverkehr SEITE 10

THAILAND Chemie treibt Industriewachstum SEITE 14

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, mit dem Inkrafttreten des Mercosur-Abkom- mens am 1. Mai 2026 beginnt für europäische Unternehmen ein neues Kapitel der wirt- schaftlichen Zusammenarbeit mit Südamerika. Das Abkommen schafft einen der weltweit größten Freihandelsräume und eröffnet gerade exportorientierten Betrieben vielversprechen- de Perspektiven in einer wirtschaftlich wie strategisch bedeutenden Region. Die Mercosur-Staaten – allen voran Brasi- lien und Argentinien – verfügen über große Binnenmärkte, eine wachsende Industrie und einen steigenden Bedarf an Maschinen, Fahrzeugen, technologischen Lösungen und Vorprodukten. Für viele Branchen bedeutet das Abkommen spürbare Erleichterungen beim Marktzugang: Zölle werden schrittweise abgebaut, Handelshemmnisse reduziert und rechtliche Rahmenbedingungen transparenter gestaltet. Besonders für Unternehmen aus Baden- Württemberg ergeben sich daraus neue Chan- cen. Die starke industrielle Basis, die Innova- tionskraft und die internationale Ausrichtung unserer Wirtschaft treffen auf Märkte, in denen Investitionen in Infrastruktur, Energie, Mobilität und nachhaltige Produktion weiter an Bedeutung gewinnen. Das Mercosur-Ab- kommen kann damit zum wichtigen Impuls- geber für Wachstum, Kooperationen und langfristige Partnerschaften werden. In dieser Ausgabe beleuchten wir nicht nur die Inhalte des Abkommens, sondern auch ganz konkret, worauf Unternehmen sich ein- stellen sollten und wie sie die neuen Möglich- keiten erfolgreich nutzen können. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche und anregende Lektüre! Viele weitere wichtige Themen warten auf Sie. Herzlichst Ihr

9 Österreich:

Fahrzeugmarkt im Aufwind

11 Kolumbien:

Moderne Wassertechnik gefragt

Oliver Falk Bereichsleiter Recht International

13 Indien:

Nachfrage nach Gesundheitsleistungen steigt

2

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

INHALT

IHK Global Business 05 | 2026

 FOLGEN SIE UNS AUF LINKEDIN!

International

Bleiben Sie mit uns zu außenwirt- schaftlichen Themen up-to-date und tauschen Sie sich mit uns aus – schnell, aktuell und persönlich.

linkedin.com/showcase/ihk- rhein-neckar-international

MENA/AFRIKA

TITELTHEMA

16 Afrika Ne ue Ursprungsregeln für die Automobilindustrie 16 Kenia Ne ue Verfahren zur Konformitätsprüfung 16 Tunesien Fi nanzierung bestimmter Importe erschwert

#GemeinsamWeltweit #ihkrheinneckar

4 EU / Mercosur Fr eihandelsabkommen wird umgesetzt

EUROPA

DIE ZAHL

8 Großbritannien Lo ndon stoppt chinesisches Milliardenprojekt in der Windkraft 9 EU Vo rschlag für EU-weite Gesellschaftsform 9 Österreich Fa hrzeugmarkt im Aufwind: Hybride und E-Autos dominieren 10 Ungarn Ne ue Zugflotte für den Fernverkehr 10 Türkei Ve rbot von Einwegplastik geplant

83% DER DEUTSCHEN UNTERNEHMEN

ZOLL & RECHT

spüren negative Auswirkungen des Iran-Konflikts auf ihre Geschäfte. In der Industrie sind es sogar 87 Prozent. Als Hauptgründe werden stark steigende Kostenbelastungen entlang der gesam- ten Wertschöpfungskette genannt. QUELLE: DIHK-BLITZUMFRAGE VOM 13. BIS 15. APRIL 2026

18 Zoll Er teilung von zollrechtlichen Bewilligungen 18 EU Ne uer Zollkodex beschlossen 18 Hybrid-Veranstaltung Unterlagencodierung: Der Weg durch den Codierungsdschungel 19 Schweiz Digitale EUR .1 19 USA Änderungen bei den Stahl- und Aluminiumzöllen Tool für IEEPA- Zollertragsrückerstattungen

AMERIKAS

11 Kolumbien Mo derne Wassertechnik gefragt 12 Brasilien Wichtige Testphase der Steuerreform 12 USA Webinar: USA-Dienstreisen rechtssicher gestalten

O-TON DES MONATS

„Nach 25 Jahren haben unsere Regionen endlich Ja zur Freihandelszone gesagt. Damit zeigen wir der Welt, dass es immer noch möglich ist, den Weg zum gemeinsamen Wohl- stand einzuschlagen.“ Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei den 3. Deutsch-Brasilia- nischen Regierungskonsultation am 20. April 2026 nach gemeinsamer Eröffnung der Hannover Messe mit Bundeskanzler Friedrich Merz.

ASIEN-PAZIFIK

RUBRIKEN

13 Indien Na chfrage nach Gesundheitsleistungen steigt 13 Vietnam Ba uprojekte eröffnen neue Entwicklungsmöglichkeiten 14 Thailand Chemie treibt Industriewachstum 14 China Umweltgesetzbuch verabschiedet 15 Japan Klimaziele eröffnen Marktpotenziale

17 Veranstaltungen 19 Impressum

ihk.de/rhein-neckar/international

3

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

EU / MERCOSUR

Porto Alemoa in Santos: Im größten Seehafen Brasiliens bei São Paulo stapeln sich die Container. Künftig dürften dort noch mehr aus Europa eintreffen.

Freihandelsabkommen wird umgesetzt

Die EU-Kommission hatte am 23. März 2026 bekanntgegeben, dass sie den Handelsteil des Abkommens mit den Mercosur-Staaten ab dem 1. Mai 2026 vorläufig anwenden wird. Somit können Unternehmen schon jetzt vom Abbau zahlreicher Zölle im Handel mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum profitieren. Was heißt das konkret für Ihre Produkte?

Einfuhrzöllen ausgesetzt. Derzeit sind noch immer etwa 85 Prozent der europäischen Ausfuhren in den Mercosur von Zöllen betroffen. Durch das neue Handelsabkommen wird sich dies nun aber schrittweise ändern. Hinsichtlich des Zollabbaus ist es das größte Freihandels- abkommen der EU. So senkt der Mercosur seine Zollsätze auf rund 90 Prozent der Importe von Industrieprodukten aus der EU. Im Gegenzug können etwa 80 Prozent der Exporte von Industrieprodukten des Mercosur in die EU zollfrei eingeführt werden. Handelsteil des Abkommens wird vorläufig angewendet Das EU-Mercosur-Abkommen gliedert sich in zwei Teile: ein umfassendes Partnerschaftsabkommen und ein Interims-Handelsabkommen. Letzteres wird nun vorläufig angewendet.

