06 | 2026 IHK Global Business
INTERNATIONALISIERUNG Unternehmen richten Blick neu aus SEITE 4
GROSSBRITANNIEN Unternehmen zeigen sich widerstandsfähig SEITE 10
INDIEN Maritimer Handel wird weniger abhängig SEITE 13
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser, die Weltwirtschaft befindet sich im Kri- senmodus. Das geht aus dem AHK World Business Outlook im Mai 2026 hervor: Der Konflikt im Nahen Osten verschärft die globa- len Unsicherheiten, hohe Energiepreise und Störungen in der Lieferkette belasten deut- sche Unternehmen weltweit. Die Konjunk- turerwartungen brechen ein, die Nachfrage bleibt unsicher, Investitionen werden zurück- gefahren. Gleichzeitig passen die Betriebe ihre Strategien an und setzen zunehmend auf Diversifizierung, Erschließung neuer Absatz- märkte und lokale Produktion. Es gibt jedoch große Unterschiede: In einigen Regionen stehen die Betriebe sogar besser da als bei der letzten Umfragen und blicken auch mehrheit- lich optimistisch in die Zukunft. Dies zeigt, dass sich viele Unternehmen schon länger auf globalen Märkten umorientiert und so ihre Resilienz gestärkt haben. Dabei gibt es kein Patentrezept, was die richtige Strategie bei der Internationalisierung ist. Diese hängt indivi- duell von Faktoren ab wie etwa dem Produkt, der Marktstruktur, den Wettbewerbern oder der Größe des eigenen Unternehmens. Zwei Dinge sind jedoch für einen Erfolg essenziell: Eine gründliche Vorbereitung und genügend Ausdauer. In unserem Titelthema stellen wir drei Unternehmen aus der Region vor, die auf ganz unterschiedlichen Wegen ihr Auslands- geschäft erfolgreich auf- und ausgebaut haben. Vielleicht erhalten Sie Anregungen für Ihre eigenen Vorhaben. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre und viele neue Impulse für Ihr Auslandsge- schäft. Herzlichst Ihr
9 Tschechien:
Milliarden für Biogasprojekte
11 USA:
Raumfahrtindustrie mit Rückenwind
Georg Müller Außenwirtschafts- informationen
14 Malaysia:
Datenzentren treiben Wasserverbrauch nach oben
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INHALT
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International
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TITELTHEMA
MENA/AFRIKA
#GemeinsamWeltweit #ihkrheinneckar
4 Internationalisierung Unternehmen richten Blick neu aus
16 GCC Krieg bremst Transformationskurs
EUROPA
ZOLL & RECHT
DIE ZAHL
9 Tschechien Milliarden für Biogasprojekte 10 Großbritannien Unternehmen zeigen sich widerstandsfähig 10 EU Erleichterungen bei der Arbeitnehmerentsendung
18 EU Ne ues HS 2028 veröffentlicht 18 EU Mercosur in Lieferantenerklärungen 18 Hybrid-Veranstaltung Warenbegleitpapiere im Export 18 Russland 20. Sanktionspaket der EU 19 Belarus Weitere Harmonisierung an Russland-Sanktionen 19 USA US-Zölle teilweise für unzulässig erklärt Neue Zölle auf Pharmazeutika 19 Norwegen Ne ue Anforderungen an Pflanzenimporte
7,9% HÖHERE AUFTRAGSEINGÄNGE AUS DEM AUSLAND für die baden-württembergische Industrie im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat (preis- und arbeits- bereinigt). Damit hält der positive Trend seit Januar 2026 an. Im Jahresvergleich Januar bis März stiegen die Auslandsauf - träge um 3,7 Prozent.
AMERIKAS
11 USA Raumfahrtindustrie mit Rückenwind 12 Argentinien Anbieter von Landtechnik profitieren
QUELLE:STATISTISCHESLANDESAMTBADEN-WÜRTTEMBERG
ASIEN-PAZIFIK
O-TON DES MONATS
13 Indien Maritimer Handel wir weniger abhängig Veranstaltung: Vertriebsstrategie für Indien 14 Malaysia Datenzentren treiben Wasserverbrauch nach oben 14 Indonesien Webinar: Halal- und BPOM- Zertifizierung in Indonesien 15 Südkorea Datenschutzgesetz wird angepasst
„Ziel muss sein, weitere Eskalationen und zu- sätzliche Zollbelastungen im transatlantischen Handel zu verhindern.“ Volker Treier, DIHK-Außenwirtschafts- chef , zur Einigung in der EU im Trilog über die Umsetzung des EU-US-Zoll- abkommens („Turnberry Deal“) am 20. Mai 2026.
RUBRIKEN
17 Veranstaltungen 19 Impressum
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INTERNATIONALISIERUNG
Neue Ideen gefragt: Die Verwerfungen in der Weltwirtschaft zwingen viele Unternehmen zur Anpassung ihrer Internationalisierungsstrategie. Dabei können unterschiedliche Wege zum Erfolg führen.
Unternehmen richten Blick neu aus Kriege, politische Spannungen und Zollchaos aus den USA erschweren vielen Unternehmen grenzübergreifende Aktivitäten. Viele Betriebe orientieren sich um und entdecken andere Märkte für sich.
Allen globalen Verwerfungen zum Trotz bleibt die deutsche Wirtschaft in einem hohen Maße exportorien- tiert. Das gilt gerade für Unternehmen aus der Region, die ihre Geschäfte im Ausland auf- oder ausbauen. So hat der Mannheimer Hersteller von Industriechemikalien TIB Chemicals in Pittsburgh, Pennsylvania, gerade einen US-amerikanischen Konkurrenten übernommen. Und zwar, um Produkte nicht mehr über ein Handelsbüro ver- treiben zu müssen, sondern direkt vor Ort herstellen zu können. Auch das Start-up Replique, das industrielle Ersatzteile auf Abruf anbietet, hat sich nach einer erfolgreichen, von der IHK Rhein-Neckar organisierten Geschäftsanbahnungsreise für Mailand als erste Aus- landsniederlassung entschieden. Die HDAO-Gruppe ist überall dort, wo ihre Kunden sind, um Industrieanlagen zu bauen und zu automatisieren – und das ist immer häufiger im Ausland. Um auch kulturell nah dran zu sein, verfügt der Mittelständler aus Osterburken über- dies schon seit vielen Jahren über eine Repräsentanz im chinesischen Nanjing.
