Datenreport Internationale Jugendarbeit 2019

Datenreport Internationale Jugendarbeit 2019

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Forschung

Druck und Herstellung dieser Publikation wurden gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes.

Die hier veröffentlichten Beiträge geben die Meinung der Autor*innen wieder, die nicht der Meinung der Redaktion bzw. des Herausgebers entsprechen muss.

Impressum

2022 © IJAB, Bonn

Herausgegeben von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Verantwortlich Marie-Luise Dreber, Direktorin IJAB

Redaktion Julia Hallebach, Daniel Poli, Susanne Klinzing

Grafische Gestaltung, Layout & Satz Designbüro Petra Bähner / petrabaehner.de

Bildnachweis Umschlag sowie S. 6-7, 13, 14-15, 47, 48-49, 63, 64-65, 77, 78-79, 107, 110-111, 124 unter Verwendung eines Bildes von ArdeaA | iStock Weltkarten (S. 96-103) unter Verwendung eines Bildes von PytyCzech | iStock

Druck Druckerei Brandt GmbH, Bonn Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier

Printed in the Federal Republic of Germany 2022

Inhalt

71 4.3 Effekte im Bereich Internationalisierung der Jugendarbeit von Organisationen 75 4.4 Ü bereinstimmung der Projekte mit den Zielen der EU-Programme im Jugendbereich 78 5. Öffentlich geförderter internationaler Jugend- und Fachkräfteaustausch Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes 81 5.1 Angebotsumfang und -struktur 90 5.2 Teilnehmende aus Deutschland und den Partnerländern 95 5.3 Intensität des Austauschs mit den Partnerländern 105 5.4 Zentralstellen und Direktempfänger 105 5.5 Umfang der Zuwendungen 106 Zusammenfassung 108 Anhang

4 Editorial

6 1 . Was ist Internationale Jugendarbeit?  Ziele, Angebote, Themen, Wirkungen und Strukturen

14 2. Internationale Jugendarbeit im Jahr 2019 Im Spiegel der Kinder- und Jugendhilfestatistik

17 2.1 Z entrale Befunde zu Trägern, personellen Ressourcen und Teilnehmendenzahlen 19 2.2 Art und Rechtsform des Trägers 24 2.3 Dauer, Häufigkeit, Durchführungsort sowie Schwerpunkte und Art des Angebots 32 2.4 Teilnehmende an Angeboten unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht 35 2.5 Herkunftsland der meisten ausländischen Teilnehmenden

39 2.6 Kooperation mit Schulen 42 2.7 Personelle Ressourcen 44 2.8 Fazit und Diskussion

110 6. Internationale Jugendbegegnungen aus Perspektive der Teilnehmenden

48 3. Öffentlich geförderter internationaler Jugend- und Fachkräfteaustausch

Panelstudie Internationale Jugendbegegnungen - Datenanalyse 2019 + 2020

Der Zuständigkeitsbereich des Bundesministeri - ums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

114 6.1 Rahmenbedingungen der Begegnungen 117 6.2 Soziodemografische Daten der Mitarbeitenden 119 6.3 Soziodemografische Daten der Teilnehmenden 122 6.4 Zufriedenheitsbewertungen der Teilnehmenden 125 6.5 Z iele der Mitarbeitenden und Erfahrungen der Teilnehmenden

52 3.1 Angebotsumfang und -struktur 59 3.2 Teilnehmende 62 Zusammenfassung

64 4. Wirkungen von Erasmus+ JUGEND IN AKTION Ergebnisse aus der RAY-Forschung 2019/2020 zu Projekten in Deutschland 67 4.1 E ffekte im Bereich Wissenserwerb und Kompetenzsteigerung 69 4.2 Effekte im Hinblick auf Veränderungen von Einstellung und Verhalten

136 Abkürzungsverzeichnis 137 Autor*innenverzeichnis

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Editorial

Editorial Internationale und europäische Jugendarbeit bieten Lern- und Erfahrungsräume zur Begegnung und zum Austausch junger Menschen aus verschiedenen Ländern. Gegenseiti - ges Verständnis, Toleranz und Offenheit werden ebenso unterstützt wie interkulturelles Lernen, Verantwortungs- übernahme und bürgerschaftliches Engagement. Gerade in Zeiten zunehmender Fremdenfeindlichkeit und nationa- ler Egoismen ist es von besonderer Bedeutung, Berüh- rungsängste abzubauen, gemeinsames Engagement in Eu - ropa und der Welt zu fördern und einen Gegenpol zu Ressentiments und Vorurteilen zu schaffen. Doch wie viele Jugendbegegnungen werden in Deutsch- land und in den Partnerländern jährlich durchgeführt? Wie steht es um den Fachkräfteaustausch? Was sind die wich - tigsten Themen und mit welchen Partnerländern arbeiten die Träger zusammen? Bislang fehlte zur Internationalen Jugendarbeit in Deutschland eine verlässliche Datengrund - lage. Ein zentrales Anliegen dieses von IJAB herausgegebe- nen »Datenreports Internationale Jugendarbeit« ist, eine empirische Grundlage zur Weiterentwicklung des Arbeits- feldes Internationale Jugendarbeit zu schaffen und gleich - zeitig dessen Anerkennung durch die Erhebung und Sichtbarmachung der dazu verfügbaren Datenlage auszu- leuchten und zu stärken. Zudem bietet der Datenreport ei - nen konkreten Mehrwert für Träger und Akteure im Feld, trägt zu einer höheren Anerkennung und Sichtbarkeit In - ternationaler Jugendarbeit bei und stärkt die Qualitätsent - wicklung des Arbeitsfeldes auf mehreren Ebenen. Einleitend bietet der vorliegende Datenreport eine syste- matische Darstellung Internationaler Jugendarbeit, die von den gesetzlichen Grundlagen, Zielen und Zielgruppen bis hin zu den Formaten, Themen, Wirkungen und der Förde- rung reicht und somit einen Gesamtüberblick über das Ar- beitsfeld gibt.