Der größte und bedeutendste Wirtschafts- raum Lateinamerikas Mercosur (Mercado Común del Sur) umfasst heute rund 278 Mil-

lionen Einwohner. Die vier Gründungsstaaten sind Brasi- lien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Bolivien wurde erst im Juli 2024 als Vollmitglied aufgenommen und ist noch nicht Teil des Handelsabkommens mit der EU. Zugang zum größten Handelsblock Lateinamerikas Als Zollunion verfügt der Mercosur über einen gemein- samen Außenzolltarif, erlaubt seinen Mitgliedern jedoch, Ausnahmen zu definieren. Zum Schutz der eigenen Wirt- schaft setzten die Mercosur-Staaten teils prohibitiv hohe Zölle und zusätzliche nicht-tarifäre Handelsbarrieren gegenüber Drittstaaten ein. EU-Unternehmen, die Waren in den Mercosur liefern, waren bislang ebenfalls hohen

4

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

EU / MERCOSUR

Das Partnerschaftsabkommen muss nach der Zustimmung des Europäischen Parlaments noch von allen nationalen Parlamenten ratifi- ziert werden. Das EU-Parlament hatte im Januar beschlossen, den Europäischen Gerichtshof anzurufen, um die Übereinstimmung des Part- nerschaftsabkommens mit den EU-Verträgen zu prüfen. Damit verzögert sich dessen Inkrafttre- ten auf unbestimmte Zeit. Das Interims-Handelsabkommen hingegen umfasst ausschließlich den Handelsteil des Mercosur-Abkommens und gilt als sogenanntes EU-only-Abkommen. Es fungiert also bis zum vollständigen Inkrafttreten des Partnerschafts- abkommens als eigenständiges Abkommen. Nachdem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay das Abkommen ratifiziert und die EU wiederum mit der Übermittlung einer Verbal- note an den Mercosur die vorläufige Anwendung bestätigt hat, konnte das Interims-Handelsab- kommen zum 1. Mai 2026 nun bereits in Kraft treten und dessen Umsetzung starten. Neue Märkte und Kooperationen Durch das Inkrafttreten des Handelsabkom- men wurde eine der größten Freihandelszonen der Welt geschaffen. Die beiden Handelsblöcke umfassen gemeinsam einen Markt mit 718 Mil- lionen Verbrauchern und fast 25 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der mit Abstand größte Abnehmer deutscher Waren im Mercosur-Raum ist Brasilien. Mit dem Handelsabkommen liberalisiert der Mercosur rund 90 Prozent der Importe von Industrieprodukten aus der EU. Insbesondere der Abbau der bisher hohen Zölle auf Kraftfahr- zeuge (überwiegend 35 Prozent), Kfz-Teile (14 bis 18 Prozent), Maschinen (14 bis 20 Prozent), chemische Produkte (bis zu 14 Prozent), Arznei- mittel (bis zu 18 Prozent) sowie Bekleidung und Schuhe (bis zu 35 Prozent) dürften Lieferungen dieser Produkte in den Mercosur-Raum an- kurbeln. Nach Berechnungen der EU dürften in der Folge der Liberalisierung Zölle in Höhe von 4 Milliarden Euro pro Jahr für EU-Exporte entfallen. Vorteile für wichtige Exportbranchen Als besonders chancenreich gilt das Handels- abkommen für den Maschinenbau. Europäische Anbieter sind in diesem Segment bereits die wichtigsten Lieferanten südamerikanischer Ab- nehmer. Zwar holt China auf, doch mit Inkraft- treten des Abkommens steigt die Wettbewerbs- fähigkeit europäischer Hersteller, da insgesamt ein Abbau von rund 95 Prozent aller bisherigen Zölle auf Maschinenbauprodukte vorgesehen

Chancen für Maschinenbauer: Für Drehmaschinen zur Metallbearbei- tung, Maschinen für Süßwaren und Textilmaschinen entfallen die Zölle ab 2027 komplett.

ist. Allerdings betragen die vereinbarten Zollab- bauperioden zehn Jahre, in einigen Fällen sogar bis zu 15 Jahre. Die positiven Auswirkungen des Abkommens dürften sich daher erst mittel- bis langfristig in den Exportzahlen niederschlagen. Bei einigen Produkten wird der Zollsatz jedoch direkt im ersten Jahr nach Inkrafttreten des Abkommens ganz entfallen, unter anderem bei Textilmaschinen, Drehmaschinen für die Metallbearbeitung sowie Maschinen für die Süßwarenindustrie. Wichtig für Hersteller ist aber auch die Harmonisierung von Standards. Selbst kleine Abweichungen können technische Handelshemmnisse darstellen und verhindern, dass die Produkte schnell in den Markt gebracht werden können. Oftmals müssen Maschinen derzeit noch extra für einzelne Märkte ange- passt werden. Der chemischen Industrie dürfte das Freihan- delsabkommen ebenfalls viele Vorteile verschaf- fen. Auf den Import von Chemieerzeugnissen erhob der Mercosur bislang Zölle von bis zu 18 Prozent. Die Nachfrage nach Chemiewaren steigt kontinuierlich, getrieben vom Agribusi- ness, der verarbeitenden Industrie und der Bau- wirtschaft. Die lokale Chemieindustrie kommt mit dem Wachstum schon lange nicht mehr mit. Folglich sind die Mercosur-Staaten zur Deckung ihrer Bedarfe in hohem Maße auf Importe an- gewiesen. So deckte Brasilien 2024 rund 45 Prozent seines Bedarfs an Industriechemika- lien aus Einfuhren. Auch für europäische Autobauer und Produ- zenten von Kfz-Teilen ist der Mercosur-Raum ein wichtiger Absatzmarkt. Mit 35 Prozent be- rechnete der Mercosur auf Kfz-Importe höhere Zölle als auf alle anderen Einfuhrgüter. Darüber schützten Brasilien und Argentinien ihre lokale Kfz-Industrie. Für Verbrenner ist eine vollständi- ge Liberalisierung der Zölle innerhalb von 15 Jahren geplant. Allerdings beginnt der

12.500 DEUTSCHE UNTERNEHMEN exportieren in die Länder des Mercosur. Davon sind etwa 72 Pro- zent kleine und mittlere Betriebe. QUELLE: DIHK

5

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

EU / MERCOSUR

Zollabbau in Etappen Der Zollabbau für Lieferungen aus der EU erfolgt je nach Produktgruppe teilweise in mehreren Stufen über längere Zeiträume. Konkret davon profitieren werden insbeson- dere Sektoren, die im Mercosur-Raum bisher sehr hohen Zöllen unterlagen: Automobile (35 Prozent)

Maschinen (14 bis 20 Prozent) Chemikalien (bis zu 18 Prozent) Pharmazeutika (bis zu 14 Prozent) Kleidung und Schuhe (35 Prozent)  Schokolade und Süßwaren (20 Prozent) Wein (27 Prozent) Spirituosen (20 bis 35 Prozent) Milcherzeugnisse (28 Prozent)