Stephanie Ball
Im vergangenen Jahr verließen Güter im Wert von 241,4 Milliarden Euro Deutschlands Werktore in Richtung Weltmarkt – ein leichtes, aber entscheidendes Plus von 0,6 Prozent nach einer langen Durststrecke. Wichtigster Abnehmer: die USA. Allerdings sinken die Ausfuhren über den Atlantik, und zwar zum dritten Mal in Folge. Dass unterm Strich noch ein Plus erwirtschaftet wurde, liegt am positiven Saldo bei Geschäften in anderen Regionen der Welt. „Viele Unternehmen haben ihr Europa-Geschäft erfolgreich intensiviert und gleichzeitig auf Wachstums- märkte wie Indien gesetzt“, sagt Matthias Kruse, Geschäfts- führer International bei der IHK Rhein-Neckar. Ein Land, das besonders heraussticht, ist die Schweiz. „Das Plus im Schweiz-Geschäft konnte fast das Minus im US-Geschäft kompensieren“, erklärt Kruse. Auch die Exporte nach Polen seien kräftig auf fast 10 Milliarden Euro gestiegen (plus 7,3 Prozent), Deutschlands Nachbar zähle mittlerweile zu den zehn wichtigsten Zielmärkten hiesiger Unternehmen.
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INTERNATIONALISIERUNG
TIB CHEMICALS Gute Kommunikation gegen Lieferkettenstörungen
Ein Mannheimer Mittelständler kauft einen Konkurrenten und produziert jetzt selbst in den USA.
Markus Bogdan ist bei der TIB Chemicals AG Director Sup- ply Chain, zuständig für die Lieferketten. Anstoß dazu gab vor etlichen Jahren ein IHK-Seminar zur Exportkontrolle. „Ich war damals Teilnehmer und ganz begeistert von dem Thema“, erinnert sich Bogdan. Exportkontrolle als wesent- licher Compliance-Prozess der Logistik ist heute noch sein Steckenpferd. Mit Logistik an sich habe er damals nicht viel am Hut gehabt. Dafür heute täglich. Dass die Produkte des Unternehmens an ihren jeweiligen Bestimmungsorten in Europa, dem Nahen Osten, Asien und den USA auch ankommen, dafür trägt Bogdan die Hauptverantwortung. „Viele unterschätzen die Logistik. Da bleiben Produkte im Zoll hängen, weil Papiere fehlen, oder die Absprache mit dem Dienstleister, der die Ware vom Hafen zum Endkunden bringen soll, hat nicht funktioniert“, erzählt Bogdan. Noch komplizierter wird es bei Chemikalien, wie TIB Chemicals sie herstellt. Der Mittelständler mit rund 520 Mitarbeitern weltweit blickt auf eine mehr als 150 Jahre lange Geschichte zurück. In einem Manage- ment-Buyout wurde das Industriechemikalien-Geschäft in Mannheim vor zwanzig Jahren aus der Degussa heraus- gelöst. TIB ist in Nischen tätig und bedient verschiedene Industriesegmente, unter anderem die Kunststoffindustrie, die Automobilbranche und den Straßenbau. Hergestellt werden Spezialchemikalien, Beschichtungssysteme für Pipelines, Basischemikalien wie Säuren, Schwefelchemika- lien und Bitumenprodukte. „Viele dieser Produkte gelten als Gefahrgut. Für den Transport gibt es besondere Be- stimmungen, die länderspezifischen Regelungen müssen wir kennen, zum Beispiel mit Blick auf die Verpackung oder das Zusammenspiel mit anderen Waren in einem Container.“ Bogdan weiß daher, wie wichtig es ist, Fragen der Logistik rechtzeitig zu stellen und sich der Hürden und Fallstricke bewusst zu sein. Daneben bekommt der Mannheimer Mittelständler immer wieder die Fragilität der Lieferketten zu spüren. „In asiatischen Ländern haben wir keinen großen Zwi- schenpuffer. Umso mehr kommt es darauf an, dass die Abstimmung zwischen uns, unseren Logistikdienstleistern und den Kunden funktioniert.“ Bogdan setzt hier auf die langjährige Zusammenarbeit und etablierte Kommunikati- onskanäle. „Wir tracken jedes Schiff, und wenn es ein The- ma gibt, haben wir unsere Ansprechpartner.“ Das Geschäft in Asien sei vornehmlich projektbasiert. Ein eigenes Werk hat die TIB dort noch nicht, alles kommt aus Mannheim, meist per Schiff, manchmal auch per Luftfracht. Anders in den USA. Nach zehn Jahren, in denen TIB Chemicals versucht hat, über ein eigenes Handelshaus den Markt zu steuern, wurde vor einem Jahr in Pittsburgh in Pennsylvania eine eigene Produktionsstätte gekauft. „Mit dem Handelsgeschäft sind wir an Grenzen gestoßen“, sagt
Ein TIB Chemicals-Mitarbeiter bei der Wartung eines Walzenkompaktors, der Stoffe verdichtet.
Bogdan. Zum einen, weil fast alles aus Mannheim angelie- fert werden musste, dazu die zuletzt höheren Zölle. Zum anderen, weil die Durchdringung des Marktes nur schwer möglich war. Nun also der Strategiewechsel. „Wir haben gesagt, wir wollen das Geschäft intensivieren, und deshalb greifen wir voll an.“ Trotz aller Unwägbarkeiten im interna- tionalen Geschäft sieht das Mannheimer Unternehmen die USA als idealen Standort, um weiter zu wachsen. Neben dem Werk in Pittsburgh verfügt TIB Chemicals noch über einen Standort im texanischen Freeport, akquiriert eben- falls im vergangenen Jahr, und einen weiteren im mexika- nischen San Luis Potosi, der seinerzeit mit zum Manage- ment-Buyout gehörte. Das Unternehmen, das TIB in Pittsburgh übernommen hat, galt als renommierter Hersteller und Entwickler von Zinn-Katalysatoren und Spezialadditiven auf Me- tallbasis, die in einer Vielzahl von Branchen weltweit eingesetzt werden. „Eine ideale Ergänzung für unser Produktportfolio“, sagt Bogdan. Ansonsten habe sich am Standort nichts geändert – außer, dass jetzt ein Deut- scher vor Ort in Kooperation mit einem US-Kollegen die Geschäfte führt. Und auch Chef-Logistiker Bogdan wird nicht arbeitslos. Denn selbst wenn nun in den USA produziert wird, muss weiter Ware von Mannheim über den Atlantik verschifft werden, um alternative Geschäfte mit anderen Produkten an den Niederlassungen auszu- bauen.
