IHK-Global Business Ausgabe 11/2026

11 | 2026 IHK Global Business

EU / INDIEN Freihandelsabkommen steht – Wie Sie davon profitieren SEITE 4

SPANIEN UND PORTUGAL Milliarden für neue Bahnflotten SEITE 9

INDIEN Nachfrage nach Labortechnik steigt SEITE 13

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, in einer Zeit wachsender geopolitischer Un- sicherheiten suchen Unternehmen vor allem eines: verlässliche Perspektiven für ihr inter- nationales Geschäft. Die Themen dieser Aus- gabe zeigen, dass sich weltweit neue Chancen eröffnen, auch wenn die Rahmenbedingungen anspruchsvoller werden. Im Mittelpunkt steht daher das geplante Freihandelsabkommen zwischen der Europäi- schen Union und Indien. Mit dem Abbau von Zöllen, vereinfachten Ursprungsregeln und besseren Marktzugängen entsteht ein wich- tiger Impuls für den Austausch mit einer der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt. Für viele Unternehmen aus unserer Region, insbesondere aus den Bereichen Maschinen- bau, Chemie, Medizintechnik und Automobil- zulieferung, könnte Indien künftig noch stär- ker zum Wachstumsmotor werden. Gleichzeitig richten wir den Blick auf weitere internationale Entwicklungen mit konkre- ten Geschäftschancen. In Ungarn erhält die Windkraft neuen Rückenwind, Spanien und Portugal investieren Milliarden in neue Bahn- flotten, und Dänemark positioniert sich mit dem ersten kommerziellen CO₂-Speicher der Europäischen Union als wichtiger Baustein der industriellen Transformation. Auch außerhalb Europas entstehen interes- sante Märkte. Mexiko investiert massiv in den Ausbau seiner Stromerzeugung und Netzinfra- struktur, während Unternehmen mit USA-Ge- schäft die neuen Anforderungen im Bereich Lebensmittelsicherheit aufmerksam verfolgen sollten. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre! Herzlichst Ihre

8 Ungarn:

Neuer Schwung für Windkraft

11 USA:

Neue Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit

Sabrina Weigold Kompetenzzentrum Indien

15 Usbekistan:

Boomender Automarkt zieht Hersteller an

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INHALT

IHK Global Business 11 | 2026

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International

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TITELTHEMA

MENA/AFRIKA

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16 Südafrika Medtech-Markt wächst dynamisch

4 EU / Indien Freihandelsabkommen steht – Wie Sie davon profitieren

#GemeinsamWeltweit #ihkrheinneckar

EUROPA

ZOLL & RECHT

DIE ZAHL

8 Ungarn Neuer Schwung für Windkraft 9 Spanien und Portugal Milliarden für neue Bahnflotten 10 Dänemark Er ster kommerzieller C02 -Speicher der EU eröffnet

18 EU Neuer Unionszollkodex tritt

schrittweise in Kraft Aktualisierung der Dual-Use-Güterliste 18 BAFA Verlängerung der AGG 48 18 Webinar Exportkontrolle für Führungskräfte 19 Zoll ATLAS-ZELOS wird verpflichtend 19 Armenien EU gewährt Handelspräferenzen 19 Mexiko REX-Verfahren ersetzt EUR.1 und EA

3,5% WACHSTUM

der Weltwirtschaft im Jahr 2027, so die neueste Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF). Besonders dyna- misch sollen Volkswirtschaften in Afrika, der Golfregion und Asien wachsen – allen voran Indien. Für 2026 rechnet der IWF noch mit einem globalen Wachstum von 3,1 Prozent.

AMERIKAS

11 USA Neue Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit Webinar: Rechtliche Tipps für USA-Geschäftsreisen 12 Mexiko Investitionen in die Stromerzeugung

QUELLE: IMF „WORLD ECONOMIC OUTLOOK”, OCTOBER 2026

O-TON DES MONATS

ASIEN-PAZIFIK

13 Indien Nachfrage nach Labortechnik steigt 13 Taiwan Drohnenindustrie wird gefördert 14 Vietnam Schienenausbau soll Konjunktur ankurbeln 15 Thailand Moderne Agrartechnik liegt im Trend 15 Usbekistan

„Freihandel wirkt nicht auf dem Papier. Er wirkt dann, wenn unsere Unternehmen die neuen Möglichkeiten nutzen." BWIHK-Vizepräsident Claus Paal in Bezug auf die Außenhandelszahlen Baden-Württembergs im 1. Halbjahr 2026: Exporte in Länder, mit denen die EU jüngst Freihandelsabkommen abgeschlossen hat, sind überdurch- schnittlich stark gestiegen sind.

RUBRIKEN

17 Veranstaltungen 19 Impressum

Boomender Automarkt zieht internationale Hersteller an

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EU / INDIEN

Der Jawaharlal Nehru Port (auch Nhava Sheva Port) ist der größte Con - tainerhafen Indiens. Der Warenhandel zwischen Deutschland und Indien erreichte 2025 mit 35,4 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand.

Freihandelsabkommen steht – Wie Sie davon profitieren

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die EU und Indien im Januar 2026 auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Es soll 2027 in Kraft treten.

Mit fast 2 Milliarden Menschen entsteht einer der größten Handelsräume der Welt. Welche neuen Chancen ergeben sich daraus für Ihr Unternehmen? Und wie können Sie die Vorteile des Abkommens nutzen?

Wo bestehen bislang Handelshemmnisse? Nach Angaben der EU liegen die Zölle auf Industriegüter in Indien im Durchschnitt bei über 16 Prozent. Besonders betroffen sind exportstarke Branchen wie Maschinen- bau, Automobilzulieferindustrie, Chemie, Kunststoffe, Medizintechnik und Pharma. Darüber hinaus sehen sich europäische Unternehmen mit administrativen Hürden sowie teilweise komplexen Zoll- und Importvorschriften konfrontiert. Mit dem Freihandelsabkommen sollen Zölle auf einen Großteil der gehandelten Waren schrittweise abgebaut und zahlreiche Handelshemmnisse reduziert werden. Moderne Ursprungsregeln werden zudem künftig die Nutzung von Präferenzvorteilen vereinfachen. Die EU erwartet dadurch insbesondere für deutsche Exporteure verbesserte Marktchancen in einem der weltweit größten Wachstumsmärkte.

Gabriele Borchard / Oliver Falk, IHK Rhein-Neckar

Indien zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Welt und bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Mit einem Wirtschafts- wachstum von rund 6,5 Prozent im Geschäftsjahr 2024/25 gehört Indien weiterhin zu den am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften weltweit. Bereits heute erreicht der Warenhandel zwischen der Europäischen Union und Indien ein Volumen von rund 120 Milliarden Euro. Die EU importierte dabei Waren im Wert von 71 Milliarden Euro aus Indien und exportierte Waren im Wert von knapp 49 Milliarden Euro. Die EU ist damit Indiens wichtigster Handelspartner und steht für rund 11,5 Prozent des gesam- ten indischen Warenhandels. Das geplante Freihandelsab- kommen soll hohe Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, den Marktzugang erleichtern und den wirtschaft- lichen Austausch zwischen beiden Partnern weiter stärken.