UNSER TIPP: Über die Datenbank Access2Markets können Sie prüfen, wie hoch die Zölle für Ihre Waren bei der Einfuhr in die einzelnen Mercosur-Staaten aktuell und künftig sind:

Brasiliens Agrarsektor wächst und setzt auf Digitalisierung. Mit dem Handelsabkommen können deutsche Anbieter von vernetzten Landmaschinen, Drohnen und Sensoren vom Boom profitieren.

 trade.ec.europa.eu/access-to-markets/de

Zollabbau erst im siebten Jahr nach Inkrafttreten des Abkommens. Immerhin wird für eine jährliche Quote von 50.000 Kraftfahrzeuge in den ersten sechs Jahren nur die Hälfte des Zolls berechnet. Für Elektro- und Hybridfahrzeuge wurde die Über- gangszeit auf 18 Jahre verlängert. Dafür wird der Zollsatz bereits ab Inkrafttreten des Abkommens von 35 auf 25 Prozent gesenkt – in Uruguay und Paraguay sogar auf 16,4 respektive 14,3 Prozent. Für Fahrzeuge, die mit Wasserstoff oder anderen innovativen Technologien angetrieben werden, erstreckt sich der Zollabbau über einen Zeitraum von 25 beziehungsweise 30 Jahren. Auf Kfz-Teile fielen im Mercosur üblicherweise Zölle in Höhe von 14 bis 18 Prozent an. Auch diese werden schrittweise abgebaut. Wichtigster Lieferant für den Mercosur ist die EU zudem bei Arzneimitteln. Der südamerikanische Wirtschaftsraum erhob bisher Zölle auf pharmazeutische Produkte von bis zu 14 Prozent. Durch den Zollabbau werden europäische Medikamente und Gesundheitsprodukte wettbewerbs- fähiger. Der bessere Marktzugang ist umso bedeutender, da die Pharmamärkte Südamerikas intensiv wachsen. Das liegt daran, dass der Region ein rascher demografischer Wandel bevorsteht und die Nachfrage nach hochwertigen Medikamenten und Gesundheitsdienstleistungen steigt. Allerdings bestehen einige Hürden im Pharmasektor weiterhin, da das Abkommen beispielsweise keinen freien Zugang zum öffentlichen Beschaffungswesen vorsieht und wichtige Fragen des Patentschutzes ausklammert. Positi- ve Aussichten bestehen hingegen für die Forschung und Entwicklung. Begünstigt werden gemeinsame Innovations- projekte zwischen europäischen und Mercosur-Pharmaun- ternehmen. Dies könnte Fortschritte bei Biotechnologie, Impfstoffen und neuen medizinischen Behandlungen ermöglichen.

So finden Sie den richtigen Zollsatz für Ihr Produkt Beispiel Zollabbau für Kugellager

Erläuterung: Die Zollabbaustufen sind bereits in der Access- 2Markets-Datenbank integriert. Hier kann anhand der Warentarif- nummer und dem Zielland im Mercosur die Abbaustufe recherchiert werden. Beispiel für Kugellager der Warenposition 84821010. QUELLE: SCEENSHOT DATENBANK ACCESS2MARKETS

6

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

EU / MERCOSUR

Abbau von Bürokratie und technischen Handelshemmnissen

Zusätzlich zum Zollabbau sieht das Abkommen eine Reduktion von Bürokratie und Kosten vor und verein- facht die Verfahren für die Vermarktung von Waren und Produkten zwischen den beiden Regionen. Unternehmen aus dem Mercosur und der EU dürften außerdem eine größere Wettbewerbsfähigkeit und teilweise einen besse- ren Zugang zum öffentlichen Beschaffungsmarkt in den Teilnehmerländern erhalten. Dies spielt vor allem für die Bereiche Infrastruktur, Technologie und Dienstleistungen eine wichtige Rolle. Außerdem werden zusätzliche Instrumente zur Beilegung von Handelskonflikten zwischen den Akteuren beider Wirtschaftsräume geschaffen. Dies stärkt die Rechtssicher- heit im Handel, indem es die Planbarkeit erhöht und das Risiko rechtlicher Auseinandersetzungen senkt. Starke Handelsbeziehungen ausbauen Die EU verbindet mit dem Mercosur-Raum bereits enge Wirtschaftsbeziehungen. So ist sie in Bezug auf den Warenverkehr dessen zweitgrößter Handelspartner: Fast 17 Prozent des Gesamthandels des Mercosur entfiel im Jahr 2024 auf die Europäische Union. Der Mercosur ist umgekehrt der zehntgrößte Handelspartner der EU bei Waren. Insgesamt belief sich das Handelsvolumen der EU mit dem Mercosur 2024 auf über 111 Milliarden Euro (Ausfuhren: 55,2 Milliarden Euro und Einfuhren: 56 Mil- liarden Euro). Mit der Unterzeichnung des Abkommens im Januar 2026 und seiner vorläufigen Anwendung seit 1. Mai 2026 hat daher ein neues Kapitel in den Wirtschaftsbeziehun- gen der beiden Blöcke begonnen. Dieses hat auch aus strategischer, geopolitischer Perspektive großes Gewicht für die EU und europäische Unternehmen. Angesichts wachsender globaler Konflikte und zunehmender protekti- onistischer Maßnahmen strebt die EU an, ihre Verbindun- gen zu Lateinamerika auszubauen und ihre Abhängigkeit von einzelnen großen Handelspartnern zu verringern. Im Mercosur-Raum sieht sich die EU jedoch einem inten- siven Wettbewerb ausgesetzt. China stärkt kontinuierlich seine strategischen Beziehungen in Mittel- und Südame- rika und baut seine Präsenz gezielt aus. Auch die USA intensivieren ihre Aktivitäten, um von Lateinamerika als Rohstofflieferant und Absatzmarkt zu profitieren. Mit dem Abkommen kann sich die EU als verlässlicher alternativer Partner etablieren. Zugleich bietet das Abkommen den Mercosur-Staaten die Möglichkeit, ihrerseits Abhängigkei- ten zu reduzieren und ihre Wirtschaftsbeziehungen breiter aufzustellen. Ursprungsregeln und Ursprungsnachweis Voraussetzung für die zollbegünstigte oder zollfreie Einfuhr in einen der beiden Blöcke ist der präferenzielle Ursprung der Ware. Die Ursprungsregeln sind jenen der zuletzt von der EU abgeschlossenen Handelsabkommen

Viel Verkehr im Hafen von Montevideo: Um die Vorteile des Freihandelsabkommens nutzen zu können, sind entsprechende Ursprungsnachweise erforderlich.