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INTERNATIONALISIERUNG
REPLIQUE Von Mannheim nach Mailand
Replique fertigt für Industrieunternehmen Ersatz- und Serienteile nach Maß. Um den italienischen Markt besser auf- rollen zu können, hat das Start-up eine Niederlassung in Mailand eröffnet.
werden, wussten die Mitarbeiter, dass sie an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren können. Doch Wonneberger und Siebert wollten 2023 nicht mehr zurück, sondern ausgründen. „Das war ein großer Schritt, aber er war folgerichtig. Wir hatten das Geschäft aufge- baut, es lief, warum sollten wir nicht weitermachen?“, sagt Wonneberger rückblickend. Ihr Start-up beliefert Indus- triekunden vor allem mit Ersatzteilen, daher auch der Name: Replique, wiederholen. „Es ist verrückt, wie viele Maschinen still stehen oder Geräte weggeworfen werden, weil Ersatzteile fehlen oder gar nicht mehr vorhanden sind“, sagt Siebert. Dieses Vakuum füllt nun Replique. Genaugenommen handelt es sich um eine digitale Platt- form, hinter der ein Netzwerk von rund 400 Produktions- partnern steht, und die – gesteuert von Wonneberger und Siebert – on-Demand und nach den Vorgaben der Kunden Ersatz- und Serienteile herstellen. Bei den Bauteilen handelt es sich um Maßanfertigungen, die Mindeststück- zahl beträgt eins. „Das ist keine Schraube aus dem Katalog, sondern das sind alles Zeichnungsteile, die individuell nach den Wünschen der Kunden gefertigt werden“, erklärt Wonneberger.
INFO
Die zwei wichtigsten IHK- Tipps fürs Auslandsgeschäft 1. Rechtzeitig planen! Der Gang ins Ausland braucht Vorlauf. Das Geschäftspotenzial muss abgeschätzt, die Marktvolumina berechnet, die Wettbewerbs- situation erkundet, die Preisgestaltung erarbeitet, die Logistik geplant werden. Auch müssen die eigenen Ressourcen realistisch eingeschätzt werden, denn der Aufbau des Auslandsgeschäfts braucht Kraft und bindet Kapazitäten. 2. Einen langen Atem haben! Der Erfolg stellt sich womöglich erst nach ein paar Jahren ein, es wird Durststrecken geben, die es zu überwinden gilt. Deshalb sollte die gesamte Unternehmensführung hinter dem Schritt stehen. Außerdem muss die Bereitschaft bestehen und es zeitlich und logistisch möglich sein, das Zielland regelmäßig zu besuchen. Schon aus regulatori- schen Gründen kann beispielsweise die Teilnahme an Boardmeetings vor Ort notwendig sein. Mehr Tipps auf unserer Website: ihk.de/rhein-neckar/international
Die Replique-Geschäftsführer Henrike Wonneberger und Max Siebert haben in Mailand eine Niederlassung eröffnet.
Henrike Wonneberger rückt den hellblauen Luftballon in Form einer Drei, der am Whiteboard in einem Konferenz- raum im Mafinex lehnt, zurecht. „Wir haben gerade unser Dreijähriges gefeiert“, sagt sie und blickt in Richtung der großen Leinwand, auf der Max Siebert zu sehen ist. Der ist unterwegs und deshalb dem Gespräch virtuell zuge- schaltet. Unterwegs – das ist auch das Start-up der beiden Mannheimer, die Replique GmbH, und zwar nach Italien, wo gerade die erste Niederlassung eröffnet wurde. Aber zunächst ein kurzer Blick zurück zu den Anfängen des Unternehmens, das zwar offiziell vor drei Jahren ge- gründet wurde und seitdem in Mannheims Start-up-Center auf dem Lindenhof seinen Sitz und seine Büros hat. Die eigentlichen Wurzeln reichen aber weiter zurück: ins Jahr 2020, als die damals noch bei der BASF Beschäftigten ihre Idee einer Plattform für Ersatzteile im Chemovator er- probten. Der inzwischen nicht mehr existente Business-In- kubator des Chemiekonzerns bot Mitarbeitern die Mög- lichkeit, neue Geschäftsmodelle in einem geschützten und geförderten Rahmen zu entwickeln. Sollte nichts daraus
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Dass der Service funktioniert, zeigt die Liste an Indus- trieunternehmen, großen wie kleinen, die bei Replique ihre Ersatzteile und mittlerweile auch wiederkehrende Serienbedarfe ordern. „Anfangs wurde nur im 3D-Druck- Verfahren gefertigt. Weil uns aber immer mehr Kunden gefragt haben, ob wir auch andere Technologien anbieten wie Guss-, Schmiede- und Kunststofftechniken, haben wir unser Portfolio erweitert“, so Wonneberger. Erweitert hat sich auch der Horizont über die Grenzen Deutschlands hinaus, eben Richtung Italien. „Wir hatten von Anfang an Kunden in verschiedenen Ländern, und irgend- wann stellt sich die Frage ,Bediene ich das weiter von hier aus oder gehe ich vor Ort?‘“, beschreibt Wonneberger den Prozess. Einer dieser Orte ist Mailand im Norden Italiens. Eine Region, die nach wie vor stark industriell geprägt ist; für Replique ein interessanter Markt. „Wir haben schnell gemerkt, die Region könnte etwas mehr und individuel- le Aufmerksamkeit vertragen“, sagt Wonneberger. Auch aus kulturellen Gründen. „Während in Deutschland viele geschäftliche Treffen seit Corona virtuell stattfinden, tauschen sich Italiener nach unserer Erfahrung bevorzugt persönlich aus.“ Für diesen regelmäßigen Austausch ist das Land aber vergleichsweise weit weg. „In Paris ist man von hier aus mit dem Zug in drei Stunden, bei Italien liegen die Alpen dazwischen, das ist schon ein größerer Aufwand.“ Auch werde im italienischen Geschäftsumfeld noch viel Italienisch gesprochen. „Sprache ist ein großer Aspekt. In der Muttersprache lässt sich häufig mehr transportieren“, ist Wonneberger überzeugt. Den finalen Ausschlag gab schließlich eine IHK-Ge- schäftsanbahnungsreise. Solche Reisen bietet die IHK regelmäßig an, in dem Fall ging es um einen Kontakt zu einem Bahnunternehmen. „Wir beliefern unterschied-
liche Bahnkunden. Das heißt, das war für uns ein inzwi- schen bekannter Sektor“, erklärt Siebert. Die Gespräche in Mailand verliefen: gut. So gut, dass Wonneberger und Siebert bereit waren für ihre erste Auslandsniederlas- sung. „Das war eine interessante Erfahrung, den ersten Satelliten zu gründen“, sagt Wonneberger. Unterstützt von der IHK in Mannheim und der Auslandshandelskammer in Mailand sei das ein einfacher Start gewesen. „Wir ha- ben außerdem nicht bei null angefangen, das wollten wir vermeiden. Wir hatten ja dort schon Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiteten“, betont Siebert. Das sei auch für den Vertriebskollegen, der jetzt in Mailand und Umgebung das Feld beackert, ein Vorteil. „Der hat schon ein bisschen Geschäft und kann dann darauf aufbauen.“ Wohin es als nächstes geht? „Das bleibt abzuwarten. Bevor ich aktiv mit Personal vor Ort in ein Land gehe, muss ich mir den Markt genau anschauen, Volumina berechnen und auf Messen Kontakte knüpfen“, bremst Siebert das Tempo. Es sei auch nicht sinnvoll, auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen; außerdem bedienten sie ja weiterhin internationale Kunden von Deutschland aus. „Wir müssen bei der Skalierung aufpassen“, sagt Wonneberger. Das Geschäftsmodell von Replique sei auf Langfristigkeit angelegt, die Beziehungen zu den Kunden seien eng. „In der Branche kennt man sich, da können wir uns keine Fehler erlauben“, so die Unternehmerin weiter. Und dann seien da noch die Investoren, auch die müssten hinter den Entscheidungen stehen. Bei Replique sind die Geldgeber ein Konsortium aus Investoren im Venture-Capital-Bereich und industrienahen Personen. „Die müssen und wollen wir auf unserer Reise mitneh- men und begeistern“, erklärt Wonneberger. Bei Italien hat es ja schon mal geklappt.