» Ein zentrales Anliegen dieses Datenreports ist, eine empirische Grundlage zur Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes Internationale Jugendarbeit zu schaffen. «

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Das zweite Kapitel fasst die Ergebnisse der Internationa- len Jugendarbeit im Rahmen der Statistik zu den öffentlich geförderten Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit zu- sammen. Zu den ausgewerteten Merkmalen zählen Art und Rechtsform der Träger, Dauer, Häufigkeit, Durchfüh - rungsort sowie Schwerpunkte und Art der Angebote, Teil- nehmende unter Berücksichtigung von Alter und Ge- schlecht, Herkunftsland der meisten Teilnehmenden aus den Partnerländern und Veranstaltungen im In- oder Aus - land, Kooperationen mit Schule sowie personelle Ressour- cen einschließlich des ehrenamtlichen Engagements. Da- mit findet eine empirische Einordnung des Handlungs- feldes der Internationalen Jugendarbeit in die Kinder- und Jugendarbeit statt. Um einen Gesamtüberblick über die Zahl der Angebote und Teilnehmenden zu geben, die das Bundesjugendmi- nisterium fördert, werden im dritten Kapitel Daten der fünf Förderkreise aus dem Zuständigkeitsbereich des BMFSFJ zusammengefasst, die den internationalen Ju- gendaustausch mit Bundesmitteln fördern. Dazu gehören das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW), der Kinder- und Ju- gendplan des Bundes (KJP, darin enthalten die bilateralen Koordinierungsstellen Tandem, ConAct und die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch), die Nationalagen- tur JUGEND für Europa für das EU-Programm Erasmus+ JU- GEND IN AKTION sowie das bis 31. April 2021 befristete Sonderprogramm zur Förderung von deutsch-griechi- schem Jugend- und Fachkräfteaustausch. Daran anschließend wird im vierten Kapitel das Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION und dessen Wirkungen im Rahmen der Ergebnisse aus der europaweiten RAY-For- schung 2019/2020 näher beleuchtet. Derzeit beteiligen sich 34 Nationale Agenturen aus 32 europäischen Län - dern an diesem Forschungsnetzwerk, das eine standardi- sierte Umfrage unter den Teilnehmenden und Projektver- antwortlichen mit dem Ziel durchführt, objektive und subjektive Indikatoren zur Wirksamkeit des Programms zu erheben.

Im fünften Kapitel werden die internationalen Angebote des Kinder- und Jugendplans nach Programmtyp und ihrer jeweiligen Dauer, die Anzahl der Teilnehmenden der Grup- pen aus Deutschland an den Angeboten und der Anteil Ju- gendlicher dargestellt. Darüber hinaus werden die Teilneh- menden der Gruppen aus den Partnerländern an internationalen Angeboten im Inland erfasst, Themen- schwerpunkte der Angebote dargestellt und schließlich verschiedene Weltkarten zur Anzahl der Programme und der inländischen Teilnehmenden visualisiert. Zudem wird der Umfang der Förderung thematisiert. Während die zuvor genannten Kapitel vor allem strukturel - le Daten zusammenfassen, bietet das sechste Kapitel durch die Auswertung der Evaluationen internationaler Ju- gendbegegnungen mit dem digitalen Instrument i-EVAL im Rahmen einer Panelstudie einen inhaltlichen Einblick in die Praxis internationaler Jugendbegegnungen. Von zentraler Bedeutung sind die Erfahrungen und Rückmeldungen der Teilnehmenden, die breit erfasst werden, und sich diffe - renziert, auch im Blick auf Zusammenhänge mit demogra - fischen Angaben oder den Hintergründen der Jugendli - chen, auswerten lassen. Auch zu organisatorischen Rahmenbedingungen der Begegnungen und zu den Pers- pektiven der Mitarbeitenden liefern die hier ausgewerte- ten Daten wichtige Erkenntnisse. Der Datenreport wäre ohne die aktive Mitwirkung ver - schiedener Expert*innen nicht zustande gekommen. Ih- nen gilt unser besonderer Dank für die Zusammenstellung ihrer Forschungs- bzw. Studienergebnisse. Wir hoffen, dass der vorliegende »Datenreport Internatio - nale Jugendarbeit 2019« zur weiteren Diskussion über zen- trale Entwicklungen im Arbeitsfeld Internationale Jugend- arbeit anregt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine anregende Lektüre.

Daniel Poli, Julia Hallebach, Susanne Klinzing

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Ziele, Angebote, Themen, Wirkungen und Strukturen

1. Was ist Internationale Jugendarbeit?

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Internationale Jugendarbeit ist ein Angebot der Kinder- und Jugendhilfe, das im Sozialge- setzbuch VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich verankert ist. Sie ist ein eigener Schwer- punkt der Jugendarbeit, in dem haupt- und ehrenamtlich Engagierte Angebote für jun- ge Menschen machen. Die Angebote werden pädagogisch gestaltet und begleitet. Sie fördern die Entwicklung der Persönlichkeit, interkulturelle Kompe- tenzen, die Teilhabe an der Gesellschaft und bürgerschaftliches Engagement. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gestalten die Aktivitäten selbstbestimmt mit, sie bringen ihre Interessen und Stärken ein. Dabei lernen sie, mit neuen Situationen umzugehen und Verantwortung zu über- nehmen.

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1. Kapitel

»Teilnehmende sollen Vorurteile hinterfragen, andere Gesellschaftsmodelle, Kulturen und Religionen kennen- und verstehen lernen.«

Für junge Menschen stellen die Angebote ein freiwilliges Bildungsangebot dar, das ihnen Gestaltungs- und Entfal- tungsspielraum bietet, ihr eigenes Engagement fördert und einfordert sowie an ihre Interessen, Motivationen und Lebenslagen anknüpft. Dieses Kapitel gibt einen Einblick in das Feld der internati- onalen Jugendarbeit und einen Überblick über ihre Ziele, Angebote, Themen, Wirkungen sowie Strukturen.

Im Zuge der Globalisierung, zunehmender Migration und der politischen sowie lebensweltlichen Bedeutung der Europäischen Union wird es immer wichtiger, dass junge Menschen als Bürger*innen eines gemeinsamen Europas und einer enger zusammenrückenden Welt lernen, diese mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen Vorurteile hinterfragen, andere Gesellschaftsmo- delle, Kulturen und Religionen kennen- und verstehen ler- nen und ein kritisches Verständnis der eigenen sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Hintergründe entwi- ckeln können. Dabei lernen sie auch etwas über globale Zusammenhän - ge – beispielsweise über das Verhältnis der Länder des Glo - balen Nordens und Südens zueinander, über nachhaltiges Wirtschaften, über Folgen des Klimawandels oder über die Herkunft und Produktionsbedingungen wichtiger Rohstof- fe und Lebensmittel. Junge Menschen müssen sich in einer durch Vielfalt und Internationalität bestimmten Gesell - schaft zurechtfinden und benötigen interkulturelle Kom - petenzen für ihre persönliche Entwicklung und ihre beruf- lichen Perspektiven.

Welche Ziele verfolgt Internationale Jugendarbeit?