gängigen Regeln wie der Positionswechsel oder eine Wert- schöpfungsregel zwischen 40 und 55 Prozent ähnlich. In manchen Fällen auch ein spezifischer Produktionsprozess. Die Ursprungsregeln finden Sie in der vom deutschen Zoll bereitgestellten Datenbank WuP online oder der Access- 2Markets-Datenbank. Als Ursprungsnachweis wird ausschließlich die Erklärung zum Ursprung auf Handelsdokumenten dienen. Der Wort- laut lautet: „Der Ausführer (Referenznummer des Ausführers . …1) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, er- klärt, dass diese Waren, soweit nichts anderes angegeben, präferenzbegünstigte Ursprungswaren …2 sind.“ Für Sendungen mit einem Wert über 6.000 Euro an präferenzberechtigten Waren ist eine Registrierung als Registrierter Ausführer (REX) vorgesehen. Bestehende Registrierungen können verwendet werden. Nachdem das Abkommen im Amtsblatt L 2026/186 vom 27. Februar 2026 veröffentlicht wurde, können die Merco- sur-Staaten auf Lieferantenerklärungen ebenfalls genannt werden. IHK/GTAI/EU-Kommission

Wir halten Sie auf unserer Website auf dem Laufenden:

 ihk.de/rhein-neckar/eu-mercosur

IHRE ANSPRECHPARTNER:

 Kathrin Fausel Märkte Amerikas 0621 1709-226 kathrin.fausel@rhein-neckar.ihk24.de  Oliver Falk Bereichsleiter Recht International 0621 1709-223 oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de

7

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

EUROPA

GROSSBRITANNIEN London stoppt chinesisches Milliardenprojekt in der Windkraft

technologische Ausrichtung indirekt staatlich beeinflusst sein könnten. In Schottland hat die Entscheidung deutliche Kritik ausgelöst. First Minister John Swinney zeigte sich enttäuscht und warnte davor, dass der Stopp des Projekts bis zu 1.500 Arbeitsplätze gefährden könnte. „Ge- rade in einer Phase, in der der Ausbau sauberer Energie und die Stärkung der industriellen Basis hohe Priorität haben sollten, sende London ein pro- blematisches Signal an den Standort Schottland“ sagte Swinney. Gleichzeitig sucht die britische Re- gierung nach Alternativen. Gespräche mit dem dänischen Windkraftkonzern Vestas sollen klären, ob ein europäi- scher Hersteller bereit wäre, statt Ming Yang in Schottland zu investieren. Ziel ist es, sicherheitspolitische Bedenken mit industrie- und energiepolitischen Interessen in Einklang zu bringen. Dass chinesische Windkrafttech- nik in Europa zunehmend kritisch bewertet wird, zeigt auch ein Blick nach Deutschland. Für den geplanten Nordsee-Windpark „Waterkant“ woll- te der Hamburger Investor Luxcara ursprünglich Turbinen von Ming Yang einsetzen. Nach Widerstand aus Industrie und Gewerkschaften zog das Unternehmen 2025 jedoch den Auftrag zurück. Statt chinesischer Technik sollen nun Anlagen von Sie- mens Gamesa installiert werden. Die Entscheidung Londons deutet auf eine klarere staatliche Linie im Umgang mit chinesischen Investitio- nen im Energie- und Industriesektor hin. Zwar ist das Vereinigte Königreich weiterhin auf internationales Kapital angewiesen, doch werden dort Gren- zen gezogen, wo strategische Energie- infrastruktur betroffen ist. Offshore- Wind rückt damit noch stärker in den Fokus staatlicher Industriepolitik, die wirtschaftliche Offenheit mit Versor- gungssicherheit und technologischer Souveränität abwägt. GOV.UK/IHK

Anfrage aus der Energiebranche vo- raus, die um eine Einschätzung zum Einsatz der Turbinen in britischen Gewässern gebeten hatte. In einer Stellungnahme erklärte ein Regie- rungssprecher, man habe das Projekt sorgfältig geprüft und sei anschlie- ßend zu dem Schluss gekommen, den Einsatz dieser Technologie in briti- schen Offshore-Windprojekten nicht zu unterstützen. Konkrete Details zu den sicherheitsrelevanten Aspekten wurden nicht genannt. Hinter der Ablehnung stehen offen- bar Sorgen, dass in den Anlagen Über- wachungs- oder Datentechnologien integriert sein könnten. Aus Sicht der Regierung bestehe das Risiko, dass über Offshore-Windparks sensible In- formationen erfasst werden könnten, etwa zur militärischen Präsenz in der Nordsee. Zwar ist Ming Yang ein bör- sennotiertes Unternehmen in privater Hand, dennoch befürchtet London, dass Investitionsentscheidungen und

Die britische Regierung hat ein geplantes Großprojekt des chinesischen Windkraftkonzerns Ming Yang Smart Energy gestoppt. Das Unternehmen wollte in Schott- land eine rund 1,5 Milliarden Pfund teure Produktionsstätte errichten. Die Begründung Londons: Risiken für die nationale Sicherheit. Betroffen ist ein Vorhaben, das 2025 vorgestellt worden war. Geplant war ein vollständig integriertes Werk zur Herstellung von Turbinen für Off- shore- und schwimmende Windkraft- anlagen im Hafen von Ardersier nahe Inverness. Nach Angaben der britischen Re- gierung ging der Entscheidung eine Großbritannien verfügt über enorme Windkraftkapazitäten. Diese sollen weiter ausgebaut werden. Dabei setzt das Land auf europäische Partner. Die Investition eines chinesischen Turbinenherstellers wurde abgelehnt.

8

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

EUROPA

EU Vorschlag für EU-weite Gesellschaftsform

Die EU-Kommission hat am 18. März 2026 einen Verordnungsentwurf für eine neue europaweite Gesell- schaftsform, die „EU Inc.“, vorgelegt. Ziel ist es, insbesondere Start-ups, aber auch anderen Unternehmen, das grenzüber- schreitende Wachstum im EU-Binnenmarkt zu erleichtern. Die EU Inc. soll eine Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung und eigener Rechtspersönlichkeit sein. Sie kann online gegründet werden, ohne Mindestkapital, mithilfe eines einheitlichen EU-Formulars und innerhalb von 48 Stunden. Sitz und Hauptverwaltung müssen in der EU liegen. Verwaltungsprozesse werden durch das „Once-on- ly“-Prinzip vereinfacht, bei dem Daten automatisch an Steuer-, Register- und Sozialbehörden weitergeleitet werden. Ein zentraler Vorteil ist die einheitliche und schnelle An-

meldung von Zweigniederlassungen in allen Mitgliedstaa- ten, ebenfalls vollständig digital, kostengünstig und ohne zusätzliche nationale Anforderungen wie Übersetzungen oder notarielle Beurkundungen. Das materielle Gesellschaftsrecht (zum Beispiel Grün- dung, Organe, Kapitalstruktur) wird europaweit vereinheit- licht. Für andere Bereiche wie Arbeits-, Steuer- und Sozial- recht gilt weiterhin nationales Recht. Im Insolvenzrecht sieht der Entwurf neben dem nationalen Recht ein eigenes EU-Abwicklungsverfahren für innovative Start-ups vor. Der Gesetzgebungsprozess soll 2026 abgeschlossen werden, erste EU Inc.-Gründungen sind ab 2027 geplant. Obwohl der Fokus klar auf Start-ups liegt, steht die neue Rechtsform grundsätzlich allen Unternehmen offen. GTAI/IHK