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EU / INDIEN

UNSER TIPP: Über das Portal „Access2Markets“ der EU-Kommission erhalten Sie mit Ihrer Wa- rentarifnummer Informationen zum aktuellen Zollsatz, zu Ursprungsregeln und zu bestehen- den Handelshemmnissen. Das Portal finden Sie unter: trade.ec.europa.eu/access-to-markets/de/home Von welchen Vorteilen können Unternehmen in Zukunft profitieren? Nach Angaben der Europäischen Kommission werden künftig für 96,6 Prozent der EU-Waren- exporte nach Indien Zölle reduziert oder voll- ständig abgeschafft. Die EU rechnet deshalb bis 2032 mit einer Verdopplung des europäischen Exportvolumens nach Indien. Maschinenbau, Chemie, Pharma/Medizintech- nik sowie die Automobil- und Zulieferindustrie zählen zu den größten Gewinnern des EU-Indi- en-Freihandelsabkommens. Gerade bei Maschi- nen und Chemieprodukten werden zahlreiche indische Zölle bereits mit Inkrafttreten des Ab- kommens abgeschafft oder deutlich gesenkt.

Für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer zählt Indien zu den Hoff - nungsträgern. Sie exportierten 2025 Maschinen im Wert von über 5 Mil- liarden US-Dollar nach Indien.

4 MILLIARDEN EURO an Zöllen werden europäische Ex- porteure jährlich durch das Frei- handelsabkommen einsparen. QUELLE: EU-KOMMISSION

Wann werden welche Zölle abgeschafft? Kernstück des Abkommens ist die schrittweise Abschaffung der jeweiligen Importzölle. Je nach Produktgruppe erfolgt der Abbau unmittelbar mit Inkrafttreten oder über mit Übergangsfris- ten von bis zu zehn Jahren. Grundlage hierfür sind sogenannte Zollabbaukategorien („Staging Categories“). Im Gegensatz zu anderen Freihan- delsabkommen gibt es bei den Zollabbaukatego- rien für Waren mit EU-Ursprung beziehungswei- se Ursprung in Indien verschiedene Kategorien. Die wichtigsten Kategorien für EU- Ursprungswaren: Kategorie EIF: Der Zoll wird mit Inkrafttreten des Abkommens vollständig abgeschafft. Kategorie E5: Der Zoll wird schrittweise re- duziert und entfällt vollständig zum 1. Januar des sechsten Jahres. Kategorie E7: Der Zoll wird schrittweise re- duziert und entfällt vollständig zum 1. Januar des achten Jahres. Kategorie E10: Der Zoll wird schrittweise re- duziert und entfällt vollständig zum 1. Januar des elften Jahres. Die wichtigsten Abbaustufen für indische Waren: Kategorie A: Der Zoll wird mit Inkrafttreten des Abkommens vollständig abgeschafft. Kategorie B3 oder GSP-B3: Der Zoll wird schrittweise reduziert und entfällt vollständig zum 1. Januar des vierten Jahres. Kategorie B5 oder GSP-B5: Der Zoll wird schrittweise reduziert und entfällt vollständig zum 1. Januar des sechsten Jahres. Kategorie B7 oder GSP-B7: Der Zoll wird schrittweise reduziert und entfällt vollständig zum 1. Januar des achten Jahres.

Außenhandel Baden-Württemberg mit Indien 2025 Aus- und Einfuhr nach Produktgruppen (in Millionen Euro) – Top 6

1.000

957

900

800

Ausfuhr

Einfuhr

700

600

500

397

385

400

333

274

300

222

200

160

131

118

100

65

56

0,27

0

QUELLE: DESTATIS

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EU / INDIEN

Union und das Europäische Parlament dem ausgehandelten Text zustimmen. Auch Indien muss die erforderlichen innerstaatlichen Ver- fahren abschließen. Beide Seiten streben eine möglichst zügige Ratifizierung an, sodass ein Inkrafttreten im Laufe des Jahres 2027 mög- lich erscheint. Wir halten Sie auf unserer Website auf dem Laufenden. Dort finden Sie auch den vollständi - gen englischen Abkommenstext sowie Details zu den Abbaustufen der Zölle auf EU- und indische Ursprungswaren: ihk.de/rhein-neckar/eu-indien Ursprungsregeln Die produktspezifischen Ursprungsregeln des EU-Indien-Abkommens sind in Appendix 3-B – Product-Specific Rules of Origin festgelegt. Neben den bekannten Kriterien wie Positions- wechsel, Unterpositionswechsel oder Wert- schöpfungsregeln zwischen 40 und 55 Prozent enthält das Abkommen teilweise mehrere alternative Ursprungsregeln, zwischen denen Unternehmen wählen können. Neu ist die Darstellung der Wertschöpfungs- regel als „Min QVC % (FOB)“. Dabei bezeichnet der Qualifying Value Content (QVC) den erfor- derlichen Wertschöpfungsanteil bezogen auf den FOB-Wert der Ware (siehe Tabelle auf Seite 7). Diese Berechnungsmethode ist insbesondere auf die in Indien übliche Ursprungskalkulation zugeschnitten und erinnert an vergleichbare Regelungen in neueren Freihandelsabkommen, beispielsweise mit Japan.

Welche Produkte profitieren besonders? Nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft den aktuellen Zollsatz sowie die geplante Zollabbaukategorie für ausgewählte Produktgruppen. Zollsatz auf EU-Waren: Produktgruppe Produkt Warentarif- nummer Aktueller Zollsatz (in Prozent)

Kate- gorie

Pharmazeutika

Antibiotika, Arzneimittel

30032000 11,0

E7

Chemikalien

Schmiermittel

34031900 8,3

E5

Acrylpolymere

3906

8,3

EIF

Maschinen

EIF / E7

Fräsmaschinen

84596

8,3

Benzinmotoren für Kraftfahrzeuge

84099191

16,5

E10

Medizintechnik

Röntgenröhren

90223000 13,8

EIF

Computertomogra- phiegeräte

90221200 13,8

E10

Die konkreten Zollabbauverpflichtungen sind im sogenannten Zollabbauplan des Abkommens festgelegt. Für jede einzelne Warentarifnummer (HS-Code) werden dort der aktuelle Zollsatz, der für die Berechnung verwendete Zollsatz (base rate) sowie die jeweilige Zollabbaukategorie ausgewiesen. Die Zollabbaupläne der Vertragsparteien sind in Anhang 2-A des Abkommens zu finden. Anlage 2-A1 enthält den Zollabbaustufenplan der EU-Zölle für Ur- sprungswaren aus Indien, Anlage 2-A2 den Abbaustufenplan der indischen Zölle für EU-Ursprungswaren. Appendix 2A2 – Tariff schedule of India circabc.europa.eu/ui/group/09242a36-a438-40fd- a7af-fe32e36cbd0e/library/f9c6daae-92d3-4dc7-879b- 3a42771c2889/details WICHTIG: Trotz des Freihandelsabkommens bleiben produktspe- zifische Zulassungs- und Konformitätsanforderungen grundsätz- lich bestehen. Unternehmen sollten daher weiterhin prüfen, ob für ihre Produkte indische Zertifizierungs- und Kennzeichnungs- vorschriften, etwa im Rahmen des BIS-Systems, einzuhalten sind. Die nächsten Schritte Nach Abschluss der rechtlichen Prüfung wird der Abkom- menstext in die Amtssprachen der Europäischen Union übersetzt. Anschließend müssen der Rat der Europäischen