Aus der Konsequenz zweier Weltkriege entstand die Idee, dass internationaler Austausch und die Begegnung von Jugendlichen der Aussöhnung, der Verständigung und einem positiven Bild Nachkriegsdeutschlands dienen. Internationale Jugendarbeit will daher den Respekt vor anderen Kulturen, Einblicke in die unterschiedlichen Lebensweisen inner- und außerhalb Europas sowie die Aussöhnung mit Menschen in Ländern, deren Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg Schreckliches angetan wurde, för- dern. Diese Zielsetzungen lassen sich deutlich an Förderstruktu- ren und Organisationen ablesen. Verschiedene bilaterale Kulturabkommen legen den Jugendaustausch als ein wich- tiges Instrument der Auswärtigen Kultur- und Bildungs- politik fest. Neben einem Deutsch-Französischen und Deutsch-Polnischen Jugendwerk sowie bilateralen Koordi- nierungsstellen für den Jugendaustausch mit Israel, Tsche- chien und Russland wurde inzwischen ein Deutsch-Grie- chisches Jugendwerk gegründet. Die Einrichtung eines Deutsch Israelischen Jugendwerks wurde im Oktober 2018 beschlossen und ist im Aufbau begriffen. Diese Organisati - onen sollen die Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Deutschland und aus Ländern ehemaliger Kriegsgegner fördern.

An wen richtet sich Internationale Jugendarbeit?

Internationale Jugendarbeit richtet sich grundsätzlich an alle jungen Menschen, unabhängig von Herkunft, Bildung oder anderen Faktoren. Die meisten Angebote der interna- tionalen Jugendarbeit in Deutschland richten sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren, da die entspre- chenden Förderprogramme auf diese im Kinder- und Jugendhilfegesetz definierte Altersspanne des Begriffs „Jugend“ zugeschnitten sind. Es gibt aber auch, besonders in grenznahen Regionen, Angebote für Jüngere. Manche Angebote im Ausland, bei denen Jugendliche selbstständig anreisen müssen, setzen Volljährigkeit voraus. An Angebo - ten, die keine jugendpolitisch begründete Förderung aus Deutschland, sondern EU-Förderung erhalten, können auch Ältere teilnehmen.

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Um welche Themen dreht sich Internationale Jugendarbeit?

Zur Zielgruppe Internationaler Jugendarbeit zählen auch Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendbildung, also ehren-, neben- und hauptamtliche Mitarbeiter*innen in Vereinen, Verbänden, Organisationen und Institutionen. Sie lernen in internationalen Seminaren und Trainings, ein internationales Projekt durchzuführen und Verantwortung zu übernehmen. Daneben gibt es den Fachaustausch für den gesamten Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei treffen sich Fachkräfte aus einem Arbeitsbereich, um sich über Bedin - gungen, Konzepte und Methoden ihrer Arbeit auszutau- schen.

Die Themen, die in internationalen Austausch- und Begeg- nungsprogrammen bearbeitet werden, sind vielfältig und setzen an der Lebenswelt und an den Interessen junger Menschen an. Im Fokus stehen Fragen wie: • Wie können Konflikte friedlich gelöst werden? • Wie können wir nachhaltig an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten? • Wie funktioniert Politik in der EU oder in anderen Ländern? • Welche kulturellen Vorlieben und Ausdrucksformen haben andere Menschen? • Warum sieht mein*e Nachbar*in aktuelle Themen oder die Geschichte anders als ich?

Welche Angebote umfasst Internationale Jugendarbeit?

Internationale Jugendarbeit bietet unterschiedliche Mög- lichkeiten, sich freiwillig, über Ländergrenzen hinweg zu engagieren. Dabei wird unterschieden zwischen Kurz- und Langzeitformaten, zwischen Gruppen- und Individualpro- grammen sowie zwischen Angeboten unter Beteiligung von zwei, drei oder mehreren Ländern. → Abb nächste Seite Verschiedene Formate bieten Berührungspunkte zwi- schen Internationaler Jugendarbeit und der Jugendbildung mit schulischen Angeboten. Dabei entstehen durch die Kooperation von außerschulischen Akteuren der Jugend- arbeit und Jugendbildung mit Schulen auch gemeinsame Angebote. Ebenso haben digitale Angebote und Tools Ein- zug in die Internationale Jugendarbeit gehalten und stär - ken das Arbeitsfeld.

Theater, Sport, Musik, Tanz, Videos, Fotografie, Politik, Ge - schichte, Umwelt, Inklusion und Fragen der Beteiligung ge- ben Anlässe für Diskussionen, Planspiele, gemeinsame Projekte, künstlerische Aktivitäten oder Medienarbeit.

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Internationale Jugendbegegnungen

Europäische und internationale Seminare und Trainings

Bei einer internationalen Jugendbegegnung treffen sich Gruppen von jungen Menschen aus verschiedenen Ländern. Sie leben für eine bestimmte Zeit zusammen, beschäftigen sich mit einem bestimmten Thema oder Projekt und üben ihre Freizeitaktivitäten gemeinsam aus. Wichtig ist dabei das Prinzip der Gegenseitigkeit: Ein Jugendaustausch besteht in der Regel aus einem Besuch und Rückbesuch der beteiligten Jugendgrup- pen. Dabei stehen das gegenseitige Kennenlernen und der interkulturelle Austausch im Vordergrund.

Haupt- und ehrenamtlich engagierte Fach- und Füh- rungskräfte können an internationalen Seminaren bzw. Trainings teilnehmen, um sich beispielsweise zu Antragstellung, Methoden oder im (medien-)päda- gogischen Bereich weiterzubilden. Dazu gehört auch die Jugendleiter*innen- bzw. Teamer*innen-Ausbildung, die dazu befähigt, eine ehrenamtliche Tätigkeit als Leitung einer Jugendgrup - pe bzw. eines Jugendprojekts national und internatio- nal auszuüben.

Workcamps

Fachkräfteaustausch

Bei einem Workcamp arbeiten Jugendliche in einer internationalen Gruppe für etwa vier bis sechs Stunden pro Tag an einem gemeinnützigen Projekt, zum Beispiel im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich. Ergänzt wird die Arbeit durch ein gemeinsames, meist selbstorganisiertes Freizeitprogramm.

Bei einem Fachkräfteaustausch begegnen sich Fach - kräfte der Kinder- und Jugendhilfe aus verschiedenen Ländern und tauschen sich zu einem bestimmten The - ma aus. Der Fachkräfteaustausch stellt ein spezifisches Format der Fort- und Weiterbildung von ehren-, neben- und hauptamtlichen Fachkräften dar. Er bietet den Teilneh - menden die Chance, von- und miteinander zu lernen und Erfahrungen und Erkenntnisse für das eigene Arbeitsfeld zu gewinnen bzw. trägt auch zur Weiterent - wicklung der Kinder- und Jugendhilfe in den beteiligten Ländern bei. Der Austausch kann auch die Basis für eine künftige Zusammenarbeit sein.