ÖSTERREICH Fahrzeugmarkt im Aufwind: Hybride und E-Autos dominieren

Der österreichische Automobilmarkt ist mit Schwung in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal wurden 77.235 Pkw neu zugelassen, was einem Plus von 17,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders der März entwickelte sich dynamisch und erreichte den höchsten Wert für diesen Monat seit 2018. Den wesentlichen Beitrag zum Wachstum leisten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Ihre Neuzulassungen stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 30 Prozent, sodass bereits 63,5 Prozent aller neu zugelassenen Pkw über einen Hybrid- oder Elektroantrieb verfügen. Besonders stark wuchsen Benzin-Hybridfahr- zeuge mit einem Plus von 42 Prozent. Auch Elektro-Pkw verzeichneten einen deutlichen Zuwachs von über 22 Prozent. Rückläufig ent- wickelten sich hingegen Diesel-Hybridmodelle. Der Markt für klassische Verbrenner blieb nahezu unverändert. Zwar stiegen die Neuzulas- sungen von Benzin-Pkw leicht, gleichzeitig gin- gen jene von Diesel-Pkw jedoch deutlich zurück. Insgesamt erreichten konventionelle Antriebe nur noch einen Marktanteil von 36,5 Prozent und trugen kaum zum Gesamtwachstum bei. Auch außerhalb des Pkw-Segments zeigt sich eine positive Entwicklung. Bei den Nutzfahrzeu- gen legten insbesondere leichte Lkw, Sattelzug-

100.509 NEUZULASSUNGEN von Kraftfahr- zeugen insgesamt in Österreich im ersten Quartal 2026, ein Plus von 17,6 Prozent gegen- über dem Vorjahr.

Stromtanken wird beliebter: Die Zahl der in diesem Jahr in Österreich neu zugelassenen Pkw mit einem rein elektrischen oder hybriden Antrieb ist stark gestiegen.

QUELLE: AHK

fahrzeuge sowie land und forstwirtschaftliche Zugmaschinen zu, während mittlere und schwe- re Lkw rückläufig waren. Der Zweiradmarkt ent- wickelte sich ebenfalls dynamisch: Motorräder verzeichneten ein Plus von knapp 19 Prozent, Motorfahrräder sogar einen Zuwachs von über 50 Prozent. AHK/IHK

9

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

AWAETUitReOl PA

UNGARN Neue Zugflotte für den Fernverkehr

Investitionsvolumen von deutlich über 2 Milliarden Euro. Grundlage ist ein Regierungsbeschluss vom Februar 2026. Geplant sind bis zu 70 Dieseltriebzüge, davon 20 optional. Die Finanzierung erfolgt über einen staatlich abgesicherten Kredit. Mindestens 10 Prozent der Mittel stammen aus dem Staatshaushalt. Zusätzlich sollen elektrische Triebzüge aus EU-Mitteln des Integrierten Verkehrsentwicklungspro- gramms (IKOP) beschafft werden. Die entsprechenden Aus- schreibungen werden in den kommenden Monaten erwartet. Parallel plant die Regierung die Erneuerung der Intercity- Wagenflotte. Nach Branchenangaben könnten bis zu 286 sogenannte IC+-Wagen gebaut werden. Sie sollen über- wiegend in eigenen Werken der Staatsbahn entstehen. Der Wert dieses Programms wird auf 400 Millionen bis 600 Millionen Euro geschätzt. Aktuell setzt MÁV auf eine gemischte Flotte aus klassi- schen Intercity-Wagen und moderneren Triebzügen. Viele Wagen stammen noch aus den 1970er und 1980er Jahren. Im Regionalverkehr prägen seit Jahren elektrische Trieb- züge von Stadler das Bild, während bei Dieseltriebwagen hoher Modernisierungsbedarf besteht. Mit dem neuen Beschluss soll die überalterte Flotte schrittweise ersetzt werden. GTAI/IHK

Modernisierung steht an: Ungarns Bahn ist vielerorts noch von älterem Rollmaterial geprägt. Neue Beschaffungen sollen die alten Fernverkehrszüge schrittweise ersetzen.

Ungarn plant eine umfassende Erneuerung seiner Bahnflotte. Dafür bereitet das staatliche Eisenbahn- unternehmen MÁV ein Beschaffungsprogramm für Fernverkehrszüge vor. Branchenkenner rechnen mit einem

TÜRKEI Verbot von Einwegplastik geplant

Die Türkei bereitet einen umfassenden Schritt zur Reduzierung von Kunststoffabfällen vor: Im Rahmen ihres Nationalen Plans zur Kreislaufwirtschaft 2025–2028 soll der Einsatz von bestimmten Einwegplastikprodukten stark eingeschränkt werden. Ziel ist es, die Umweltauswir- kungen von Kunststoffmüll zu verringern und zugleich die Grundlage für eine nachhaltige, ressourcenschonende Wirtschaft zu schaffen. Betroffen von den geplanten Maßnahmen sind Produkte wie Plastikbesteck, Teller, Strohhalme und Wattestäbchen. Die Initiative orientiert sich an der EU-Richtlinie über Ein- wegplastik von 2019 und markiert einen wichtigen Schritt, um die Türkei in Einklang mit internationalen Umwelt- standards zu bringen. Zudem ist sie Teil einer umfassen- den Roadmap, die auch die Reduzierung von Meeresmüll und Mikroplastik adressiert. Sie folgt dem Verbot von Plastiktüten aus dem Jahr 2019, welches bisher über 3 Mil- lionen Tonnen Plastikmüll eingespart hat. Derzeit befindet sich die Verordnung noch im Entwurfs- stadium. Nach Abschluss der Konsultationen mit Indust- rieverbänden, NGOs und anderen Interessengruppen soll die Regelung voraussichtlich bis Ende 2026 in Kraft treten. Für Unternehmen mit Handelsbeziehungen zur Türkei be-

deutet dies, dass sie ihre Lieferketten, Verpackungen und Produkte frühzeitig auf die neuen Anforderungen vorbe- reiten sollten. Die türkische Regierung nutzt diese Initiative auch, um die nationale Wirtschaft stärker auf Kreislaufwirtschafts- prinzipien auszurichten. Für international tätige Unterneh- men eröffnet sich damit die Chance, nachhaltige Innova- tionen zu fördern und gleichzeitig regulatorische Risiken zu minimieren. Die Einhaltung künftiger Vorschriften wird künftig zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor im türkischen Markt. Offizielle Informationen zu den Plänen finden sich in der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie des türkischen Umweltministeriums. Unternehmen sollten diese Doku- mente als Leitfaden nutzen, um ihre Strategien rechtzeitig anzupassen und regulatorische Compliance sicherzustel- len. IHK Diese ist auf der Seite des türkischen Umweltministeriums abrufbar (auf Türkisch und Englisch):

 cygm.csb.gov.tr/haberler/2025-2028-ulusal-dongusel-ekonomi- stratejisi-ve-eylem-plani-yururluge-girdi-296346