HDAO Mit langem Atem von Osterburken hinaus in die Welt
Die HDAO-Unternehmensgruppe ist weltweit auf Industriebaustellen unterwegs. Die Mentalität der Auftraggeber zu kennen, ist zentral, damit es dort rund läuft.
Bei HDAO in Osterburken hängt ein gerahmtes rotes Trikot der Ruhrpotthelden; einer Gemeinschaft ehemaliger Fußballprofis und Unternehmer mit Sitz in Recklinghau- sen, die sich für Kinder und Jugendliche stark machen. Mario Hermes ist zwar kein Fußballprofi, und er kommt auch nicht aus Recklinghausen, sondern aus dem Ber- gischen Land, aber er ist Unternehmer, hat ein Herz für Kinder und für Fußball. Fußball im Allgemeinen und den Ruhrpottclub FC Schalke 04 im Besonderen. Hermes ist großer Fan. Wie groß, beweisen die Farben der von ihm 2018 gegründeten HDAO-Unternehmensgruppe, die sind nämlich – richtig – blau-weiß. Und wie sein Verein, der seit 2021 um den Wiederaufstieg von der zweiten Fußball- bundesliga zurück in die erste Bundesliga gekämpft hat,
kämpft Mario Hermes weiter für das Unternehmen und für die 300 Mitarbeiter, die HDAO inzwischen beschäftigt. Von Osterburken hinaus in die Welt – unter diesem Motto stellt HDAO Elektriker, Monteure, Softwareprogrammierer, Inbetriebnehmer sowie Bauleiter bereit, die als Experten industrielle Großprojekte planen, begleiten und aufbauen. „Wir gehen dahin, wo die Arbeit ist“, sagt Hermes. Bis vor kurzem noch fanden sich die Aufträge oft regional um die Ecke, da die Kunden zum Großteil in Deutschland in- vestiert haben. Mittlerweile verlagern viele Unternehmen ihre Produktion ins Ausland, und so wird HDAO für den Aufbau und die Automatisierung von Fabriken auch ver- mehrt für Auslandsprojekte angefragt. Zu den Branchen, für die der Industriedienstleister Maschinen einbringt,
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nehmen über Teams in Polen und im chinesischen Nanjing. „Wir müssen das Ohr am Markt haben, das geht natürlich nicht von hier aus“, sagt Hermes. Der Ton auf den Baustellen sei oft rau, das müsse man aushalten, und man müsse auch zwischen den Zeilen lesen können, um zu verste- hen, wo es vielleicht gerade hakt. Und oft bleibt es nicht beim ursprüng- lichen Auftrag: Im Projektverlauf ergäben sich auf Großbaustellen regelmäßig zusätzliche Arbeitspakete, weil Anforderungen nachgeschärft würden oder neue Teilprojekte hinzu- kämen. Auch dazu müsse man mit den Leuten vor Ort auf einer Wel- lenlänge sein, um sich frühzeitig in Position zu bringen. Hermes: „Wenn die Teams bereits dort sind und die Schnittstellen kennen, lässt sich dar- auf schnell reagieren.“ Dass Sprachbarrieren und kultu- relle Unterschiede nicht zu unter- schätzen sind, weiß Hermes. „Guanxi können nur die Chinesen“, sagt der HDAO-Chef und meint damit die chinesischen Geschäftspraktiken, die sich teils eklatant von deutschen Ge- pflogenheiten am Verhandlungstisch unterscheiden. Ein Punkt: der Preis. Der zuletzt genannte Preis sei nie der letzte. „Nach Vertragsabschluss wird in asiatischen Ländern meist weiter ver- handelt, das muss man akzeptieren.“ Bei großen oder kurzfristigen Pro- jekten kauft HDAO über Partner auch
Fachkräfte dazu. „Auf einer Groß- baustelle in Thüringen brauchten wir in der Spitze 800 Leute, das können wir gar nicht allein abbilden“, erklärt Hermes. Im Ausland hat HDAO eben- falls ein Partnernetzwerk, auf das der Betrieb im Bedarfsfall zurückgreifen kann. „Man kennt sich und hält Kon- takt, das ist Gold wert.“ Eine große Herausforderung für den Mittelständler stellt die Zah- lungsmoral dar. „Wir warten oft ein Jahr oder länger, bis unsere Rech- nungen beglichen sind.“ Deshalb sei es wichtig, potenzielle Auftrag- geber sorgfältig zu sondieren und in Klauseln festzuschreiben, wann das erste Geld fließe. Auch bis Aufträge unter Dach und Fach sind, dauert es. Zuletzt war HDAO Teil des Firmen- gemeinschaftsstands der IHK auf der MECSPE in Italien. „Das ist für uns ein interessanter Markt mit vielen Möglichkeiten“, sagt Hermes. Doch zwischen dem Erstkontakt mit potenziellen Kunden und einem Auftrag vergingen viele Monate, manchmal sogar ein ganzes Jahr. Trotzdem seien solche Kontaktauf- nahmen wichtig, um ein Gefühl für Markt und Mentalität der Menschen zu bekommen. Am Ende zählt für Hermes vor allem eins: „Als Unternehmer muss man bereit sein, ins Risiko zu gehen, und man muss einen langen Atem haben.“ So wie der FC Schalke 04.
Bei der Inbetriebnahme einer Anlage prüft und verdrahtet ein HDAO-Mitarbeiter einen Schaltschrank, unterstützt durch Program- mierung am Laptop.