IHRE ANSPRECHPARTNER:

 Gabriele Borchard Kompetenzzentrum Indien 0621 1709-131 gabriele.borchard@rhein-neckar. ihk24.de

 Sabrina Weigold Kompetenzzentrum Indien 0621 1709-130

sabrina.weigold@rhein-neckar. ihk24.de

 Oliver Falk Bereichsleiter Recht International 0621 1709-223 oliver.falk@rhein-neckar.ihk24.de

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EU / INDIEN

Ursprungsnachweis Mit dem Abkommen kommt auf Unternehmen ein neu- er digitaler Präferenznachweis zu. Künftig wird die Ur- sprungserklärung als „Statement on Origin“ (SoO) im Rahmen eines Selbstzertifizierungsverfahrens erstellt. Voraussetzung für Exporte aus der EU ist die Regist- rierung als Registrierter Ausführer (REX). Neu ist die verpflichtende elektronische Authentifizierung der Ur- sprungserklärung. Hierzu wird das SoO über das Zoll- system UUM&DS digital hinterlegt beziehungsweise authentifiziert. Das System verknüpft die Ursprungser- klärung mit der REX-Registrierung des Ausführers und vergibt eine eindeutige Identifikationsnummer. Diese Nummer wird zusammen mit der Ursprungserklärung auf der Handelsrechnung oder einem anderen Han- delsdokument angegeben. Für Unternehmen bedeutet dies einen vollständigen Wechsel von papierbasierten Nachweisen hin zu einem digitalen Verfahren. Eine handschriftliche Unterschrift oder die bisher in vielen Abkommen verwendete Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 sind nicht mehr erforderlich. Die Zollbehörden können die Echtheit des Ursprungsnachweises künftig elektronisch überprüfen, was die Abwicklung beschleu- nigen und die Rechtssicherheit erhöhen soll. Die nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft die Ur- sprungsregeln für ausgewählte Produktgruppen.

Produkt

Warentarif- nummer

Ursprungsregel

84602200 Positionswechsel (außer der Position 84.66) oder Wertschöpfungsregel von 50 % (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB) 84099191 Positionswechsel oder Wertschöp- fungsregel von 50 % (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB)

Schleifmaschi- nen

Benzinmotoren für Kraftfahr- zeuge

Fräsmaschinen

845960

Positionswechsel (außer der Position 84.66) oder Wertschöpfungsregel von 50 % (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB)

Röntgenröhren

90223000 Unterpositionswechsel oder Wert- schöpfungsregel von 50% (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB) 90221200 Unterpositionswechsel oder Wert- schöpfungsregel von 50 % (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB) 34031900 Unterpositionswechsel oder eine chemische Reaktion oder Wertschöp- fungsregel von 50 % (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB)

Computertomo- graphie-Geräte

Schmiermittel

Acrylpolymere

3906

Unterpositionswechsel oder eine chemische Reaktion oder Wertschöp- fungsregel von 50 % (EXW) oder Min QVC 55 % (FOB)

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AWA Titel EUROPA

UNGARN Neuer Schwung für Windkraft

15 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Voraussetzung hierfür ist, dass mindestens 80 Prozent der Wind- kraftanlagen und Transformatoren in der EU hergestellt wurden. Das ver- bessert die Ausgangslage für europäi- sche Anbieter. Kritik gibt es dagegen an den Beteili- gungsvorgaben. Erfolgreiche Bewer- ber müssen einer von der Regierung bestimmten Erneuerbare-Energien- Gemeinschaft das Recht einräumen, innerhalb von zwei Jahren 25 Prozent der Projektgesellschaft zu erwerben. Zudem berücksichtigt die Angebots- bewertung nicht den Entwicklungs- stand eines Vorhabens. Bereits vorhandene Machbarkeitsstudien, Grundstücksrechte, Genehmigun- gen oder Windmessungen verschaf- fen keinen Vorteil. Das könnte die Position bereits entwickelter Projekte schwächen. Ob die Ausschreibung genügend Investoren mobilisiert und wie viele Vorhaben anschließend um- gesetzt werden, bleibt abzuwarten. Ein weiterer Engpass ist das Strom- netz. Aus den freigegebenen Mitteln des EU-Wiederaufbauplans stehen rund 1,5 Milliarden Euro für den Aus- bau der Übertragungs- und Verteil- netze bereit. Die Mittel fließen damit nicht direkt in Windparks, sondern sollen die Voraussetzungen für neue Netzanschlüsse und zusätzliche wetterabhängige Stromerzeugung schaffen. Für deutsche Unternehmen entste- hen damit neue Absatzmöglichkeiten. Gefragt sein dürften Windenergie- anlagen und Komponenten, aber auch Netztechnik, Batteriespeicher, Steuerungssysteme sowie Planungs- und Ingenieurleistungen. Die Vor- gabe für Technik aus der EU könnte europäischen Herstellern zusätzliche Chancen eröffnen. Wie schnell daraus ein breiter Markt entsteht, hängt vor allem vom Ausgang der ersten Aus- schreibung, den Genehmigungsver- fahren und dem Tempo des Netzaus- baus ab. GTAI/IHK

Neue Dynamik: Nach Jahren des Stillstands öffnet Ungarn den Windkraftmarkt wieder. Neue Netzkapazitäten und der Ausbau der Stromnetze schaffen Chancen für europäische Anbieter.