Freiwilligendienste

In einem Freiwilligendienst engagieren sich junge Men- schen freiwillig für einen längeren, festgelegten Zeit - raum in einer gemeinnützigen Organisation oder in einem Projekt im Ausland. Man unterscheidet zwi- schen gesetzlich geregelten und nicht geregelten Frei- willigendiensten. Gesetzlich geregelte Rahmenbedingungen oder Richt- linien gibt es für das Freiwillige Soziale und Ökologische Jahr, den Anderen Dienst im Ausland, die internationa- len Jugendfreiwilligendienste, für die Dienste kultur- weit und weltwärts sowie das Europäische Solidaritäts - korps. Bei den gesetzlich nicht geregelten Diensten dagegen wird zwischen den Freiwilligen und der Entsendeorga- nisation ein privatrechtlicher Vertrag geschlossen.

Job Shadowing (Hospitation)

Job Shadowing meint „im Schatten einer Fachkraft zu arbeiten“, bedeutet also hospitieren. Eine Fachkraft beobachtet und begleitet über einen kurzen Zeitraum den Berufsalltag einer anderen Fachkraft im Ausland, um einen Einblick in ihre Arbeit zu gewinnen. Im Gegen- satz zum Fachkräfteaustausch steht bei diesem Format die individuelle Weiterbildung im Fokus.

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Was bewirkt Internationale Jugendarbeit?

Ob bei Jugendbegegnungen oder im internationalen Fach- kräfteaustausch: Das Lernen voneinander (Peer Learning) schafft auch für Fachkräfte der Jugendarbeit sowie ihre Trägerorganisationen und Einrichtungen neue Erkenntnis - se. Fachkräfte machen selbst interkulturelle Erfahrungen, lernen etwas über die anderen Länder und die Arbeit im Jugendbereich dort und gewinnen neue Perspektiven für das eigene Arbeitsgebiet. Der Fachkräfteaustausch kann damit zur Weiterentwick - lung der Kinder- und Jugendhilfe beitragen. Es kann eine internationale und interkulturelle Öffnung von Stadtver - waltungen, Vereinen, Verbänden und Institutionen entste - hen, also eine Organisationsentwicklung, die von vielen im zusammenwachsenden Europa und in einer globalisierten Welt als Bereicherung und immer mehr als Notwendigkeit betrachtet wird. Eine bessere Kenntnis sowie ein tieferes Verständnis für die Andersartigkeit sowie die gesellschaftlichen Rahmen- bedingungen der Herkunftsländer erleichtern beispiels - weise die Arbeit mit Migrant*innen, jungen Geflüchteten sowie Jugendlichen mit Migrationsgeschichte.

Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen wurden die Wirkungen internationaler Jugendbegegnungen belegt. Festgestellt wurde, dass selbst kurzzeitige internationale Erfahrungen in Gruppen einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung junger Menschen haben. Gefördert wird die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen im Hin- blick auf Selbstvertrauen, soziale Kompetenz, Offenheit für neue Erfahrungen, interkulturelle und Diversitätskom - petenz sowie Identitätsbildung. Viele Jugendliche profitieren also von einer internationalen Begegnungserfahrung, indem sie beispielsweise lernen, unbekannte Situationen besser zu bewältigen oder sich aktiv in eine Gruppe einzubringen. Sie entwickeln nicht nur eine positive Grundhaltung gegenüber dem Gastland, son- dern werden auch offener für einen weiteren Auslandsauf - enthalt. Hemmungen, sich in einer Fremdsprache auszu- drücken, werden abgebaut und bereits vorhandene Kenntnisse verbessert. Internationale Jugendarbeit leistet also einen entscheidenden Beitrag zur Persönlichkeitsent- wicklung junger Menschen und fördert – neben der Sprach- kompetenz – auch Selbstsicherheit, Teamfähigkeit sowie ein europäisches Bewusstsein und Weltoffenheit. Junge Menschen, die sich in einer Übergangsphase ihrer Entwicklung mit allen Unsicherheiten und Fragen der weiteren Berufs- und Lebensorientierung befinden, profi - tieren von diesen Potenzialen und vielfältigen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zu berufsbezogenen Kompetenzen. Internationale Jugendarbeit ist damit ein relevantes außerschulisches Bildungsangebot und bietet Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, die allein im Rah - men schulischer Angebote kaum möglich sind.

»Internationale Jugendarbeit fördert die Persönlichkeitsent- wicklung junger Menschen.«

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1. Kapitel

Wer fördert Internationale Jugendarbeit?

Der hier vorliegende Datenreport konzentriert sich allein auf die Fördereinrichtungen und -instrumente der öffentli - chen Hand im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die Förderung Internationaler Jugendarbeit in Deutsch- land und Europa lässt sich in drei Bereiche unterteilen.

Dazu zählen:

Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps

Öffentliche Hand Als „öffentliche Hand“ gelten Förderprogramme oder finanzielle Zuschüsse durch die Europäische Union, den Europarat, die Bundesregierung, die Regierungen der Bundesländer und durch die Kommunen. Hinzu kommen öffentlich-rechtliche Stiftungen.

Deutsch-Französisches Jugendwerk

Deutsch-Polnisches Jugendwerk

Private Hand Die „private Hand“ beschreibt die Förderung durch private Stiftungen, Spender und Sponsoren.

Sonderprogramm zur Förderung von deutsch- griechischem Jugend- und Fachkräfteaustausch (Es endete Ende 2020 mit der Gründung und Errichtung des Jugendwerks.)

Eigene Hand Mit „eigene Hand“ ist das Aufbringen von Finanzmitteln durch Aktivitäten der Projektträger selbst gemeint, z. B. Teilnahmebeiträge, Eigenmittel des Trägers oder andere Einnahmen.

Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) einschließlich der Koordinierungszentren: • C onAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch, • K oordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch – Tandem • S tiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gGmbH

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»Der Datenreport Internationale Jugendarbeit konzentriert sich auf die Fördereinrichtungen und -instrumente der öffentlichen Hand.«

Neben diesen Förderkreisen gibt es noch weitere Förder- programme im Zuständigkeitsbereich des BMFSFJ bzw. in anderen Ressorts, die hier im Einzelnen nicht aufgeführt werden können. Dies würde den Rahmen dieser Publikati- on übersteigen. Es sei der Hinweis gestattet, dass für Ausgaben aus öffent - lichen Mitteln die amtliche Statistik des Statistischen Bun- desamts den Rahmen bietet, um diesbezüglich Zahlen und Daten zu erfassen.

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Im Spiegel der Kinder- und Jugendhilfestatistik

Julia Haubrich / Sebastian Volberg / Dr. Jens Pothmann / Dr. Thomas Mühlmann

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2. Internationale Jugendarbeit im Jahr 2019

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In diesem Datenreport werden im Folgen- den Ergebnisse zur Internationalen Jugend- arbeit aus der amtlichen Statistik zu den öffentlich geförderten Angeboten der Kin - der- und Jugendarbeit (kurz: Kinder- und Jugendarbeitsstatistik) für das Jahr 2019 vorgestellt. Zudem werden dort, wo sich wesentliche Unterschiede zu den Daten aus dem vorherigen Berichtsjahr 2017 feststel- len lassen, diese ebenfalls vergleichend dar- gestellt. Bei den Auswertungen wird auf die vom Sta- tistischen Bundesamt zur Verfügung gestell- ten Standardtabellen sowie auf die über das Forschungsdatenzentrum (FDZ) der Statis- tischen Ämter des Bundes und der Länder verfügbaren Mikrodaten zurückgegriffen. Die Erhebung ist eine gemäß §§ 98 bis 103 SGB VIII von den Statistischen Landesäm- tern durchgeführte bundesweit einheitliche Erfassung.