Elektroleitungen verlegt oder Anla- gen montiert und in Betrieb nimmt, zählen Automobilhersteller, Maschi- nenbauer sowie Lebensmittel- und Logistikbetriebe. Doch seit vor allem in Deutschland der Wirtschaftsmotor stottert, muss HDAO seine Fühler immer weiter ausstrecken. Das hat Konsequenzen. „Der Monteur kann abends nicht mehr nach Hause fahren, sondern nur noch am Wochenende“, sagt Hermes. Neben eigenen Leuten, die von Oster- burken aus auf die oft mehrjährigen Projekte in Deutschland und Europa gesetzt werden, verfügt das Unter-
INFO
INFO
IHK-Unternehmerreisen und -Messebeteiligungen
Die IHK Rhein-Neckar organisiert in Kooperation mit anderen baden-württembergischen IHKs Gemein- schaftsstände von Unternehmen auf europäischen Messen sowie Geschäftsanbahnungsreisen in ausge- wählte Zielbranchen: Kundenbranche Windkraft: BWIHK-Geschäfts- anbahnungsreise Dänemark, 12. bis 14. April 2027 Ansprechpartner: Mirza Karahodza, 0621 1709-142, mirza.karahodza@rhein-neckar.ihk24.de Kundenbranche Bahntechnik: BWIHK-Firmengemein- schaftsstand auf der Europäischen Bahnleitmesse „TRAKO“
Ihr Team International bei der IHK Rhein-Neckar
Für alle Fragen im Auslandsgeschäft und bei der Inter- nationalisierung Ihres Unternehmens stehen wir Ihnen mit unserem Know-how gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an – per Telefon oder E-Mail. Unsere Kontaktdaten finden Sie unter: ihk.de/rhein-neckar/team-international
in Polen, 21. bis 24. September 2027 Ansprechpartnerin: Heide Schmidt, heide.schmidt@rhein-neckar.ihk24.de
0621 1709-147,
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TSCHECHIEN Milliarden für Biogasprojekte
Die Tschechische Republik treibt eine
umfassende Förderoffensive für Biomethan voran und setzt damit ein klares Signal für den Umbau ihrer Energieversor- gung. Die Europäische Kom- mission hat eine staatliche Beihilferegelung im Umfang von 3,7 Milliarden Euro bis Ende 2030 genehmigt. Die ersten Auktionen zur Förde- rung neuer Anlagen sind für Frühjahr 2026 vorgesehen. Ziel ist es, Erdgas schritt- weise durch Biomethan zu ersetzen und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren. Herzstück des Fördermodells ist ein Differenz- vertrag (Contract for Difference, CfD). Betreiber erhalten für jede erzeugte Megawattstunde Bio- methan einen Zuschuss, der die Differenz zwischen Marktpreis und dem in der Aktion gebote- nem Ausübungspreis ausgleicht. Liegt der Marktpreis unter diesem Wert, stockt der Staat auf. Liegt der Marktpreis über diesem Wert, muss der Betreiber die Überschüsse zurückzahlen. Die garantierten Preise gelten für 15 Jahre und schaffen damit Pla- nungssicherheit für Investoren. Wettbewerb über Auktionen Die Vergabe erfolgt über wett- bewerbliche Ausschreibungen: Den Zuschlag erhalten Projekte mit dem geringsten Förderbe- darf. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen mit Gasprodukti- onslizenz – darunter auch Betrei- ber bestehender Biogasanlagen, die auf Biomethan umrüsten. Pro Jahr sind zwei Ausschrei- bungsrunden vorgesehen. Die Auktionen stehen ver- schiedenen Biogasarten offen, darunter auch Klär- und
Deponiegas. Landwirtschaft- liche Reststoffe wie Gülle und Ernterückstände können eben- falls zur Biomethanproduktion genutzt werden. Insbesondere für kleinere Agrarbetriebe eröffnen sich dadurch zusätz- liche Erlöspotenziale. Voraus- setzung ist die Einhaltung der EU-Nachhaltigkeitskriterien. Ausbau mit klaren Zielen Der Markt steht noch am An- fang: Aktuell existieren rund 500 Biogasanlagen, aber erst 14 produzieren Biomethan. Bis 2030 sollen mindestens 100 Anlagen in Betrieb sein. Die an- gestrebte Jahresproduktion von rund 490 Millionen Kubikme- tern könnte etwa 7 Prozent des heutigen Gasverbrauchs decken. Parallel wird die Nachfrage gestärkt: Kraftstoffanbieter im Verkehrssektor müssen ab 2026 einen steigenden Anteil ihres Gasabsatzes durch fort- schrittliches Biomethan oder grünen Wasserstoff decken. Damit entsteht schrittweise ein Inlandsmarkt für Biomethan. Herausforderungen und Chancen Ein zentrales Hemmnis sind
bislang langwierige Genehmi- gungsverfahren. Investoren müssen häufig mit mehreren Jahren bis zur Inbetriebnahme rechnen. Das Umwelt- und das Industrieministerium arbeiten daher daran, Zulassungspro- zesse zu vereinfachen, Ver- fahren zu standardisieren und die Anschlussbedingungen an das Gasnetz zu verbessern, um Projekte schneller umzusetzen. Für deutsche Unternehmen ergeben sich entlang der ge- samten Wertschöpfungskette Geschäftsmöglichkeiten – von Aufbereitungstechnologien über Einspeisetechnik bis hin zu Service- und Wartungsleis- tungen. Gefragt sind insbeson- dere effiziente Lösungen, die Betriebskosten senken und im Auktionswettbewerb bestehen können. Kooperationen mit lokalen Projektentwicklern können den Markteintritt er- leichtern. GTAI/IHK Der Biomethan-Aktionsplan der Regierung ist auf der Seite des Umweltministeriums abrufbar (auf Tschechisch): mzp.gov.cz/cz/pro-media-a- verejnost/aktuality/archiv- tiskovych-zprav/vlada-schvalila- strategii-k-vyuzivani
Biomethan aus der Landwirtschaft: Biogasanlagen ver- werten Gülle und Ernterückstände zu erneuerbarem Gas. Förderprogramme sollen den Ausbau und die Einspei- sung ins Gasnetz beschleunigen.
350 MILLIONEN KUBIKMETER Fördervolumen der Ausschreibungen für Biomethan- Anlagen bis 2030 insgesamt. QUELLE: TSCHECHISCHES INDUSTRIEMINISTERIUM / GTAI
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GROSSBRITANNIEN Unternehmen zeigen sich widerstandsfähig
Zukunft verhaltener und weitgehend unverändert im Vergleich zu vor sechs Monaten. Die allgemeine Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Vereinigten Königreich bleibt schwach. Nur 2 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 35 Prozent erwarten eine weiterhin schleppende Entwicklung und 63 Prozent bewerten die Wachstumsaussichten negativ. Infolgedessen sind die Expansionspläne im Vereinigten Königreich deutlich zurückgegangen (14 Prozent gegenüber 23 Prozent im Herbst 2025). Dies deutet auf eine zuneh- mende Zurückhaltung der Firmen hin. Gleichzeitig planen jedoch 31 Prozent der Unternehmen, Personal aufzubauen, was trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten auf eine anhaltend robuste Arbeitskräftenachfrage hinweist. Die Bedeutung des britischen Marktes bleibt weiterhin der wichtigste Anreiz für Investitionen, während politi- sche Unsicherheit, schwache Nachfrage, brexitbedingte Handelshemmnisse sowie steigende Energiekosten zu den zentralen Herausforderungen zählen. Die Unternehmen fordern weiterhin eine deutliche Ver- besserung der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union sowie den Abbau administrativer Hürden. Gleichzeitig passen sie sich den geopolitischen Risiken an, unter anderem durch Maßnah- men wie Nearshoring, die Erschließung neuer Märkte und den Aufbau höherer Lagerbestände. AHK Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie auf der Seite der AHK Großbritannien:
Licht und Schatten: Trotz einer guten aktuellen Geschäftslage bleibt das Vertrauen in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Vereinig- ten Königreich bei den Unternehmen fragil.