702 Megavoltampere (MVA) für Windkraftprojekte vergeben werden. Die Bewerbungsfrist lief bis zum 30. Oktober 2026, die Ergebnisse sollen spätestens Mitte Dezember 2026 vor- liegen. Die Ausschreibung gilt als erster Markttest für die Pläne der Regierung. Bis 2030 soll die installierte Windkraft- leistung auf bis zu 4.000 Megawatt steigen. Das Ziel liegt deutlich über der Marke von 1 Gigawatt im Nationa- len Energie- und Klimaplan. Die neuen Windparks sollen voll- ständig mit privatem Kapital finanziert werden. Der Staat vergibt lediglich die verfügbaren Netzanschlussrechte. Bei der Bewertung der Projekte zählen unter anderem Zahlungen an die Standortkommunen, die Einbindung von Batteriespeichern und die Nut- zung von Brachflächen. Die Herkunft der eingesetzten Technik fließt mit

Nach Jahren der Stagnation soll der Ausbau der Windenergie wieder Fahrt aufnehmen. Während Ungarn die Solarenergie in den vergangenen Jahren stark ausgebaut hat, blieb die Windkraft weit zurück. Rund 8.500 Megawatt Photovoltaik- leistung stehen derzeit etwa 330 Megawatt Windkraft gegenüber. Seit etwa 15 Jahren gingen keine größeren Windparks mehr ans Netz. Restriktive Vorgaben verhinderten den Ausbau. Anfang 2024 wurde der vorgeschrie- bene Mindestabstand zu bewohnten Gebieten von 12 Kilometern auf 700 Meter reduziert. Nun folgt der nächste Schritt. Ende August 2026 schrieb die ungarische Energie- und Versorgungsbehörde MEKH neue Einspeisekapazitäten für Windkraft aus. An neun Netzknoten in vier Komitaten sollen insgesamt

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EUROPA

SPANIEN UND PORTUGAL Milliarden für neue Bahnflotten

Spanien und Portugal haben Ausschreibungen für neue Schienenfahrzeuge veröffent- licht. Die Vergaben sind ab 2027 vorgesehen und umfas- sen Hochgeschwindigkeits- sowie Regionalzüge. Spaniens staatliche Bahn- gesellschaft Renfe schreibt die Beschaffung von 30 Hoch- geschwindigkeitszügen mit einer Option auf weitere zehn Fahrzeuge aus. Das geschätzte Auftragsvolumen einschließlich Wartung und Ersatzteilversor- gung für 15 Jahre beträgt 4,1 Mil- liarden Euro. Die ersten fünf Züge sollen viereinhalb Jahre nach Vertragsabschluss geliefert werden. Die vollständige Liefe- rung ist innerhalb von sechs- einhalb Jahren vorgesehen. Im Bieterverfahren befinden sich nach Angaben spanischer Me- dien noch Hitachi Rail mit dem Modell ETR 1000 und Siemens Mobility mit dem Velaro Novo. Die Fahrzeuge müssen für Ge- schwindigkeiten von bis zu 350 Kilometer pro Stunde aus- gelegt sein. Gleichzeitig wird das spanische Hochgeschwin- digkeitsnetz schrittweise für diese Geschwindigkeit ertüch- tigt. Den Anfang macht die Strecke Madrid–Barcelona. Auch Portugal beschafft erstmals Hochgeschwindig- keitszüge. Die staatliche Bahn- gesellschaft CP (Comboios de Portugal) plant den Kauf von zwölf Fahrzeugen mit einer Option auf acht weitere Züge. Das Budget liegt bei bis zu 900 Millionen Euro, ein- schließlich Investitionen in Wartungsinfrastruktur. Die Auftragsvergabe ist für April 2027 vorgesehen. Die Züge sol- len auf der neuen Schnellbahn- strecke zwischen Lissabon

Noch schneller, noch moderner: Ab 2031 sollen mind- estens 30 neue Hochgeschwindig- keitszüge für den spanischen Bahn- betreiber Renfe über die Gleise rollen. Weitere zehn könnten hinzu kommen.

Zu den relevanten Herstellern auf der iberischen Halbinsel zählen neben Hitachi Rail, Siemens Mobility und Alstom auch die spanischen Unter- nehmen Talgo und CAF sowie Stadler mit Produktionskapazi- täten in Spanien. Für deutsche Zulieferunter- nehmen ergeben sich Ge- schäftsmöglichkeiten ins- besondere in den Bereichen Sensorik, Digitalisierung, Brems- und Fahrwerkstechnik, Energieeffizienz, Innenausstat- tung und Sicherheitstechnik. Spanien ist nicht nur ein Absatzmarkt, sondern zu- gleich ein Produktions- und Exportstandort für Schienen- fahrzeuge. Eine Aufnahme in die Lieferkette spanischer Hersteller kann daher auch den Zugang zu internationalen Projekten eröffnen. Für die Marktbearbeitung empfehlen Experten Koope- rationen mit lokal etablierten Herstellern und Systeminteg- ratoren sowie eine kontinuier- liche Präsenz vor Ort. GTAI/IHK

und Porto eingesetzt werden. Perspektivisch ist auch ein Einsatz auf der geplanten Ver- bindung zwischen Lissabon und Madrid vorgesehen, deren Fertigstellung für 2034 geplant ist. Jeder Zug muss mindestens 500 Sitzplätze bieten. Zudem verlangt die Ausschreibung eine Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Spurweiten. Hintergrund ist, dass Portugals neue Hochgeschwindigkeits- strecken derzeit in iberischer Breitspur gebaut werden, lang- fristig jedoch die Anbindung an das europäische Normalspur- netz ermöglicht werden soll. Im portugiesischen Markt erhielt Alstom bereits im März 2026 einen Auftrag über 153 Regionalzüge im Wert von rund 1 Milliarde Euro. Für die Endmontage der Fahrzeuge ent- steht ein Standort in Matosinhos bei Porto. Die ersten Auslieferun- gen sind ab 2029 vorgesehen. Der Auftrag umfasst 98 Fahr- zeuge für die S-Bahn-Syste- me von Lissabon, Porto und Cascais sowie 55 Regionalzüge.

1.000 KILOMETER neue Hoch- geschwindig- keitsstrecken befinden sich in Spanien aktuell in Planung oder Bau. Mit knapp 4.000 Kilometern verfügt Spanien schon jetzt nach China über das zweitgrößte Hochgeschwindig- keitsnetz weltweit.

QUELLE: GTAI

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EUROPA

DÄNEMARK Erster kommerzieller CO 2 -Speicher der EU eröffnet

Die Regierung sieht darin sowohl einen Beitrag zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien als auch neue Geschäftsmöglichkeiten für den Offshore- und Ener- giesektor. Das Land verfügt über ehemalige Öl- und Gas- lagerstätten in der Nordsee, die bereits in Pilotprojekten für die dauerhafte Speicherung von Kohlendioxid genutzt werden. Dazu zählt zum Beispiel das ehemalige Nini-West- Ölfeld. Zugleich verfügt Dänemark über eine leistungsfähige Hafeninfrastruktur und Erfahrung im Offshore-Sektor. Nach Angaben der Betreiber soll Greensand nicht nur dänischen Emittenten offenstehen. Die Anlage wird ausdrücklich als Infrastruktur für europäische Industriekunden positioniert. Zudem entwickelt sich Aalborg, die Hauptstadt der Region Nordjütland zu einem wichtigen Testfeld für die Frage, wie energieintensive Industrien klimaneutral werden können, ohne ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Die däni- sche Regierung hat die Region Nordjütland als nationales Zentrum für CCUS (Carbon Capture, Utilization and Storage) ausgewählt. Im Rahmen der Initiative CO2Vision arbeiten Unternehmen, Kommunen, Hochschulen und Clusterorga- nisationen an neuen Technologien, Geschäftsmodellen und Qualifizierungsangeboten für das Kohlenstoffmanagement. Chancen für deutsche Unternehmen Für deutsche Unternehmen eröffnet die Entwicklung mehrere Geschäftsfelder. Industriebetriebe könnten künftig Zugang zu Speicherkapazitäten außerhalb Deutschlands er- halten. Dies könnte insbesondere für Unternehmen relevant sein, deren Emissionen technisch schwer vermeidbar sind. Zugleich entstehen entlang der CCS-Wertschöpfungs- kette neue Märkte. Geschäftschancen ergeben sich unter anderem bei CO2-Abscheidungsanlagen, Kompressoren, Mess- und Regeltechnik, Logistiklösungen sowie Planungs- und Ingenieurdienstleistungen. Hinzu kommen digitale Lösungen für die Dokumentation und Nachverfolgung von CO2-Strömen. Die Betreiber von Greensand sehen die An- lage als Ausgangspunkt für weitere europäische CCS-Pro- jekte. Trotz der Inbetriebnahme von Greensand steht der europäische CCS-Markt noch am Anfang. Für einen breiten Einsatz müssen zusätzliche Abscheidungsanlagen entste- hen. Zudem sind weitere Investitionen in Transportinfra- struktur, Häfen und Speicherstandorte erforderlich. GTAI/IHK Greensand greensandfuture.com Initiative CO 2 Vision co2vision.dk/en