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2. Kapitel

Methodische Vorbemerkungen Die Erfassungsbereiche bei der Erhebung über die Ange- bote der Kinder- und Jugendarbeit nach § 11 SGB VIII sowie zu den Fortbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche Mitar- beitende nach § 74 Abs. 6 (Teil II der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik – im Folgenden auch KJH-Statistik) sind offene Angebote und Gruppenangebote sowie Veranstal - tungen und Projekte der Kinder- und Jugendarbeit, soweit diese mit öffentlichen Mitteln pauschal oder maßnahmen - bezogen gefördert werden oder der Träger eine öffentliche Förderung erhält und dieser darüber hinaus ein anerkann - ter Träger der Kinder- und Jugendhilfe ist. Die Kinder- und Jugendarbeitsstatistik ist eine Erhebung, die zu jedem erfassten Angebot – sofern es sich um eine Veranstaltung oder ein Projekt und nicht um ein offenes oder gruppenbezogenes Angebot handelt – abfragt, ob es sich dabei um eines im Rahmen der Internationalen Ju- gendarbeit handelt.

Angebote der Internationalen Jugendarbeit werden also bei der Erhebung zu den öffentlich geförderten Veranstal - tungen und Projekten mitberücksichtigt. Hierzu zählt die amtliche Statistik „[…] solche Veranstaltungen und Projek- te […], die im In- oder Ausland stattfinden und an denen Personen aus dem In- und Ausland teilnehmen (z. B. Ju- gendaustausch, Jugendbegegnung, Workcamps). […] Ver- anstaltungen und Projekte, die überwiegend einem schuli- schen Bildungszweck dienen, werden darunter nicht gefasst.“ 1 Diese Erläuterung der amtlichen Statistik zur Internationa - len Jugendarbeit ist anschlussfähig an das fachliche Ver - ständnis von Internationaler Jugendarbeit, wenn es bei - spielsweise im „Fachlexikon der Sozialen Arbeit“ zum gleichnamigen Stichwort dazu heißt: „Hierzu gehören bi- und multilaterale Begegnungen zwischen Jugendgruppen im In- und Ausland, Jugendgemeinschaftsdienste, z. B. in internationalen Workcamps, und Freiwilligendienste im Ausland“ 2 . Deutlich wird hierüber aber auch, dass die KJH- Statistik die Internationale Jugendarbeit nicht vollständig abbildet. So werden beispielsweise keine Angaben zu den Freiwilligendiensten im Ausland erhoben.

• Herkunftsland der meisten ausländischen Teilnehmenden und Veranstaltungen im In- oder Ausland → Abschnitt 2.5

Die nachfolgend präsentierten Auswertungen orientieren sich an der Systematik der amtlichen Statistik.

So werden nach einer Zusammenfassung zentraler Befun- de → Abschnitt 2.1 Daten zu folgenden Erhebungsmerkma- len präsentiert:

• Kooperation mit Schule → Abschnitt 2.6

• Art und Rechtsform des Trägers → Abschnitt 2.2

• personelle Ressourcen einschließlich des ehrenamtlichen Engagements → Abschnitt 2.7

• Dauer, Häufigkeit, Durchführungsort sowie Schwerpunkte und Art des Angebots → Abschnitt 2.3

Nach der Beschreibung der Befunde werden die Ergebnis- se eingeordnet und abschließend beurteilt. Dabei wird auch auf Fragen zur Vollzähligkeit und Vollständigkeit der amtlichen Daten und damit letztendlich auch auf die Validi- tät der Ergebnisse eingegangen → Abschnitt 2.8.

• Teilnehmende an Angeboten unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht → Abschnitt 2.4

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2.1 Zentrale Befunde zu Trägern, personellen Ressourcen und Teil- nehmendenzahlen Die Kinder- und Jugendarbeitsstatistik zählt insgesamt 24.323 offene Angebote mit 950.155 Stammbesucher*in - nen, 26.475 regelmäßige gruppenbezogene Angebote mit 805.536 Teilnehmenden und 105.864 Veranstaltungen und Projekte mit 6.832.268 Teilnehmenden. Die Veranstaltun- gen und Projekte werden differenziert in 35.291 Ferienfrei - zeiten, 23.655 Aus-, Fort- und Weiterbildungen und Semi- nare, 16.790 Projekte sowie 30.128 Feste, Konzerte und andere Veranstaltungen. 3 Für das Berichtsjahr 2019 weist die Statistik 2.059 Angebo- te der Internationalen Jugendarbeit aus, was einem Anteil von knapp 2 % gemessen an allen Veranstaltungen und Projekten entspricht. An diesen Angeboten nehmen 2019 insgesamt 139.446 Personen teil, was einem Anteil von et- was mehr als 2 % aller Teilnehmenden an Projekten und Veranstaltungen entspricht. Die Aufbereitung der Ergebnisse der KJH-Statistik soll auch einen Vergleich mit anderen Datenquellen zur Internatio- nalen Jugendarbeit ermöglichen, die im Rahmen des Da- tenreports berücksichtigt werden. Werden daher, wo es die Daten zulassen, die Teilnehmenden von 10 bis unter 27 Jahren gezählt, um eine Vergleichbarkeit mit Daten aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) zu ermögli- chen, verringert sich die Zahl der Teilnehmenden auf 128.830. 4 Die Kennzahlen der Angebote der Internationalen Jugend- arbeit und derjenigen der weiteren Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen von Projekten und Veranstaltungen ähneln sich in vielen Punkten. Bei der Trä - gerschaft der Angebote ist allerdings bei den Angeboten der Internationalen Jugendarbeit mit über drei Viertel ein größerer Anteil der freien Träger festzustellen als bei Ver - anstaltungen und Projekten der anderen Handlungsfelder mit etwa zwei Dritteln.