Laut der aktuellen Frühjahrsumfrage der AHK Großbritannien in der deutsch-britischen Business Community bewerten 51 Prozent der Unternehmen ihre derzeitige Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich positiv – eine deutliche Verbesserung seit dem Herbst – während 35 Prozent von einer stabilen und lediglich 6 Pro- zent von einer negativen Lage berichten. Trotz dieser aktuell guten Situation sind die Erwartungen für die nahe
grossbritannien.ahk.de/de/marktinformation/deutsch- britischer-wirtschaftsausblick
EU Erleichterungen bei der Arbeitnehmerentsendung
standen häufig in keinem angemessenen Verhältnis zur Dauer und zum Zweck kurzfristiger Entsendun- gen. Dienstreisen, kurzfristige Projektabstimmungen oder technische Einsätze wurden dadurch unnötig verkompliziert und mit Rechtsunsicherheiten belastet. Die nun vorgesehenen Erleichterungen greifen zent- rale Forderungen der Wirtschaft auf: weniger Büro- kratie, mehr Rechtssicherheit und praxisnahe Regeln, die der Realität betrieblicher Abläufe entsprechen. Die formelle Verabschiedung durch das Europäi- sche Parlament und den Rat steht noch aus, doch die Einigung gilt als wichtiger Schritt für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Binnen- markt. DIHK/IHK
Die europäischen Mitgliedsstaaten stehen kurz vor einer Reform zur Koordinierung der sozialen Sicher- heit, die grenzüberschreitende Arbeit deutlich vereinfa- chen soll. Kern der Reform ist die Abschaffung der A1-Bescheinigung bei Dienst und Geschäftsreisen. Darüber hinaus sind umfassende Ausnahmen für kurze Entsendungen vorgesehen: Bei Einsätzen von bis zu drei Tagen innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen entfällt die A1-Pflicht ebenfalls – branchenübergreifend, mit Ausnah- me des Bausektors. Für Unternehmen, insbesondere für KMU und international tätige Mittelständler, bedeutet dies eine spürbare Reduzierung administrativer Hürden. Die bislang geltenden Melde- und Nachweispflichten
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USA Raumfahrtindustrie mit Rückenwind
Die USA wollen ihre technologische Führer- schaft in Sachen Raumfahrt ausbauen. Eine Exekutivverord- nung von Präsident Trump hatte 2025 wichtige Ziele markiert: So soll eine permanente Präsenz auf dem Mond aufgebaut werden. Die zusammen mit europäischen und kanadischen Partnern im April 2026 erfolgreich abgeschlossene Mission Artemis II war hierzu ein wichtiger Meilenstein. Die Rahmenbedingungen auf dem US-Markt für Raum- fahrttechnik haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Private Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin sind technologisch vorgeprescht und geben nun den Ton an. Die NASA will künftig noch stärker auf privates Engagement setzen. Auf der Nachfrageseite bleiben allerdings US-Behör- den zu rund 90 Prozent größte Abnehmer. Nur 10 Prozent der Nachfrage wird von Privatfirmen gene- riert. Meist handelt es sich um große IKT-Konzerne, die einen Satelliten ins All befördern wollen. Doch zunehmend wer- den auch Privatleute eine Rolle spielen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen IBIS World. Touristen könnten einen Flug ins All buchen oder die internationale Raumstation besuchen wollen. Unter der Trump-Administra- tion gab es in der Raumfahrt- politik Akzentverschiebungen. Mittelkürzungen in der Grund- lagenforschung werden durch Ausgabenerhöhungen infolge der Artemis-Mission und militärischer Projekte über- kompensiert. Der Aufbau des weltraumgestützten Raketen- abwehrsystems „Iron Dome“ erfordert laut Schätzungen In-
Der Industrieaus- stoß der „Space Economy“ beläuft sich auf etwa 240 Milliarden US-Dollar. Handels- und Informations- dienstleistungen erzielen dabei den höchsten Output
des Artemis-Programms sind sie harte Konkurrenten. Die NASA hat beide Unternehmen parallel mit der Entwicklung eines Mondlandesystems be- auftragt. Auch wenn amerikanische Raumfahrtunternehmen ins- gesamt betrachtet über einen technologischen Vorsprung verfügen, gibt es in einzelnen Sparten und Nischen Zuliefer- chancen für deutsche Unter- nehmen. Mögliche Bereiche sind innovative Materialien, KI-Anwendungen, Software, Elektrotechnik, optische Geräte, Laborausrüstung, Robotik sowie Test-, Mess- und Regeltechnik. Da es sich um öffentlich geförderte oder Verteidigungsprojekte handelt, gelten „Made in America“-Re- geln. Ausländische Firmen müssen einen zunehmenden Teil der Wertschöpfung vor Ort erbringen oder eine Partner- schaft mit einem US-Anbieter eingehen, um ins Geschäft zu kommen. GTAI/IHK
vestitionskosten in Höhe von 250 bis zu 3.600 Milliarden US-Dollar. Über die Größe des amerikani- schen Raumfahrtmarkts gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Die Aerospace Industries Asso- ciation kommt für 2025 auf ein Umsatzvolumen von 1.000 Mil- liarden US-Dollar, was gegen- über dem Vorjahr einem Plus von knapp 6 Prozent darstellt. Insgesamt soll die Branche ein- schließlich der nachgelagerten Industrien 2,2 Millionen Men- schen beschäftigen. Zusätzlich umfassen diese Angaben auch die Bereiche Sicherheit und Ver- teidigung. SpaceX und Blue Origin sind die treibenden Kräfte in der zivilen US-Raumfahrtindus- trie. Die Unternehmen wurden von den beiden Tech-Mil- liardären Elon Musk und Jeff Bezos gegründet. Aktuell hat SpaceX technologisch die Nase vorn, da es mit Falcom 9 das einzige wiederverwertbare System besitzt. Im Rahmen
60 PROZENT aller weltweiten Raketenstarts ent- fallen auf die USA. Die Gesamtzahl der Starts ist durch private Unterneh- men und staatliche
Aufträge stark angestiegen.