CO 2 -Transport: Verflüssigtes Kohlendioxid wird per Schiff im Hafen von Esbjerg abgeholt und zu einer Speicherstätte in der Nordsee gebracht.

Mit Greensand in Dänemark gibt es die erste kom- merzielle Infrastruktur zur CO2-Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) in der EU. Die Anlage wurde im September im Hafen von Esbjerg eröffnet. Abgeschiedenes Kohlendioxid wird verflüssigt und per Schiff zu einem ehemaligen Ölfeld in der dänischen Nordsee transportiert. Dort wird es rund 1.800 Meter unter dem Meeresboden dauerhaft gespeichert. Die EU strebt an, bis 2030 Speicherkapazitäten für min- destens 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr bereitzustellen. Bis 2040 soll dieser Wert auf 250 bis 280 Millionen Ton- nen steigen. In der ersten Ausbaustufe kann Greensand bis zu 400.000 Tonnen CO2 pro Jahr aufnehmen. Langfristig ist eine Kapazität von 4 bis 8 Millionen Tonnen jährlich ge- plant. Weitere Speicherprojekte befinden sich europaweit in Planung. Norwegen bietet mit Longship und Northern Lights bereits seit 2025 grenzüberschreitende Speicher- dienstleistungen an. Dänemark positioniert sich als europäischer CO2-Hub Dänemark will seit mehreren Jahren eine führende Rolle in der europäischen CO2-Wertschöpfungskette einnehmen.

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AMERIKAS

USA Neue Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Ende September 2026 eine neue Ausgabe des FDA Food Code veröffentlicht. Der Food Code enthält Musteranforderungen und Empfehlungen zur Lebensmit- telsicherheit für Betriebe, in denen Lebensmittel zuberei- tet oder verkauft werden. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der Food Code kein unmittelbar geltendes Bundesgesetz ist. Er dient den US-Bundesstaaten und lokalen Behörden als Vorlage für ihre eigenen gesetzlichen Regelungen. Die Bundesstaaten können ihn vollständig oder teilweise übernehmen und an ihre eigenen Anforderungen anpassen. Zu den wichtigsten Neuregelungen zählen zusätzliche Dokumentationspflichten beim Umgang mit der Er- krankung von Arbeitnehmern. Ferner wird ein stärkerer Fokus auf die Kühlung von Lebensmitteln gelegt. Konkret erweitert der Food Code 2026 die Möglichkeiten in Bezug auf die Kühlung gegarter Lebensmittel. Neben etablierten Verfahren können unter bestimmten Voraussetzungen nun auch alternative Kühlmethoden, die bisher im Food Code nicht vorgesehen waren, eingesetzt werden. Dafür gelten festgelegte Kontrollbedingungen; gegebenenfalls ist eine Genehmigung der zuständigen Behörde erforderlich. Außerdem enthält der neue Food Code zahlreiche weitere Anpassungen. Dazu gehören zum Beispiel die Wiederver- wendbarkeit von Behältern sowie neue Bestimmungen bezüglich der Desinfektion von Geräten. Diese Anpassungen verdeutlichen, dass der neue Food Code nicht nur einzelne Hygienevorschriften aktualisiert, sondern diverse Bereiche der Lebensmittelsicherheit voll- kommen neu gestaltet.

Update des FDA Food Code: Die Neufassung erweitert bestehende Vorgaben und schafft zusätzliche Möglichkeiten, unter anderem bei der Kühlung von Lebensmitteln.

Die FDA ermutigt die zuständigen Behörden, den Food Code 2026 zu übernehmen. Die Umsetzung wird jedoch voraussichtlich zu unterschiedlichen Zeitpunk- ten erfolgen, und einzelne Behörden können von den Modellbestimmungen abweichen. Für Unternehmen mit Standorten in mehreren US-Bundesstaaten be- deutet dies, dass unterschiedliche Regelungen parallel gelten können. GTAI/IHK Der neue FDA Food Code 2026: fda.gov/food/fda-food-code/food-code-2026

WEBINAR

1. DEZEMBER 2026 Rechtliche Tipps für USA-Geschäftsreisen

TERMIN UND UHRZEIT: Dienstag, 1. Dezember 2026, 15:00 bis 16:15 Uhr, online TEILNAHMEENTGELT:

Die Anforderungen an die Vorbereitung dienstlicher US-Aufenthalte steigen: Durch neue Regeln und strengeren Vorschriften, unter anderem für ESTA-Anträge und bestimmte Visa-Kategorien, werden selbst „einfache“ Geschäftsreisen zunehmend komplizierter. Die Erfahrung der letzten Monate zeigt deutlich, dass die US-Grenzbe- hörden genauer nachfragen und Unterlagen detaillierter prüfen. Eine fundierte Vorbereitung der Mitarbeiter und eine lückenlose Dokumentation sind heute essenziell für eine reibungslose Einreise. In unserem Webinar beleuchten wir zentrale und typische Fallgestaltungen zur Einreise in die USA und gehen auf aktuelle Entwicklungen im Visa- und Einreiserecht ein. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, vertiefen- de Fragen zu stellen und offene Punkte zu diskutieren.