Bei den personellen Ressourcen zeigt sich, dass Angebote der Internationalen Jugendarbeit einen leicht höheren Be- darf an hauptamtlichen Mitarbeitenden gegenüber Veran- staltungen und Projekten der anderen Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit haben. Durchschnittliche Veranstaltungstage und Übernachtun- gen je Angebot sind aufgrund der für viele Formate typi- schen Reisen erwartungsgemäß in der Internationalen Ju - gendarbeit höher. Auch die Verteilung der Träger nach der Teilnehmendenzahl liegt mit einem Anteil von jeweils etwa 60 % bei Angeboten, die von freien Trägern durchgeführt werden, in der Internationalen Jugendarbeit und Veran- staltungen und Projekten aller Handlungsfelder der Kin- der- und Jugendarbeit in etwa gleichauf. → Abb 1 Dies verdeutlicht allerdings die Bedeutung der freien Trä - ger für das Angebot an Internationaler Jugendarbeit (vgl. Abschnitt 2.2).

1 A rbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik: FAQ-Sammlung zur Statistik der öffentlich geförderten Angebote der Kinder- und Jugendarbeit. Stand Oktober 2015, Dortmund 2015, S. 22 (www.jugendarbeitsstatistik. tu-dortmund.de/fileadmin/FAQ/FAQ_Statistik_Jugendarbeit_2015_10_26.pdf ; letzter Zugriff: 01.04.2022). 2 Dreber, M.: „Internationale Jugendarbeit“, in: Fachlexikon der Sozialen Arbeit, hg. v. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., 8. Aufl., Baden-Baden: Nomos, 2017, S. 450-451. 3 V gl. Mühlmann, T./Pothmann, J.: Statistik der Kinder- und Jugendarbeit – Potenziale noch nicht ausgeschöpft, in: KomDat Jugendhilfe, 2019, Heft 1, S. 1-8. 4 Allerdings ist bei einem Vergleich mit Teilnehmendenzahlen von Maßnahmen, die aus dem KJP gefördert werden, zu beachten, dass auch ehrenamtlich und hauptamtlich in der Kinder- und Jugendhilfe tätige Personen unter Teilnehmende gefasst werden, wohingegen die KJH-Statistik personelle Ressourcen gesondert erfasst ( https://www.bmfsfj.de/blob/129660/48f07b30436e0db4c7ec - 146392dbe224/2018-kjp-formblatt-data.xlsx; letzter Zugriff: 25.03.2022).

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Abb 1 Vergleich der Internationalen Jugendarbeit mit Veranstaltungen und Projekten aller Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit – Deutschland 2019 – Anzahl und Anteile in Prozent

Internationale Jugendarbeit

Veranstaltungen und Projekte aller Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit

absolut

Anteile in %

absolut

Anteile in %

2.059 1.587 472

100,0 77,1 22,9

105.864 74.107 31.757

100,0 70,0 30,0

Angebote • davon bei freien Trägern • davon bei öffentlichen Trägern

Angebote unter Mitarbeit von … • ehrenamtlich pädagogisch tätigen Personen • haupt- oder nebenberuflich pädagogisch tätigen Personen • Honorarkräften • Personen im Praktikum • Personen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) • Personen im Bundesfreiwilligendienst • geringfügig Beschäftigten • sonstigen Personen

1.284

62,4

61.164

57,8

1.383 585 177 140

67,2 28,4

65.647 21.084

62,0 19,9

8,6 6,8

9.249 7.435

8,7 7,0

108 39 206

5,2 1,9 10,0

6.225 2.918 7.220

5,9 2,8 6,8

Durchschnittliche Anzahl der Veranstaltungstage je Angebot

9,2

4,7

Durchschnittliche Anzahl der Übernachtungen je Angebot

7,0

1,7

128.830 79.427 49.403

100 ,0 61,7 38,3

6.832.268 4.187.544 2.644.724

100,0 61,3 38,7

Teilnehmende* • davon bei freien Trägern • davon bei öffentlichen Trägern

* Internationale Jugendarbeit: Freizeiten, Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie Projekte: Teilnehmende von 10 bis unter 27 Jahren; andere Angebotstypen: alle Teilnehmenden; Veranstaltungen und Projekte aller Handlungsfelder: alle Teilnehmenden.

Quelle FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, https://doi.org/10.21242/22531.2019.00.00.1.1.0 ; eigene Berechnungen

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»Freie Träger machen die große Mehrheit gegenüber dem öffentlichen Sektor aus. Fast zwei Drittel aller Träger, die Angebote der Internationalen Jugendarbeit durchführen, sind als Verein eingetragen.«

Im Vergleich zum vorausgehenden Berichtsjahr 2017 (ohne Abbildung) fällt auf, dass die Anzahl der Angebote der Internationalen Jugendarbeit von 2017 zu 2019 von 2.685 auf 2.059 deutlich gesunken ist (minus 23,3 %), wäh - rend sie bei den Veranstaltungen und Projekten aller Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit um 7,6 % von 98.390 auf 105.864 gestiegen ist. Auch die Teilneh- mendenzahl ist in diesem Zeitraum bei Angeboten der In- ternationalen Jugendarbeit um 9,1 % von 141.659 auf 128.830 zurückgegangen. In allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit insgesamt blieb sie mit einem Plus von 0,8 % (entspre- chend 53.223 Teilnehmenden) annähernd gleich bei etwa 6,8 Mio. Teilnehmenden. 2.2 Art und Rechtsform des Trägers In der Internationalen Jugendarbeit sind Jugendverbände und Jugendringe die am häufigsten vertretene Trägergrup - pe. Auch die meisten Angebote werden von ihnen durchge- führt. Bei den Rechtsformen ist der eingetragene Verein am weitesten verbreitet. Insgesamt zeigen die Ergebnisse die große Bedeutung freier Träger für Aktivitäten und das Angebot im Bereich der Internationalen Jugendarbeit. Die Kinder- und Jugendarbeitsstatistik unterscheidet zwi- schen öffentlichen und freien Trägern sowie den dazuge - hörigen Organisationstypen aus dem Feld der Kinder- und Jugendhilfe, wie Jugendamt (öffentlich), Jugendverbänden (frei) oder Wohlfahrtsverbänden (frei). Darüber hinaus werden Angaben zur Rechtsform der Träger erhoben, und zwar nach Merkmalsausprägungen wie „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ oder „eingetragener Verein (e.V.)“. Die 2.059 Angebote der Internationalen Jugendarbeit wur- den von 449 verschiedenen Trägern durchgeführt. Das ist im Vergleich zum Berichtsjahr 2017 ein Rückgang von 21,6 % und entspricht somit in etwa dem Rückgang der Anzahl der Angebote im gleichen Zeitraum (23,3 %; siehe oben). Freie Träger machen insgesamt mit 358 Organisati - onseinheiten die große Mehrheit gegenüber 91 Trägern aus dem öffentlichen Sektor aus. Die Gruppe der

öffentlichen Träger setzt sich insbesondere aus Gemein - den oder Gemeindeverbänden ohne eigenes Jugendamt und anderen Gebietskörperschaften sowie den Jugendäm - tern als örtliche Träger zusammen. Die meisten der freien Träger entfallen auf die Kategorie der Jugendverbände 5 oder Jugendringe. Auch insgesamt stellt diese Gruppe mit 161 verschiedenen Organisationseinheiten die größte Trä - gergruppe 6 . → Abb 2 Im Vergleich zum Berichtsjahr 2017 lassen sich hinsichtlich der Verteilung der Angebote der Internationalen Jugendar- beit auf die verschiedenen Träger keine wesentlichen Ver - änderungen feststellen. Der Anteil der Jugendverbände und Jugendringe fällt 2,5 Prozentpunkte größer aus und der Anteil der Gemeinden oder Gemeindeverbände ohne eigenes Jugendamt und anderer Gebietskörperschaften um 3,8 Prozentpunkte kleiner (ohne Abbildung). Deutliche Veränderungen zeigen sich im Jahresvergleich allerdings mit Blick auf die von den verschiedenen Trägern durchge - führten Angebote und deren Teilnehmendenzahlen. Hier- auf wird in den folgenden Abschnitten näher eingegangen.