10

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

AMERIKAS

KOLUMBIEN Moderne Wassertechnik gefragt

Sauberes Wasser ist in vielen Teilen Kolumbiens Mangelware. Zahlen der Vereinten Nationen zufolge hat ein Viertel der Bevölkerung keinen Zugang zu sicherer Trinkwasserversorgung. Nicht einmal ein Fünftel des Wassers wird sicher aufbereitet. Ein neues Paket aus 42 Was- serprojekten (CONPES 4.165) könnte diese Probleme in Zukunft mildern. Bei der Initiative handelt es sich um Finanzierungszusagen der ko- lumbianischen Regierung im Umfang von rund 310 Mil- lionen US-Dollar (US$) zwi- schen 2026 und 2028. Das Geld soll vor allem die Wasser- versorgung in den entlegenen Regionen verbessern. Verschiedene Abwasserpro- jekte laufen bereits, weitere sind in Planung. So führt EAAB, der Wasserversorger der Hauptstadt Bogotá, Gespräche mit vorqualifizierten Unterneh- men zum Bau des Klärwerks Canoas. Neue Kredite der Interamerikanischen Entwick- lungsbank über 100 Millionen US$ für EAAB könnten die Wasserprojekte in Bogotá be- schleunigen. Es herrscht drin- gender Handlungsbedarf, da in der Millionenmetropole viel zu wenig Wasser aufbereitet wird. Trotz des vielen Regens mangelt es in Dürreperioden an Wasser. So musste 2024 das Wasser in der Hauptstadt acht Monate lang streng rationiert werden. In Cali schreitet die Mo- dernisierung des Klärwerks Cañaveralejo voran. Pereira bereitet die Vergabe für das Klärwerk El Paraíso vor. Auch die Stadt Neiva arbeitet an technischen Studien für den Bau einer neuen Kläranlage. An der Karibikküste um die

Kolumbiens Was- serverbrauch ist immens. Die größte Belastung für die Wasserressourcen geht von der Land- wirtschaft und vom Energiesektor aus.

Stadt Santa Marta ist der Mo- dernisierungsbedarf besonders groß. Wasserprojekte wie der Bau neuer Meerwasserentsal- zungsanlagen, Investitionen in Wassernetze und die Instand- setzung des Abwasserpump- werks EBAR Norte erfordern Investitionen von fast 900 Mil- lionen US$. Firmen aus Deutschland konnten im Zuge dieser Maß- nahmen bereits Geschäfte abschließen. So liefert Huber aus Bayern Screeningtechno- logie für das EBAR-Projekt, um Verstopfungen und Be- schädigungen von Pumpen zu verhindern. Auch bei anderen Klärprojekten in Kolumbien kommt oft deutsche Technik zum Einsatz, zum Beispiel Pumpen und Rührwerke von Wilo und KSB oder Zentrifu- gen von Flottweg. Viele deutsche Anbieter können mit Lösungen punk- ten, die auf die regionalen Besonderheiten Kolumbiens zugeschnitten sind und gezielt Wasserprobleme einzelner Landesteile adressieren. Dazu gehören dezentrale, kosten- günstige Lösungen wie modu-

lare Anlagen, Regenauffang- becken und energiesparende Technologien zur Trinkwas- seraufbereitung, besonders in den vielen entlegenen Ge- meinden des Landes. Boreal Light aus Berlin etwa betreibt solarbetriebene Entsalzungs- anlagen im nordöstlichen La Guajira. Isabel Castro, Pro- jektleiterin für Lateinamerika bei Boreal Light, empfiehlt deutschen Firmen, den sozia- len Mehrwert ihrer Produkte hervorzuheben, um Vertrauen bei der lokalen Bevölkerung zu schaffen. In Kolumbien gehen durch- schnittlich 4 von 10 Litern des aufbereiteten Wassers verloren – ein strukturelles Problem, das zugleich Chancen für deutsche Unternehmen er- öffnet. Mit Mikromesstechnik, IoT-Sensorik und künstlicher Intelligenz können Leckagen und Wasserverluste frühzeitig identifiziert und effizient beho- ben werden. Phoenix Contact aus Blomberg zum Beispiel verkauft an mehreren Standor- ten in Kolumbien intelligente und datenbasierte Wasserma- nagementsysteme. GTAI/IHK

2.445 KUBIKMETER Wasser pro Ein- wohner jährlich werden in Kolumbi- en verbraucht. Das ist rund viermal so viel wie der OECD- Durchschnitt mit 673 Kubikmetern.

QUELLE: GTAI/OECD

11

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

AMERIKAS

BRASILIEN Wichtige Testphase der Steuerreform

IT-Systeme sowie Buchhaltungs- und Reportingstrukturen auf die neuen Anforderungen ausgerichtet werden müssen. Insbesondere die Pflicht, elektronische Steuerdo- kumente künftig mit CBS und IBS auszuweisen, macht technische und organisatorische Anpassungen erforderlich. Die Zentralisierung der Steuerverwaltung bedeutet zudem eine Verschiebung im Umgang mit Behörden, da die Vielzahl lokaler Ansprechpartner zugunsten stärker koordinierter Strukturen reduziert wird. Besondere Bedeutung kommt der Testphase im Jahr 2026 zu, die Unternehmen als entscheidendes Zeitfenster zur operativen Anpas- sung nutzen müssen. In dieser Phase steht primär die Funktionsfähigkeit von Systemen, Datenflüssen und Berechnungslogiken im Vordergrund. Unternehmen sind daher gefordert, ihre Prozesse umfassend zu testen, Schwachstellen zu identifizieren und notwendige Korrekturen vorzuneh- men. GTAI/IHK