60 Euro pro Person für IHK-Mitglieder 90 Euro pro Person für Nichtmitglieder PROGRAMM UND ANMELDUNG: ihk.de/rhein-neckar/usa-geschaeftsreisen IHRE ANSPRECHPARTNERIN:  Kathrin Fausel 0621 1709-226

kathrin.fausel@rhein-neckar.ihk24.de

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AMERIKAS

MEXIKO Investitionen in die Stromerzeugung

Regierung auf umgerechnet 26,1 Milliarden US$. Hinzu kommen Projekte, die sich bereits in der Umsetzung befinden. Insgesamt soll die Produktionskapazität der CFE von rund 46,6 Gigawatt im Jahr 2025 auf 70,7 Gigawatt in 2030 steigen. Eine zentrale Rolle spielt der Ausbau emissionsarmer Stromerzeugung, wozu die CFE neben den erneuerbaren Ener- gien auch Kernkraft und eine effiziente Kraft-Wärme-Kopp- lung zählt. Von den geplanten 18,6 Gigawatt neuer Kapazitä- ten sollen rund 15,2 Giga- watt auf diese als emissions- frei eingestuften Technologien entfallen. Dies markiert einen Kurswechsel, nachdem die Vorgängerregierung fossile Energien priorisiert hatte. Parallel ist der Ausbau der Netzinfrastruktur geplant, die immer wieder zu Engpässen führt. Für die Stromübertra- gung sind Investitionen von rund 7,4 Milliarden US$ vor- gesehen. Insgesamt sollen 7.545 Kilometer Übertragungs- leitungen installiert werden. Weitere 2,9 Milliarden US$ sollen in den Bau und die Er- weiterung von Umspannwer- ken und in Verteilnetze fließen. Investieren muss die CFE nicht nur in neue Projekte, sondern auch in die Moderni- sierung alter Kraftwerke. Dem unabhängigen Mexikanischen Institut für Wettbewerbsfähig- keit IMCO zufolge sind viele CFE-Kraftwerkparks 40 bis 50 Jahre alt und weisen lange Ausfallzeiten auf. Im 1. Halb- jahr 2026 standen konventio- nelle Wärmekraftwerke laut IMCO wegen Störungen und Wartungsarbeiten 25,7 Prozent der Zeit still, Kohlekraftwerke 23,7 Prozent. GTAI/IHK

Erneuerbare Ener- gien im Fokus: Der neue Entwicklungs- plan der mexikani- schen Regierung setzt verstärkt auf den Ausbau von Wind-, Wasser- und Solarenergie.

von Präsidentin Sheinbaum (2024-2030). Bei der Finan- zierung setzt es auf gemischte Investitionsmodelle staat- licher und privater Geldgeber, wobei CFE stets eine Mehrheit von mindestens 54 Prozent an den jeweiligen Projekten halten soll. Hintergrund ist die Strategie der Regierung, die Energiesouveränität als zentrale Voraussetzung für die nationale Versorgungssicher- heit betrachtet. Ende 2025 kontrollierte der mexikanische Staat 60 Prozent der installierten Stromerzeu- gungskapazität, davon 51 Pro- zent über die CFE und 9 Pro- zent über den Infrastruktur- treuhandfonds FONADIN. Im Mittelpunkt des Pro- gramms steht ein deutlicher Ausbau der Stromerzeugung. Bis 2030 sind 52 neue Erzeu- gungsprojekte mit einer Ge- samtkapazität von 18,6 Giga- watt vorgesehen. Die Investi- tionen dafür veranschlagt die

Die mexikanische Regierung hat das Entwicklungsprogramm

„Programa de Desarrollo CFE 2026-2030" für den staatli- chen Stromversorger Comisión Federal de Electricidad (CFE) vorgestellt. Es ist Teil des Infrastrukturplans „Plan México” und soll sicherstellen, dass die Stromversorgung mit dem erwarteten Wirtschafts- wachstum Schritt hält. Der Handlungsbedarf ist groß, denn bereits heute stößt die Strominfrastruktur in mehre- ren Industrieregionen an ihre Grenzen. Das Programm sieht bis 2030 Investitionen von um- gerechnet 36,4 Milliarden US-Dollar (US$) beziehungs- weise 651 Milliarden mexika- nischen Pesos vor. Es ersetzt den bisherigen Geschäftsplan und konkretisiert die Aus- bau- und Investitionsstrate- gie des Staatsunternehmens bis zum Ende der Amtszeit

231 PROJEKTE umfasst das Entwicklungs- programm der mexikanischen Regierung ins-

gesamt für die Be- reiche Stromerzeu- gung, -übertragung und -verteilung.

QUELLE: CFE

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ASIEN-PAZIFIK

INDIEN Nachfrage nach Labortechnik steigt

Indiens Wirtschaft formalisiert sich zuneh-

mend. Das geht unter anderem einher mit einer Zunahme an technischer Regulierung. In den vergangenen Jahren hat die Zahl lokaler Normen stark zugenommen. Dadurch ist auch der Bedarf an techni- scher Zertifizierung gewach- sen. Hinzu kommt eine steigende Anzahl an export- orientierten Unternehmen. Das zeigt sich sowohl im wachsenden Handel mit Deutschland als auch welt- weit. Exporte gehen mit steigenden Qualitätsanforde- rungen der Kunden einher. Um Qualität und Standards sicherzustellen, werden von Käufern häufig Zertifizierun- gen durch Labore verlangt. Dabei sind Importe für die Branche wichtig. Öffentlich finanzierte Labore müssen zwar bei der Anschaffung von Laborausrüstung auf die An- forderungen an ein Mindest- maß an lokaler Wertschöpfung in den meisten Ausschreibun- gen achten. Private Labore

3,8 MILLIARDEN US$ betrug die Markt- größe für Labor- ausstattung in Indien in 2025 laut Marktforschungs- unternehmen Market Research Future.

Qualitätsanforderungen steigen: Unter den zertifizierten Laboren in Indien verzeichnen insbesondere die allgemeinen Test- und die Kalibrierlabore ein starkes Wachstum.

QUELLE: GTAI

geschult sein. Hier entsteht Bedarf an entsprechender Ausbildung. Insbesondere bei Geräten im High-Tech-Bereich werden 75 bis 80 Prozent der höherwertigen Analyseins- trumente aus dem Ausland importiert. GTAI/IHK

können jedoch frei am Markt einkaufen. Sie interessieren sich für hochwertige Produk- te und möchten komplexere Analyseleistungen anbieten, für die moderne Instrumente notwendig sind. Auch das Personal muss entsprechend

TAIWAN Drohnenindustrie wird gefördert

sieht das Budget der Zentralregierung drohnenbezogene Beschaffungsmittel von umgerechnet 1,77 Milliarden US$ vor. Über Sonderbudgets sollen weitere Mittel für moderne autonome Systeme bereitgestellt werden. Deutsche Unternehmen können sowohl als Zulieferer als auch bei öffentlichen Beschaffungen profitieren. Gefragt sind vor allem technologieintensive Komponenten, Soft- ware, industrielle Anwendungen sowie Prüf- und Zertifi- zierungsleistungen. Zulieferer sollten früh prüfen, ob ihre Produkte Anforderungen an Herkunftsnachweise, Cyber- sicherheit und Exportkontrolle erfüllen. Das gilt besonders für Güter mit ziviler und militärischer Verwendung („Dual Use“). GTAI/IHK