QUELLE: GTAI/SPACE STATS
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AMERIKAS
ARGENTINIEN Anbieter von Landtechnik profitieren
Doch die Marktöffnung hilft nicht nur deut- schen Exporteuren, sondern Anbietern aus aller Welt. Insbesondere viele qualitativ weniger anspruchsvolle, dafür aber preislich zum Teil ex- trem günstige Produkte drängen auf den Markt. Umso wichtiger ist es, gegenüber den Kunden die Vorteile von Qualität, Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit hervorzuheben. Derzeit ma- nifestiert sich die erstarkende Konkurrenz aus China insbesondere im Ersatzteilbereich. Mit Blick auf die Erfahrungen in anderen Sparten des Maschinenbaus ist es jedoch nur eine Zeit- frage, bis die chinesischen Anbieter in höhere Leistungsklassen aufsteigen. Trotz Aufbruchstimmung ist Argentinien kein einfacher Markt. Die Landwirte sind anspruchs- volle Kunden, was die Qualität ihrer Geräte angeht. Denn die Agrarflächen sind teilweise so groß, dass Farmer mitunter mit dem Flug- zeug zu den Feldern fliegen. Daher müssen die Maschinen besonders robust und verlässlich sein und lange funktionieren, denn Service und Wartungsmöglichkeiten sind weit weg. Hinzu kommen oftmals erschwerte Klima- und Ge- ländebedingungen wie Hitze, Trockenheit und Staubbelastung auf den Feldern. Zudem ist der Markt sehr volatil. So gingen die Verkäufe von Landtechnik kurzfristig zurück, als Mitte 2025 die Zustimmungswerte für Milei sanken und er in der Provinz Buenos Aires eine Wahlschlappe erlitt – um sich nach seinem Sieg bei den Zwischenwahlen Ende Oktober wieder zu erholen. Denn unter den peronistischen Vor- gängerregierungen hatte der Agrarsektor stark unter Preisdeckelungen und hohen Export- steuern gelitten. Nun sieht er sich erstmals seit Jahrzehnten wieder wertgeschätzt. Grundsätz- lich werden Kaufentscheidungen im argentini- schen Landwirtschaftssektor meist sehr kurz- fristig getroffen, etwa wenn hohe Ernteerlöse eine Investition zulassen. Staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Zudem ist die hohe Abgaben- last nach wie vor aktuell, insbesondere durch die Exportsteuer auf Agrarerzeugnisse. Zwar hat die Regierung die Sätze bereits erheblich gesenkt, doch gingen im Dezember 2025 im Durchschnitt immer noch mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einkommen an die öffentlichen Kassen, nach Abzug aller Produk- tionskosten. GTAI/IHK
Die Marktöffnung der letzten Jahre und die derzeit günstige Ertragslage argentini- scher Agrarproduzenten eröffnet neue Chancen für Anbieter landwirtschaftlicher Maschinen. Denn viele Landwirte nutzten die Gunst der Stunde, um ihre Maschinenparks zu moderni- sieren. So konnten deutsche Hersteller von Agrarmaschinen ihre Ausfuhren nach Argenti- nien 2025 um 56 Prozent auf einen Rekordwert von 95,5 Millionen Euro steigern, nach einer langen Stagnation in den Jahren zuvor. Die wichtigsten Produkte waren selbstfahrende Feldhäcksler sowie Teile für Maschinen zum Ern- ten, Dreschen, Reinigen und Sortieren. Zusam- men kamen diese Warengruppen auf einen Anteil von gut 50 Prozent an der Branchenausfuhr. In beiden Kategorien stiegen die Exporte 2025 um 33 beziehungsweise knapp 43 Prozent an. Noch höhere Wachstumszahlen verzeichneten die Ausfuhren von Maschinen und Geräten zur Geflügelhaltung (ohne Brut- und Aufzuchtappa- rate) mit 379 Prozent. Sie erreichten einen Aus- fuhranteil von 14 Prozent. Mähdrescher legten um 159 Prozent zu (Anteil an den Exporten: 11 Prozent).
Zwischen Tradition und Technik: Argentinien verfügt über eine leistungs- fähige Landwirt- schaft, die moderne Agrartechnik benötigt, um wett- bewerbsfähig zu bleiben.
3 PROZENT der weltweiten Agrarexporte stammen aus Argentinien - bei lediglich 0,56 Pro- zent Anteil an der Weltbevölkerung.
QUELLE: GTAI
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ASIEN-PAZIFIK
INDIEN Maritimer Handel wird weniger abhängig
Mit massiven Investitionen in den Infrastruktur- ausbau der Insel Groß Nikobar verfolgt Indien strategische Ziele. Die Insel liegt mehr als 1.000 Kilo- meter vom indischen Festland entfernt, in unmittel- barer Nachbarschaft zu Sumatra. Die Insel ist bedeu- tend, weil sie nahe des nördlichen Ausgangs der Straße von Malakka liegt. Schätzungsweise rund 40 Prozent des globalen Handels verlaufen durch diese Meerenge. Die Gelder für die Entwicklung der Insel verteilen sich dabei auf mehrere Vorhaben: Neben einem Tiefsee- hafen und einem Flughafen ist auch ein hybrides Solar- Gas-Kraftwerk geplant. Rund 10 Milliarden US-Dollar soll das Projekt kosten. Die Entwicklung des „Greater Nicobar Development Project“ läuft in Phasen und soll bis in die 2050er-Jahre andauern. Derzeit verfügt Indien kaum über Kapazitäten bei Tiefseehäfen. Dadurch ist Indien im Bereich Trans- shipment, dem Umladen von Gütern und Containern von großen auf kleinere Schiffe, abhängig von anderen Ländern. Schätzungsweise 75 Prozent des indischen Transshipments finden in Häfen außerhalb des Landes statt, insbesondere in Colombo in Sri Lanka sowie Singapur und Malaysia. Mit einem eigenen modernen Tiefseehafen wird diese Abhängigkeit zurückgehen. In einer ersten Ausbaustufe soll er zunächst 5,6 Millionen Standardcontainer (Twenty-foot Equivalent Unit; TEU) jährlich abfertigen können. Fertig ausgebaut sollen es fast 12 Millionen TEU sein.
So könnte er aussehen: Ein neuer Containerhafen soll in der Bucht von Galathea auf der Insel Groß Nikobar gebaut werden. Die Bau- aktivitäten dürften noch 2026 starten.