5 Z u den Jugendverbänden zählen auch die Sportjugend und Jugend- abteilungen im Sportverband/-verein. 6 Z ur Gruppe der sonstigen Träger werden beispielsweise der Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) Bundesverein e.V. - Gesellschaft für internationale und politische Bildung, der Internationale Bund (IB) oder auch die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) gerechnet, aber auch Träger von Bildungsstätten fallen hierunter, sofern es sich hierbei auch um anerkannte Träger der Kinder- und Jugendhilfe handelt.

20

Abb 2 Verteilung der Angebote durchführenden Träger im Bereich der Internationalen Jugendarbeit – Deutschland 2019 – Anteile in Prozent

Art des Trägers

Jugendverband oder Jugendring

35,9 %

Verband der Freien Wohlfahrtspflege

17,4 %

Gemeinde oder Gemeindeverband ohne eigenes Jugendamt / Andere Gebietskörperschaft

13,8 %

Jugendamt (örtlicher Träger)

6,5 %

1,6 %

Jugendgruppe

Landesjugendamt / Oberste Landesjugendbehörde

0 %

Sonstige anerkannte Träger

24,9 %

N = 449

Quelle FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, https://doi.org/10.21242/22531.2019.00.00.1.1.0 ; eigene Berechnungen

Die Anzahl der von den verschiedenen Trägern durchge - führten Angebote ist in Abbildung 3 ersichtlich. Zum Ver- gleich sind dort die Zahlen sowohl für das aktuelle Be- richtsjahr 2019 als auch für das vorherige Berichtsjahr 2017 dargestellt. Für beide Berichtsjahre gilt, dass sich die Zahlen zwischen den Trägern jeweils deutlich voneinander unterscheiden. Im Jahr 2019 führten Jugendverbände und Jugendringe insgesamt 618 Angebote der Internationalen Jugendarbeit durch. Sonstige anerkannte Träger liegen im Berichtszeitraum mit 642 Angeboten noch knapp davor. Die 78 Verbände der Freien Wohlfahrtspflege oder ihnen zuzurechnende Träger kommen insgesamt auf 311 Ange - bote. Gemeinden oder Gemeindeverbände ohne eigenes Jugendamt bzw. andere Gebietskörperschaften folgen wei- terhin mit großem Abstand auf die Jugendverbände und Jugendringe. → Abb 3

Im Vergleich zum Berichtsjahr 2017 fällt zunächst auch hier der Rückgang der Gesamtzahl der Angebote der In- ternationalen Jugendarbeit auf, der über alle Träger hin - weg 23,3 % beträgt. In absoluten Zahlen zeigt sich der Rückgang am stärksten bei den Trägern mit den meisten Angeboten – zum einen bei Jugendverbänden und Ju - gendringen (Rückgang von 820 auf 618) und zum anderen bei sonstigen anerkannten Trägern (Rückgang von 907 auf 642). Prozentual ist der stärkste Rückgang bei Gemeinden oder Gemeindeverbänden ohne eigenes Jugendamt bzw. an - deren Gebietskörperschaften festzustellen (Rückgang um 39 % von 413 auf 252) 7 . Örtliche Jugendämter sind die einzigen Träger, die gemäß den Angaben im Jahr 2019 mehr Angebote der Internationalen Jugendarbeit ver- zeichnen als im Jahr 2017 (plus 18,3 %; 186 vs. 220).

7 D er Rückgang der Angebotszahl in der Trägerschaft von Landesjugend- ämtern oder Obersten Landesjugendbehörden um 100 % wird hier ausgeklammert, da die Absolutzahl nur von 2 im Jahr 2017 auf 0 im Jahr 2019 gesunken ist.

21

Abb 3 Angebote der Internationalen Jugendarbeit nach Art des Trägers – Deutschland 2017 und 2019 – Anzahl in absoluten Zahlen

820

Jugendverband oder Jugendring

618

413

Verband der Freien Wohlfahrtspflege

252

Gemeinde oder Gemeindeverband ohne eigenes Jugendamt / Andere Gebietskörperschaft

343

311

186

Jugendamt (örtlicher Träger)

220

14 16

Jugendgruppe

2 0

Landesjugendamt / Oberste Landesjugendbehörde

907

Sonstige anerkannte Träger

642

2017 [N = 2.685]

2019 [N = 2.059]

Quelle FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, https://doi.org/10.21242/22531.2017.00.00.1.1.0 , https://doi.org/10.21242/22531.2019.00.00.1.1.0 ; eigene Berechnungen

Bei einer Unterscheidung nach freien und öffentlichen Trägern zeigt sich, dass sich der Gesamt-Rückgang an - teilsmäßig annähernd gleich auf diese beiden Gruppen verteilt. Die Zahl der Angebote der Internationalen Ju- gendarbeit verringert sich von 2017 zu 2019 bei freien Trägern um 23,9 % (von 2.084 auf 1.587 Angebote) und bei öffentlichen Trägern um 21,5 % (von 601 auf 472 An - gebote). In demselben Zeitraum sind die Angebotszahlen für Veranstaltungen und Projekte aller Handlungsfelder der Kinder- und Jugendarbeit um 4,9 % (freie Träger) bzw. 14,4 % (öffentliche Träger) gestiegen.