Derzeit befindet sich die umfassendste Änderung des

leistungen (IBS – Imposto sobre Bens e Serviços) genannt. Der Bund erhebt somit seinen Steueranteil getrennt von Bundesländern und Gemeinden. Gleichzeitig wird mit dem IBS-Lenkungsausschuss eine zentrale Institution geschaffen, die insbesondere die Verwaltung und Er- hebung der IBS bündelt und bislang stark fragmentierte Zuständigkeiten zusammenführt. Ergänzend zielt das Gesetz auf eine weitgehende Verein- heitlichung steuerlicher Vorschriften sowie auf klar strukturierte Verwal- tungsverfahren ab. Für deutsche Unternehmen mit Brasiliengeschäft ergeben sich daraus spürbare Veränderungen. Einerseits führt die stärkere Ver- einheitlichung und Zentralisierung zu einer höheren regulatorischen Vorhersehbarkeit und zu konsis- tenteren Rahmenbedingungen, was langfristig zu mehr Stabilität im Umgang mit steuerlichen Anforde- rungen beitragen kann. Andererseits entsteht ein erheblicher Anpas- sungsbedarf, da interne Prozesse,

brasilianischen Steuersystems seit den 1960er Jahren in der Umset- zung. Das Jahr 2026 ist dabei als Testphase vorgesehen, in der die neuen Abläufe und Systeme unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden, während die vollständige Übergangsphase bis 2033 andauert. Das Ergänzungsgesetz Nr. 227/26 markiert nun den Beginn der Um- stellung auf ein neues Konsumbe- steuerungssystem und schafft die Grundlage für eine weitreichende Neustrukturierung der Steuerland- schaft. Fünf bisherige Konsum- steuern, die in die Zuständigkeit der drei föderalen Ebenen (Bund, Länder und Gemeinden) fielen, werden ab- geschafft. Stattdessen wurde eine duale Mehrwertsteuer eingeführt. Auf Bundesebene wird diese als Beitrag auf Waren und Dienstleis- tungen (CBS – Contribuição sobre Bens e Serviços) bezeichnet. Auf der Länder- und Gemeindeebene wird sie Steuer auf Waren und Dienst-

WEBINAR

12. MAI 2026 USA-Dienstreisen rechtssicher gestalten

TERMIN UND UHRZEIT: Dienstag, 12. Mai 2026, 15:00 bis 16:15 Uhr, online TEILNAHMEENTGELT:

Die Anforderungen an die Vorbereitung dienstlicher US-Aufenthalte steigen: Durch neue Regeln und strengeren Vorschriften, unter anderem für ESTA-Anträge und bestimmte Visa-Kategorien, werden selbst „einfache“ Geschäftsreisen zunehmend komplizierter. Die Erfahrung der letzten Monate zeigt deutlich, dass die US-Grenzbehör- den genauer nachfragen und Unterlagen detaillierter prüfen. Eine fundierte Vorbereitung der Mitarbeiter und eine lücken- lose Dokumentation sind heute essenziell für eine reibungs- lose Einreise. In unserem Webinar beleuchten wir zentrale und typische Fallgestaltungen zur Einreise in die USA und gehen auf aktuelle Entwicklungen im Visa- und Einreiserecht ein. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, vertiefen- de Fragen zu stellen und offene Punkte zu diskutieren.

60 Euro pro Person für IHK-Mitglieder 90 Euro pro Person für Nichtmitglieder PROGRAMM UND ANMELDUNG: ihk.de/rhein-neckar/usa-dienstreise IHRE ANSPRECHPARTNERIN:  Kathrin Fausel 0621 1709-226

kathrin.fausel@rhein-neckar.ihk24.de

12

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

ASIEN-PAZIFIK

INDIEN Nachfrage nach Gesundheitsleistungen steigt

Medizinischen Behandlungen und Klinikaufenthalten werden zukünftig in Indien immer stärker nachgefragt. Die Gründe dafür liegen in der bisherigen Unterversorgung und dem damit einherge- henden Wachstumspotenzial vor allem in Mittel- und Kleinstädten. Zudem wächst die indische Bevölkerung weiterhin, gleichzeitig nimmt die Lebenserwartung zu und die Zahl an Personen über 65 Jahren steigt. Daher wird in den kommenden Jahren auch die Nachfrage nach Behandlungen von chroni- schen Krankheiten steigen. Unterstützt wird die Nachfrage zudem von einem wachsenden Versicherungsschirm. Rund 40 Prozent der Bevölkerung haben mittlerweile eine Form der Krankenversi- cherung. Die indische Regierung treibt diese Entwicklung aktiv voran, etwa durch staat- liche Versicherungsprogramme, aber auch eine 2025 eingeführte Befreiung der Beiträge zu privaten Krankenversicherungen von der Umsatzsteuer. Hinzu kommt der Medizintourismus, des- sen Umsatz Schätzungen zufolge von jährlich 18,2 Milliarden US-Dollar 2025 auf 58,2 Mil- liarden US-Dollar im Jahr 2035 klettern wird. Um mehr Nachfrage bewältigen zu können, benötigen Kliniken entsprechende Geräte.

300 MILLIARDEN US$ Marktgröße soll der indische Gesund- heitssektor bis 2030 erreichen.

Bedarf an Medizintechnik wächst stetig: Indien investiert zwischen 2 und 4 Prozent des Bruttoinlands- produktes in die öffentliche Gesundheitsinfrastruktur.

QUELLE: GTAI

Die Nachfrage im Hochpreissegment geht größtenteils vom Privatsektor aus, während die öffentlichen Einrichtungen im niedrigen und mittleren Preissegment sowie bei ge- brauchter Medizintechnik stärker vertreten sind. GTAI/IHK

VIETNAM Bauprojekte eröffnen neue Entwicklungsmöglichkeiten

Hanoi hat Anfang 2026 einen neuen Masterplan für die Stadtentwicklung präsentiert, der sich an Shanghai als Vorbild orientiert. Der Plan sieht eine komplette Trans- formation vor. Gebiete am Roten Fluss sollen erschlossen werden und dieser „Red River Scenic Boulevard“ dürfte das Gesicht der Stadt völlig verändern. Auch Innovations- cluster sollen geschaffen werden. Und außerhalb ist eine imposante Olympische Stadt geplant. Das kleinere Danang baut Infrastruktur und Hotels aus, um noch mehr Touristen aufnehmen zu können. Die Stadt in Zentralvietnam will auch zu einem internationalen Finanzzentrum und High-Tech-Standort werden. Die Vorhaben eröffnen Chancen für deutsche Planungs- und Technikanbieter. Für Gebäude und Infrastruktur wird hochwertige Technik benötigt, die importiert werden muss. Dies gilt vor allem für prestigeträchtige Bauprojekte sowie für komplexe Bahn- und Hafeninfrastruktur. GTAI/IHK

Durch Vietnams Großstädte rollt eine Welle an Großprojekten. Ho-Chi-Minh-Stadt erhält einen neuen Flughafen und mehrere Projekte sollen die Ver- kehrsverbindungen der Metropole verbessern. Einige der Großvorhaben werden noch 2026 fertiggestellt, darunter die Ringstraße 3 sowie mehrere wichtige Autobahnkreuze. Dadurch sollen die chronisch überlasteten Zufahrtswege zum Hafen Cat Lai spürbar entlastet werden. Zudem steht eine neue Autobahn parallel zur stark frequentierten Küstenautobahn 51 kurz vor der Fertigstellung. Sie wird den Zugang zum aufstrebenden Tiefseehafen Cai Mep erleichtern und den neuen Großflughafen Long Thanh anbinden, der rund 40 Kilometer östlich des Stadtzent- rums liegt. Im Umfeld des Flughafens entstehende Industrieparks müssen ebenfalls an das Verkehrsnetz angeschlossen werden, da im Juni 2026 die ersten Flüge starten sollen.