Zudem stärkt Indien seine militärische Schlagkraft in der Region. Sowohl der See- als auch der Flughafen werden für die Nutzung durch die indischen Streitkräfte geeignet sein. GTAI/IHK
VERANSTALTUNG
9. JULI 2026 Vertriebsstrategie für Indien
Sie exportieren schon länger erfolgreich nach Indien und möchten nun auch den Vertrieb in Indien aufbauen? Oder haben Sie bereits einen Vertriebspartner in Indien und möchten gerne weitere Gebiete erschließen? Denken Sie über die Gründung einer Vertriebstochter nach? Fragen Sie sich, ob Ihre Vertriebsmit- arbeiter den Vertrieb in Ihrem Sinne umsetzen? Lernen Sie in unserem Seminar von Experten mit langjähriger Erfahrung im Indiengeschäft, um Ihren Vertrieb in Indien erfolgreich auf- und auszu-
bauen! Unternehmen, die bereits in Indien etabliert sind, berichten über ihre Herausforderungen und Erfolge beim Vertrieb auf dem Subkontinent. TERMIN, UHRZEIT UND ORT: Donnerstag, 9. Juli 2026, 10:00 bis 15:30 Uhr IHK Rhein-Neckar, Haus der Wirt- schaft, L 1, 2, 68161 Mannheim
PROGRAMM UND ANMELDUNG: ihk.de/rhein-neckar/vertriebsstrategie- indien IHRE ANSPRECHPARTNERINNEN:
Gabriele Borchard 0621 1709-131
gabriele.borchard@ rhein-neckar.ihk24.de
Sabrina Weigold 0621 1709-130
TEILNAHMEENTGELT: 250 Euro pro Person für IHK-Mitglieder 375 EUR für Nichtmitglieder
sabrina.weigold@ rhein-neckar.ihk24.de
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ASIEN-PAZIFIK
MALAYSIA Datenzentren treiben Wasserverbrauch nach oben
Die Wasserver- und Abwasserentsorgung in
Malaysia ist im regionalen Vergleich gut entwickelt: Rund 97 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dennoch bleibt der Investitionsbedarf hoch. Nach Angaben der Malaysian Water Association (MWA) stoßen viele Klär- und Wasser- aufbereitungsanlagen an ihre Kapazitätsgrenzen, zudem besteht erheblicher Moderni- sierungsbedarf im Leitungs- netz. Bis 2030 dürfte der tägliche Wasserbedarf um etwa 20 Prozent auf 25 Millionen Kubikmeter steigen. Ein wesentlicher Wachs- tumstreiber ist die boomende Datenzentrumsbranche, die große Mengen Wasser für die Kühlung benötigt. Um den Druck auf die Wasserversor- gung zu verringern, werden künftig nur noch Projekte zum Bau von Tier-3- und Tier-4-Re- chenzentren mit effizienten Kühlsystemen genehmigt. Zudem müssen die Betreiber künftig mit rund 1,30 US-
Wartungsarbeiten am Wassernetz: Der steigender Bedarf durch was- serintensive Daten- zentren erhöht den Modernisierungs- druck.
165.000 KILOMETER umfasst das Wasserleitungs- netz in Malaysia. Die Röhren sind teilweise 30 bis 50 Jahre alt und anfällig für Lecks.
Dollar ein Drittel mehr pro Kubikmeter Wasser zahlen als andere Gewerbe. Die Nachfra- ge nach effizienter Kühltech- nik für dieses Segment dürfte daher in den nächsten Jahren weiter wachsen. Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus Geschäfts- chancen, insbesondere im Bereich effizienter Wasser- und Kühltechnologien. Vorausset-
zung für eine Marktteilnahme ist jedoch die Registrierung bei der nationalen Regulierungs- behörde SPAN gemäß den „Wa- ter Services Industry (Registra- tion of Supplier) Rules 2023“. Zudem müssen Unternehmen im Firmenregister der „Compa- nies Commission of Malaysia“ nach dem Companies Act 2016 als malaysische Gesellschaft eingetragen sein. GTAI/IHK
QUELLE: SPAN / GTAI
WEBINAR
25. JUNI 2026 Halal- und BPOM-Zertifizierung in Indonesien
Sie möchten nach Indonesien exportieren und fragen sich, welche Anforderungen Ihre Produkte für diesen Markt erfüllen müssen? Lebensmittel, Getränke, Nahrungs- ergänzungsmittel, Kosmetika und Arzneimittel benötigen eine BPOM-Zulassung (indonesische Behörde zur Überwa- chung von Arzneimitteln und Lebensmitteln). Zusätzlich ist häufig ein Halal-Zertifikat erforderlich. In diesem Webinar erfahren Sie, welche Produkte von der Zertifizierung betroffen sind, wie der Zertifizierungsprozess abläuft und wie Sie die Anforderungen der lokalen Behörde umsetzen können. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihre individuellen Fragen direkt an unsere Expertin zu richten.
TERMIN UND UHRZEIT: Donnerstag, 25. Juni 2026, 09:00 bis 10:30 Uhr, online TEILNAHMEENTGELT: 90 Euro pro Person für IHK-Mitglieder 135 Euro pro Person für Nichtmitglieder WEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDUNG: ihk.de/rhein-neckar/zertifizierung-indonesien Hee-Kyung Choi Märkte Asiens 0621 1709-134 hee-kyung.choi@rhein-neckar.ihk24.de
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ASIEN-PAZIFIK
SÜDKOREA Datenschutzgesetz wird angepasst
genannten Aspekte Bußgelder von bis zu 10 Prozent des Gesamtumsatzes oder bis zu 5 Milliarden Südkoreanische Won (rund 2,9 Millionen Euro) möglich. Dies ist etwa der Fall, wenn mindestens 10 Millionen Personen betroffen sind. Der neu eingeführte Art. 30-3 PIPA regelt die Letztver- antwortlichkeit des Geschäftsinhabers/Unternehmers oder dessen Vertreters für die sichere Datenverarbeitung und den Schutz der Rechte betroffener Personen nebst Umset- zung von Datenschutzmaßnahmen. Neue Vorgaben zur künftig verpflichtenden Zertifizierung bestimmter Datenverantwortlicher durch die KISA (Korea Internet and Security Agency) sind in Art. 32-2 Abs. 1 PIPA in Verbindung mit durch Präsidialdekret festgelegten Kri- terien zu finden. Sie gelten ab dem 1. Juli 2027. GTAI/IHK Das PIPA finden Sie auf der Seite der Personal Information Protection Commission (PIPC):
Die im März 2026 verabschiedeten Änderungen des koreanischen Datenschutzgesetzes (Personal Information Protection Act, PIPA) bringen für Unterneh- men neue Compliance-Anforderungen mit sich. Die Änderungen treten größtenteils am 11. September 2026 in Kraft. Die im März 2026 erlassenen Neuerungen umfassen: Nach Art. 34 Abs. 2 PIPA muss künftig eine unverzüg- liche Benachrichtigung der betroffenen Person bereits ab Kenntnis der Möglichkeit eines Datenschutzvorfalls erfolgen und nicht erst, wenn der Datenverantwortliche Kenntnis vom tatsächlichen Datenleck hat. Ferner sind nach Abs. 1 Nr. 6 betroffene Personen künftig auch insbesondere über ihre Rechte, darunter Schadensersatzansprüche, zu informieren. In Zukunft sind gem. Art. 64-2 Abs. 2 PIPA bei Daten- schutzverstößen in bestimmten Konstellationen und unter Berücksichtigung der in den folgenden Absätzen
pipc.go.kr/eng/user/lgp/law/lawsRegulations.do#none
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