»Prozentual ist der stärkste Rückgang bei Gemeinden oder Gemeindeverbänden ohne eigenes Jugendamt bzw. anderen Gebietskörperschaften festzustellen.«

22

2. Kapitel

Wechselt man die Auswertungsperspektive und blickt auf die Zahl der Teilnehmenden, so ergibt sich folgendes Bild: In der Gesamtzahl der Teilnehmenden an Angeboten der Internationalen Jugendarbeit im In- und Ausland stehen im Jahr 2019 Gemeinden und Gemeindeverbände ohne eige - nes Jugendamt mit insgesamt 40.781 teilnehmenden Per- sonen an erster Stelle. → Abb 4 Sonstige anerkannte Träger stehen mit 30.350 Teilnehmenden an zweiter Stelle. An An- geboten, die von Jugendverbänden und Jugendringen durchgeführt wurden, nahmen 2019 29.590 Personen teil. Gegenüber dem vorherigen Berichtsjahr 2017 ist die An- zahl der Teilnehmenden an Angeboten der Internationalen Jugendarbeit insgesamt um knapp 10 % (12.829) gesunken. Einen auffallend großen Rückgang haben dabei in absolu- ten Zahlen Angebote von Jugendverbänden oder Jugend - ringen zu verzeichnen (minus 16.704 Teilnehmende bzw. minus 36,1 %) sowie von sonstigen anerkannten Trägern (minus 6.091 Teilnehmende bzw. minus 16,7 %), während die Teilnehmendenzahl bei Angeboten von Gemeinden oder Gemeindeverbänden ohne eigenes Jugendamt und anderen Gebietskörperschaften deutlich um 13.931 (51,9 %) gestiegen sind. Mit Blick auf die Anteilswerte ste- chen jedoch zum einen insbesondere die Jugendgruppen hervor, für die 2019 mit nur noch 622 Teilnehmenden weni- ger als ein Fünftel der Teilnehmendenzahl von 2017 (3.526) erfasst wird, obwohl hier 2019 mit 16 Angeboten 2 Angebo- te mehr verzeichnet wurden als 2017 (vgl. Abb 3). Zum an- deren fällt der Rückgang bei den Landesjugendämtern bzw. Obersten Landesjugendbehörden von 77 auf 0 auf, was darauf zurückzuführen ist, dass 2019 von diesen Trä - gern gemäß der Statistik 0 statt zuvor noch 2 Angebote durchgeführt wurden. Werden die Teilnehmendenzahlen der freien Träger denen der öffentlichen Träger gegenübergestellt, zeigen sich im Jahresvergleich eklatante Unterschiede. Während die Teil - nehmendenzahl von 2017 zu 2019 bei Angeboten bei freien Trägern deutlich um 24,4 % (von 105.113 auf 79.427) sinkt, steigt sie bei Angeboten bei öffentlichen Trägern um 35,2 % (von 36.546 auf 49.403). Entsprechend steigt der Anteil der Teilnehmendenzahl bei Angeboten öffentlicher Träger (im Verhältnis zur Teilnehmendenzahl bei Angeboten freier Träger desselben Jahres) von 2017 zu 2019 von 25,8 % auf

35,4 % und sinkt analog bei Angeboten öffentlicher Träger von 74,2 % auf 57,0 %. Diese Verschiebung im Verhältnis öf - fentlicher zu freien Trägern betrifft nur die Angebote der Internationalen Jugendarbeit; bei den anderen Veranstal- tungen und Projekten bleiben sowohl die Teilnehmenden- zahlen als auch die Verteilung auf die Träger im Jahresver - gleich annähernd konstant. Die Statistik zu den öffentlich geförderten Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit umfasst neben der Art des Trä - gers auch Angaben zu den Rechtsformen der Träger. Die Bedeutung der freien gemeinnützigen Organisationen für die Internationale Jugendarbeit wird dabei an der Zahl der Träger und der Angebote sichtbar. Fast zwei Drittel aller Träger, die Angebote der Internationalen Jugendarbeit durchführen, sind als Verein eingetragen. → Abb 5 Unter den öffentlichen Trägern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie Gebietskörperschaften oder Be- hörden weiterhin die am häufigsten vertretenen Rechts - formen. Dass private oder öffentliche Stiftungen oder Kommunalunternehmen Träger eines Angebots der Inter - nationalen Jugendarbeit sind, kommt nach wie vor äußerst selten vor. Sie sind bei der Darstellung der Ergebnisse un- ter sonstigen Rechtsformen zusammengefasst. Insgesamt haben im Berichtszeitraum 2019 449 einzelne Träger ein Angebot der Internationalen Jugendarbeit gemeldet. Mit einer Zahl von 289 entfallen fast zwei Drittel dieser Träger auf (gemeinnützige) Vereine, die einen ähnlich hohen An - teil bei der Zahl der Angebote vorweisen.

23

Abb 4 Zahl der Teilnehmenden an Angeboten der Internationalen Jugendarbeit insgesamt nach Art des Trägers – Deutschland 2017 und 2019 – Anzahl in absoluten Zahlen

46.290

Jugendverband oder Jugendring

29.950

Gemeinde oder Gemeindeverband ohne eigenes Jugendamt / Andere Gebietskörperschaft

26.850

40.781

18.852 18.865

Verband der Freien Wohlfahrtspflege

9.619

Jugendamt (örtlicher Träger)

8.622

3.526

Jugendgruppe

622

77 0

Landesjugendamt / Oberste Landesjugendbehörde

36.441

Sonstige anerkannte Träger

30.350

2017 [N = 141.659]

2019 [N= 128.830]

Abb 5 Verteilung der durchgeführten Angebote sowie der durchführenden Träger der Internationalen Jugendarbeit nach Rechtsform – Deutschland 2019 – Anteile in Prozent

Rechtsform

64,4 %

(gemeinnütziger) Verein (e.V.)

59,5 %

Gebietskörperschaft (einschließlich Land, Bund, Zusammenschlüsse) oder Behörde

15,8 %

16,8 %

14,3 % 14,5 %

Körperschaft des öffentlichen Rechts

3,6 % 4,0 %

Sonstige Rechtsform des privaten oder öffentlichen Rechts

(gemeinnützige) Gesellschaft mit beschränkter Haftung ((g)GmbH)

2,0 %

5,2 %

Angebote [N = 2.059]

Träger [N = 141.659]

Lesebeispiel Abb 5  (Gemeinnützige) Vereine stellen 64,4 % der Träger und führen 59,5 % der Angebote Internationaler Jugendarbeit im Berichtszeitraum 2019 durch.

Hinweise Abb 4 Freizeiten, Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie Projekte: Teilnehmende von 10 bis unter 27 Jahren; andere Angebotstypen: alle Teilnehmenden. Abb 5  Die Merkmale wie z. B. Stiftung des Privatrechts (auch kirchliche Stiftungen) und des öffentlichen Rechts, Kommunalunternehmen, Anstalt des öffentlichen Rechts und Genossenschaft werden zu sonstigen Rechtsformen des privaten oder öffentlichen Rechts gezählt. Quellen  Abb 4  FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, https://doi.org/10.21242/22531.2017.00.00.1.1.0 , https://doi.org/10.21242/22531.2019.00.00.1.1.0 ; eigene Berechnungen Abb 5 FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, https://doi.org/10.21242/22531.2019.00.00.1.1.0 ; eigene Berechnungen.

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