Die taiwanesische Regierung will die Drohnenindustrie mit einem auf sechs Jahre angelegten Programm bis 2030 mit umgerechnet über 1,38 Milliarden US-Dollar (US$) fördern. Der jährliche Produktionswert soll laut Wirtschafts- ministerium 2030 umgerechnet auf etwa 1,57 Milliarden US$ steigen. 2024 lag er noch bei 156 Millionen US$. Auch die Produktionskapazitäten sollen wachsen. Der- zeit können taiwanische Unternehmen nach Regierungs- angaben etwa 15.000 Drohnen pro Monat herstellen. Bis 2030 soll die Kapazität auf mindestens 100.000 Einheiten steigen. Zudem strebt die Regierung an, 90 Prozent der Schlüsselkomponenten lokal fertigen zu können. Wichtigster Abnehmer ist der Staat. Für 2026 und 2027

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ASIEN-PAZIFIK

VIETNAM Schienenausbau soll Konjunktur ankurbeln

schaffen und die Lokalisie- rung der Wertschöpfungskette vorantreiben. Um die hohe Investitions- summe für neue Strecken zu stemmen, zeigt sich die vietnamesische Regierung offener für internationale und bilaterale Kredite. Jahrelang war sie diesbezüglich eher zurückhaltend. Bereits an deutsche Unter- nehmen vergebene Aufträge zeigen, dass der Ausbau des vietnamesischen Schienenver- kehrs Geschäftschancen bietet – etwa für Beratungsleistungen oder die Lieferung von Ausrüs- tungen für Bau und Betrieb der neuen Strecken. Die Verknüp- fung des Bahnausbaus mit in- dustriepolitischen Zielen stellt ausländische Anbieter jedoch vor zusätzliche Anforderungen. Noch ist unklar, wie und wie weit Teilbereiche lokalisiert werden können. Konkrete Vor- gaben fehlen bislang. Zudem erfordern die Großvorhaben die Zusammenarbeit mit Be- hörden und neu entstehenden privaten Projektentwicklern in Vietnam, die bei komplexen Schienenverkehrsprojekten noch wenig Erfahrung haben. Eine weitere Herausforde- rung sind die ambitionierten Zeitpläne. Die Regierung drängt auf schnelle Fort- schritte bei Planung und Umsetzung. Aufragnehmer müssen daher häufig kurze Umsetzungs- und Lieferfris- ten einhalten. Gerade bei der Beschaffung und Fertigung von Ausrüstung sowie bei komplexen technischen Syste- men kann dies zu Engpässen führen. GTAI/IHK

Schienenausbau als Wachstums- motor – zwischen 2026 und 2030 soll ein staatlich forcier- ter Infrastruktur- ausbau das Wirt- schaftswachstum in den zweistelligen Prozentbereich heben.

2026 einen Großauftrag zur Lieferung von Hochgeschwin- digkeitszügen und Signal- technik für zwei Strecken an Siemens vergeben. Gleichzeitig positioniert sich VinSpeed als Projektentwickler für fünf neue Metrolinien in der Hauptstadt Hanoi. Parallel dazu treibt die Regierung den Aufbau eines eigenen Industrieclusters für den Schienenverkehr voran. Der Bedarf ist beträchtlich. Vietnam Railways rechnet bis 2050 mit einer Nachfrage von fast 16.800 Lokomotiven, Triebzügen und Waggons. Allein für die geplante Hoch- geschwindigkeitsstrecke zwischen Hanoi und Ho-Chi- Minh-Stadt werden mehr als 120 Züge benötigt. Dafür werden 647 Millionen US$ in einen geplanten Bahnindust- riekomplex nahe Hanoi inves- tiert. Der Komplex soll zusätz- liche Fertigungskapazitäten für Ausrüstung und Komponenten

Vietnam verfolgt beim Ausbau seiner Verkehrs- netze ambitionierte Pläne. Bis 2030 sollen Projekte im Umfang von rund 200 Milliar- den US-Dollar (US$) für den Neu- und Ausbau von überre- gionalen Bahnverbindungen und städtischen Metronetzen anlaufen. Diese Investitionsoffensive markiert einen Kurswechsel im Tiefbau und in der Verkehrs- politik. Nach Jahren des prio- risierten Autobahnbaus rücken nun technisch anspruchsvol- lere Bahn- und Metrosysteme in den Mittelpunkt. Die Bahn soll künftig eine größere Rolle spielen. Derzeit beträgt ihr Anteil am Verkehrsaufkommen weniger als 1 Prozent. Bislang prägen vor allem vietnamesische Unternehmen die Entwicklung. VinSpeed, das neu gegründete Tochter- unternehmen des größten Privatkonglomerats des Landes Vingroup, hat Mitte September

NEUBAUPROJEKTE BIS 2030: Fernbahnkorridore 3.100 Kilometer 115 Millia rden US$ Metro Hanoi 372 Kilometer 59 Millia rden US$ Metro Ho-Chi- Minh-Stadt 255 Kilometer 27 Milliarden US$

QUELLE: GTAI

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ASIEN-PAZIFIK

THAILAND Moderne Agrartechnik liegt im Trend

Die Landwirtschaft spielt in Thailand eine wichtige wirt-

nehmen Landmaschinen nutzen. Die wichtigsten sind Traktoren, gefolgt von Mähdreschern. Unabhängige Bauern kaufen kleinere Geräte wie Sprüher, Jätmaschinen, Motorhacken oder Pumpen. Fachleute erwarten, dass Lohnunternehmen stärker ausgelastet sein werden und neue Maschinen mit Navigationstechnik, Telematik, Sensoren, Präzisions- sprühtechnik und Automatisierung anschaffen werden. In den letzten 30 Jahren hatte kaum eine Konsolidierung zu größeren Betrieben und Flächen stattgefun- den. Beobachter berichten nun von einer zunehmenden Bündelung von Ernteeinheiten. Vor allem die Demo-

grafie treibt den Wandel an. Thailands Landwirte sind im Durchschnitt über 60 Jahre alt. Wenn ältere Betriebs- inhaber in den Ruhestand gehen und keine Nachfolger finden, werden ihre Flächen teilweise von größeren Be- trieben übernommen. Höhere Qualitätsansprüche der Kunden erfordern auch einen stärke- ren Einsatz von Präzisionsmaschinen, denn die Absatzländer im Ausland regulieren und standardisieren zu- nehmend Agrarrohstoffe und Nah- rungsmittel. Auch das Smart Farming liegt im Trend, was den Einsatz von Sensoren, von satellitengestützten Messtechniken oder künstlicher Intelligenz erfordert. GTAI/IHK

schaftliche Rolle. Der Sektor beschäf- tigt rund 30 Prozent aller Arbeitskräf- te und erzielt circa 9 Prozent der Wirtschaftsleistung. Trotz dieser starken Rolle hat der Agrarsektor noch nicht das technische Niveau entwickelter Agrarindustrieländer erreicht. Vor allem der Einsatz von großen, teuren Landmaschinen ist gering. Denn jenseits von großen Zuckerrohr- oder Maisplantagen prägen sehr kleine bäuerliche Betriebe die Agrarbranche. Diese Kleinbauern sind häufig in Kooperati- ven organisiert und können so als Gemeinschaft oder über Lohnunter-