13

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

ASIEN-PAZIFIK

THAILAND Chemie treibt Industriewachstum

Euro) und ist damit die viertgrößte der ASEAN, hinter der in Indonesien, Singapur und Malay- sia. Nach Angaben des Department of Industrial Works, das zum Industrieministerium gehört, gibt es in Thailand 3.000 Chemieanlagen mit 125.000 Beschäftigten. Hinzu kommen 1.200 Anlagen der vorgelagerten Öl- und Gasindus- trie mit weiteren 18.000 Mitarbeitern. Die Chemie ist nach der Nahrungsmittel- und der Elektronikbranche der drittgrößte Industrie- zweig des Landes, noch vor der Automobil- industrie. Deutsche Firmen der chemischen Industrie stellen in Thailand ein breites Spektrum an Produkten her. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank und des VCI waren 2024 insgesamt 20 deutsche Chemieunternehmen mit Tochter- firmen in Thailand aktiv. Sie beschäftigten dort etwa 3.000 Mitarbeiter und erzielten einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Das entspricht 1,5 Prozent der Auslandsumsätze der Branche. Diesen Informationen zufolge investierten deut- sche Chemieunternehmen in den Jahren 2022 und 2023 jeweils etwa eine Milliarde Euro im Königreich. Laut einer VCI-Mitgliederumfrage vom November 2024 nennen deutsche Chemie- unternehmen Thailand als einen möglichen Standort für eine Diversifizierung außerhalb der USA. GTAI/IHK

Herzstück der thailändischen Chemiebranche ist die Petrochemie - sie verarbeitet Öl und Gas zu zahlrei- chen Zwischenpro- dukten, aus denen später Kunststoffe, Farben, Düngemit- tel, Kosmetika oder Medikamente her- gestellt werden.

Thailand hat eine große und gut ausgebau- te Chemiebranche. Sie bietet von der Verarbeitung von Öl und Gas über die Herstel- lung von Zwischenprodukten bis hin zu Endpro- dukten einen gut integrierten Industriesektor. Laut eines Rankings des deutschen Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) erzielte die thailändische Chemiebranche 2024 einen Umsatz von 30,1 Milliarden Euro (inklusive der pharmazeutischen Industrie: 32,5 Milliarden

CHINA Umweltgesetzbuch verabschiedet

Am 12. März 2026 hat China sein neues „Umweltge- setzbuch“ (Ecological and Environmental Code) verabschiedet, das am 15. August 2026 in Kraft tritt. Mit diesem Gesetzbuch wird ein Großteil der bislang geltenden umweltrechtlichen Einzelgesetze konsolidiert und ersetzt. Das neue Umweltgesetzbuch umfasst mehr als 1.200 Artikel und gliedert sich in fünf Teile: allgemeine Bestim- mungen, Vorschriften zur Prävention und Kontrolle von verschiedenen Arten der Umweltverschmutzung, Bestim- mungen zum Schutz der Ökologie (darunter Ökosysteme wie Wälder und Ozeane und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen), Vorgaben zur grünen und kohlen- stoffarmen Entwicklung sowie umfassende Haftungsbe- stimmungen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzbuches werden insge- samt zehn bestehende einzelne umweltrechtliche Gesetze

aufgehoben. Hierzu zählen unter anderem das Umwelt- schutzgesetz (Environmental Protection Law), das Gesetz über Umweltverträglichkeitsprüfungen (Environmental Impact Assessment Law), das Gesetz zur Förderung einer saubereren Produktion, ferner die Spezialgesetze zur Prä- vention und Kontrolle der Wasser-, Luft- und Bodenver- schmutzung sowie der Lärmbelastung. Der letzte Teil des Gesetzbuches bündelt die bisherigen Haftungsregelungen, beispielsweise zur Verantwortlichkeit bei Verstößen gegen Vorgaben zur Vermeidung von Luft- verschmutzung. GTAI/IHK Das Umweltgesetzbuch finden Sie auf der Website des Umweltministeriums (nur in Chinesisch):

mee.gov.cn/ywgz/fgbz/fl/202603/t20260313_1146496.shtml

14

IHK Global Business 05/2026

ihk.de/rhein-neckar

ASIEN-PAZIFIK

JAPAN Klimaziele eröffnen Marktpotenziale

Ausschreibungsverfahren. Zudem spielen ge- wachsene, enge Geschäftsbeziehungen bei der Auftragsvergabe eine zentrale Rolle. Ausschreibungen für Umwelttechnik erfolgen überwiegend über die Kommunen und werden über kostenpflichtige, ausschließlich japa- nischsprachige Internetportale wie „PFI/PPP Association“, „NJSS“ oder „Construction News“ veröffentlicht. Zwar bietet das EU‑Japan Centre for Industrial Cooperation einen wöchentlichen Überblick über für europäische KMU offene Ausschreibungen an, viele lokale Verfahren dürften dort jedoch nicht erfasst sein. Alternativ können ausländische Anbieter über Lizenzvergaben an lokale Partner am Markt parti- zipieren – insbesondere in Bereichen, in denen Japan nicht über eigene technische Lösungen verfügt. Darüber hinaus ist auch die direkte Liefe- rung von Ausrüstung und Technologie, etwa von Fahrzeugen für die Müllabfuhr, möglich. GTAI/IHK

Japans Ziel der Klimaneutralität bis 2050 stützt maßgeblich die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft. Laut dem japanischen Wirtschaftsministerium soll die Branche bis 2030 ein Marktvolumen von umgerechnet etwa 535 Milliarden US-Dollar (US$) erreichen. Auf Yen-Basis entspricht dies einem Plus von etwa 60 Prozent gegenüber 2020. Allerdings schwäch- te sich der Yen zwischen 2020 und 2025 deutlich ab – von 107 auf rund 150 Yen je US-Dollar. Zu er- warten ist eine kontinuierliche Modernisierung der Abfallwirtschaft und des Recyclings. Mög- lichst effiziente und umweltschonende Lösungen sind gefragt, wobei deutsche Anbieter in Japan möglicherweise punkten können. Für ausländische Unternehmen ist der Einstieg in die Recycling- und Entsorgungsbranche in Japan praktisch nur über lokale Partner mög- lich. Neben regulatorischen Hürden erschweren auch sprachliche Barrieren die Teilnahme an

RANG 1 belegt Japan

im Global Waste Index 2025 unter den 38 Ländern der OECD.

QUELLE: GTAI

ANZEIGE

Tag der gewerblichen Schutzrechte 2026

Ihr persönliches IP-Update am 15. Juli 2026 in Stuttgart!

Erfahren Sie mehr unter tgs.pmz-bw.de

Page 1 Page 2 Page 3 Page 4 Page 5 Page 6 Page 7 Page 8 Page 9 Page 10 Page 11 Page 12 Page 13 Page 14 Page 15 Page 16 Page 17 Page 18 Page 19 Page 20

Made with FlippingBook Learn more on our blog