UZBEKISTAN Boomender Automarkt zieht internationale Hersteller an

Das zentralasiatische Land entwickelt sich zu einem der dynamischsten Automobilmärkte Zentralasiens. 2025 wurden mehr als 427.000 Neuwagen verkauft, was der doppelten Menge des benachbartem Kasachstans entspricht. Eine junge, wachsende Bevölkerung und steigende Einkommen treiben die Nachfrage. Gleichzeitig baut die Regierung die lokale Automobilindustrie aus und setzt verstärkt auf internationale Investitionen. Auch deutsche Unternehmen können von dieser Ent- wicklung profitieren. Volkswagen will sein Händlernetz in Usbekistan bis 2028 nahezu verdoppeln und plant gemein- sam mit dem Partner Alyans Auto noch 2026 die Montage von Fahrzeugen in Taschkent. Zunächst sollen vormontierte Bausätze zusammengesetzt werden. Perspektivisch ist eine Fertigung mit Schweiß- und Lackierarbeiten und damit höhe- rer lokaler Wertschöpfung vorgesehen. Dies würde auch neue Geschäftschancen für deutsche Automobilzulieferer eröffnen. Bereits heute investieren Unternehmen in neue Werke und Produktionskapazitäten. Der chinesische Hersteller BYD betreibt bereits seit 2024 ein Werk für Elektro- und Hybridfahrzeuge in Jizzax. Weitere Projekte zielen auf die Fertigung von Fahrzeugen, Komponenten und Nutzfahr- zeugen. Bei ADM Jizzakh soll der Anteil lokal gefertigter Bauteile bis 2027 von 348 auf 972 steigen. Besonders dynamisch entwickelt sich die Elektromobili- tät. 2025 wurden in Usbekistan rund 40.000 Elektrofahr- zeuge verkauft. Das ist nahezu die Hälfte der E-Auto-Ver-

käufe in der weiteren eurasischen Region. Die Regierung will den Anteil von E-Fahrzeugen am Fahrzeugbestand bis 2030 auf 10 Prozent erhöhen und fördert unter anderem Kredite, Ladeinfrastruktur und E-Taxis. Für deutsche Unternehmen ergeben sich dadurch Chan- cen nicht nur bei Fahrzeugen und Kfz-Teilen, sondern auch bei Maschinen, Produktionsanlagen, Automatisie- rung und Ladeinfrastruktur. GTAI/IHK

Kfz-Industrie floriert: So wie hier in der BYD-Fabrik in Jizzax könn- ten auch bald deutsche Automobile in Usbekistan vom Band rollen. Auch VW plant eine lokale Montage.

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MENA/AFRIKA

SÜDAFRIKA Medtech-Markt wächst dynamisch

Insurance (NHI) die Nachfrage weiter erhöhen. Die Reform soll den Zugang zur Gesund- heitsversorgung verbessern, ist aber wegen ungeklärter Finanzierung und anhängiger Gerichtsverfahren umstritten. Mehr als 90 Prozent des süd- afrikanischen Medizintechnik- bedarfs werden durch Importe gedeckt. Das eröffnet interna- tionalen Lieferanten erhebli- che Absatzchancen. Das größte Marktsegment bilden sons- tige medizinische Geräte mit rund 35 Prozent Marktanteil, darunter ophthalmologische Instrumente sowie Kranken- haus- und OP-Ausrüstung. Weitere wichtige Segmente sind bildgebende Diagnostik sowie Orthopädie und Pro- thetik. Besonders gefragt sind Verbrauchsmaterialien wie Ka- theter, Kanülen, Spritzen und chirurgische Einwegprodukte. Chancen bieten sich außerdem bei MRT-, CT- und Ultraschall- systemen sowie in der Labor- diagnostik. Die fortschreitende Digitalisierung schafft zusätz- liche Möglichkeiten: Staat und private Klinikgruppen investieren in digitale Ge- sundheitsakten, Telemedizin, Krankenhaus-IT und vernetzte Versorgungslösungen. Deutschland zählt mit einem Marktanteil von rund 11 Pro- zent zu den wichtigsten Med- tech-Lieferanten Südafrikas. Deutsche Unternehmen sind insbesondere bei Röntgen- und Diagnosegeräten sowie Labor-, Krankenhaus- und Orthopä- dietechnik vertreten und auch teilweise seit Jahrzehnten im Land präsent. Führende Akteure mit eigener Produktion in Südafrika sind etwa B. Braun, Siemens Healthineers, Dräger und ZEISS. GTAI/IHK

Die Nachfrage nach Medizintech- nik steigt: Der Staat investiert in Kran- kenhäuser, digitale Infrastruktur und Personal, während der private Sektor vor allem moderne Diagnose- und OP- Technik benötigt.

jedoch auf den privaten Sektor. Die Krankenhausgruppen Mediclinic, Netcare und Life Healthcare investieren laufend in bildgebende Diagnostik, OP-Technik, Intensivmedizin und digitale Lösungen. Auch der Staat zählt zu den wichtigen Nachfragern. Für das Fiskaljahr 2026/27 sind rund 17 Milliarden US$ für das Gesundheitswesen vorgesehen. Das öffentliche Gesundheitssystem umfasst landesweit tausende Kliniken und Krankenhäuser. Der Be- darf an Medizintechnik und Gesundheitsleistungen ist enorm. Viele staatliche Ein- richtungen leiden allerdings unter Investitionsrückständen, unzureichender Wartung und Personalmangel. Besonders in ländlichen Regionen fehlt es oft an Basisausstattungen. Public-Private-Partnerships und digitale Lösungen könn- ten zusätzliche Investitionen ermöglichen und Versorgungs- lücken schließen. Mittelfristig könnte zudem die geplante National Health

Südafrikas Medizintech- nikmarkt wächst: Nach

Angaben des Marktforschung- instituts BMI wird das Markt- volumen 2026 rund 1,7 Milliar- den US-Dollar (US$) erreichen – ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2023. Bis 2029 werden knapp 2 Milliarden US$ erwartet. Die Pro-Kopf- Ausgaben für Medizintechnik steigen in diesem Zeitraum von rund 26 auf 29 US$. Treiber sind die Alterung der Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, der Ausbau der Gesundheitsver- sorgung und der hohe Moder- nisierungsbedarf. Südafrika ist damit der wichtigste Medizin- technikmarkt Subsahara-Afri- kas und zugleich ein Beschaf- fungs- und Vertriebszentrum für Nachbarstaaten. Das Gesundheitswesen ist stark zweigeteilt: Rund 85 Pro- zent der Bevölkerung werden überwiegend öffentlich ver- sorgt. Hochwertige medizi- nische Infrastruktur und ein großer Teil der Gesundheits- ausgaben konzentrieren sich

136 MEDIZINTECHNIK- HERSTELLER gibt es mindes- tens in Südafrika. Neben internatio- nalen Konzernen sind dies insbeson- dere kleine und mittlere speziali- sierte einheimische Hersteller. QUELLE: SOUTH AFRICAN MEDICAL RESEARCH COUNSIL / GTAI

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